Wolf Serno Die Medica von Bologna

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Inhaltsangabe zu „Die Medica von Bologna“ von Wolf Serno

Mit einem entstellenden Feuermal - für die Inquisition ein Schandmal der Sünde - kommt Carla zur Welt. Um sich von diesem Makel zu befreien, träumt sie davon, eine Medica zu werden. Doch ein Medizinstudium ist ihr als Frau verwehrt. Carla gibt nicht auf und setzt all ihre Hoffnung in den jungen, charismatischen Chirurgen Gaspare Tagliacozzi. Sie verliebt sich rettungslos in ihn...

Gute Idee für ein Buch, gespickt mit interessanten Details - aber es fehlt für mich ein durchgängiger roter Faden durch die Handlung.

— Marjuvin
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  • "Die Medica von Bologna" - Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    Marjuvin

    10. August 2017 um 21:36

    Klappentext: Mit einem entstellenden Feuermal - für die Inquisition ein Schandmal der Sünde - kommt Carla zur Welt. Um sich von diesem Makel zu befreien, träumt sie davon, eine Medica zu werden. Doch ein Medizinstudium ist ihr als Frau verwehrt. Carla gibt nicht auf und setzt all ihre Hoffnung in den jungen, charismatischen Chirurgen Gaspare Tagliacozzi. Sie verliebt sich rettungslos in ihn... Rezension: Ich bin von diesem Buch hin- und hergerissen. Ich finde es eine fantastische Buchidee Medizin des 16. Jahrhunderts mit Inquisition und einem Feuermal zu verarbeiten. Ich interessiere mich selbst für medizinische Themen, deshalb war ich insbesondere von den Schautafeln im Anhang, die eine damalige Nasenrekonstruktion darstellen, hingerissen. Ich habe inzwischen auch ein wenig "hinterhergegoogelt" und festgestellt, dass manche historischen Personen und Gegebenheiten nachgewiesen sind und allein deshalb muss man das Buch mögen. Aber auch deshalb weil es gespickt ist mit allerhand interessanten Fakten. Andererseits hinterlässt es mich nun sonst doch ein bisschen unbefriedigt. Das mag daran liegen, dass ich mit Carla nicht ganz mitfühlen konnte, was ihren Jähzorn und manche Gedankengänge angehen. Es war für mich auch keine stringente Handlung erkennbar, die am Ende sogar ein wenig versandet ist. Manchesmal ergab sich das Gefühl, dass schriftstellerische Ideen und historische Fakten - zugegeben spannende - aneinandergereiht wurden, damit sie eben "untergebracht" wurden. Es sind also nun doch nur 3 Sterne geworden - schade.

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  • Große Längen, aber interessante Idee

    Die Medica von Bologna

    Kirschbluetensommer

    25. December 2016 um 16:04

    Carla trägt von Geburt an ein Feuermal im Gesicht - das Zeichen der Sünde, wie die Vertreter der katholischen Kirche glauben. Die Nachbarskinder hänseln sie und die Kundinnen ihrer Mutter haben deswegen Angst vor ihr. So wächst Carla auf. Als Erwachsene entdeckt sie ihre Faszination für die Medizin. Doch als Frau darf sie nicht studieren und so sucht sie nach Wegen, um sich doch noch ihren Traum zu erfüllen und Medica zu werden.Die Idee hinter dem Buch ist gut - eine junge Frau, die ihre Unabhängigkeit entdeckt und ihr Leben in die Hand nimmt. Allerdings ist es eine Geschichte, die auch in anderen historischen Romanen aufgegriffen wird. Der einzige Unterschied liegt hier wohl in Carlas Traumberuf: Ärztin.Allerdings liegt genau hier auch der Hund begraben. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Auch die medizinischen Fachbegriffe der damaligen Zeit sind gut verständlich. Was das Lesen allerdings erschwert, sind die seitenlangen Ausführungen zur Nasenrekonstruktion. Dadurch wirkt das Buch stellenweise wie ein historisches Sachbuch und die Handlung tritt in den Hintergrund. Hier hätte ruhig noch mehr der Rotstift angesetzt werden und diese Szene gekürzt werden dürfen.Auch die Nebencharaktere wirkten teilweise unsympathisch auf mich - seien es ihre Männerbekanntschaften oder ihre Mutter. Andere Nebenfiguren wie bspw. die Nonnen oder die Bettler blieben völlig im Hintergrund und hätten gerne noch stärker herausgearbeitet werden dürfen.Anfang und Ende dieses Buches fand ich sehr interessant und spannend, aber die Mitte hätte ruhig gekürzt werden dürfen. Insgesamt war es eine interessante Idee, die leider nur an der Umsetzung haperte.

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  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. Weltkrieg: anne_lay 0/2anushka    2/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    1/2 ChattysBuecherblog  0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  0/2histeriker    2/2Insider2199 1/2 JuliB       1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  1/2Traubenbaer 0/2 werderaner  1/2 Historische Ereignisse: anne_lay   2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  1/2 Ginevra 1/2 histeriker    0/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    1/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      1/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Glauben: anne_lay 2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    0/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  0/2 Ginevra  2/2 histeriker    0/2 Insider 21099 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne   1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe    0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  0/2

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  • Die Medica von Bologna

    Die Medica von Bologna

    Ikopiko

    28. April 2015 um 08:48

    Die kleine Carla verbringt viel Zeit allein. Ihre Mutter schirmt sie vor der Öffentlichkeit ab. Sollte sie doch draußen gesehen werden, wenden sich die Menschen angewidert ab oder hänseln sie. Carla versteht das nicht und fühlt sich einsam. Bis sie in einen Spiegel blickt und seit diesem Augenblick nie mehr in einen solchen schauen will. Wolf Serno hat in seinem neuen Roman eine Protagonistin geschaffen, die man durchaus emanzipiert nennen darf. Carla trägt ein Feuermal in ihrem Gesicht. Im 16. Jahrhundert gilt dies als Teufelszeichen und Carla läuft stets Gefahr als Hexe angeprangert zu werden. Aus diesem Grunde verbringt sie die meiste Zeit allein in ihrem Haus. Durch ihre Arbeit bei den Nonnen und das Medizinstudium ihres Freundes wächst in ihr starkes Interesse an der Medizin. Sie erweckt die Aufmerksamkeit eines Arztes, der sie an Operationen teilnehmen lässt. Aber das allein reicht ihr nicht. Sie will auch als Frau das Recht haben, den Menschen helfen zu dürfen. Und für dieses Recht nimmt sie viele Gefahren in Kauf. Der Roman entführt den Leser in die italienische Stadt Bologna im 16. Jahrhundert. Das Leben der einfachen Menschen, mit den täglichen Sorgen um das Überleben, die Gefahr durch Krankheiten und der gefährliche Aberglaube werden von Serno verständlich und nachvollziehbar beschrieben. Die Protagonisten wachsen einem schnell ans Herz. Da die Anzahl überschaubar bleibt, kommt es zu keinen Verwechslungen oder Unklarheiten. Carlas Leben gestaltet sich von der ersten Seite an überaus interessant. Sie ist eine mutige, intelligente Frau, die die Leser aufmuntern kann, die Erfüllung ihrer Träume in Angriff zu nehmen. Großes Thema ist die Nasenrekonstruktion. Die einzelnen Phasen werden sehr ausführlich beschrieben und im Anhang mit Bildern dokumentiert. Mir persönlich war diese medizinische Leistung völlig unbekannt, und ich bin fasziniert davon, was vor so vielen Jahren bereits möglich war.

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  • Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

    Die Medica von Bologna

    StMoonlight

    21. June 2014 um 18:18

    >>> ACHTUNG! SPOILER! <<

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  • 'Die Medica von Bologna' von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    -nicole-

    09. June 2014 um 11:43

    Im Jahr 1552 kommt das Mädchen Carla Castagnolo in Bologna (Italien) zur Welt. Dort wächst sie bei ihrer Mutter auf und ahnt lange nichts davon, dass ihr Gesicht von einem Feuermal gezeichnet ist. Aus Angst vor der Inquisition, die das Feuermal falsch deuten könnte, lebt sie lange zurückgezogen und meidet die Öffentlichkeit. Aber sie hat auch einen großen Traum: Eine bekannte Medica zu werden! Leider ist ihr als Frau ein Medizinstudium nicht möglich. Doch Carla eignet sich das Wissen aus Büchern an und um alles Wissenswerte über Chirurgie zu lernen, bringt sich auch manches Mal mit ihrer Neugier in Gefahr. Zudem lernt sie den Chirurgen Gaspare Tagliacozzi kennen, ihn den sie sich verliebt. Doch vieles kommt anders als sie sich vorstellt... Im Laufe ihres Lebens erlebt Carla viele Höhen und Tiefen, sieht Freud und Leid und gibt den Wunsch nicht auf, dass ihr Wissen und Können eines Tages anerkannt wird. Ein gut geschilderter Roman, der das Geschehen des 16. Jahrhunderts verständlich wiedergibt. Im Mittelpunkt steht die junge Carla, die ein großes Interesse an der Chirurgie und dem Medizinstudium entwickelt und für ihre Bestimmung kämpft. Nur ist das in der Zeit alles andere als leicht. Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben und wird aus Carlas Sicht erzählt. Interessant mit vielen Wendungen, nur an manchen Stellen waren mir die Operationsschilderungen etwas zu lang. Aber davon einmal abgesehen ist die Geschichte mit ihren vielen Details doch lesenswert!

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  • Gegen Benachteiligung der Frauen. Eine junge, kluge und intelligente Frau kämpft.

    Die Medica von Bologna

    Vogelgrippe

    18. May 2014 um 17:43

    Diesmal erzähle ich den Inhalt, denn der Klappentext, finde ich, verfehlt das Thema ein klein bisschen: Die Geschichte beginnt mit der Erzählung der Kindheit der Hauptperson Carla. Eigentlich könnte Clara ein ganz normales Mädchen sein, wenn da nicht die Entstellung ihrer linken Gesichtshälfte wäre und sie ein ganzes Leben damit verbringen müsste. Clara wird gehänselt und kommt damit nicht klar, sie wird erwachsen und findet durch ihren Verlobten Marco, dem auf Erden nur eine kurze Zeit gegönnt ist, Zugang zur Medizin und zur Universität, wo sie durch einen Spalt die Vorlesungen, die ja nur Männern vorbehalten sind, mithört. Dort lehrt Dottore Gaspare mit dem sie in Kontakt kommt und es zu einer Liebesbeziehung kommt, die nicht funktioniert und in Brüche geht. Eine Liebesbeziehung, die nicht möglich ist, wegen der Ständegesellschaft. Clara kämpft ihr Leben lang dafür, dass Frauen ein Recht auf Studium bekommen und damit auch Frauen Intelligenz haben dürfen und nicht als diejenigen abgestempelt werden, die Kinder bekommen und eine gute Ehefrau sein müssen. Gegen die Kirche und immer mit Angst vor der Inquisition. Toll schildert das der Autor. Er zeigt wunderbar, wie sie sich als Entstellte fühlt, eine Frau, die mehr will im Leben. Sehr detailreich und mit vielen Informationen über Medizin und Praktiken im Mittelalter. Ein Lesespaß, trotz des ernsten Themas. Mein Kompliment und ein Muss für jeden Leser.

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  • Eine Frau, die weiß was sie will

    Die Medica von Bologna

    ina_kzeptabel

    15. June 2013 um 14:09

    Die Story: Carla wird 1552 in Bologna (Italien) geboren und hat schon als Kind das Gefühl, das etwas mit ihr nicht stimmt. Und leider wird ihr das auch schon sehr früh gezeigt, durch die Kundinnen ihrer Mutter. Diese schrecken vor Carla zurück, da sie das "Mal des Teufels" trägt (ein so genanntes Feuermal, welches ihr Gesicht zur Hälfte bedeckt). In dieser sehr christlichen Zeit ist es für ein Mädchen wie Carla nicht einfach. Auch nicht, nachdem sie von ihrer Mutter das Schneiderhandwerk erlernt hat und sich sogar mit einem ehemaligen Nachbarsjungen namens Marco verloben konnte. Carla will mehr, sie will nicht nur einfache Hausfrau und Mutter werden. Da kommt es ihr ganz recht, das Marco Medizin studieren will. Schnell merkt Carla wie interessant dieses Thema ist und schleicht sich sogar auf den Campus - auch wenn dies den Frauen untersagt ist. Marco bringt sie dazu, bei den Nonnen im Kloster als medizinische Hilfe zu arbeiten. Doch auch diese Arbeit erfüllt sie nicht, Carla will immer mehr. Nachdem Marco tragisch ums Leben gekommen ist, ist Carla auf sich allein gestellt... doch sie weiß, wie sie etwas aus ihrem Leben machen kann und will. Der Stil: Carla erzählt ihre Geschichte durch die Ich-Perspektive. Man merkt schnell, dass Carla ihren ganz eigenen Kopf hat und so garnicht mit ihrer Umwelt im Einklang steht. Ihre Gedankenwelt ist eine ganz andere, sehr fortgeschritten aber dennoch unreif. Mal handelt sie wie ein Kind, dann wiederum wie eine erwachsene Frau. Das Buch ist in drei große Abschnitte aufgeteilt - Marco, Gaspare und Latif. Die Männer, die Carlas Leben bestimmt und beeinflusst haben. Jeder Teil enthält Unterkapitel, die - wie früher üblich - mit einem größeren verzierten Buchstaben beginnen. Der Kapitelname ist jeweils in zwei Sprachen zu lesen, Deutsch und Latein. Und Latein ist in diesem Buch ein großer Bestandteil, wenig wunderlich da es um die Medizin geht. Mich hat nur verwundert, das es keinerlei Übersetzungen zu den Auszügen gibt (auch nicht für die italienischen). Zwar helfen Carlas Gedanken ein wenig beim Übersetzen, aber mir fehlt die "richtige" Übersetzung trotzdem. Die anderen Charaktere wie Marco, Gaspare und Latif sind sehr unterschiedlich gestaltet. Jedoch blieb auch hier der Eindruck, dass keiner der Charaktere wirklich richtig ausgereift ist. So erging es mir dann auch mit einigen Handlungsträngen. Sie verlaufen sich, werden teilweise nicht mehr aufgegriffen. Sehr schade, auch wenn es das Buch vielleicht noch mal 200 Seiten dicker gemacht hätte. Es bleiben am Ende dann einfach zu viele Fragen offen... Mein Fazit: Auch wenn mir das Buch wirklich sehr gut gefallen hat, muss ich ein paar Minuspunkte verteilen. Wie schon gesagt, mir was es fast schon etwas zu wissenschaftlich und da ich nur sporadisch Latein beherrsche waren mir gewisse Passagen doch ein wenig zu viel... auch Carlas Charakter gefällt mir nicht so richtig. Sie ist sehr sprunghaft und scheint kaum Reife zu entwickeln.

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  • Rezension zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    Natalie77

    07. September 2011 um 18:49

    Inhalt: Carla lässt ihre Geschichte von Larif aufschreiben und fängt an als sie etwa 4 Jahre alt war, sie berichtet davon das ihre Mutter Schneiderin war und eine Kundin zu Besuch hatte. Diese Kundin war sehr ungehalten, ihr Kleid war nicht so wie sie es wünschte. Clara fing an zu schreien und wurde so in ihrem Versteck, von dem aus sie alles beobachtet hatte entdeckt. Die Kundin ist erschrocken und entsetzt als sie Carla sieht. Ein paar Jahre später, sie war 7 Jahre alt folgte sie ihrer Mutter heimlich, obwohl ihre Mutter ausdrücklich gesagt hat das es besser wäre zu Hause zu bleiben.Clara findet ihre Mutter und stürmt ins Zimmer da wird sie von den feinen Damen als Kreatur beschimpft, wie wohl auch so oft von Kindern aus der Nachbarschaft, sie will wissen was das Wort bedeutet mit dem sie beschimpft wurde, aber ihre Mutter tut es ab und sagt sie wäre zu klein dafür. Clara geht nicht mehr vor die Tür. Später, die Mutter ist wieder in der Stadt steht die Nähstube offen und Clara sieht sich im Spiegel und sieht das sie entstellt ist, die ganze linke Gesichtshälfte ist feuerrot. Sie ist sehr schockiert darüber und Spiegel sind seit dem Moment ihr Feind, einerseits mag sie nicht reinschauen andererseits tut sie es doch in der Hoffnung dass das Feuermal verschwunden ist... Meine Meinung: Die Medica von Bologna war eins der ersten Bücher die ich bei Lies & Lausch gewonnen habe und das ist schon eine Weile her ;-). Zu meiner Schande muss ich gestehen das historische Romane immer mehr zurückstehen müssen hinter meiner Gier nach Spannung, denn richtig spannend in dem Sinne wie ein Thriller oder ein guter Krimi sind sie doch eher selten. So auch bei dem Werk von Wolf Serno. Er hat es zwar geschafft das ich das Buch gerne gelesen habe und ich würde es auch nicht als vollkommen schlecht bezeichnen, Nein, aber die Spannung fehlte mir doch ein wenig. Beschrieben wir der Weg von Carla, das Mädchen, später die Frau mit dem Feuermal, die sich obwohl sie großartiges leistet nicht im Spiegel anschauen mag. Die Angst vor der Inquisition hat, und deswegen, und auch weil sie Angst vor der Reaktion im Allgemeinen hat, nur mit einem Schleier vor die Tür geht. Das Buch ist ein bericht ihres Lebens und um es mit den Worten des Autors auszudrücken: Es berichtet...."wie es zugeht in unserer Zeit und in unserem Land, er wird lesen von verschwenderischem Reichtum und bitteren Elend, von Hoffart und Demut, von Fastenzeiten und Fressgelagen, von Neid, Missgunst und Intrigen, aber auch von wahrer Treue und edelmütiger Freundschaft. er wird erkennen, wie viel Ungerechtigkeit und Unterdrückung den Frauen widerfuhr, wenn sie den Anspruch erhoben, den Männern gleich gestellt zu sein".... Genauso steht es als Erklärung am Ende des Buches warum Carla die Geschichte von Latif aufschreiben ließ und bringt es damit auf den Punkt. Ansonsten sei noch gesagt, das sich der Schreibstil sehr gut lesen lässt, allerdings störten mich lateinisch oder Italienische Textpassagen, die auch nicht näher übersetzt wurden und ich nur etwas reininterpretieren konnte. Interessant fand ich allerdings die Erklärung zur Nasenrekonstruktion die am Ende des Buches in Bild und Schrift zu finden sind. Jeder der gerne historische Romane mag, wegen ihrer Geschichte und nicht weil ein Ereignis sie unbedingt fesselt tun gut daran dieses Buch zu lesen. Wer am Anfang gespannt ist was am Ende passiert wird eventuell vom Ende enttäuscht sein, wobei ich auch dieses nicht so schlecht finde.

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  • Rezension zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    SunshineRose

    07. February 2011 um 15:59

    Wer nicht allzu große Ansprüche stellt und ein unterhaltsames Buch für Zwischendurch sucht, der ist mit der „Medica von Bologna“ mit Sicherheit gut bedient. Vor allem die Sprache ist sehr gut gelungen. Man kann sich regelrecht vorstellen, dass man es mit einer sehr gebildeten Frau aus dem 16. Jahrhundert zu tun hat. Ebenso die Verwendung italienische Begriffe, die auch jederzeit erklärt werden, hilft, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Daher macht das Lesen des neuen Serno-Romans wirklich Spaß und die Seiten fliegen an dem Leser vorüber. Die Protagonistin Carla wächst einem auch sofort ans Herz, vor allem da sie es mit ihrem Feuermal nicht leicht im Leben hat, vor allem in der damaligen Zeit. Dass dieses Mal sowie ihr Interesse an der Medizin die Inquisition auf den Plan ruft, macht den Roman umso interessanter. Mit Latif als Carlas Diener ist dem Autor außerdem ein wirklich guter Charakter gelungen, der den Leser durch seine Tollpatschigkeit, aber auch durch seine Freude am Leben sofort auf seine Seite zieht und ihm hin und wieder ein Schmunzeln abverlangt. Allerdings ist die Handlung an so manchen Stellen nicht allzu gut durchdacht und daher ein wenig unglaubwürdig. Wie können Carla und Latif beispielsweise die ganze Zeit überleben? Selbst wenn man ein paar kleinere Rücklagen hat, so sind diese auch irgendwann aufgebraucht und neue Einkünfte müssen her. Doch sind mir während der gesamten Handlung keine nennenswerten Einkünfte aufgefallen. Etwas gravierender ist jedoch, dass die Handlung zwischenzeitlich regelrecht still steht. Die Nasenrekonstruktion wird allzu detailliert beschrieben, und das nicht nur einmal. Was zu Beginn ja noch ganz interessant war, führte später dazu, dass ich teilweise ganze Seiten überblätterte. Schließlich wollte ich einen Roman lesen und kein Medizinbuch. Diese langatmigen Stellen sowie andere kleinere Schwächen hindern mich daran, fünf Sterne zu vergeben. Nichtsdestotrotz ist dieser Roman all jenen uneingeschränkt zu empfehlen, die entweder an der Geschichte der Medizin interessiert sind oder die einfach gerne Geschichten über starke Frauen lesen.

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  • Rezension zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    kubine

    04. February 2011 um 19:37

    Im Bologna des 16. Jahrhunderts wächst die kleine Carla auf. Durch ein Feuermal, das Zeichen der Sünde, gezeichnet, muss sie auch immer auf der Hut vor der Inquisition sein. Das lernt sie schon von klein auf an. Aber Carla ist neugierig auf die Welt – und sehr wissbegierig. Als ihre Mutter schwer erkrankt, wächst in ihr der Wunsch, einmal Ärztin zu werden. Ein aussichtsloser Wunsch, war den Frauen der damaligen Zeit doch das Studieren verboten. So bleibt ihr nur übrig als Hilfsschwester in einem Kloster zu arbeiten. Ein bisschen Einblick ins Medizinstudium erhält sie trotzdem, durch Marco, ihren Verlobten. Sie löchert ihn mit Fragen, will alles wissen und erfährt zu ihrem Leidwesen aber recht wenig. Als sie einen Weg findet, heimlich an den Vorlesungen teilnehmen zu können, verliebt sie sich in Gaspare Tagliacozzi, den sie später auch persönlich kennenlernt. Carla darf ihm sogar bei Nasenrekonstruktionen assistieren. Als Gaspare sie mit einem wichtigen Auftrag nach Venedig schickt, in dem gerade die Pest herrscht, zögert sie nicht lange. In Venedig lernt sie Latif kennen, einen Eunuchen, der aus seinem Heimatland geflohen ist. Geschickt sorgt er dafür, dass Carla ihn als ihren Diener mit nach Bologna nimmt. Dort angekommen wird sie von Gaspare tief verletzt und ihre medizinischen Kenntnisse bringen sie an den Rand des Abgrunds. Wird es ihr gelingen, ihre Profession als Medica auszuüben und ihr privates Glück zu finden? Das der Schriftsteller Wolf Serno ein Faible für historische Romane mit medizinischem Hintergrund hat, beweist er auch in seinem aktuellen Buch „Die Medica von Bologna“. Im Focus dabei die Nasenrekonstruktion, wie sie in damaliger Zeit vonstatten ging, aber auch die Stellung der Frau im 16. Jahrhundert. Und das dafür sehr genau recherchiert wurde, merkt man dem Buch an. Gaspare Tagliacozzi hat wirklich gelebt, er wird auch als Pionier der plastischen Chirurgie bezeichnet, hat damals auch Bücher über seine Arbeit geschrieben, die hauptsächlich in der Wiederherstellung von Nasen, Ohren und Lippen lag. Im Buch verdankt er diesen Ruhm auch ein klein wenig Carla, die für kleine, aber wegweisende Verbesserungen in der Operationstechnik sorgte. Dafür aber keinen Dank erntete, ja noch nicht mal gegenüber Gaspares Kollegen erwähnt wurde. Hier zeigt sich, wie naiv Carla ist. Einerseits weiß sie, dass Frauen diesen Beruf nicht ausüben dürfen und dass gerade sie, mit ihrem Makel, möglichst kein Aufsehen erregen sollte. Das sie trotzdem um Anerkennung kämpft, und auch vehement für die Gleichberechtigung eintritt, macht sie zu einer starken Persönlichkeit. Andererseits glaubt sie, diese Anerkennung zu bekommen, wenn sie Gaspares Wünsche erfüllt, obwohl sie doch immer wieder von ihm enttäuscht wird. Sicher, sie war in ihn verliebt, aber da war das Sprichwort: „Liebe macht blind“ etwas zu übertrieben dargestellt. Latif, ihr loyaler Diener, versucht ihr immer wieder die Augen zu öffnen, aber vergeblich. Sie ist blind, für das, was er ihr mit auf den Weg gibt. Und so kommt man als Leser zum Schluss, dass sie nur das glaubt, was sie glauben will – sie, die doch sonst immer alles hinterfragt, sich mit oberflächlichen Antworten nie zufrieden geben will: weder mit Marcos ausweichenden Antworten nach seinem Studium (er scheint nur zu studieren, um dem lustigen Studentenleben frönen zu können), noch den Antworten ihre Mutter nach ihrem Vater oder den nicht gegebenen Antworten nach Latifs Vergangenheit. Passt nicht recht zu der ansonsten überaus gut gelungenen Charakterisierung der übrigen Protagonisten. Das Verhältnis zwischen Carla und ihrer Mutter erinnerte mich ein wenig an Stephen Kings „Carrie“. Carlas Mutter lässt ihre Tochter versteckt vor der Welt aufwachsen, will ihr nichts von ihrem Feuermal erzählen. Als Carla es selbst entdeckt, warnt ihre Mutter sie vor der Inquisition. Das scheint ihre einzige Sorge zu sein - Liebe, Verständnis für ihre Tochter sind Fehlanzeige. Stattdessen betet die tief religiöse Mutter sehr viel, stellt die Kirche über alles. Als Carla von einem Priester sexuell genötigt wird, kann sie das der Mutter nicht sagen. Und während sie sich Marco, ihrem Verlobten, immer wieder verweigert – was angesichts dessen was sie erlebt hat, nicht weiter verwunderlich ist – hat sie bei Gaspare keine Hemmungen. Ihm gibt sie sich hin, ohne Zögern. Das war für mich etwas unglaubwürdig, da zum einem die Jungfräulichkeit im katholischen Italien sicher bei jeder Bevölkerungsgruppe wichtig war, zum anderen wegen dem von ihr erlebten. Das alles tut dem Lesefluss aber keinen Abbruch. Das Geschehen ist überaus lebendig geschildert und detailliert beschrieben, das man das Ganze als Film vor dem eigenen Auge ablaufen sieht. Die Kapitel haben Überschriften, die mit passenden kleinen Zeichnungen versehen sind und neugierig machen. Immer wieder werden Verweise auf Geheimnisse eingestreut, die ihrerseits das Lesen voran treiben (auch wenn die Auflösung später dann etwas profan ist). Auch der bebilderte Anhang über die Rekonstruktion einer Nase war sehr hilfreich. Dies alles macht „Die Medica von Bologna“ zu einem kurzweiligem Lesevergnügen, gerade richtig für kalte Wintertage.

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  • Rezension zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    abendsternchen

    01. February 2011 um 16:40

    Carla, die mit einen Feuermal im Gesicht zur Welt kam, wurde von ihrer streng gläubigen Mutter allein groß gezogen. Nachdem ihre Mutter stirbt, interessiert sie sich immer mehr für Medizin. Doch ein Studium bleibt ihr als Frau verwehrt. So eignet sie sich ihr Wissen mit Büchern und bei den Schwester im Hospital an. Auch bei Caspara darf sie assestieren und verliebt sich in ihn. Immer wieder erfährt sie Enttäuschungen und Rückschläge. Nach einer Reise kommt sie zum Diener Latif. Mit ihm wurde die Geschichte so richtig interessant. Die Story wird in der Ich-Form erzählt, was mir durchaus gefällt. Was ich etwas störend fand, sind die lateinischen und italienischen Wörtern und Sätze die ohne Übersetzung blieben. Hier wäre so etwas wie eine Fussnote angebracht gewesen. Es war mein ersten Buch von Wolf Serno, daher ging ich ohne große Erwartungen ran. Mir hats ganz gut gefallen, das Buch ist gut zu lesen.

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  • Rezension zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    Maiher

    27. January 2011 um 09:57

    Wolf Serno im Italien der Renaissance. Die Liebe zu Land und Sprache ist auf jeder Seite seines mitreißenden neuen Roman lesbar. Da haben wir die junge Carla Maria Castagnolo, 1552 geboren, die ihre Lebensschicksale aufschreiben lässt und so aus Rückblicken berichtet. Sie ist durch ein Feuermal gezeichnet, welche sie nach den Gepfolgenheiten des ausgehenden Mittelalters zu einem Leben in Rückgezogenheit verdammen sollte. Aber Maria liebt das Leben und ist neugierig auf die Welt. Der Ich-Erzähler bringt uns die Figur der Maria auf ambivalente Weise nahe, sehr bildreich, wie man es von Wolf Serno nicht anders kennt, wird der Leser in den farbenfrohen Sog des textilen Gewerbes gezogen. Maria aber möchte ihr Leben nicht als Schneiderin fristen, sondern hat den Hang, den Geheimnissen der menschlichen Antomie auf den Grund zu gehen. Nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Verlobten öffnet sich Maria ein paar mehr Türen, als es ihr eigentlich zusteht. Sie wird heimliche Gasthörerin an der Medizinischen Fakultät und verliebt sich in den Mediziner Gaspare Tagliagozzi. Mit ihm gemeinsam entwickeln sie die Kunst, Nasen zu rekonstruieren weiter. Bis zu diesem Punkt ist Wolf Sernos Neuling eine wirklich schöne, gut lesbare Geschichte, doch spätestens ab Seite 300 beginnt die Nasenrekonstruktion ein wenig übermächtig zu werden, um nicht zu sagen, etwas zu nerven. Carla wird Gaspares Assistentin, sie wird von ihm ausgenutzt. Die überraschende Wendung der Handlung macht die langatmigen Nasenkorrektur-Passagen erträglicher. Carlas Charakter, der Emanzipation und Selbständigkeit gleichermaßen verströmen soll, wird durch den Autor zuweilen etwas stakkatohaft in seiner Denkweise gehemmt. Die Rolle ist nicht immer stimmig, manche Schlussfolgerungen scheinen unlogisch für das Leben im 16.Jh. Alles scheint sehr seicht und einfach, obschon ein Leben mit dem Feuermahl und dazu noch als Frau zur Zeit der Inquisition alles andere als leicht hinzunehmen gewesen sein dürfte. Hier fehlt es mir an der wirklichen Lebensnot und Lebensqual, die man erwarten würde.

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  • Rezension zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    Klusi

    04. January 2011 um 11:22

    Carla Maria Castagnolo, geboren im Jahr 1552, hat es von Anfang an schwer im Leben, denn sie ist mit einem, für die damalige Zeit schweren, Makel behaftet. Sie hat ein Feuermal im Gesicht. Aus diesem Grund scheut die Ich-Erzählerin die Öffentlichkeit, seit sie begriffen hat, dass ihr Anblick die meisten Menschen erschreckt. Denn das Mal, das sie trägt, wird als Zeichen der Sünde und des Teufels angesehen und bringt die Trägerin in Gefahr, von der Inquisition verfolgt zu werden. Ihr Zufluchtsort ist das Haus, welches sie von ihrer Mutter geerbt hat, und in ihrer selbst gewählten Isolation wächst ein starker Wunsch in ihr: Sie möchte Medizin studieren und Ärztin werden. Aber das Studium ist Frauen zu dieser Zeit nicht gestattet. Doch findet Wege, sich heimlich das faszinierende Wissen anzueignen, indem sie sich unerkannt in die Vorlesungen an der Universität schleicht. Der Zufall will es, dass Carla eines Tages den Chirurgen Gaspare Tagliagozzi kennen lernt, und die Protagonistin verliebt sich in den charismatischen Mann. Er verfügt über alle Möglichkeiten, von denen Carla nur träumen kann. Seine große medizinische Spezialität ist die plastische Nasenkorrektur nach einer Verletzung oder Verstümmelung. Als Gaspare Carla bittet, seine Assistentin zu werden, kann diese ihr Glück kaum fassen, hat sie sich zu allem Überfluss doch auch noch in Tagliagozzi verliebt. Es scheint so, als würde er ihre Gefühle erwidern, aber dann stellt sich heraus, dass er Carla immer wieder schamlos ausnutzt und hintergeht. Dieser Roman ist der Rückblick auf das außergewöhnliche und bewegte Schicksal einer Frau, mit großen Wünschen und Träumen, immer auf der Suche nach Anerkennung, die ihr eigentlich zustand aber größtenteils verwehrt wurde. Im Alter von 48 Jahren, an der Schüttellähmung erkrankt, bittet sie ihren treuen Diener Latif, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Der Versuch des Autors, eine weibliche Protagonistin zu Wort kommen zu lassen, ist größtenteils gut gelungen. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert er das Schicksal und die Probleme von Carla und lässt sowohl sie als auch ihre Umgebung sehr lebendig und farbig vor den Augen des Lesers entstehen. Wolf Serno scheint ein großes Interesse an medizinischen Vorgängen des Mittelalters zu haben und sehr ausführlich zu recherchieren, das spürt man hinter jedem Satz. Auch die hochwertige Ausstattung des Buchs, sowie die ausführliche, bebilderte Beschreibung einer Nasenplastik im Anhang, welche original aus Tagliacozzis Werk stammt, sprechen für sich. Ich gebe zu, dass ich die Ausführungen über Nasenoperationen und Herstellung von Theriak zwar sehr interessant, doch stellenweise fast etwas zu ausführlich fand. Auch spielen einige Zufälle in die Handlung hinein, die für mich nicht völlig glaubwürdig waren. Trotz dieser kleinen Kritiken kann ich jedoch sagen, dass mich dieses Buch wunderbar unterhalten hat. Besonders Carla und Latif sind mir mit der Zeit direkt ans Herz gewachsen. Wolf Serno hat einen interessanten und kurzweiligen Roman geschaffen, bei dem ganz besonders Interessierte der Medizin im 16. Jahrhundert auf ihre Kosten kommen.

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  • Frage zu "Die Medica von Bologna" von Wolf Serno

    Die Medica von Bologna

    Sammy

    Hallo Herr Serno!
    Träumen Sie auch schon mal von Ihren Figuren? Oder sind die Ihnen nur dann besonders nah, wenn Sie im Gartenhäuschen sitzen und über sie schreiben?

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