Wolfgang A. Gogolin Rotblaue Nelken

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Inhaltsangabe zu „Rotblaue Nelken“ von Wolfgang A. Gogolin

Sommer 1953. Es ist heiß im Norden Deutschlands. Der junge Vincent arbeitet im Blumenladen des Vaters, eines wortkargen und verbitterten Kriegsheimkehrers. Vincent entwickelt eine spezielle Färbetechnik für weiße Nelken und plant, das kleine Geschäft groß zu machen. Und er träumt davon, im Irgendwann das Leben an den Ufern des Arno im sonnigen Süden zu genießen. Viele Träume für die gesellschaftliche Enge der Fünfzigerjahre.

Kaum nimmt Vincent Anlauf, wirft ihm sein Vater Knüppel zwischen die Beine – immerzu und in jeder Beziehung und das, obwohl sich die ersten geschäftlichen Erfolge einstellen. Die Verachtung des Vaters bleibt. Erst, als er die bezaubernde und geheimnisvolle Edith kennen lernt, scheint sich das Blatt zu wenden. Doch ohne dramatische Zwischenfälle bleibt auch diese zarte Romanze nicht. Werden sich die Sehnsucht nach Liebe und der Wunsch nach väterlicher Anerkennung im Strudel der Zeit erfüllen?

Ein Roman mit langem Nachhall.

— attika

Ein schöner Roman, den man besser mit Herz statt mit Kopf liest.

— escobar

Nicht ganz leichte Kost, man kommt aber sehr gut in die Handlung hinein.

— buchelfe

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  • Wenn der Sohn mit dem Vater ...

    Rotblaue Nelken

    attika

    05. July 2017 um 14:15

    Ich gebe zu, dass ich Beziehungen zwischen Vater und Sohn nicht so wirklich auf dem Radar hatte, Stichwörter soziale Väter oder Patchwork. Das Buch spielt ein paar Jahre nach dem Krieg, also lange vor meiner Geburt. Ich habe mich aber trotz des speziellen Themas sofort hineingefunden und wollte immer wissen, wie es nun weitergeht, aber nicht nur wegen der Liebesgeschichte. Obwohl die Lektüre jetzt zwei Wochen zurückliegt, finde ich Vincent und seinen Vater immer noch spannend. Beide sind vom Charakter her sehr verwinkelt und maximalst verschlossen. Sie machen aber alles sichtbar durch das, was sie letzten Endes tun und auch durch das, was sie nicht machen. Und sie erinnern mich daran, was man vom Denken oder schrägem Verhalten her manchmal bei den eigenen Großeltern erlebt hat. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

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  • Summer of '53

    Rotblaue Nelken

    escobar

    28. June 2017 um 14:33

    Summer of '53 - genau so habe ich mir das vorgestellt damals, ich kenne die Zeit ja nur aus Erzählungen. Alle Städte noch vom Krieg zerbombt, die Bewohner nicht weniger. Und dazwischen der anfangs etwas schüchterne junge Mann mit Namen Vincent. Er versucht bei seiner hübschen Tanzschulbekanntschaft Edith zu landen, das ist schon sehr niedlich. Vincent versteht nicht, warum sein griesgrämiger Vater ihn nie an sich heranläßt. Da fühlte ich mich sehr an Walter Kohl erinnert, der sogar noch nach dem Tod des ehemaligen Kanzlers nach irgend etwas von ihm zu suchen scheint und wohl den zeitlebens fehlenden Kontakt nicht verwinden kann.Der Roman ist ziemlich bildhaft geschrieben und wird auf charmante Art von Blumen beherrscht, nicht nur von den titelgebenden Nelken. Man könnte sagen, irgendwie poetisch. An einigen Stellen fühlte ich mich an ein Gedicht erinnert, wenn beispielsweise die klapprige Straßenbahn nochmal vorkommt.Lesenswert, wie einige zerstörerische Verhaltensweisen geradezu zwangsläufig ablaufen, ohne dass irgend jemand richtig böswillig ist. Im Gegenteil, fast alles ist gut gemeint und trotzdem geht so viel schief. Trotzdem lässt das Buch mich am Ende hoffnungsfroh zurück.

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  • Spannung in einer 50er-Jahre-Revue

    Rotblaue Nelken

    buchelfe

    13. June 2017 um 19:15

    Ein jugendlicher Halbwaise, der 1953 als Floristenlehrling arbeitet und dabei versucht, seinem schier unerreichbaren und total verkniffenen Vater näher zu kommen, um ihn und die Welt zu verstehen. Er ist durch und durch Blumenfreund, das ist letztlich der rote Faden in der Geschichte. Das klingt nun nicht sonderlich spannend, ist es aber, weil der Sohn Vincent mit einer gewissen emotionalen Intelligenz vorgeht, auch wenn es diesen Ausdruck damals bestimmt noch nicht gab. Was Vincent vom Kopf her nicht versteht, begreift er auf einer anderen Ebene, teils sinnlich, teils ja,  ziemlich poetisch. Besonders natürlich in den heiklen Momenten, wo es um die Annäherung an das zarte Geschlecht geht, um alle Ängste und Hoffnungen dabei, zum Beispiel abends in der Tanzschule.Faszinierend und gleichzeitig erschütternd aber immer wieder, wie der Vater nicht greifbar ist und sich immerzu entzieht.Sehr gut: Kolorit der 50er Jahre, wirkt fast wie eine kleine schriftliche Museumsshow, sehr lesenswert.

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