Wolfgang Alber

 4,3 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor*in von Alb, Oberschwaben und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Wolfgang Alber, 1948 in Heilbronn geboren, studierte und promovierte in Tübingen. Der Kulturwissenschaftler und langjährige Redakteur des Schwäbischen Tagblatts lebt in Reutlingen am Fuß der Schwäbischen Alb. Er ist Mitherausgeber der Landschaftsbilder von Gustav Schwab und der Anthologie Wundersame Blaue Mauer!.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wolfgang Alber

Cover des Buches Alb (ISBN: 9783910228481)

Alb

(2)
Erschienen am 24.09.2025
Cover des Buches Baden-Württemberg (ISBN: 9783842511323)

Baden-Württemberg

(2)
Erschienen am 21.10.2011
Cover des Buches Typisch schwäbisch (ISBN: 9783806232929)

Typisch schwäbisch

(1)
Erschienen am 01.02.2016
Cover des Buches Die Schwäbische Alb (ISBN: 9783892346654)

Die Schwäbische Alb

(1)
Erschienen am 01.01.1998
Cover des Buches Baden-Württemberg (ISBN: 9783965552166)

Baden-Württemberg

(0)
Erscheint am 15.01.2031
Cover des Buches Oberschwaben (ISBN: 9783892347118)

Oberschwaben

(1)
Erschienen am 01.05.2003

Neue Rezensionen zu Wolfgang Alber

Cover des Buches Alb (ISBN: 9783910228481)
conderes avatar

Rezension zu "Alb" von Wolfgang Alber

condere
Herrliche Kombination eines Reiseführers mit litererarischen Spaziergängen


Dass das Autorenduo zum Schreiben dieses Titels absolut prädestiniert ist, sieht man bereits ganz klar und deutlich auf dem Titelbild, wenn witzigerweise zu erkennen ist, dass beide Autoren die „Alb“ bereits inmitten ihrer Nachnamen tragen… Das ganz aktuell im 8grad-Verlag erschienene Werk gibt gleich auf der ersten Seite ein sehr übersichtliches Bild davon, wo sich die schwäbische Alb genau verorten lässt, und bietet unterschiedlichste Aufnahmen von dieser so reizvollen Gegend, die wirklich bezaubern.

Dieses Buch ist allerdings deutlich mehr als ein wunderschöner Bildband mit teilweise mystischen Fotos von der Alb, er ist mit Sicherheit auch von Friedrich Hölderin inspiriert worden, dessen Turm man am Neckar stehend gleich auf einem der ersten Fotos in diesem Werk bewundern kann. Leider kenne ich bis jetzt sehr wenige Orte in der Alb, denke aber immer wieder mit großer Freude, lieber Johannes, an das mit dir so wunderschön verbrachte Wochenende in Tübingen zurück, das laut dieses literarischen Wegweisers offenbar auch einen guten Ausgangspunkt darstellt, um sich der Alb zu nähern.

Dem Autorenduo ist eine herrliche Kombination eines Reiseführers mit literarischen Spaziergängen gelungen, dank derer man nicht nur die einzelnen Sehenswürdigkeiten der vorgestellten Region genauestens zu Gesicht bekommt, sondern ebenso tief in das Leben und Schaffen der jeweils präsentierten Literaten eintauchen kann. Zudem wird das nachhaltige Reisen gefördert, liest man doch in den einzelnen Kapiteln immer wieder von Bus und Bahn als Fortbewegungsmittel, um z.B. von Reutlingen zum Gomaringer Schloss oder auch zum sagenumwobenen Blautopf in Blaubeuren zu gelangen, bei dem die Fotografin wie bei allen anderen Aufnahmen auch ihr professionelles Können und ihre Kreativität einmal mehr unter Beweis gestellt hat. .

Als Tochter eines promovierten Altphilogenpaares habe ich quasi die Schwabschen Sagen des klassischen Altertums mit der Muttermilch aufgesogen. Erst dank dieses Buches weiß ich jedoch nun, wo Gustav Schwab wohnte und unter anderem seine bis heute sehr bekannten Sagen verfasste. Dank dieses Buches wird man mit allen Orten der Alb so vertraut gemacht und man hat bei jedem einzelnen Kapitel das Gefühl, dass der promovierte Kulturwissenschaftler und Redakteur sowie die studierte Fotojournalistin einen persönlich an die Hand nehmen, um mit uns  gemeinsam auf den Spuren von Hölderin, Mörike, Hesse, Hauff, Raabe und vielen anderen berühmten Persönlichkeiten zu wandeln.

Cover des Buches Alb (ISBN: 9783910228481)
sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Alb" von Wolfgang Alber

sleepwalker1303
Macht Lust auf die Alb, mit allem, was dazugehört

Wenn sich der Autor Wolfgang Alber und die Fotografin Caroline Albers zusammentun, dann kann das Buch definitiv nur „Alb“ heißen. Und bei dem Titel ist der Name Programm: es geht um die Alb. Genauer gesagt, um Wanderungen zu den 20 schönsten literarischen Schauplätzen des schwäbischen Mittelgebirges. Literarische Einblicke kombiniert mit eindrucksvollen Fotos – das Buch mach Freude!

Lang ist es her, dass ich zuletzt auf der Alb gewandert bin. Meine Oma erzählte von ihren Wandertagen in den 1930er-Jahren von Pfullingen zum Lichtenstein. Als Kind haben mich meine Eltern dazu gezwungen, auf die „Unterhose“ oder zur Wurmlinger Kapelle zu wandern. Hätten ich damals schon „Alb“ von Wolfgang Alber und Carolin Albers gekannt, hätten mich die Spaziergänge allerdings genauso wenig gelockt, denn tatsächlich haben mich Geschichte und Literatur damals noch weniger interessiert. Käme ich heute noch einmal in die alte Heimat, wäre das anders – ich würde mit Begeisterung auf den Spuren von Friedrich Hölderlin zum Ulrichstein wandern, auf den Roßberg klettern oder mit Wilhelm Hauff zum Lichtenstein gehen und in die Nebelhöhle steigen.

Obwohl Wolfgang Alber und Caroline Albers ihr Publikum auch mit in Richtung Kirchheim, auf die Teck, zur Burgruine Hohenstaufen bei Göppingen, nach Geislingen, Ulm und Sigmaringen nehmen und auch mit Manfred Mai im Winter durch Winterlingen spazieren – meine Favoriten sind auf der Alb rund um Reutlingen. Obwohl ich inzwischen an der holländischen Grenze im Selfkant wohne, sind meine Wurzeln dort. In Reutlingen wurde ich geboren, daher wurde ich die Beschreibungen der Wanderung von der Albstadt zur Burgruine Achalm ganz nostalgisch und auch das Kapitel „In der Zauberwerkstatt“, das die Leserschaft mit in den Pfullinger Klostergarten mitnimmt, machte mich sentimental. Wie oft war ich als Kind bei meiner Patentante „Im Klostergarten“? Schmunzeln musste ich über das Ernst-Jünger-Zitat „Nennen Sie Ihren Namen. Und was den Ort anbelangt, so ist das Jacke wie Hose, wo Sie sitzen. Haben Sie gute Sachen, so können Sie die in Pfullingen machen. Machen Sie in Pfullingen nichts, so könnten Sie auch in Berlin sitzen und würden nicht auffallen.“

So gar nicht zum Schmunzeln war das Kapitel über Grafeneck, vom barocken Lustschloss zum NS-Vernichtungszentrum, wo die Nazis 10.654 Menschen ermordeten. „Zuvor hatte man sie unter dem Begriff »lebensunwertes Leben« stigmatisiert und ausgesondert. Es war der Beginn des industriellen Massenmordes.“ Ein Kapitel, das heute wichtiger ist, denn je, denn nie wieder ist jetzt!

Ganz unabhängig davon, ob ich die Wanderungen in „Alb“ auf der Alb jemals tatsächlich wandern werde, habe ich das Buch sehr genossen. Die fantastischen Bilder und die ausführlichen Texte führten mich nicht nur auf die geografische Alb, sondern auch in meine Kindheit und näher zu meinen Wurzeln. Das Buch brachte mir Geografie und Geschichte meiner Heimat viel näher, als ich es mir hätte vorstellen können. Von mir fünf Sterne.

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