Wolfgang Axt Überleben auf allen Kontinenten

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Inhaltsangabe zu „Überleben auf allen Kontinenten“ von Wolfgang Axt

Der Handlungsbogen spannt sich von den ersten Bergtouren des Autors als Jugendlicher in der Heimat und den darauffolgenden, bald extremen Klettereien in den Alpen bis hin zu bergsteigerischen Expeditionen und Abenteuerreisen auf allen Kontinenten, bei denen manchmal nur das Glück ein Überleben ermöglichte. So ist ein Kapitel der ersten Expedition des Autors in das Karakorum 1961 gewidmet, ein weiteres der dritten Ersteigung des schwierigen, 8514 Meter hohen Lhotse im Himalaya 1979. Spannung bietet ebenso die Schilderung der österreichischen Südpolarexpedition 1985/86, bei der die Southern Quest durch Eisdruck sank und sich die Besatzung nur mit Müh und Not auf eine Treibeisscholle retten konnte. Exzellente, teilweise spektakuläre Fotos bringen Spannung und Gefahren sowie die berückende Schönheit der Natur lebendig zum Ausdruck.
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  • Welchen Grund gibt es "solche Strapazen als etwas Erstrebenswertes" hinzustellen?

    Überleben auf allen Kontinenten
    R_Manthey

    R_Manthey

    24. June 2015 um 10:04

    Diese Frage stellte sich der Autor bereits in jungen Jahren, als er einmal eine Nacht stehend am Berg im Eis verbringen musste, weil er sich in der Zeit verschätzt hatte. "In jener Nacht konnte ich keine befriedigende Antwort finden", heißt es dazu lakonisch. Wenn in den folgenden Kapitel eine Erklärung dafür sucht, scheitert man ebenfalls. Natürlich muss sich ein Extrembergsteiger nicht für seine Leidenschaft rechtfertigen. Interessant wäre eine Antwort dennoch. Aber Wolfgang Axt bleibt sie schuldig. Stattdessen berichtet er merkwürdig nüchtern über 18 Expeditionen oder Besteigungen, an denen er beteiligt war. Mehrmals war er dem Tod näher als ihm lieb sein konnte. Doch schon nach kurzer Zeit hatte sich sein Nervensystem wieder beruhigt, und es ging weiter. Für Menschen, die sich nie in solchen Situationen befunden haben und nie an solchen Expeditionen teilnahmen, mag das befremdlich klingen, aber offenbar sind Extremsportler anders gestrickt als Zeitgenossen, die den Sinn solcher Risiken nicht begreifen können. Unabhängig davon habe ich mich während des Lesens sehr schnell gewundert, mit welcher seltsamen Nüchternheit Axt seine Abenteuer beschreibt. Vielleicht liegt es daran, dass er dieses Buch in hohem Alter schrieb, wohl wissend, dass all dies in einer Zeit geschehen ist, die für ihn nie wieder kommen wird. Sein Text liest sich wie ein sachbezogener Rechenschaftsbericht, also ungewöhnlich kühl für solche Expeditionen. Natürlich kann man dieses Buch auch als eine Art abgeschlossene Autobiografie eines Extrembergsteigers betrachten, aus der man erfährt, was man so alles in einem solchen Leben mitmachen kann. Allerdings fehlen persönliche Bezüge, abgesehen von einem schmalen Bericht über die Kindheit von Axt, dabei dann fast völlig. Ein interessantes, aber auch irgendwie sonderbares Buch, weil man das Gefühl nicht los wird, dass da so einiges fehlt.

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