Wolfgang Büscher Asiatische Absencen

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Inhaltsangabe zu „Asiatische Absencen“ von Wolfgang Büscher

Unter fremden Göttern

In Indien will ihn ein Yogapriester rekrutieren, mit nepalesischen Schamanen besteigt er deren heiligen Berg, auf einem Öltanker im Indischen Ozean freundet er sich mit einem Seemann an, der ständig Kricket übt, aber nie mehr an Land will. Es sind Geschichten dieser Art, die Wolfgang Büscher von seinen Asienreisen mitgebracht hat. Er erzählt sie auf melodiös-sinnliche Weise, auf den literarischen Spuren von Rudyard Kipling und Joseph Conrad.

'Schönere literarische Reiseberichte
werden Sie in der Gegenwartsliteratur nicht finden.' DEUTSCHLANDFUNK

Mehrere Kurzgeschichten. Manche besser, andere weniger gut.

— arosa74

Großartig,

— SylviaBrandis

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  • Rezension zu "Asiatische Absencen" von Wolfgang Büscher

    Asiatische Absencen

    LeGrandGris

    05. November 2008 um 18:00

    Büscher ist Deutschlands Antwort auf Bruce Chatwin!

  • Rezension zu "Asiatische Absencen" von Wolfgang Büscher

    Asiatische Absencen

    HeikeG

    01. September 2008 um 20:27

    Stille Sensationen "Eine eigene Spannung erfaßt uns, wenn wir reisen, wenn wir ins Entlegene dringen. Wir schauen und schauen, fahren, fahren und reden kaum mehr. Wir sehen in einer Weise, die das Darüberreden verstummen lässt, mit dem wir uns gewöhnlich behelfen. Reine Gegenwart. Was wir sonst waren, verblasst, wie in der Liebe, wie in einem Kampf. Wir streifen durch fremdes Terrain - äußerste Wachsamkeit. Hier gilt sie keinem Hinterhalt, sie gilt dem, was in diesem Moment im Augenwinkel erscheint oder am Horizont. Der Moment ist ein scheues Wild, der Horizont immer dort, wo wir nicht sind. Eine unstillbare Jagd, wir wissen es. Die Jagd ist nur Vorwand. Was zählt, ist die Stunde am Rande der Lichtung." Diese Worte läuten Wolfgang Büschers letzte Erzählung in seinen "Asiatischen Absencen" ein. Sie treffen den Duktus des gesamten schmalen Büchleins korrekt - allerfeinste, literarisch hochwertige Reiseliteratur. In England und Amerika immer noch äußerst beliebt (z. Bsp. Bruce Chatwin, Patrick Leigh Fermore), fristet dieses Genre im deutschsprachigen Raum eher ein Nischendasein. Derweil war die klassische Reiseliteratur in den späten zwanziger, frühen dreißiger Jahren hierzulande sehr populär. Journalist und Autor Wolfgang Büscher, der regelmäßig in der "ZEIT", in "GEO" und der "Welt" Reisereportagen veröffentlicht, will an diese Tradition anknüpfen. Bereits 2003 verarbeitete er persönliche Eindrücke in seinem Buch "Berlin - Moskau: Eine Reise zu Fuß", 2005 folgte "Deutschland, eine Reise". In dem vorliegenden Buch bewegt sich Büscher in einer ganz anderen, für uns Europäer fremden Welt - Asien. Was es so überaus lesenswert macht, sind die ganz subjektiven Empfindungen des Autors. Seine Stimmungen und Seelenlagen sind untrennbar mit den auf ihn einstürmenden Eindrücken verbunden. Diese ganz persönlichen Erinnerungsbilder verwebt er in seine Geschichten und knüpft daraus einen kunstvollen Teppich imaginierender Impressionen, die zwischen Verliebtheit und Befremden changieren. Büscher siedelt sein Erzählen an Autoren wie Joseph Conrad oder Rudyard Kippling an. Schriftsteller, die das Fremde in ihren Geschichten immer als das Fremde stehen lassen und nicht "so zu knutschen, so zu umarmen, dass dieses Fremde in dieser Umarmung zerdrückt wird.", konstatiert er in einem Interview. Bleibt die Frage nach den Absencen. Was sind Absencen? Das Wort "Absence" ist französisch und bedeutet "Abwesenheit". Von Betroffenen - aber auch von Ärzten - wird der Ausdruck oft allgemein für das Symptom einer epileptischen Bewusstseinsstörung gebraucht. Wolfgang Büschers Reportagen haben jedoch keineswegs mit derartigen psychischen Abnormalitäten zu tun, aber trotzdem ist der Titel ungemein treffend gewählt. Denn sowohl Büscher als auch der Leser wird diese Abwesendheitszustände oder Bewusstseinspausen, erfahren. Man hält in seiner Bewegung inne, reagiert nicht auf die Umwelt, ist gefangen von seiner Prosa, seinen erzählten Erlebnissen. Büscher nimmt den Leser mit durch ein drückend heißes Indien. Er lauscht den fremden Klängen eines Sitar spielenden Maharadschas in dessen Palast, entwindet sich den Versuchen eines Mönches, ihn in einem Ashram zu bekehren und kuriert letztendlich in einem verlassenen ehemaligen Kolonialkrankenhaus ein plötzlich befallenes Fieber. In Dubai wird er als Mitfahrender eines Öltankers eingeschifft, der ihn nach Singapur bringt. Fasziniert betrachtet er den schwarz-samtenen Umhang der Nacht, bestickt mit tausenden Brillianten - den Sternen - und fügt sich allmählich dem gelasseneren Umgang mit der Zeit. Büscher erlebt das stille Tokio ohne Dächer und philosophiert mit einem englischen Barbesitzer in Burma. Von erschütternder Schönheit sind seine klebrig-heißen Erlebnisse und magischen Epiphanien der tropischen Fahrt von Singapur über Thailand nach Hongkong und weiter zu den blutigen Reisfeldern Kambodschas, um letztendlich in Vietnams zu stranden. Unterwegs trifft er einen mysteriösen Mann, der ihn in seine Geheimnisse aus der Zeit der Roten Khmer einweiht. Die längste und beeindruckendste Erzählung hat er in Nepal angesiedelt, im Himalaja, in den Bergen nahe der tibetischen Grenze. Hier gerät Büscher in den Bann von Schamanen und erfährt tatsächlich persönliche Absencen, als er von ihnen in Trance getrommelt wird. Die stillen Sensationen, die Hochgebirgseinsamkeit Innerasiens, die Magie des Ortes wird eins zu eins an den Leser übertragen. Raum und Zeit scheinen zu verschwimmen. Büscher macht seine Erlebnismembran durchlässig und dadurch die Götter der Himalajabewohner dem Leser fühl- und erlebbar. Als überaus wohltuend erweist sich, das er seine eigenen Befindlichkeiten stets in den Hintergrund stellt. Auf den Leser wirken Büschners "Absencen" noch lange Zeit nach. Ernsthafte "Komplikationen" sind jedoch nicht zu erwarten. Eine medizinische Indikation des sich tatsächlich einstellenden Wahrnehmungsrisses ist nicht erforderlich, denn dieser hat während der Lektüre nur Auswirkungen auf die laute, allgegenwärtige Welt. Was kann es besseres geben. Fazit: Gegenwart und Erinnerung, unbekannte Gerüche und tropische Hitze, alles verschmilzt in der fremden Ferne. Wolfgang Büschers "Asiatische Absencen" verfremden den eigenen Blick, um das Neue erfahren zu können. Eine unbedingte Leseempfehlung für dieses aufschlussreiche, ehrliche und erzählerisch spannende Buch.

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