Wolfgang Bauer Die goldene Truhe

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Inhaltsangabe zu „Die goldene Truhe“ von Wolfgang Bauer

Eine Sammlung chinesischer Klassiker<br><br> Die chinesische Literatur ist eine der ältesten und reichsten Literaturen der Welt. In vier Bänden und mit einem Begleitband, mit Neuübersetzungen und den großen Texten bietet die Sammlung chinesischer Klassiker ein in seiner Form nie auf Deutsch da gewesenes Panorama – die Entdeckung einer großen Literatur. <br><br> Zahllose, im Volksglauben wurzelnde Themen und Motive der chinesischen Literatur, die von seltsamen, wunderbaren, übernatürlichen oder außergewöhnlichen Begebenheiten erzählen wie berichten, gehen auf die Novellen, kleine Erzählungen, aus der klassischen Zeit zurück. In ihnen ist die Rede von mächtigen Kaisern, heldenhaften Rittern, Hofleuten und strengen konfuzianischen Gelehrten, von treuen Frauen und anspruchsvollen Kurtisanen. Neben den archaischen Legenden der Frühzeit steht eine Fülle von Liebesgeschichten aus der höfischen Welt. Wolfgang Bauer und Herbert Frank, zwei große deutsche Sinologen, haben diese Geschichten in einer Sammlung zusammengefasst, die inzwischen selbst zum Klassiker geworden sind. <br> »Das Buch ist den großen Novellensammlungen der Weltliteratur ebenbürtig.«<br> Die Zeit
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  • 2000 Jahre chinesische Novellen

    Die goldene Truhe

    sabisteb

    15. October 2013 um 18:32

    Diese Novellensammlung enthält 49 Novellen aus 2000 Jahren chinesischer Geschichte. 1. Aus den Plänen der kämpfenden Staaten: Yü Jang 2. Aus den Plänen der kämpfenden Staaten: Niä Dscheng 3. Si-ma Tjiän - Der Fürst von Meng-tschang 4. Anonym - Prinz Dan von Yän 5. Dschau Yä - Prinzessin Purpurjade 6. Ling Hsüan - Der Kaiser und die beiden Schwestern 7. Gan Bau - Der Freund aus dem Jenseits 8. Gan Bau - Das Schneckenmädchen 9. Sehen Dji-dji - Die Fuchsfee 10. Yüan Dschen – Goldamsel 11. Li Gung-dso: Das geträumte Leben 12. Bo Hsing-djiäng: Die Dame in der Hauptstadt 13. Du Guang-ting: Der Fremde mit dem Lockenbart 14. Pe Hsing: Rotfaden 15. Hsü Tang: Die beiden Freunde 16. Djiang Fang: Die verlassene Geliebte 17. Sehen: Der betrogene Held 18. Dschang Schi: Rotes Laub in den Wellen 19. Liu Schi'-yin: Jungjade 20. Guo Tuan: Die fürsorgliche Mutter 21. Tjin Tschuri - Der Gelehrte und die Kurtisane 22. Unbekannter Verfasser - Die Insel der Schwarzröcke 23. Unbekannter Verfasser - Die Kokotte mit dem reinen Herzen 24. Tjü Yu - Das Geisterland 25. Tjü Yu - Der Turm des zweifachen Duftes 26. Tjü Yu - Die Päonienlaterne 27. Tjü - Eine seltsame Begegnung 28. Tjü Yu - Der Spender von Reichtum und Ehren 29. Tjü Yu - Eisvogel 30. Li Tschang-tji - Die Bäume am Grab 31. Li Tschang-tji - Die tanzenden Schwerter 32. Li Tschang-tji - Phönix 33. Li Tschang-tji - Jaspis 34. Li Tschang-tji - Der Hibiscusschirm 35. Li Tschang-tji - Das Schaukelfest 36. Dschu Yün-ming - Einen Scherz machen und eine Braut gewinnen 37. Hsü Fang - Die kühne Gattin 38. Lin Yün-ming - Fräulein Lin 39. Gu Tsai - Der bärtige Holzfäller 40. Hsü Schl-djün - Wang Vierzehn 41. Li Yü - Der starke Mann vom Tjin-huai 42. Wang Schi-dscheng - Das verlorene Geld 43. Niu Hsiu - Magische Künste 44. Niu Hsiu - Der ehrliche Finder 45. Aus dem Tjiu-dënglu: Fräulein Wolke 46. Aus dem Tjiu-dënglu: anonym, Die Rache 47. Dschang Hung - Der Tempel des Herrn Tscheng 48. Pu Sung-ling - Die kluge Nachbarin 49. Pu Sung-ling - Das Purpurtuch Die Novellen sind alle sehr unterschiedlich, haben ihren eigenen Charakter, und dennoch kommen sie einem bekannt vor. Fast alle haben irgendwie später Parallelen in der europäischen Literatur gefunden. Die ganz frühen Geschichten aus den ersten 3 Jahrhunderten vor Christus sind sehr kriegerisch, archaisch und blutig. Assassinen werden ausgeschickt, Morde, Selbstmorde, alles sehr direkt, prägnant und tragisch, wie in Hero. Vasallentreue bis in den Tod. Später wandeln sich die Themen. Es geht um das Leben am Hofe, die Kurtisanen und deren Leben, um die Suche nach der wahren Liebe, allgemein um das pretty Woman Motiv, von der käuflichen Dame zur treuen Ehefrau und Mutter. Spätere Novellen hingegen erinnern an die viktorianischen gothic Geistergeschichten. Nr. 26 erinnert ein wenig an Geschichten wie die Geisterrickscha von Kipling. Das Rapunzelmotiv wurde ebenfalls bereits von Novelle 25 vorweggenommen und Novelle 30 erinnert stark an Romeo und Julia. Große Liebe, Liebeskummer, Tod. Die liebende Tote, die ihrem Geliebten bis in den Tod hinein die Treue hält. Aber es gibt auch sehr moderne Beziehungen zwischen Mann und Frau, so in Novelle 10 Goldamsel: Ein Junger Mann verliebt sich in Siebzehnjährige. Es entwickelt sich eine Teenagerliebe mit sprödem Hinhalten, um das Interesse anzufachen, Liebesgedichte und Schluss machen per E-Mail, äh, Brief. Man bleibt aber Freunde und trifft sich noch mal als Erwachsene, um das Thema abzuschließen. Sehr modern. Da hat sich bis heute wenig geändert. Oder Novelle 18: Rotes Laub in den Wellen, ist so vorhersehbar, poetisch und kitschig, die könnte von Rosamunde Pilcher sein. Nr. 38. Ist voller Beamtenhumor: "Das hier ist ein amtliches Gebäude unseres Kaiserhofes - was gibt es hier zu spuken und sich derart aufzuführen?“ Die Beschreibung des angepissten Geistes erinnert an die Monster in japanischen Animes, wie in Prinzessin Mononoke. Der Klopfer ist aber Nr. 6. Ling Hsüan - Der Kaiser und die beiden Schwestern: Die wurde später anonym zu einem Roman umgearbeitet namens "Der Goldherr besteigt den weissen Tiger". Der Autor des Goldherren hat dem kompletten Plot 1:1 übernommen und nur um gewissen zwischenmenschliche Aktionen erweitert, das ist schon extrem dreist. Gut Ling Hsüan war schon 1600 Jahre tot, als der Goldherr erschien, selbst nach Disney Maßstäben ist da das Copyright ausgelaufen, aber dennoch… Fazit: Mit den Jahrhunderten, verändern sich die Inhalte und die Themen der Novellen und sind ein wunderbarer Spiegel der Gesellschaft und was sie zu den jeweiligen Zeiten bewegte. Geschichtliche Ereignisse fließen in die Geschichten ein, die Kriege zwischen den frühen Kleinstaaten, der Einfall der Mongolen, politische Unruhen. Viele Motive der europäischen Literatur, die teils erst ab dem 17. und 18. Jhdt oder noch später auftauchen, sind hier bereits vorweg genommen, teilweise so exakt, dass man den europäischen Autoren schon fast unterstellen könnte, sie hätten bei den antiken Chinesen abgeschrieben, wenn das nicht eher unwahrscheinlich wäre. Einige Geschichten sind witzig, überraschend, frech und unterhaltsam. Viele sind einfach nur sehr fremd und schwer verständlich, wenn man sich nicht in der chinesischen Mythologie und Literatur auskennt. Die übersetzten Gedichte und warum sie so genial sein sollen, die Wortgefechte in Gedichtform, entzogen sich mir jedoch komplett.

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