Wolfgang Behringer

 3.8 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Hexen, Kulturgeschichte des Klimas und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Wolfgang Behringer

Wolfgang Behringer studierte Geschichte und Germanistik in München und promovierte über ›Hexenverfolgung in Bayern‹. Er ist Professor für Frühe Neuzeit an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Hexen

 (9)
Erscheint am 27.08.2020 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Wolfgang Behringer

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Kulturgeschichte des Klimas (ISBN: 9783406625053)

Kulturgeschichte des Klimas

 (9)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Hexen (ISBN: 9783406752841)

Hexen

 (9)
Erscheint am 27.08.2020
Cover des Buches Tambora und das Jahr ohne Sommer (ISBN: 9783423349376)

Tambora und das Jahr ohne Sommer

 (3)
Erschienen am 20.07.2018
Cover des Buches Kulturgeschichte des Sports (ISBN: 9783406632051)

Kulturgeschichte des Sports

 (2)
Erschienen am 10.05.2012
Cover des Buches Geschichte des Saarlandes (ISBN: 9783406625206)

Geschichte des Saarlandes

 (1)
Erschienen am 20.07.2011
Cover des Buches Hexen und Hexenprozesse in Deutschland (ISBN: 9783423307819)

Hexen und Hexenprozesse in Deutschland

 (1)
Erschienen am 01.09.2000
Cover des Buches Thurn und Taxis (ISBN: 9783492033367)

Thurn und Taxis

 (1)
Erschienen am 01.01.1990

Neue Rezensionen zu Wolfgang Behringer

Neu

Rezension zu "Tambora und das Jahr ohne Sommer" von Wolfgang Behringer

Ein weltveränderndes Ereignis
Buchgespenstvor 10 Monaten

1816 – ein Jahr, das in die Geschichte einging und unsere Gesellschaft für immer veränderte. Alles begann mit einem Vulkanausbruch in Indonesien. Dass dieser verheerende Auswirkungen auf die Weltgeschichte haben sollte, wusste man ebenso wenig wie damals überhaupt der Name des Vulkans bekannt war: Tambora. Schnee im Juli, Dürre und Überschwemmungen, Hungersnöte und Seuchen, nicht zuletzt politische Unruhen in Europa veränderten die Gesellschaft wie kaum ein anderes Ereignis zuvor.

Unterhaltsam, informativ und erschütternd beschreibt er wie sich das Schicksal der Welt veränderte – von kleinen Königreichen in der Südsee bis zu den großen Auswandererwellen und der Gründung ganz neuer Forschungsfelder wie der Meteorologie. Viele der Einrichtungen, die wir heute als selbstverständlich nehmen beruhen auf den verheerenden Jahren, die auf den Tambora folgten, so unsere Handelsnetze und Sparkassen. 

Wolfgang Behringer geht vom Tag des Ausbruchs an durch die kleinen und großen Veränderungen, die dadurch ausgelöst wurden. Immer wieder überraschend, zeigt er wie komplex die Auswirkungen waren, unterfüttert mit Zahlen, Zitaten und Sekundärliteratur, die zum Nachlesen und Weiterstöbern einlädt.

Ein Buch, das sich nicht aus der Hand legen lässt! Es lässt sich sehr gut lesen ohne in reißerische oder populärwissenschaftliche Töne zu verfallen und ohne den nicht-wissenschaftlichen Leser zurückzulassen. Selten war Geschichte so spannend!

Kommentare: 1
14
Teilen

Rezension zu "Tambora 1815" von Wolfgang Behringer

Ein Vulkanausbruch in Indonesien mit weltweiten Folgen
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Gleich vorweg, wer sich ein Buch über Vulkane im Allgemeinen und den Tambora sowie dessen Ausbruch im Detail erwartet, ist hier nicht richtig.  

Wolfgang Behringer untersucht die globalen Zusammenhänge zwischen dem Ausbruch des Vulkans und der anschließenden Klimaveränderung. In sieben Kapiteln (inkl. Einleitung und Epilog) versucht der Autor die Auswirkungen darzustellen.

Während es einige Publikationen über die Folgen des Ausbruchs des Krakataus gibt, ist der des Tamboras am 10. April 1815 nahezu unbemerkt.  

Woran das liegen mag? An der fehlenden Kommunikation? Vom Ausbruch des Krakatau 1883 wird alle Welt durch Telegrafen recht bald wissen. Soweit ist man 1815 noch nicht. Vermutlich auch daran, dass Europa nach rund 20 Jahren der Napoleonischen Kriege ausgeblutet (im wahrsten Sinne des Wortes) darnieder liegt und wenig Interesse an Katastrophen hat, die in Indonesien stattfinden. Dennoch sind in den darauffolgenden Jahren Europa und Amerika sowohl direkt als auch indirekt betroffen.  

Das Jahr 1816 geht als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein. Die Aschewolke und die Schwefeldioxid-Emissionen verfinstern die Sonne und sorgen für eine Mini-Eiszeit. Die darauffolgenden Missernten und Nahrungsmittelknappheit lassen Millionen Menschen verhungern bzw. an Seuchen sterben. Denn vielerorts betriebene Spekulationen lassen die Preise für Getreide ins astronomische steigen. In vielen europäischen Ländern versagen die Regierungen. Es kommt zu Hungerrevolten und Pogromen an Juden, die man für die Krise verantwortlich macht.

Abertausende Menschen verlassen die Hungergebiete Europas und hoffen in Amerika Wohlstand und einen neuen Anfang zu finden, nicht wissend, dass auch hier das Klima gestört ist. 

Der Autor hat einige beeindruckende Auswanderungsstatistiken ausfindig gemacht. Man sieht, dass sich einige deutsche Familie auch in die Ukraine aufmachten, um dort einen Neustart zu wagen. Das wird dann Jahrzehnte später wieder Auswirkungen haben. 

Soziales Denken ist nicht Sache der Herrscher. Das ist zu jener Zeit Aufgabe von privaten und/oder kirchlichen Organisationen. Wohlhabende Bürger spenden Geld oder kaufen Nahrungsmittel, die sie an die Notleidenden abgeben.

Die Jahre nach der Katastrophe sind auch eine Zeit der Erfindungen und der kulturellen Blüte. So schreibt Mary Shelley im Angesicht des trüben Wetters 1818 ihren „Frankenstein“. William S. Turner malt seine unnachahmlichen Bilder. Die Vulkanologie und die Meteorologie werden eigenständige Wissenschaften. Es werden Dampfschiffe und Straßen gebaut, die Draisine wird belächelt und Flüsse werden begradigt. Warum dieses? Auf Grund des Endes der kleinen Eiszeit schmelzen die vorher stark gewachsenen Gletscher wieder ab und verursachen weiträumige Überschwemmungen. Um das Wasser schneller abzuleiten, wird u.a. der Rhein wird begradigt und schiffbar gemacht. Seine Sumpfgebiete werden trockengelegt. Dabei wird nicht nur Fläche für die Landwirtschaft gewonnen, sondern gleichzeitig die Malaria ausgerottet. Ein toller Fortschritt, oder? Inzwischen weiß man, dass die Begradigung von Flüssen doch keine so gute Idee war und baut wieder zurück. 

Der Autor wirft einen Blick nach Amerika und nach Asien, die beides, wenn auch unterschiedlich von der Klimakatastrophe betroffen waren. 

Abschließend möchte ich aus Gillen D’Arcy-Woods Buch „Vulkanwinter“ zitieren:

„Der Fall Tambora steht für die sensible Abhängigkeit des Menschen und seiner Gesellschaft vom Klima.“  

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen. 

Fazit: 

Ein sehr interessantes Buch, das sich mit den globalen Auswirkungen einer örtlichen Katastrophe beschäftigt. Dafür gebe ich gerne 5 Sterne.


Kommentare: 1
16
Teilen

Rezension zu "Hexen" von Wolfgang Behringer

"Erst das Verschwinden der alten Schrecken ermöglichte die Erfindung neuer Mythen."
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Hexen und Hexenglaube sind Phänomene, die nicht nur in fernerer Vergangenheit zu finden sind, sondern die auch heute noch zu Diskussionen und Verfolgungen führt, wenngleich eine territoriale Verschiebung stattgefunden hat. Doch wie sieht - und sah - der Hexenglaube aus? Wie hat er sich entwickelt? Was wurde gegen die Verfolgungen getan - und wie hat die Wirtschaft darauf reagiert?



Das Buch ist in sechs Kapitel eingeteilt, wobei aufgrund der Seitenzahlen schnell klar wird, dass der Schwerpunkt auf Kapitel drei (Hexenverfolgung) in Kombination mit Kapitel vier (Kampf gegen die Hexenverfolgungen) liegt. Meiner Meinung nach hätte Kapitel drei nochmal aufgeteilt sein können, denn es wirkt mir ein bisschen zu durcheinander und unstrukturiert. Die 43 Seiten (von 99 Textseiten!) beginnen mit dem frühen Hexereibegriff und wie damit umgegangen wurde und enden mit den modernen Hexenverfolgungen, besonders in Afrika. Zwar schafft er es, weitestgehend chronologisch zu arbeiten, allerdings war es mir zu viel auf einmal. Die meisten Beck Wissen Bücher schaffen es, die Informationen so aufzugliedern, dass unterschiedliche Komplexe kompakt wiedergegeben werden und dabei die Kapitel nicht zu lang werden zu lassen (hatte ich bisher den Eindruck). Hier ist zwar viel Information ebenfalls auf eine kleine Seitenzahl gebannt, aber es ist mir schon zu viel gewesen. Vielleicht hätte ich die moderne von der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung abgetrennt oder anderweitig nochmal eine Differenzierung vorgenommen. So war ich von dem Kapitel ein bisschen erschlagen, weil es schwierig ist, zwischendrin eine Pause zu machen, wie es eben bei Kapitelabschlüssen eher der Fall ist.

Die inhaltliche Untergliederung in Hexenglaube, Hexenverfolgung, Gegner der Hexenverfolgung und Vermarktung fand ich interessant, weil ich insbesondere über den letzten Punkt noch nicht viel nachgedacht habe. Dass zunächst der Hexenglaube im Allgemeinen vorgestellt wurde, empfinde ich als sinnvoll - hier hatte ich aber den Eindruck, dass zu viel auf den modernen Hexenglauben und die moderne Vorstellung eingegangen wurde. Außerdem fand ich es ein bisschen unglücklich, dass dies gleich zu Beginn des Kapitels gemacht wurde, statt womöglich einen Wandel vom alten zum neuen Hexenbild anzustreben. Ansonsten war der Inhalt meiner Meinung nach durchaus gelungen, wenngleich das Kapitel über die Vermarktung und Verwertung des Hexenglaubens ein bisschen mehr hätte sein können im Verhältnis (7 Seiten, während die anderen Kapitel 18 Seiten aufwärts hatten!).

Anhand der vielen Hinweise auf die Literatur und Forschung innerhalb des Textes kann man sehen, dass der Autor eine Menge Recherchearbeit geleistet hat oder zumindest ein gewisses Wissen über das Thema schon vorher aufweisen konnte. Da ich selbst weiß, dass er ein Experte auf dem Gebiet ist, vermute ich auf letzteres, was die gute Recherche nicht in den Schatten stellen soll, denn auch die ist nötig. Über die Hinweise im Text kann man sich ein Bild davon machen, wie nicht nur in der modernen Forschung, sondern auch in der Vergangenheit mehrheitlich mit dem Thema umgegangen ist und welche Ansätze verfolgt wurden. Am Ende des Buches findet sich dazu zusätzlich eine vierseitige Literaturliste, die weitere Hinweise liefert, sowohl auf Quellenbände als auch auf Sekundärliteratur.

Sprachlich ist auch hier nichts auszusetzen. Ich fand schön, dass er in der Einleitung auch auf die Zusatzmaterialien im hinteren Teil des Buches hingewiesen hat, was es für Menschen, die womöglich genaue Informationen suchen, einfacher macht. Er hält sich an die typische Wissenschaftlersprache, teilweise ist es ein bisschen komplex geschrieben und nicht ganz so einfach wie vielleicht andere Bücher der Reihe. Dennoch ist es jetzt nicht schwer verständlich.



Wenn ich dieses Buch in die Hand nehme und mit anderen Beck Wissen Büchern vergleiche, dann ist es mir hier eher schwer gefallen, an gewissen Stellen die Übersicht zu behalten. Gerade die Struktur, die das Buch verfolgt, war meiner Meinung nach nicht so ganz nach meinem Geschmack, vor allem, weil der Abschnitt über die Hexenverfolgungen überproportional zu den anderen Kapiteln war. Doch inhaltlich war es wirklich interessant und lehrreich. Deswegen kann ich als Einstieg in die Thematik das Buch eigentlich schon empfehlen, allerdings mit dem Hinweis darauf, dass es vielleicht an manchen Stellen etwas Verwirrung stiften kann, gerade, weil zum Beispiel im Hexenglauben-Kapitel der Fokus mehr auf der modernen Hexenvorstellung liegt.

Kommentare: 2
34
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks