Wolfgang Bellaire Die Roboterchroniken I - Außer Kontrolle

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Inhaltsangabe zu „Die Roboterchroniken I - Außer Kontrolle“ von Wolfgang Bellaire

Oberst Hickman ist sauer. Die bestellten Kampfroboter schießen nicht. Schuld daran ist Yamamoto, der seinen Robotern einen Emotionschip in die Schaltkreise eingebaut hat. Jetzt müssen die sieben Roboter vernichtet werden. Doch Yamamoto schützt seine Geschöpfe, indem er ihr Aussehen mit künstlicher Haut und plastischer Gesichtschirurgie verändert. Das Ergebnis ist die Großfamilie Wobotnik. In Hamburg bekommt der 12-jährige Patrick neue Nachbarn. Der sensible Junge liebt Roboter über alles und kommt schnell hinter deren Geheimnis – dabei findet er einen neuen Freund, den Sohn der Wobotniks, den Roboterjungen Jonathan. Durch raffinierte Spionagetechnik kann der fette Detektiv Duclot die Wobotniks aufspüren, aber in Patrick findet er einen Gegner, der bereit ist sein Leben für seine Freunde einzusetzen. Im städtischen Kanalnetz kommt es zum finalen Showdown. Realistische Fantasy an Originalschauplätzen. Azizabad/Afghanistan-Hamburg

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    Die Roboterchroniken I - Außer Kontrolle

    MikkaG

    06. December 2015 um 20:48

    Das Buch ist eine interessante, einfallsreiche Mischung aus Realität und Science Fiction. Konflikte und Kriege aus dem echten Leben spielen darin genauso eine Rolle wie menschengleiche Roboter, die man für die verschiedensten Zwecke kaufen kann: Haushaltsroboter, Pflegeroboter, Kochroboter... Dazu kommt eine spannende Geschichte, in deren Mittelpunkt sich unverhofft ein schüchterner 12-jähriger Junge wiederfindet. Meist gelingt diese Abenteuergeschichte auch sehr gut und unterhaltsam! Manchmal war ich mir allerdings nicht sicher, ob Kinder im für das Buch empfohlenen Alter (ab 12 Jahren) wirklich alles schon verstehen. Oft ist die Sprache sehr kindgerecht, aber dann kommen auch wieder Wörter vor wie "Miliz", "Rückzugsraum" oder "Orbit"... Auch inhaltlich war ich mir unschlüssig, ob junge Leser die Teile der Geschichte, die in Afghanistan spielen, wirklich schon verstehen und verarbeiten können. So wird zum Beispiel ein ganzes Dorf zerstört und dabei sterben zahlreiche Kinder. (Allerdings wird das nicht grausam oder blutig beschrieben, nur nebenher erwähnt.) Der Autor bemüht sich aber immer, auch schwierige Themen wie moderne Kriegsführung einfach und anschaulich zu schildern. Der Erzähler der Geschichte ist Patrick. Er ist 12 Jahre alt und noch sehr kindlich und unschuldig. Er ist sensibel und lieb, hat eine große Fantasie und ein noch größeres Herz. Er liebt Roboter über alles und wünscht sich nichts sehnlicher als einen Roboterfreund. Seine größte Schwäche ist eine gewisse Geldgier - seine Mutter und er sind ziemlich arm, und Patrick hätte doch auch gerne das neuste Handy, schicke Markenklamotten und leckere Schokolade aus dem Delikatessenladen! Später im Buch zeigt er jedoch, dass man seine Freundschaft trotzdem nicht so einfach kaufen kann, was in meinen Augen eine wichtige Botschaft für junge Leser ist. Überhaupt ist er ein sympathischer Charakter, mit dem man gut mitfühlen kann. Obwohl Patrick so ein liebes Kerlchen ist, kann er seiner Mutter nichts, aber auch gar nichts recht machen. Ständig reagiert sie gereizt und unterstellt ihm schlechtes Benehmen, Trotz oder Lügen , auch wenn das alles gar nicht wahr ist. Sie spricht meist sehr aggressiv mit ihm: »Du lügst ja schon, wenn du den Mund aufmachst«, schreit Mama und holt ihre Migränetabletten aus dem Küchenschrank. (Seite 45) »Und wage ja nicht zu widersprechen. Wage ja nicht...« (Seite 95) Seit dem Tod von Patricks Papa hat sie keine Zeit mehr für ihren Sohn, und scheinbar auch keine Liebe mehr. Sie war mir sehr unsympathisch, und oft hätte ich sie gerne geschüttelt und gesagt: Himmel noch mal, sehen sie nicht, was für ein großartiger Junge ihr Sohn ist?! Patrick leidet darunter natürlich sehr, und so hat diese kindgerechte Science-Fiction-Geschichte mehr zu bieten als nur coole Roboter: viele Kinder können sicher (leider) mit Patrick mitfühlen, da ihre Eltern viel arbeiten und wenig Geduld und Zeit für sie aufbringen Auch die Roboter, die Familie Wobotnik, sind interessant geschriebene Charaktere, über die man in den kommenden Bänden sicher noch mehr erfahren wird. Mein liebster Nebencharakter ist allerdings die alte Frau Carstensen, die in Patricks Haus lebt und alles, was passiert, haargenau beobachtet. Erst erscheint sie Patrick wie eine fiese alte Schreckschraube, aber im Laufe des Buches stellt er fest, dass die Menschen manchmal nicht so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen - noch eine wichtige Botschaft für Kinder! Den Schreibstil fand ich überwiegend sehr angenehm und leicht zu lesen. Dadurch, dass Patrick die Dinge aus seiner Sicht und in der Gegenwartsform erzählt, ist der Leser immer hautnah dran am Geschehen! Die Dialoge klingen für mich zum Teil leider etwas gestelzt - was zwar durchaus Sinn macht, wenn die Roboter sprechen, aber auch Patrick klingt oft etwas hölzern für einen lebhaften 12-jährigen Jungen. Es werden auffallend viele Sprecherverben verwendet, was den Dialogen ebenfalls etwas an Lebendigkeit nimmt. Fast jeder Satz in direkter Rede wird begleitet von "behaupte ich", "schimpfe ich", "erklärt er", "ruft er"... Vor allem "behauptet" wird sehr häufig! Das gebundene Buch enthält 5 doppelseitige Illustrationen, die wichtige Szenen darstellen. Fazit: Der schüchterne Außenseiter Patrick findet im Roboterjungen Jonathan einen echten Freund - und muss direkt mithelfen, dessen Roboterfamilie vor Oberst Hickman und dem brutalen Detektiv Duclot zu retten. Ich fand die Geschichte originell, spannend und trotz manchmal schwieriger Themen meist auch kindgerecht. Patrick, der 12-jährige Held der Geschichte, ist liebenswert und ansprechend geschrieben. Der Schreibstil gefiel mir ohnehin überwiegend gut, nur die Dialoge konnten mich nicht immer überzeugen.

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