Wolfgang Benz

 4,1 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von Der Holocaust, Enzyklopädie des Nationalsozialismus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Wolfgang Benz

Wolfgang Benz, Prof. Dr., geb. 1941, ist einer der renommiertesten deutschen Zeithistoriker. Er lehrte von 1990 bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU. In seinen Forschungen und Veröffentlichungen beschäftigt sich Wolfgang Benz mit Vorurteilen und ihren Ausprägungen in Antisemitismus, Antiziganismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und veröffentlichte zahlreiche Standardwerke zur Geschichte des Nationalsozialismus. 1992 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis, 2012 wurde er mit dem Preis des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie" ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Mauergeschichte(n) (ISBN: 9783948052034)

Mauergeschichte(n)

Neu erschienen am 30.07.2021 als Taschenbuch bei DIE MARK BRANDENBURG - Verlag für Regional- und Zeitgeschichte.

Alle Bücher von Wolfgang Benz

Cover des Buches Der Holocaust (ISBN: 9783406728358)

Der Holocaust

 (5)
Erschienen am 17.05.2018
Cover des Buches Enzyklopädie des Nationalsozialismus (ISBN: 9783423344081)

Enzyklopädie des Nationalsozialismus

 (5)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Im Widerstand (ISBN: 9783406733451)

Im Widerstand

 (3)
Erschienen am 14.03.2019
Cover des Buches Geschichte des Dritten Reiches (ISBN: 9783406737060)

Geschichte des Dritten Reiches

 (4)
Erschienen am 12.08.2019
Cover des Buches Theresienstadt (ISBN: 9783406645495)

Theresienstadt

 (4)
Erschienen am 13.03.2013
Cover des Buches Die Falle mit dem grünen Zaun (ISBN: 9783897718197)

Die Falle mit dem grünen Zaun

 (3)
Erschienen am 05.03.2008

Neue Rezensionen zu Wolfgang Benz

Cover des Buches Im Widerstand (ISBN: 9783406733451)Sir_Gerry_63s avatar

Rezension zu "Im Widerstand" von Wolfgang Benz

Eindrucksvoll!
Sir_Gerry_63vor einem Jahr

Dieses Sachbuch aus dem C.H. Beck Verlag beschäftigt sich auf insgesamt 560 Seiten mit dem Widerstand im nationalsozialistischen Deutschland. Aus dem Untertitel geht bereits hervor, dass mehr als nur die „Weiße Rose“, Georg Elsner oder Graf von Stauffenberg sich gegen Hitler und seine Genossen stemmten, dass dieser Personenkreis aber auch zum Scheitern verurteilt war. Überaus akribisch recherchiert nimmt Benz verschiedene Personenkreise und Institutionen unter die Lupe, die Widerstand zur Verteidigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung geleistet haben.

Intellektuelle, die Arbeiterbewegung, Christen und die Kirche, die „Rote Kapelle“, jüdischer Widerstand oder Soldaten. Hier gibt Benz einen sehr genauen Überblick.

Für mich war vor allem interessant, warum nicht mehr Widerstand aus der Bevölkerung kam. Mir war klar, dass viele Menschen einfach nur Angst hatten, ihre Meinung zu sagen, wenn an jeder Straßenecke Braunhemden patrouillierten oder Nachbarn einen verpfiffen. Aber warum gab es nicht mehr Widerstand, wieso haben nicht mehr geschlossen und entschlossen gekämpft?

Ich habe hier erfahren, dass es weitaus mehr Widerstand gegeben  hat als ich vermutete, welche Beweggründe einzelne Oppositionelle und Instuitionen und Gruppierungen hatten. Jeder Widerstand war anders. Ein gemeinsamer Widerstand hatte sich leider  nicht gebildet. Dass die Kirche ein unrühmliches Beispiel abgibt, habe ich gewusst, aber nicht in dem Ausmaß. Hier widmet sich Benz diesem Thema in einem größeren Kapitel. Sehr eindrucksvoll auch die Darstellung über die Juden, die sich verstecken und aus dem Untergrund heraus Widerstand leisteten.

Ein insgesamt sehr überzeugendes Sachbuch über ein wichtiges Kapitel aus der deutschen Vergangenheit, für das ich für Freunde historischer Sachbücher eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen kann und 5 von 5 Sterne vergebe.

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Cover des Buches Im Widerstand (ISBN: 9783406733451)Buecherseele79s avatar

Rezension zu "Im Widerstand" von Wolfgang Benz

Wenn Widerstand zur Pflicht wird
Buecherseele79vor 2 Jahren

Wie gross war der Widerstand im Dritten Reich?
Wie viele Gegner hatte Hitler wirklich?
Und wer konnte was bewirken?
Wen kennt man, wen verehrt man, wer ist ungenannt und konnte doch Widerstand vorbringen?
War jeder Widerstand gleich, hatten alle die gleichen Beweggründe?
Was wusste die Bevölkerung?


In seinem sachlichen Buch „Im Widerstand“ setzt sich der Autor mit der damaligen Zeit im Dritten Reich auseinander. Sachlich aber verständlich, jedoch nicht zum schnell „durch hasten“ und für Zwischendurch.


Er beginnt mit einem Blick auf das damalige Volk unter der Herrschaft von Hitler, wie sie reagiert haben auf Flugblätter, Attentate, wie weit war der Widerstand vertreten, bekannt, toleriert oder verhasst? Konnte die Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg behaupten sie hat von den Gräultaten Nichts gewusst? Konnte sie behaupten den Widerstand unterstützt zu haben obwohl dies nicht der Fall war?
Wo war Widerstand vertreten?


Man kennt die „Weiße Rose“, ebenso sind Georg Elser und Claus Schenk Graf von Stauffenberg bekannt, sie sind Helden die im Nationalsozialismus den Widerstand gewagt hatten. Mit Flugblättern, mit Parolen an Hauswänden und öffentlichen Gebäuden, mit Bomben die in Hitlers Nähe detoniert sind.


Doch Dank diesem Buch erfahren wir mehr, über den geplanten Widerstand, über Gruppen die sich zusammenschlossen weil sie das Regime unter Hitler beenden wollten. Egal ob es aus den eigenen Reihen der NSDAP kam, aus der Opposition, Verbände und Gruppen aus Bildung, Kultur, Künstler, Schriftsteller, Journalisten. Aus der katholischen und der evangelischen Kirche. Von Studenten, Soldaten, Offizieren. Sie alle verband mehr oder weniger ein Widerstand gegen das Regime und sie wollten den Umsturz des Dritten Reiches.


Doch Widerstand ist nicht gleich Widerstand, viele Menschen kamen zwar mit dem gleichen Wunsch an einen Tisch zusammen, aber jeder hatte dann doch andere oder eigene Vorstellungen von einem Umsturz. Schon da fingen sich die Geister an zu scheiden. Bei einigen war es wichtiger die Dinge für nach dem Umsturz zu regeln, sich die Gesetze auszudenken, sich in eine gute Position zu heben, ohne zu überlegen was die Alliierte darüber denken bzw. deren Aussagen hinzuziehen.


Ich war erstaunt wie viel Widerstand sich schon sehr früh gebildet hat. Ebenso hat mich die ein oder andere Institution überrascht dass sie so konsequent gegen Hitler war, ihr Leben riskierte und wusste dass sie das Leben verlieren könnte bzw. werden. Gleichzeitig war ich über die Einigkeit der katholischen Kirche mit dem Regime sehr schockiert und fassungslos, gab es doch höhere Würdenträger die meinten den Nazis nach dem Sturz helfen zu müssen, sie standen hinter den Ansichten dieser Rassenideologie.
Aber auch Juden die sich versteckten, in den Untergrund gingen, die kämpften und versuchten zu überleben werden in einem grossen Kapitel dargestellt, das war eines der Kapitel welches mich am meisten berührt und schockiert hat.


Das Buch trumpft ebenso mit Fotografien und einem gut beschriebenen Anhang auf welches nochmals das ganze Sachbuch gekonnt und intensiv abrundet.


Ein Buch welches sachlich geschrieben und recherchiert ist, trotzdem wichtiger denn je und eine gute Zusammenfassung des Widerstands zu damaligen Zeit des Regimes. Ich spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Denn wenn aus Unrecht Recht wird, dann wird Widerstand zur Pflicht.

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Cover des Buches Im Widerstand (ISBN: 9783406733451)W

Rezension zu "Im Widerstand" von Wolfgang Benz

Das ist ein Gebot demokratischer Überzeugung, die Demokratie bewahren will."
wschvor 2 Jahren

"Die späte Lehre aus der Geschichte lautet, dass Widerstand beizeiten notwendig ist.

Das ist ein Gebot demokratischer Überzeugung, die Demokratie bewahren will." 

Zitat von Seite 17. 

Und diese Gedanken sind heute leider noch weitaus wichtiger als in den zurückliegenden 40, 50 oder 60 Jahren. Man denke an die aktuelle politische Lage in der Türkei, in Ungarn, an Brasilien, an die USA, an den amtierenden italienischen Innenminister, an die Ibiza-Affäre der österreichischen FPÖ, an die Waffenlobby der USA, an Saudi-Arabiens Herrscher, an die politischen Entwicklungen in Polen... Fast in jeder Region der Welt ist für freiheitlich, multi-national und multi-kulturell denkende und diesen Prinzipien aus Überzeugung folgenden Menschen Widerstand das Gebot der Stunde.

Wolfgang Benz analysiert am historischen Beispiel des "Dritten Reiches" den seinerzeit vorhandenen Widerstand. Er beschreibt akribisch genau nicht nur die Vorgänge um und mit der Weißen Rose, also den Geschwistern Scholl an der Ludwig-Maximilian-Universität zu München, das von Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 in Hitlers Lagebaracke 'Wolfsschanze'  durchgeführte Attentat, mit dem er vergeblich versuchte, die führenden Köpfe des Nazi-Regimes unschädlich zu machen. Diese und einige weitere Widerstandsaktionen sind mittlerweile bekannt. Ebenso wie  die "Rote Kapelle", die ab Mai/Juni 1942 versuchte, eine Kommunikation mit der Sowjetunion zu etablieren. 
Wolfgang Benz schreibt hierüber "Die Anklage in den Prozessen vor dem Reichskriegsgericht in  Berlin gegen 79 Mitglieder des Widerstandskreises Rote Kapelle vertrat Manfred Roeder, ein Mann, den man zu den furchtbaren Juristen rechnen muss, die aus rechter Gesinnung, Ehrgeiz, Opportunismus , Karrierestreben den NS-Staat in Funktion hielten - Juristen, die nie ein Unrechtsbewusstsein entwickelten wie der Marinerichter Filbinger, der noch im Frühjahr 1945 Todesurteile fällte, es aber dann zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg brachte und nach seinem Sturz fassungslos erklärte, was damals Recht gewesen sei, könne heute nicht unrecht sein." (S. 232)

Ebenso akribisch geht der Autor auch auf den Widerstand der jüdischen Bevölkerung, der Arbeiterschaft, in den beiden christlichen Kirchen, bei den gesellschaftlichen Eliten, den Soldaten, den 'Weg-Ducker', den vielen Menschen, die sich in eine innere Emigration flüchteten und so weiter ein. 
Gerade das Verhältnis zwischen der römisch-katholischer Kirche und dem Nazi-Staat wird vom Autoren nachprüfbar erläutert. Der Anhang mit Anmerkungen, Literaturverweisen, Bildnachweis sowie Personenregister umfasst immerhin 69 Seiten. Hierzu sollte man einfach mal die Seiten 207 bis 213 lesen. Kapitelüberschrift "Katholische Martyrologie und christliche Barmherzigkeit". Wobei sich die 'christliche Barmherzigkeit' vornehmlich im Eröffnen und Ebnen der Fluchtwege von Nazi-Größen und Nazi-Schergen zeigte...

Bedingt durch die Akribie von Wolfgang Benz ist das Buch stellenweise recht langatmig zu lesen. Andererseits hat diese Akribie den Vorteil, die Motivation der Beteiligten auf beiden Seiten, den Nazi-Anhängern aus den bürgerlichen Schichten bis hin in die oberen Etagen der Nazi-Grössen und deren Gegnern nachvollziehen, verstehen zu können.

Angesichts der zunehmenden Agitation, der zunehmenden Gewaltbereitschaft und der geplanten oder sogar vollendeten Gewalttaten von den politisch rechts orientierten AfDler und deren Anhängerschaft lässt sich nur wiederholen:

"Die späte Lehre aus der Geschichte lautet, dass Widerstand beizeiten notwendig ist. Das ist ein Gebot demokratischer Überzeugung, die Demokratie bewahren will."

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