Wolfgang Berger

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Lebenslauf

Wolfgang Berger ist Schauspieler, Sprecher und Rezitator. Er arbeitet u.a. für Rundfunk, Reportagen, Hörspiel und Hörbuch.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Wolfgang Berger

Cover des Buches Weißer Vater (Taschenbuch) (ISBN: 9783780209313)
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Rezension zu "Weißer Vater (Taschenbuch)" von Wolfgang Berger

Seraphinablack
Wer war Klekih-petra ?

Mit seinem Roman Weißer Vater wagt Wolfgang Berger, niederbayerischer Kabarettist, Moderator und Autor, einen literarischen Brückenschlag: Er erzählt die Vorgeschichte von Klekih-petra, dem weißen Lehrer der Apatschen, der in Karl Mays Winnetou I nur einen kurzen, aber bedeutenden Auftritt hat. Berger, den ich persönlich kenne und als kreativen „Fälscher“ schätze, verleiht dieser Figur Tiefe, Menschlichkeit und eine glaubwürdige Vergangenheit.

Der Roman beginnt in einem politisch aufgewühlten Deutschland. Der junge Peter Berg, ein idealistischer Revolutionär, muss fliehen und findet sich auf einem Auswandererschiff wieder – ein Ort, an dem sich Menschen aus unterschiedlichsten Schichten begegnen und neue Gemeinschaften entstehen. Berger beschreibt diese Szenen mit viel Empathie und Gespür für zwischenmenschliche Dynamik.

In Amerika angekommen, beginnt Bergs Wandlung: Vom Hauslehrer zum Vermittler zwischen Kulturen. Seine Begegnung mit dem Apatschen-Häuptling Intschu-Tschuna, dessen Frau entführt wurde, ist ein zentraler Wendepunkt. Parallel dazu entwickelt sich eine zweite Erzählstrang, der die Perspektive der Apatschen beleuchtet – ein gelungener Kniff, der dem Roman Tiefe verleiht.

Berger gelingt es, die Atmosphäre des Wilden Westens einzufangen, ohne in Klischees zu verfallen. Seine Sprache ist klar, manchmal poetisch, und immer getragen von Respekt gegenüber dem literarischen Erbe Karl Mays. Besonders spannend ist, wie er Parallelen zu Old Shatterhand zieht: Auch Peter Berg ist ein Greenhorn, das durch Mut, Bildung und Menschlichkeit zur Vertrauensperson der Apatschen wird.

Was mich persönlich beeindruckt hat, ist die Balance zwischen Fiktion und Hommage. Berger schreibt nicht einfach einen Abenteuerroman – er erweitert den Kosmos Karl Mays, stellt Fragen nach Identität, Schuld und Versöhnung, und gibt einer Randfigur eine Stimme, die es verdient, gehört zu werden.

Für Fans von Karl May, aber auch für Leser:innen, die sich für historische Romane mit Tiefgang interessieren, ist Weißer Vater eine echte Entdeckung.

Cover des Buches Weißer Vater (ISBN: 9783780201348)
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Rezension zu "Weißer Vater" von Wolfgang Berger

Buchgespenst
Aufbruch in ein neues Leben

„Peter Berg, führ uns an“ – dieser Ruf wird Peter Berg zum Verhängnis. Der Versuch seinen Lehrer Hoffmann zu befreien endet in einer Katastrophe und zusammen mit seinem besten Freund Clemens flieht er in die Neue Welt – einer von vielen Forty-Eighters, die infolge der Europäischen Revolution 1848/49 alles hinter sich lassen mussten, um ihr Leben zu retten. Amerika soll für ihn ein neuer Anfang werden, doch der Wilde Westen ist hart und bis Peter seinen Platz im Leben findet, warten noch viele Prüfungen auf ihn.

Die Rahmenbedingungen für die Vorgeschichte Klekih-petras hat Karl May im ersten Teil des Winnetous gesteckt. Wolfgang Berger füllt die Lücke mit einer spannenden und erschütternden Geschichte. Zahllose Wendungen, Katastrophen und fesselnde Abenteuer erwarten den Leser. 

Parallel zu Peter Bergs alias Klekih-petras Geschichte wird Intschu Tschunas Weg vom jungen Krieger zum großen Häuptling erzählt. Dieser Teil war für mich noch sehr viel interessanter, denn Peter Bergs Geschichte ist trotz allen Unterhaltungswerts vorhersehbar; aus dem einfachen Grund, dass die Randdaten durch Karl May selbst bereits bekannt sind. 

Sprachlich ist das Werk in meinen Augen nicht ganz rund. Immer wieder enden spannende Szenen etwas lapidar. Schurken, denen man das schlimmste Ende wünscht – wie sie es bei Karl May normalerweise auch erhalten – sind in wenigen Worten einfach dahin. Hier hätte ich eine deutlich ausgereiftere Sprache und besser konzipierte Spannungsbögen erwartet, die immer wieder vielversprechend aufgebaut werden, um dann zu verpuffen.

Fazit: Ein fesselnder und gut konzipierter Sonderband, der eine der Geschichten erzählt, die Karl May nur angedeutet hat. Eine Vorgeschichte mit ein paar Schwächen, aber sie lohnt sich.

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