Wolfgang Borchert

 4,3 Sterne bei 412 Bewertungen
Autor von Draußen vor der Tür, Das Gesamtwerk und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Wolfgang Borchert, hatte zu seinem Vater, einem Grundschullehrer ein sehr konfliktbelastetes Verhältnis, zu seiner Mutter, selbst Schriftstellerin dagegen ein sehr inniges. Ein Paar Jahre nach seiner Konfirmation, trat er aus der Schule aus. Seine Eltern, die ihn sehr offen und kulturell erzogen, duldeten dies. Seine Mutterbeziehung und vor allem die Sehnsucht nach dieser und die schwache Vaterfigur, sind oft Themen seiner Werke. Im Alter von 15 Jahren begann Borchert seine ersten Gedichte zu schreiben. Schon damals musste er nicht überlegen was er schrieb, es überkam ihn immer wieder wie Schübe. Manche Gedichte schrieb er genauso schnell wie mancher laß. Inspiriert durch Hamlet,verfasste Borchert seine ersten Dramen. Da er wegen schlechter Noten, nicht zum Abitur zugelassen wurden. Drängten seine Eltern darauf, dass er eine Buchhändlerlehre machte. Neben dieser beschloss Borchert Schauspieler zu werden und nahm Schauspielunterricht. 1940 wurde Borchert von der Gestapo festgenommen und verhört. Er wurde beschuldigt, die Homosexualität in seinen Werken zu verherrlichen und selbst eine Beziehung zu einem Mann zu haben. Borchert nahm dies hin und pflegte weiter Kontakte zu kritischen Kreisen. Wenige Monate später, brach Borchert seine Lehre ab und wanderte drei Monate als Schauspieler durch die Gegend. Obwohl alle meinten er hätte nur begrenztes Talent und er hatte auch nur kleinere Rollen, war es für ihn die schönste Zeit seines Lebens. Seine Einberufung zum Militär machten, seiner Schauspielkarriere ein Ende. Borchert wollte nie am krieg aktiv teilnehmen und kam von einem Rundgang mit einer Schußverletzung in der Hand zurück. Er wurde angeklagt wegen Selbstverstümmelung. Er wurde in dieser Anklage Freigesprochen, aber wegen seiner anklagenden Briefe an Freunde zu 8 Monaten Haft verurteilt. Seine Fronterfahrungen, sind häufig Themen seiner Werke. Auch seine Inhaftierung. Zurück an der Front erkrankte er an Gelbsucht und hatte Erfrierungen an beiden Füßen. Er wurde kriegsuntauglich. Borchert sollte zum Theater der Truppen um für die Unterhaltung zu sorgen, da Borchert Goebbels parodierte, wurde er zu 9 Monaten Haft verurteilt. Nach dem Krieg wurde Borchert richtiger Schriftsteller und verfasste zahlreiche Bücher. Zahlreiche Krnakenhausaufenthalte musste er überstehen, sein Zustand wurde aber nie besser. Wie sich nach seinem Tod herausstellte, hatte Borchert eine sehr empfindliche Leber, welche die Mangelernährung nicht überstand. Er starb am 20. November 1947. Einen Tag später wurde sein Stück "Draußen vor der Tür" in Hamburg uraufgeführt. Das theater und seine Eltern, die im Publikum saßen erfuhren erst kurz vor dem Stück von Borcherts Tod. Gestorben am 20. November 1947 in Basel.

Neue Bücher

Cover des Buches Laternenträume (ISBN: 9783948743284)

Laternenträume

Neu erschienen am 26.02.2024 als Gebundenes Buch bei kunstanstifter GmbH & Co. KG.

Alle Bücher von Wolfgang Borchert

Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783872912497)

Draußen vor der Tür

 (225)
Erschienen am 01.01.2023
Cover des Buches Das Gesamtwerk (ISBN: 9783499007538)

Das Gesamtwerk

 (73)
Erschienen am 26.01.2021
Cover des Buches Schischyphusch (ISBN: 9783455370348)

Schischyphusch

 (7)
Erschienen am 10.03.2016
Cover des Buches Wolfgang Borchert: Draussen vor der Tür (ISBN: 9783425060873)

Wolfgang Borchert: Draussen vor der Tür

 (7)
Erschienen am 01.01.1988

Neue Rezensionen zu Wolfgang Borchert

Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783746733678)
Orishas avatar

Rezension zu "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert

Von einem, der zurückgekehrt ist ...
Orishavor 2 Jahren

Ein Mann kommt nach Deutschland. Er kommt zurück, nach drei Jahren Sibirien, nach fünf Jahren Krieg. Zurück in eine Heimat, die nichts mehr für ihn bereit hält. Seine Frau liegt bei einem anderen. Der Oberst kennt ihn nicht mehr. Ein Job wird ihm nicht gegeben. Die Eltern sind tot. Da bleibt für Beckmann nur noch ein Weg - der Gang zur Elbe…

Bocherts "Draußen vor der Tür" zählt zu Recht zu den Klassikern der Nachkriegszeit. Mit seiner Figur Beckmann fängt Borchert das Leben eines Kriegsheimkehrers ein. Beckmann steht vor den Trümmern seines Lebens und wird mit unserer Gesellschaft konfrontiert. Eine Gesellschaft, die nach dem Krieg die Verantwortung von sich schob, die auf die anderen zeigte - ohne sich selbst zu hinterfragen. Die Anfängern keine Chancen mehr gab. Die dem Elend, draußen vor der Tür, den Rücken kehrt. Selbstmorde stehen an der Tagesordnung. Doch das interessiert niemanden.

Borchert fängt mit seinem Drama ein Stück Nachkriegsgeschichte ein. Eine Geschichte, die die Situation nach 1945 gut illustriert und den 1000den Schicksalen der Kriegsheimkehrer eine Stimme gab. Sicher in extremer Form, doch die braucht es, um wachzurütteln. 

Kurzum: Ein Klassiker, den man gelesen haben sollte. Empfehlenswert.


Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783746733678)
buecherblondine_blondie4bookss avatar

Rezension zu "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert

Die ewige Frage nach dem Warum.... The eternal question of why...
buecherblondine_blondie4booksvor 2 Jahren

German version/English version below:

Für mich erzählt „Draußen vor der Tür“ nicht nur die Geschichte von Unteroffizier Beckmann, einem ehemaligen Soldaten, der nicht allzu lange nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland zurückkehrt – meiner Meinung nach ist sie die Geschichte eines Außenseiters, eines Ausgestoßenen, der nach der Bedeutung des Lebens sucht. Dieses Thema ist immer aktuell, heute genauso wie zur Entstehungszeit des Theaterstücks vor 75 Jahren.  

Der Protagonist kehrt nach drei Jahren in russischer Gefangenschaft in sein Heimatland zurück. Ein Deutschland, dass nicht mehr das Land ist, dass er vor dem Krieg gekannt hat. Auch Beckmann ist nicht mehr der, der er einmal war. Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Vorgesetzten, dem Oberst, der gut gelaunt mit der Familie am gedeckten Tisch sitzt, als Beckmann ihn zu Hause aufsucht, ist dem Gasmaskenbrillenträger nicht gerade zum Lachen zumute. Statt an einer üppigen Mahlzeit hat Beckmann noch immer am Krieg zu verdauen. Am Krieg, der Gefangenschaft in Sibirien, deren Folgen für ihn und für jene, die er anzutreffen hoffte: Bei der Ehefrau ist er abgeschrieben, da diese einen neuen Mann an ihrer Seite hat, die Eltern haben sich das Leben genommen, Beckmann findet keine Arbeit, hat einen hungrigen Magen, aber nicht einmal warmes Bett, in das er heimkehren könnte. Der Versuch, sich in der Elbe zu ertränken, scheitert, der mächtige Fluss will sein bisschen 25-jähriges Leben nicht. Und so stolpert Beckmann weiter durch das Theaterstück, der mysteriöse Andere und eine Flasche Rum, die er dem Oberst gestohlen hat, begleiten ihn dabei. 

Laut Protagonist Beckmann verhält es sich mit dem Leben wie folgt: 

1. Akt: Grauer Himmel. Es wird einem wehgetan. 

2.  Akt: Grauer Himmel. Man tut wieder weh.

3. Akt: Es wird dunkel und es regnet.

4. Akt: Es ist noch dunkler. Man sieht eine Tür. 

5. Akt: Es ist Nacht. Tiefe Nacht. Und die Tür ist zu... 

In Borcherts Theaterstück, das 1947 uraufgeführt wurde, kann niemand eine Antwort auf die großen Fragen des Lebens geben – selbst Gott nicht. Im Gegenteil. Gott, der Allmächtige, ist mit seinem Latein am Ende, weil die Menschen nicht mehr an ihn glauben wollen... Borcherts Gott ist ein alter Mann, der sich selbst bemitleidet und am Elend der Welt nichts ändern kann –ein Gott, der sogar neidisch auf den Tod ist, denn den Tod kann schließlich niemand leugnen. Dennoch bleibt auch Gevatter Tod, der als Beerdigungsunternehmer dargestellt wird, Beckmann die Antwort auf seine Frage, die Frage nachdem Warum, die Frage nach dem Grund zum Weiterleben, schuldig.


To me, Borchert’s play “Draußen vor der Tür” (literal translation:“Outside in front of the door”) is not only the story of sergeant Beckmann, a former soldier returning to Germany not too long after the end of World War II – in my opinion, the story is the one of an outsider, an outlaw, searching for the meaning of life. A topic that is always present, as present today as it was 75 years ago at the time of the play’s origin.  

The main character returns to his home country after three years in Russian captivity. A Germany that is no longer the country he knew before the Second World War, and Beckmann is also no longer who he once was. In contrast to his former superior, the colonel, who is sitting cheerfully with his family at the laid table when Beckmann visits him at home, the man wearing gas mask glasses has not much to laugh about. Instead of a luxuriant meal, Beckmann is still digesting the war. The war, the imprisonment in Siberia, its consequences for him and for those he hoped to meet again: He has been dumped by his wife who has a new man in her life, his parents committed suicide, Beckmann can't find work, has a hungry stomach, but not even a warm bed to come home to. The attempt to drown himself in the Elbe fails, the mighty river does not want his little 25-year-old life. And so Beckmann stumbles on through the play, accompanied by the mysterious Other and a bottle of rum he stole from the colonel. 

According to the protagonist Beckmann, life is like this: 

Act 1: Grey sky. One gets hurt. 

Act 2: Grey sky. One gets hurt again.

Act 3: It's getting dark, and it's raining.

Act 4: It’s getting even darker. One sees a door. 

Act 5: It is night. Deep night. And the door is closed... 

In Borchert's play, which premiered in 1947, no one can give an answer to the big questions of life - not even God. On the contrary. God, the Almighty, is at his wit's end because people no longer want to believe in him... Borchert's God is an old man feeling sorry for himself, unable to change anything about the world’s misery - a God who is even jealous of death, because no one can deny death, after all. Nevertheless, even Grim Reaper, who is portrayed as an undertaker, doesn’t answer Beckmann’s question of why, the question of why to stay alive and carry on.

Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783499101700)
S

Rezension zu "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert

Rezesion
sapphowasrightvor 4 Jahren

Dieses Buch beinhaltet ein Theaterstück und mehrere Kurzgeschichten und damit das Lebenswerk des Autors. Das Stück handelt von einem Soldaten, der aus Russland zurückehrt und kein Zuhause hat zu dem er sich wenden kann, also wandert er von Tür zu Tür. Borchert hat es als "Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", das liegt aber keineswegs an der Qualität des Stücks sondern an der schrecklichen Situation, die es beschreibt. Die Kurzgeschichten handeln von ähnlich verzweifelten Situationen während und nach dem Krieg. Es ist ganz bestimmt kein leicht verdaulicher Lesestoff und bedarf möglicherweise Nachbesprechung also empfehle ich ein Lesen in Gruppen oder ein Niederschreiben von Gedanken in eine Art Tagebuch zur besseren Verarbeitung. Wer sich in einer geeigneten psychischen Lage befindet sollte sich dieses Kunstwer aber auf keinen Fall entgehen lassen. Borchert kann mit Worten spielen wie kaum ein anderer und die Hoffnungslosigkeit und der bittere Schmerz der erzählungen lassen mich nie unberührt. cw: Selbstmord (vor allem im Theaterstück und "Das Holz von morgen), Essen, Krieg, Ratten, Tod, Mord, Vergewaltigung

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Zusätzliche Informationen

Wolfgang Borchert wurde am 19. Mai 1921 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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