Wolfgang Borsich

 3.8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Tödliche Fremde.

Lebenslauf von Wolfgang Borsich

Verliebt in Lanzarote: Wolfgang Borsich, geboren in München,  ist ein deutscher Schriftsteller und Buchhändler. 1983 zog er nach Lanzarote und gab auch dort sein Debüt als Autor. Angefangen mit Lyrik widmete er sich dann der Reiseliteratur, wofür er auch anfing zu fotografieren. 1933 gründete er seinen eigenen Verlag, der sich auf Bücher über die Kanarischen Inseln spezialisierte. 2010 wurde er für seine herausragenden Arbeiten von der Lanzaroter Regierung als bester Autor Lanzarotes ausgezeichnet. Sein Romandebüt gab er kurze Zeit später mit „Tödliche Fremde“ – seinem ersten Lanzarote Krimi. Heute lebt der Autor mit seiner Familie in Lanzarote und München.

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Cover des Buches Tödliche Fremde (ISBN:9783492502337)

Tödliche Fremde

 (8)
Erschienen am 02.04.2019

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Rezension zu "Tödliche Fremde" von Wolfgang Borsich

Spannend und dramatisch
Streiflichtvor 9 Stunden

Ein Krimi, der auf Lanzarote spielt – darauf war ich sehr neugierig, da ich die Insel selbst kenne. Es hat wirklich Spaß gemacht, all die Orte wieder zu erkennen und zu entdecken und noch einmal (zumindest in Buchform) auf diese besondere Insel zu reisen. Gleichzeitig war das Buch wirklich spannend und unterhaltsam, ich habe es ziemlich „durchgefressen“. Ich hatte zu Anfang des zweiten Teils eine Idee, wie alles zusammenhängen könnte. Bis ins Letzte ist das aber nicht geklärt für mich. Denn einen Punkt Abzug gibt es dafür, dass der Fall am Ende nicht wirklich gelöst ist und man einen fiesen Cliffhanger vor sich hat. Das Ende ist recht abrupt und ich war wie vor den Kopf gestoßen. Sowas hat der geneigte Leser doch gar nicht verdient...

Ich nehme mal an, dass es mindestens einen zweiten Band geben wird. Diesen werde ich auf jeden Fall lesen, weil ich erstens wissen möchte, wie es weitergeht und zweitens wissen möchte, was genau alles passiert ist.

Die Figuren sind sehr detailreich und lebensnah beschrieben, sodass man direkt wie dabei ist. Man fiebert regelrecht mit und muss einfach eine Seite nach der anderen lesen, man kann gar nicht mehr aufhören.

Man merkt auch, dass der Autor die Insel kennt und die Schönheit und das Besondere dieser Landschaft sehr schätzt und bewundert. So entsteht nicht nur Lokalkolorit, sondern ein kleiner Urlaub vor dem geistigen Auge. Gerne mehr davon!

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Rezension zu "Tödliche Fremde" von Wolfgang Borsich

Auf allen Ebenen enttäuschend
Gwhynwhyfarvor 4 Monaten

Der Anfang: »Das fahle Licht des Halbmondes fiel auf das spiegelglatte Wasser. Lautlos wie ein lauernder Schakal schlich Dunst um das Boot. Schon die zweite Nacht lag es ruhig da. Als hätte die Welt aufgehört, sich zu drehen, dachte Abdallah. Er rümpfte die Nase. Das Wasser stank wie abgestandene Fischbrühe.«

Mein nächster Versuch mit Bahnhofsliteratur fiel ins Wasser. Weder die Sprache, noch die Charaktere und schon gar nicht die Geschichte selbst konnten mich begeistern. Auf der letzten Seite trieb mir der Stoff auch noch Zornesröte ins Gesicht! Ein Krimi ist das vom Genre nicht, sondern ein Thriller – allerdings eine langweilige Geschichte. »Ein mysteriöser Mordfall, ein dramatisches Flüchtlingsunglück«, so der Klappentext vom Piper-Verlag. Hier ist weder etwas mysteriös – na ja, vielleicht die Protagonisten selbst – noch wird die Flüchtlingsproblematik behandelt.

Der Roman beginnt mit einem Prolog, der kein Prolog ist, sondern ein erstes Kapitel ... muss heute jeder deutsche Krimi auf diese Art beginnen? Ich mag es nicht mehr lesen.
Schwarzafrikaner sitzen entkräftet und dehydriert in einem Boot, einer Nussschale, der Motor ist kaputt, weit draußen auf dem Meer. Abdallah denkt, so schlecht war es doch zu Hause gar nicht, er wollte seine Familie nur nach Europa bringen, damit es den fünf Kindern besser ginge – doch nun werden sie alle hier draußen verrecken. Die distanzierte Perspektive lässt den Leser nicht nahe heran. Das Thema ist scheinbar gesetzt – doch es wird in diesem Roman nicht weiter behandelt.

Der Münchner Broker Ambrosius Salas Radlbeck, genannt Salas, ist ausgebrannt, beruflich gestresst und zu guter Letzt lief ihm die Freundin davon, eine Tatsache, die er noch lange nicht verarbeitet hat. Salas nimmt sich ein für ein halbes Jahr eine Auszeit, will sich auf der kanarische Insel Lanzarote regenerieren, der Ort an dem seine Eltern vor 49 Jahren ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten, er gezeugt wurde. Schon am ersten Tag lernt Salas María kennen, kann sie abschleppen, so groß scheint der Verlust der vergangenen Liebe nicht zu sitzen. Und schon am ersten Abend wird er von einem Mann angesprochen, der ihn Victor nennt, ihn zu verwechseln scheint, der ihn um Hilfe bittet. Salas versucht zu erklären, er sei nicht Victor, daraus entwickelt sich ein kleiner Streit. Am nächsten Tag ist genau dieser Mann tot, und Salas wird unter Mordverdacht verhaftet, er wurde in der Nähe vom Tatort gesehen. Nun wird auch noch die DNA von Salas am Tatort gefunden! Maria, die Salas kaum kennt, hält trotzdem zu ihm. Nach zwei Tagen gestehen sich die beiden ihre Liebe, Salas ist wieder in Freiheit. Er zieht bei María ein. Und nun wird eine weitere Leiche gefunden, ein Farbiger, der auch keines natürlichen Todes starb. Wieder steht Salas unter Mordverdacht. Nun muss er selbst ermitteln, denn die Polizei glaubt ihm nicht so recht.

»Es duftete nach Sandelholz. Sie war nicht wie vorgestern sportlich in Jeans und weißer Bluse gekleidet, sondern trug ein elegantes kurzes und eng anliegendes hellrotes Kleid, das ihren dunklen Teint betonte. Ihre bernsteinfarbenen Augen leuchteten im Schein der flackernden Kerzen.«

Dem Leser ist im ersten Viertel klar, was dahinter steckt: Salas wird von mehreren Leuten eindeutig erkannt, obwohl er sich an diesen Orten nicht aufgehalten hat, seine DNA ist zu 100 Prozent stimmig mit den Spuren an den Tatorten. Ein Zwilling – oft in Krimis ein Thema. Nur diese Protagonisten tappen im Dunkeln – so ziemlich bis zum Ende. Der große Bruder von Salas muss sich erinnern … da war doch damals was … Die Geschichte ist offen wie ein Fächer gleich von Anfang an, es gibt keine Verwicklungen, neue Erkenntnisse, neue Verdächtige, spannende Szenen, Verfolgungsjagden ... es plätschert dahin bis zur letzten Seite. María duftet gefühlt auf jeder dritten Seite nach Sandelholz und in Erwartung auf den Knast besucht man ein Restaurant nach dem anderen, begibt sich auf touristische Inselrundfahrt.

»Als Salas dem carabinero den Kopf abtrennte, spritzte roter Sud auf sein sandfarbenes Leinensakko. Doch er achtete nicht darauf, sondern saugte genussvoll an der Garnele. Sie verströmte den Duft aufgewühlter See, roch nach Tang und nach salziger Luft, nach Muscheln, Fisch und Anemonen.«

Das ist die einzige Szene, bei der mir der Garnelenduft und -geschmack auf der Zunge lag. Die Speisekarten werden im Inselhopping auf Spanisch herauf und heruntergebetet wenn man sie liest oder beim Kellner etwas bestellt. Alle Touristenattraktionen werden besucht, abgeharkt durch Erwähnung – es kommt keine Stimmung für die Insel auf. Letztendlich kommt der Leser Lanzarote nicht näher, Stimmungsbeschreibungen lassen dem Leser doch eher die Augen verdrehen: »Der Horizont leuchtet gleißend hell auf. Die Berge brüllen. Gelblicher Nebel wabert in den Tälern wie giftige Götterspeise.«

»Dieser große beigerötliche Vulkan sieht bemerkenswert aus.‹
›Du meinst die Caldera del Corazoncillo‹, erwiderte María. ›Und schau, da unten ist die Einfahrt zur Ruta de los Volcanes.«

Die Charaktere bleiben rätselhaft in ihrem gesamten Handeln, oberflächlich und klischeehaft. Die Liebe steht im Vordergrund und das Essen – fast auf jeder Seite wird etwas gegessen. Wer würde, wenn er verdächtigt wird, zwei Morde begannen zu haben, sein touristisches Programm durchziehen, sich daran erfreuen? Und welche Frau würde einen Mann, der unter Mordverdacht steht, bei sich einziehen lassen? Und so könnte ich mit jeder einzelnen Figur fortfahren.

Man liest schnell, möchte das Buch beenden, denn hier bleibt so gar gar nichts hängen, nichts von Lanzarote, literarisch kein Satz, kein Gedanke. Die Sprache holpert darin, viele Sätze knirschen in Ausdruck und Rhythmus – immerhin reichen manche Sprach- und Satzonstruktionen hin und wieder zum Grinsen. Und dann auch noch solche Dinge: »Laut unserem Gerichtsmediziner …« – Was ist denn hier passiert? Seit 1968 lautet die Fachbezeichnung Rechtsmediziner.

»Also sind die Vorwürfe nicht vom Tisch?‹, fragte sie gepresst.
Salas schüttelte den Kopf. ›Ya sabía que había gato encerrado.«

oder

»Du hättest mal sehen sollen, wie der gesprungen ist, im Zickzack. Wie ein conejo, hinter dem eine Horde podencos her ist.«

Ich glaube Wolfgang Borsich, dass er Spanisch spricht. Aber muss er uns das auf jeder Seite mit 2 - 3 Sätzen beweisen, sämtliche Lebensmittel und Gerichte in spanischer Sprache schreiben? Salas, der Protagonist hat in Spanien studiert, spricht fließend Spanisch, letztendlich ist folgerichtig dieses Buch »Spanisch«. María spricht Spanisch, der Kommissar usw. Klar, das ist ein deutscher Krimi und er ist in deutscher Sprache geschrieben. Und dabei sollte es auch bleiben. Übersetzen wir einen Roman in eine andere Sprache, lassen wir ja auch nicht ein paar Sätze pro Seite z.B. auf Japanisch stehen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, etwas wie »Ay mi madre« oder Hola« stehenzulassen - puta oder cabrón versteht heutzutage auch fast jeder. Eine Paella muss ihren Namen behalten, natürlich, aber wollen wir jeden Fisch, jedes Schalentier, jede Muschel und jedes Gemüse auf Spanisch lesen? Zumal hier auf fast jeder Seite gegessen wird. Man könnte es bei Tintenfisch, Wolfsbarsch oder Pilze belassen, oder? Natürlich sind alle spanischen Vokabeln kursiv gestellt und seitenlang ist das Vokabular am Ende übersetzt. Wohl dem, der auf Papier liest – aber wer will ständig zum Glosser blättern? Diesen Roman habe ich auf dem Ebook gelesen, hatte Glück, weil ich der meisten dieser Vokabeln mächtig war, einschließlich der kanarischen. Aber auch ich stand hin und wieder auf dem Schlauch! Beim E-Book kann man nicht ständig auf die letzten Seiten hopsen.
Die Message von diesem Roman ist leider auch an mir vorbeigegangen, ich konnte keine finden. Anfänglich dachte ich, in irgendeiner Form würde das Thema der Flüchtlinge behandelt, wie im Klappentext beschrieben. Ein großes Thema für Spanien: illegale Arbeiter, Ausnutzung von Flüchtlingen, Prostitution, Zwangsarbeit in Landwirtschaft, große Themen. Chance vertan. Und zu guter Letzt war ich froh einen E-Reader zu haben. Papier wäre auf der letzten Seite wohl mit dem Sturm ins Meer gepustet worden … Ich will nun nicht für alle Leser spoilern. Wer meine Wut begreifen möchte, muss etwas herunterscrollen. Wer das Buch lesen möchte, der sollte hier stoppen.





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Achtung Spoiler!

Ich war beim Lesen von gelangweilt in ungeduldig, später in säuerlich gewechselt. Hier passierte erst gar nichts, bis auf essen, und Inselhopping. Der Protagonist Salas kann sich keinen Reim drauf machen, warum ein Doppelgänger von ihm herumläuft und seine DNA an den Tatorten klebt, von Zwillingen hat er noch nie etwas gehört. Und auch der Bruder aus Deutschland, ein Priester, nimmt das alles nicht so ernst, reist zweimal an, ist nur mit Essen und Saufen beschäftigt. Die Dialoge sind langweilig und nicht schlüssig. Am Ende beordert man die Mutter sogar auf die Insel, die sich freut, mit den Söhnen ein paar schöne Tage zu verbringen. Seitenlang versuchen die Brüder die Mutter aufs Glatteis zu führen, damit sie etwas über einen Zwilling verrät. Nichts passiert. Dann offenbaren sie endlich den Verdacht. Die Mutter ist empört (der eine Sohn wird ja nur des Doppelmordes verdächtigt), sie gibt zwar zu, dass sie Zwillinge geboren hätte, reist aber sofort beleidigt ab, weil man sie deshalb hat anreisen lassen und ist empört, dass man den dritten Sohn als Mörder verdächtigt, den sie seit dessen Geburt nie wieder gesehen hat. Der Leser schnauft. Nun lockt Salas den Zwillingsbruder in die Falle, bestellt die Polizei – und im letzten Augenblick gibt er dem windigen Bruder den Tipp, mit dem Boot zu verschwinden (letzte Seite). Er kann es nicht über das Herz bringen, dass man den Zwilling verhaftet. Als Leser weiß ich immer noch nicht, ob der Bruder der Mörder ist, was genau hinter dem Ganzen steckt. Und so endet der Roman:

»Solange das nicht der Fall ist, lassen Sie mir keine andere Wahl. »Sie sind vorläufig festgenommen.« Und dann begann Rodríguez, wieder die Rechtsbelehrung herunterzuleiern, zu der er verpflichtet war: »Señor Salas, Sie haben das Recht, zu schweigen …« Fortsetzung folgt in Salas’ nächstem Fall.«

Was ist denn das? Dieser sogenannte Krimi wird nicht abgeschlossen, es wird auf den nächsten Teil verwiesen! Vom Verlag wird nicht darauf hingewiesen, dass es sich um einen Zweiteiler handelt. Band 1 heißt es zwar, aber Krimis werden immer in der Reihenfolge gekennzeichnet und es ist nicht üblich einen Krimi als Zweiteiler herauszubringen, viele Krimis haben 500 Seiten. Dies ist eindeutig ein Zweiteiler, ein Fortsetzungsroman und müsste als solcher gekennzeichnet sein. Das zu unterlassen, bezeichne ich als Frechheit. Nein, lieber Piper Verlag und lieber Autor – ich will nicht wissen, wie diese Geschichte weitergeht!

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Rezension zu "Tödliche Fremde" von Wolfgang Borsich

Auftakt für Salas
Alex1309vor 4 Monaten

Das Cover ist sehr schön gestaltet und hat mich direkt angesprochen. Der Klappentext hat mich dann neugierig gemacht und davon überzeugt, dass ich das Buch lesen und Salas kennen lernen möchte.

Klappentext:
Ein mysteriöser Mordfall, ein dramatisches Flüchtlingsunglück, ein sympathischer Aussteiger unter Verdacht: Ein spannender Krimi mit viel Lanzarote-Flair!

Der Münchner Ambrosius Salas Radlbeck, genannt Salas, hat sich beruflich übernommen. Er ist dem Stress, dem er als Broker ausgesetzt ist und den langen Arbeitszeiten, die sein Job ihm abverlangt, nicht mehr gewachsen. Auf Anraten des Arztes nimmt er sich eine längere Auszeit. Salas zieht sich auf die Kanarische Insel Lanzarote zurück. Er versucht mehr über die wunderschöne Insel herauszufinden, der Ort an dem seine Eltern vor 49 Jahren ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten. Doch kaum ist er auf Lanzarote, gerät er ins Visier der örtlichen Polizei - Salas steht unter Mordverdacht! Um in dem geheimnisvollen Fall weiterzukommen, ist Salas am Ende derjenige, der das Rätsel lösen muss.


Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Der Spannungsbogen ist direkt von Beginn an da und baut sich nach und nach noch weiter auf. Die handelnden Personen und auch die Handlungsorte konnte ich mir dank der detaillierten Beschreibungen gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Salas war mir direkt sympathisch und auch durch die Einblicke in sein Privatleben, hatte ich ein klares Bild vor Augen beim Lesen. Die Geschichte hat mich gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da immer mehr Fragen aufgetaucht sind, die beantwortet werden wollten.

Mich konnte das Buch sehr gut unterhalten und ich vergebe gerne 5 Sterne für diesen Krimi von Wolfgang Borsich. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch mit Salas und bin sehr gespannt darauf zu erfahren, wie es mit ihm weitergeht.

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