Wolfgang Brunner Cryptanus

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Inhaltsangabe zu „Cryptanus“ von Wolfgang Brunner

Was kommt nach dem Tod? Philip Goldman meint, an Menschen ihren bevorstehenden Tod riechen zu können. Zuerst stirbt sein bester Freund, dann seine geliebte Großmutter. In seinen Träumen gelangt Philip in eine Welt, die Abgrund genannt wird. Ein androgynes Wesen namens Parr begleitet Philip durch diese Traumwelt und eröffnet ihm, dass er sich in der Welt der Toten befindet. Es stellt sich heraus, dass Philip nicht den nahenden Tod von Menschen riechen kann. Er kann Seelen, die aus dem Reich der Toten geflohen sind, durch seinen Geruchssinn aufspüren. Diese Seelen nutzen den Augenblick aus, in dem ein Mensch stirbt und ergreifen von dessen Körper Besitz. Philip erfährt, dass Parr eine Art Schutzengel ist. Durch die Erlebnisse im Abgrund kommt Philip dem Geheimnis des Todes ein großes Stück näher. Immer mehr wird er von der Faszination der Welt der Toten ergriffen. Sein Weltbild ändert sich mit jedem Besuch im Abgrund. Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, von dem kein Mensch sich je hätte träumen lassen.

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    FOP

    FOP

    09. June 2011 um 15:20

    Rezension zu „Cryptanus – Der Geruch des Todes“ von Wolfgang Brunner Jeder Mensch (zumindest jeder halbwegs erwachsene Mensch) wird sich irgendwann einmal im Leben fragen, was nach dem Tod kommt. Da bisher meines Wissens noch nie jemand wieder ins Leben zurückgekehrt ist, sind wir alle nur auf Spekulationen angewiesen. In seinem Roman „Cryptanus – Der Geruch des Todes“, beschreibt der Schriftsteller Wolfgang Brunner eine fantastische Möglichkeit, wie es sein könnte. Am Anfang der Geschichte glaubt die Hauptperson des Romans, der Ich-Erzähler Philip Goldman, an Menschen ihren bevorstehenden Tod „riechen“ zu können. Dass dem jedoch nicht so ist, sondern dass sein Geruchssinn etwas anderes aufspürt, wird im weiteren Verlauf des Romans erklärt. Philip Goldman gelangt in immer wiederkehrenden Träumen in eine Welt, die „Abgrund“ genannt wird. Dort lernt er ein faszinierend beschriebenes androgynes Wesen namens Parr kennen, der ihn durch diese Welt, die Welt der Toten begleitet. Parr ist eine Art Schutzengel. Hier nun stellt sich heraus, dass Philip Goldman nicht den nahenden Tod von Menschen riechen kann, sondern er kann Seelen, die aus dem Reich der Toten geflohen sind, mit seinem Geruchssinn erkennen. Diese Seelen nutzen den Augenblick in dem ein Mensch stirbt aus und ergreifen von dessen Körper Besitz. Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang schwer fiel, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Als Endvierziger finde ich den Gedanken, höchstwahrscheinlich mehr als die Hälfte meines Lebensweges schon hinter mir zu haben, nicht gerade besonders anziehend und verdränge naturgemäß wie die meisten von uns diese Tatsache. Nachdem ich mich aber dann auf diese Geschichte eingelassen hatte, konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Wolfgang Brunner hat hier eine fantastische Welt geschaffen. Die Handlung schreitet zügig voran, es kommt keine Langeweile auf. Und mit dem „Schutzengel“ Parr hat er eine Figur geschaffen, von der man nach dem Ende der Lektüre noch mehr erfahren will (mittlerweile ist ein zweiter Teil erschienen mit dem Titel „Crytanus – Das Geheimnis von Griphus Nix“). Im Nachwort zu seinem Roman erwähnt Wolfgang Brunner eine Testleserin, die gesagt hat: „Wenn nur eine klitzekleiner Teil davon wahr ist, hätte ich keine Angst mehr vor dem Tod“. Diesen Worten kann ich mich aus vollem Herzen anschließen. Ach ja, ein Tipp noch zum Schluss. Es lohnt sich auch, die Musikstücke, die Wolfgang Brunner in seinem Roman erwähnt, anzuhören. Allem voran natürlich das großartige „Ministry Of Lost Souls“ von Dream Theater. Beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, dass ich für dieses fantastische Lesevergnügen fünf Sterne gegeben habe. Frank Olaf Paucker (Bielefeld-Brackwede)

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    Karin1970

    Karin1970

    17. March 2011 um 15:18

    Eben stand Philip noch mit David am Ufer und keine Stunde später ist David tot. Er hatte wieder den Geruch von Lakritze in der Nase. _"David keuchte und rang nach Atem. Obwohl sein Lebenswille nachließ, wiederholte er den letzten Satz nochmals: „Du hattest Recht mit der verbrannten Lakritze … wenn du einen von uns gefunden hast, holen sie ihn zurück … ich muss zurück, sie haben mich gefunden … Ich hätte es nicht tun sollen … Sie … werden … dich holen. Es hat mir gesagt, dass sie dich bald holen werden. Belob … die Legende wird sich erfüllen."_ Völlig fertig berichtet er seiner Oma von diesem Vorfall und von dem Geruch den er in der Nase hatte, diesen Geruch von verbrannter Lakritze. er ist bestürzt als er erfährt, dass es sich um eine Gabe handele, eine Gabe die auch schon seineverstorbenen Eltern hatten. Seine Großmutter weiß das sie bald sterben wird und somit weiht sie Philip in das Familiengeheimnis ein. Diese erste Begegnung und das wissen um seine Gabe veranlassen ihn zu Alpträumen. So sieht er diese ersten Träume vom Abgrund. Er weiß nun das er den Tod riechen kann, was ihm anfangs sehr zu schaffen macht. Er träumt von einem Ort, dem Abgrund das die Welt der Toten ist. Empfangen wird er dort von Parr. Parr ist ein Wesen das sich den Wünschen Philips anpasst. So hat er jedes mal die Erscheinung die für Philip gerade als richtig erscheint. Mal Mann, mal Frau. Ein Hermaphrodit. Parr ist so eine Art gegenstück zu Philip, er kann ihn zu sich holen und wieder ins Leben zurück schicken. Es scheint so als würde Philip nicht träumen sondern ins Reich der Toten gezogen. Seine Träume werden immer länger und er verweilt immer öfter im Abgrund. Parr führt ihn im Abgrund herum und bald befinden sie sich auf einer Reise in eine noch viel anderen Welt. Diese Reise dauert fast 20 Jahre, während die Zeit im Abgund fast nicht zu messen ist, vergehen auf der Erde manchmal viele Jahre bevor er Parr wieder sieht. Der Autor Wolfgang Brunner schafft zu begeistern. Mit der Traumreise im Abgrund hat er viele mythologische Sagen verwoben. Der Sprachstil des Autors ist sehr bildhaft, so hatte ich den Abrgund immer vor Augen. Parr hatte ich als eine Art Mystique aus X-Man vor Augen, einer Gestaltenwandlerin. Das Thema ist natürlich speziell und für manchen vielleicht etwas zu strange. Auch ich musste mir viel Zeit lassen beim lesen, das gelesene auch immer wieder mal sacken lassen. Und doch zieht der Autor auch seinen Leser in den Abrund, in dem auch wir immer länger verweilen. Cryptanus ist der erste Teil einer Trilogie.

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    Sevotharte

    Sevotharte

    14. March 2011 um 08:53

    Gerade einmal ein Wochenende hat es gehalten… dann war für mich die Reise in die Welt der Toten (leider) auch schon wieder vorbei. Und es stimmt wirklich, dass man, wenn man dieses Werk aus den Händen legt, noch lange nicht am Ende ist. Die Gedanken beschreiten weiter die Reise… Zur Geschichte an sich und um was es geht möchte ich hier eigentlich nicht mehr näher eingehen, dafür genügt der Rückentext oder die anderen Rezensionen. Ich will hier lieber auf meine persönliche Erfahrung eingehen, die ich beim Lesen von „Cryptanus“ hatte. Zuerst einmal finde ich es richtig gut, dass es in der Erzählform geschrieben ist, dass gibt der Sache noch einmal das gewisse Etwas, den letzten Pfiff. Außerdem versteht es der Autor durch die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gekonnt den Spannungsbogen und vor allem die Neugier aufrechtzuerhalten. Wirklich sehr gut gemacht. So was liebe ich ja in Geschichten ungemein. Dann möchte ich noch hervorheben, dass Wolfgang Brunner es auch geschafft hat, die Gefühle, die Phil im Laufe der Geschichte beschreibt, auch genau so beim Lesen wahrgenommen werden. Vor allem die Faszination der Welt der Toten, die er nach und nach mehr und mehr verspürt, dass er die Welt der Lebenden gar nicht mehr als die „richtige Welt“ empfindet, all das hat auch mich beim Lesen dieses Werkes eingenommen und auch ich konnte mich der fremden Welt und ihre magischen Anziehungskraft nicht entziehen. Da es sehr viele, kleine Kapitel sind, habe ich mich immer wieder dabei ertappt, dass ich mir doch noch ein Kapitel oder zwei oder drei gegönnt habe, obwohl ich schon längst eine Pause machen wollte. Doch wie gesagt, auch ich war der Welt der Toten verfallen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Doch nun kommen wir zu zwei Kleinigkeiten, die mich an diesem Buch etwas gestört bzw. was mir nicht ganz so gut gefallen hat. Davor möchte ich aber sagen, dass ich nicht zu unrecht 5 Sterne vergeben habe, denn diese beiden Punkten sind mir zwar aufgefallen, aber sie haben nicht gravierend dazu beigetragen, dass ich es nicht in vollen Zügen genossen habe, an Phils Geschichte teilhaben zu dürfen. Doch nun zu der „Kritik“: Da wären zu einem die Charaktere der Geschichte, die mich nicht alle völlig überzeugt haben. Zu Anfang war das definitiv nicht so. Phil, Helena, seine Großmutter, David unvm. Haben mich sofort in ihrem Bann gehabt, dann kam Parr und diese Figur ist sowieso das absolut Highlight der ganzen Geschichte und stiehlt auch oftmals Phil die Show, der mehr als unbeholfener Statist durch die Welt der Toten geführt wird. Doch nun zu den Figuren, die nach und nach in der Welt dazu stoßen. Ich will nicht zuviel verraten, daher lass ich die Namen mal weg, aber für mich waren sie von Anfang bis Ende total unwichtig. Ich weiß nicht warum, aber sie sind die ganze Reise über dabei, aber wenn sie es nicht gewesen wären, keine Ahnung, glaube ich nicht, dass sich viel verändert hätte. Aber das ist nur meine eigene Meinung. Was mich dann noch etwas gestört hat war die Tatsache, dass mir das Ende dann doch zu schnell gegangen ist. Das ganze Werk dreht sich um das „Ende“ der Reise und dann passiert alles auf gefühlten zehn Seiten und lässt einen auch irgendwie noch stark in der Luft hängen. Es ist nicht wirklich unbefriedigend, aber irgendwas hat mir dann doch gefehlt, muss ich zugeben. Trotz alledem finde ich dieses Werk von Wolfgang Brunner einzigartig, magisch und unvergesslich. Es führt den Leser in eine fremde Welt und lässt uns an einer Reise teilhaben, die einen einfach verändert, ob wir wollen oder nicht. Als ein Mensch, der noch nie wirklich Angst vor dem Tod hatte, kann jetzt nur sagen, dass er hofft, wirklich so etwas am „Ende“ erleben (Achtung Wortspiel) zu dürfen. Eine absolute Empfehlung wert!!!

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. October 2010 um 10:32

    Er ist keiner von uns. Trotzdem möchte er uns eine Geschichte erzählen: Philip Goldman blickt auf sein bisheriges Leben zurück und er wird traurig, denn umgehend tanzt der Tod auf die Bühne, um für ihn ganz allein ein Konzert zu geben. Der Tod weiß, dass Goldman sein größter Fan ist. Noch ahnen wir nicht, weshalb das so ist, aber sehr bald wird sich das ändern. Sobald wir seinen Gedanken folgen können, werden wir wissen, weshalb er den Tod einem glücklichen Leben vorzieht ... Es beginnt 1987. Philip Goldman ist 22 Jahre alt. Er hat ein Auge auf Helena Nikitakis geworfen, die Tochter einer griechischen Gastarbeiterfamilie, die schon seit Jahrzehnten in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnt. Zunächst unsicher, ob er nicht doch "an das andere Ufer geschwemmt worden war", verliebt er sich in das Mädchen und gesteht sich seine Heterosexualität ein. Ein Problem hätte er nicht wirklich gehabt, wenn es bei seinen anfänglichen Vermutungen geblieben wäre, aber so ist es ihm irgendwie doch lieber. Leider werden seine aufkeimenden Gefühlswelten durch eine andere empfindlich gestört ... Mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder David ist er nachts unterwegs zu jener Stelle am Fluss, wo sie vor einigen Wochen einen BH und einen Slip gefunden hatten. Stundenlang saßen sie in der Kälte und grübelten über die näheren Umstände, die zum Verlust der Kleidungsstücke geführt haben könnten. Doch heute stimmt etwas nicht. Zuerst ist es nur ein schwaches Aroma, das vielleicht von einer Mülltonne stammen könnte. Doch es war keine in der Nähe. Die ungewöhnliche Geruchsempfindung steigert und präzisiert sich. Es riecht eindeutig nach Lakritze und verbrannten Autoreifen. Philip ist sich absolut sicher, dass der Geruch seinen Ursprung bei David hat. Dieser bemerkt aber von alledem nichts und reagiert recht ungehalten, als er von seinem Bruder auf den merkwürdigen Gestank hingewiesen wird. Die Ereignisse überschlagen sich, als David plötzlich verschwunden ist. Philip kommt zu der Überzeugung, dass er in den Fluss gestürzt ist und springt in die eiskalten Fluten. Es ist Winter, die Luft bleibt ihm weg und er hat das Gefühl, sein Herz hätte für ein paar Sekunden ausgesetzt. Tatsächlich sieht er einen Haarschopf und eine Hand in den reißenden Fluten und schließlich bekommt er David tatsächlich zu fassen. Nie gekannte Panik ergeift ihn und er zieht seinen Bruder ans Ufer, doch es ist zu spät! Goldmans Eltern starben bei einem Unfall. Er lebt deshalb bei seiner Großmutter. Nach dem Unglück mit seinem Bruder erzählt sie ihm von einer Gabe, die er offensichtlich auch hätte. Sie selbst hatte diese Fähigkeit ebenfalls gehabt und jenen schauderhaften Gestank zum letzten Mal bei seinen Eltern gerochen. Kurz vor dem Unfall. Doch auch diese wären mit diesen Fähigkeiten ausgestattet gewesen! Philip ist ebenso entsetzt wie neugierig und erfährt von seiner Großmutter, dass die Gabe in seiner Familie wahrlich kein Einzelfall ist, sondern von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Goldman ist seither besessen vom Tod und in seinem Inneren längst im Reich der Toten. Noch weiß er nicht, welche Ziele er noch erreichen und wie er sein Vorstellungsvermögen um ein Vielfaches überschreiten wird. Es gibt Orte, die nie ein lebender Mensch je betreten hat, doch es gibt Ausnahmen! Philip Goldman kann den Tod riechen. Glaubt er jedenfalls, denn schließlich waren auch seine Eltern und die Großmutter davon überzeugt. Diese Überzeugungen werden im Laufe der Geschichte nicht unbedingt widerlegt - eher präzisiert und erweitert ... Nach "Kim Schepper und die Kinder von Marubor" habe ich mich nun an das Debut von Wolfgang Brunner gewagt. Die zahlreichen Vorschusslorbeeren schreckten mich zunächst ab, da ich in dieser Richtung schon ganz ordentlich danebengegriffen habe. Doch schon im Prolog sind die Bedenken vom Tisch, ja regelrecht vergessen. Seine Hauptfigur Philip Goldman lässt er aus dessen ganz persönlicher Sicht die Ereignisse schildern, wobei er die Ich-Form sowie die direkte Ansprache an den Leser wählt. Goldman fragt uns z.B. im weiteren Verlauf der Geschichte, warum wir immer noch weiterlesen, oder bietet uns an, das Buch im Zweifelsfall auch in den Mülleimer werfen zu dürfen, während er nebenbei und in Rückblenden die ganze Geschichte erzählt. Wolfgang Brunner erzeugt mit diesem interessanten Wechselspiel eine ungewöhnliche Spannung, wobei er bereits im Prolog die Messlatte ziemlich hoch legt. Weiterere Kunstgriffe sind die Erwähnung von Kinofilmen oder Musikgruppen, deren Kernaussagen der Autor nahtlos in die jeweiligen Befindlichkeiten seines Protagonisten einbaut. Hierbei zeigt er eine ganz erstaunliche Bandbreite, was so unterschiedliche Produktionen wie "Blue Velvet", "Friedhof der Kuscheltiere", "Predator", "Ghost", "Der Exorzist", "Die zehn Gebote" oder einfach nur billige ital. Zombiefilme betrifft. Noch ausgefallener scheint mir sein erlesener Musikgeschmack zu sein, denn Textzitate von extrem unterschiedlichen Bands aus dem Großraum Rock, New Age, Pop, Progressive-Rock und -Metal in die Handlung einzuweben, bedarf schon einer gewissen Sachkenntnis. Höchst interessant ist zudem, in welchem neuen Zusammenhang man Bands wie "Dream Theater", "Camel", "Supertramp", King Crimson, "Enya", "Saga", "Marillion", "Pain of Salvation"(!), "Ayreon", "Beyond Twilight", "Pink Floyd" oder "Evanescence" sehen kann ... Wolfgang Brunner versteht es, komplexe Zusammenhänge wie Leben, Tod und was "danach" kommen könnte, einfach und unkompliziert zu formulieren, sodass man auf Goldmans abenteuerlicher Reise weder den Faden verliert, noch Schlaf finden kann. Keinesfalls kann man es sich vornehmen, mal eben schnell zehn Seiten weiterzulesen, denn dies dürfte auf Grund des durchgängigen Spannungsniveaus kaum möglich sein. Allein in den Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze im "Abgrund" manifestiert sich der außergewöhnliche Ideenreichtum des Autors. Selbst Gebäude nehmen mitunter extrem bizzare Formen an, denn gewisse Häuser und ganze Städte sind auf eine ganz besondere Art und Weise "lebendig". Zeit spielt in dieser Welt keine Rolle mehr. Wie könnte sie auch, wenn sie in einem Labyrinth gefangen ist ... doch das könnte eine andere Geschichte sein. Man kann über große Auflagen und "Abräumer" denken, was man möchte, aber in diesem Fall möchte ich mich ausnahmsweise einmal insofern aus dem Fenster lehnen, als ich diesem Roman ganz eindeutig das Zeug zum Bestseller attestiere ... wenn der schräge Schluss nicht wäre, der einige Fragezeichen aufwirft. Cryptanus ist kein alltägliches Buch und nach der Lektüre wirkt es noch lange im grauen Alltag nach. Es kann auch sein, dass es diesen in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt ... zumal das Ende vielleicht mehr Fragen als Antworten bereithält oder sogar schockieren kann. Dieser Gedankengang würde dann Goldman wiederum in ein anderes Licht stellen. Ist er Teil einer Prophezeihung oder ein Psychopath ...? Der zweite (noch nicht veröffentlichte) Band "Cryptanus 2 - Das Geheimnis von Griphus Nix" gibt hierüber hoffentlich Auskunft. Wie dem auch sei, Brunners Genre-Mix, welchen er schlicht als "Real-Fantasy" definiert, kommt recht eigenständig daher. Das trifft es insoweit, als dieser selbstentwickelte Stil, der auch die Schubladen Love-Story, Science Fiction oder Philosophie bedient, bis fast zum Schluss durchgehalten wird. Dann wendet sich das Blatt und rückblickend könnte man meinen, einen raffinierten Thriller gelesen zu haben ... © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    Babscha

    Babscha

    17. October 2010 um 23:29

    Philip Goldman ist 22, als er den Geruch zum ersten Mal wahrnimmt, diesen Geruch von verbrannter Lakritze, und zwar an seinem besten Freund David. Kurz danach ist David tot, er stirbt in seinen Armen nach einem Sturz in einen Fluss mitten im eisigen Winter, wirres Zeug von einer sich erfüllenden Prophezeiung murmelnd und dass man ihn gefunden habe, weshalb er jetzt gehen müsse. Philip versteht rein gar nichts, aber bereits in der gleichen Nacht erscheint ihm im Traum ein geschupptes, menschenähnliches Wesen, das sich mit dem Namen Parr vorstellt und ihm klarmacht, dass er sich nicht in einem Traum befindet, sondern in einer parallel existierenden Realität genannt „Abgrund“, wohin alle Wesen des Universums nach ihrem Tod gelangen. Bereits kurze Zeit später bemerkt Phil auch an seiner Großmutter, bei der er als Vollwaise lebt, den Geruch. Sie stirbt kurze Zeit später, gefasst und schicksalsergeben. Die nächtlichen Besuche im Abgrund werden häufiger. Parr erklärt ihm nach und nach, was es mit seiner Gabe auf sich hat, den Tod anderer Menschen riechen zu können und erklärt ihm, wie wichtig seine Person für die Zukunft des Abgrunds sei. Während im hiesigen Leben ihn seine Gabe immer wieder mit eigenartigen Todesfällen konfrontiert, fühlt sich Phil zunehmend zu Parr, der als Hermaphrodit zwischen den Geschlechtern wechseln kann, wie auch zur Todeswelt des Abgrunds hingezogen. Und irgendwann teilt man ihm mit, wofür man ihn tatsächlich benötigt…….. Der Autor lässt, geschickt inszeniert, seinen Protagonisten, zwischenzeitlich verheiratet mit seiner nichts ahnenden Frau Helena, seine spannende Geschichte im Jahre 2007 mit direkter und offener Adressierung des Lesers und in Rückblenden auf die Jahre 1987 bis 1997 erzählen. Wir tauchen ein in die Odyssee von Phil und seinen Mitstreitern mit ihrem großen Ziel durch die gefährliche, aber auch intensive und empathische Welt des Abgrunds und seiner Bewohner, Paradies und Hölle gleichzeitig, nur ganz anders, als wir Sterblichen uns diese im Normalfall so vorstellen. Dies umfasst natürlich auch die ganz besondere geistige wie körperliche Beziehung zwischen Philip und Parr, anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, später, nachdem auch der Leser alle Hintergründe kennt, logisch und nachvollziehbar. Die Geschichte selbst ist vom Erzählerischen her eher einfach aufgebaut, nichtsdestotrotz sehr ideen- und abwechslungsreich, womit man als Leser einfach nur dran bleibt. Und das Ende des Buches, erster Teil einer Trilogie, hält zuletzt auch noch einen ganz besonderen, verstörenden Abschluss bereit, der wiederum mit Bezug auf die vorher erzählte story zum Nachdenken über Zwangsläufigkeiten und moralische Wertvorstellungen heraus fordert. Die eigentliche Tiefe des Werks liegt allerdings darin, wie sich der Autor, der sich jahrelang intensiv mit Nahtoderfahrung und Leben nach dem Tod auseinander gesetzt hat, mal subtil zwischen den Zeilen, mal offen und plakativ über die ausgebreitete komplizierte Gedankenwelt des Hauptprotagonisten, mit seinen ganz persönlichen Ansichten über Liebe, Tod, Sterben und einer möglichen jenseitigen Welt danach auseinandersetzt. Dies geschieht allerdings auf eine so angenehme und unaufdringliche Art und Weise, dass man sich schon während der Lektüre eingeladen fühlt, hier eigene Maßstäbe und Vorstellungen zu verproben. Aus meiner Sicht ein gelungenes, in dieser Form bisher nicht gelesenes, absolut empfehlenswertes Werk für Leser mit einem „Draht“ zu den geschilderten Themenkreisen. Hoffentlich lassen die Publikationen der bereits fertig gestellten Folgebände nicht zu lange auf sich warten.

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    dark_angel

    dark_angel

    21. September 2010 um 15:47

    Riecht es nach verbrannter Lakritze? Im Alter von 22 Jahren entdeckt der junge Philip Goldman, dass er eine ungewöhnliche Gabe besitzt: Er kann den bevorstehenden Tod einer Person riechen. In solchen Momenten riecht diese Person nach verbrannter Lakritze und wenig später ist sie tot. Ist diese Gabe nun ein Fluch oder ein Segen? Doch dies ist nicht das einzige, was Philip von nun an von den anderen Menschen unterscheidet. Denn plötzlich kann er sogar in eine andere Welt gelangen, die "Abgrund" genannt wird. Was mag ihn da wohl erwarten und was hat es mit seiner Gabe wirklich auf sich? Wolfgang Brunner hat einen wunderbaren Auftakt zu einer ganz eigenen Welt erschaffen und den Tod mit all seinen Facetten zum Thema gemacht. In der Ich-Person erzählt Philip Goldman von seiner ungewöhnlichen Gabe und wechselt dabei zeitlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Gegenwart spricht Philip sogar den Leser direkt an und gewährt ihm Einblick in seine Vergangenheit und sein Innerstes. Dadurch erhält der Leser die Gelegenheit, eine völlig neue Welt kennen zu lernen und was es genau mit dem Leben nach dem Tod auf sich hat. Die Charaktere wachsen einem dabei mit jeder Seite mehr ans Herz und man ist immer wieder gespannt, was für Abenteuer auf die Weggefährten warten. Der Autor drängt dem Leser dabei niemals seine eigene Meinung auf, sondern lässt ihn selbst entscheiden, wie viel bzw. ob er den dargelegten Aussagen Glauben schenken will. Schließlich bedeutet für jeden das Thema Tod und deren Auslegung etwas ganz anderes. Der Autor versucht nur eine weitere Alternative aufzuzeigen ohne aufdringlich zu wirken. Den Roman in nur eine bestimmte Genre-Schublade stecken zu wollen, wäre schier unmöglich. Denn dem Autor ist ein Mix aus verschiedenen Genres wie z.B. Mystik, Esoterik, Horror, Thriller, Abenteuer, Realität etc. gelungen, ohne dass die Spannung darunter leidet. Zudem handelt es sich um einen Roman, bei dem der Leser zum Nachdenken angeregt und zugleich unterhalten wird.

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    Evil Island

    Evil Island

    20. July 2010 um 20:48

    Der Schriftsteller Wolfgang Brunner ist 1964 in Freising (nahe München) geboren. Zur Zeit lebt er in Berlin und hat sein erstes Werk „Cryptanus – Der Geruch des Todes“ 2009 beim Projekte-Verlag veröffentlicht. Schon von klein auf, hat sich Brunner mit dem Schreiben beschäftigt und viele Geschichten verfasst. Der Roman „Cryptanus – Der Geruch des Todes“ war von meiner Seite aus mehr ein Blindkauf. Von dem Autor Wolfgang Brunner hatte ich soweit nicht sonderlich viel gehört, auch das Wort „Cryptanus“ war mir nicht bekannt. Trotzdem hat das Buch mein Interesse geweckt. Die allesamt positiven Rezensionen/Bewertungen und der Klappentext haben mich dann zum Kauf verleitet. Es waren erstmal ein paar Tage vergangen bis ich endlich mein Exemplar in der Hand hielt. Verfügbar ist es momentan nur in der gebundenen Ausgabe, diese ist sehr gut verarbeitet, das Bezugsmaterial besteht aus Kunstleder, der Umschlag ist schön gestaltet. Jetzt kommen wir zum wesentlichen: dem Inhalt. Schnell lernen wir unseren Protagonisten kennen, sein Name ist Philip Goldman (mit einem „m“). Philip schreibt die Geschichte aus seiner Sicht nieder, ab und an richtet er auch ein Kapitel an uns und spricht den Leser direkt an, was ihn sehr sympathisch macht. Unsere Hauptperson hat eine besondere Gabe, die er erst mit 22 Jahren entdeckt. Philip kann den Tod riechen! Das ist auf jeden Fall seine Erklärung auf die ersten Geschehnisse. Es funktioniert so, die betroffene Person strahlt einen Lakritz Geruch aus, sobald Philip den riecht, stirbt dieser Mensch binnen weniger Minuten, Stunden oder Tagen. Doch nicht nur der Geruchsinn verändert Goldmans Leben, auch wird er oft beim Schlaf in den sogenannten „Abgrund“ geholt. Der Abgrund ist die Welt der Toten und unsere Hauptperson ist der erste lebende, der diese fabelhafte Welt betritt, wir dürfen dabei sein! Wolfgang Brunner und Philip Goldman nehmen den Leser mit auf eine spannende und fantasievolle Reise, man könnte meinen Brunner hätte diese Geschichte selbst erlebt, so glaubhaft kommt sie rüber. Was es mit dem Geruch auf sich hat und ob er wirklich den Tod riechen kann, warum Philip in die Welt der Toten geholt wird und was der „Cryptanus“ ist beantwortet uns Brunner auf 346 Seiten. Liebevoll zitiert der Autor zum Teil Filme, Lieder und Künstler, so dass man sich tierisch freut, wenn Lieblingsfilme wie „The Return of the Living Dead“ erwähnt werden. Zu Musik hat der Autor sowieso eine große Beziehung , sie hilft ihm beim Schreiben. Die Stücke die dem Autor während des Schreibens begleiten und noch vieles mehr, kann man auch auf seiner Internetseite www.wolfgangbrunner.de nachlesen.

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. June 2010 um 15:42

    Was kommt nach dem Tod? Kein anderes Thema macht gleichzeitig so viel Angst und ist dennoch gleichzeitig so sehr faszinierend. Philip Goldman muss als junger Man entdecken, dass er den Tod riechen kann. Die Gabe entpuppt sich für ihn als Fluch, bis er zu dem Abgrund reist. Hier landen ersteinmal alle Toten. Ein Wesen namens Parr begleitet Philip durch dieses geheime Land, dass so manche Aufgabe für Philip bereit hält und ein Geheimnis, dass zum Sterben schön ist. . . Wolfgang Brunner Debütroman. Laut meinen Recherchen, hat der Tot und die Frage was kommt danach diesen Autor schon ziemlich lange verfolgt. Durch seine Recherchen und Lektüren, sowie dem Hang zum Schreiben, kreierte Wolfgang Brunner sein eigenes "Danach". Das schöne in diesem Buch ist, man wird nicht unbedingt aufgefordert ihm zu Glauben. Man kann dieses Buch als eine Art esoterischen Fantasyroman nehmen, mit ein bisschen Thriller und Mystik, oder aber als ein Buch, dass zum Nachdenken animiert. Wolfgang Brunner hat seinen ganz eigenen Schreibstil. Philip erzählt einem selber seine Geschichte, wechselt von heute nach gestern und zurück und beschreibt manches mit seinem eigenen Witz. Der Leser ist mittendrin im Geschehen und wird förmlich zum Abgrund gezogen. Auch die anderen Charaktere die ab und an auftauchen, gewinnen an Sympathie. Das Buch kreiert seine eigene Welt und ist sehr fantasievoll, teilweise auch anspruchsvoll. Das Buch wurde in Handarbeit gebunden und ist sehr hochwertig was die Qualität angeht. Ein sehr schönes Cover krönt das Buch dazu. Der Tunnel mit dem Licht am Ende. Der Leser kann und darf sich gerne nach der Lektüre selber vorstellen, was dahinter liegt. Ein sehr interessantes Buch, das zum Denken anregt, unterhält und spaß macht zu lesen.

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  • Rezension zu "Cryptanus" von Wolfgang Brunner

    Cryptanus
    BTOYA

    BTOYA

    30. January 2010 um 23:31

    Mit »Cryptanus. Der Geruch des Todes« legt Wolfgang Brunner seinen Debütroman vor. Umso erstaunlicher schien es mir, dass der Autor dafür gleich ein Tabu-Thema wie "das Sterben und den Tod" gewählt hat. Vom Verlag unter der Rubrik ›Science Fiction‹ veröffentlicht, vom Autor selbst einmal folgendermaßen beschrieben: "… ich würde eher sagen, es ist „Real Fantasy“. Obwohl es dieses Genre nicht gibt, halte ich diesen Ausdruck am geeignetsten. Die Geschichte spielt sowohl im echten Leben als auch in einer Welt namens Abgrund, in der sich die Toten aufhalten. Sowohl Liebhaber von Science Fiction und Fantasy wie auch von Liebesgeschichten und philosophischen Erzählungen werden Gefallen daran finden…" und laut Buchrückseite: Was kommt nach dem Tod? Philip Goldman meint, an Menschen ihren bevorstehenden Tod „riechen“ zu können. Zuerst stirbt sein bester Freund, dann seine geliebte Großmutter. In seinen Träumen gelangt Philip in eine Welt, die „Abgrund“ genannt wird. Ein androgynes Wesen namens Parr begleitet Philip durch diese Traumwelt und eröffnet ihm, dass er sich in der Welt der Toten befindet. Es stellt sich heraus, dass Philip nicht den nahenden Tod von Menschen riechen kann. Er kann Seelen, die aus dem Reich der Toten geflohen sind, durch seinen Geruchssinn aufspüren. Diese Seelen nutzen den Augenblick aus, in dem ein Mensch stirbt und ergreifen von dessen Körper Besitz. Philip erfährt, dass Parr eine Art Schutzengel ist. Durch die Erlebnisse im Abgrund kommt Philip dem Geheimnis des Todes ein großes Stück näher. Immer mehr wird er von der Faszination der Welt der Toten ergriffen. Sein Weltbild ändert sich mit jedem Besuch im Abgrund. Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, von dem kein Mensch sich je hätte träumen lassen. Diese Informationen habe ich - durch einen Besuch von Webseite und Forum des Autors – für mich noch ein wenig ergänzen können und so begann ich – neugierig aber immer noch unsicher was mich erwarten würde – mit der Lektüre. Ganz ehrlich? Manchmal sollte man einfach gleich das Buch aufschlagen und sich hineinstürzen ;). Mich erwartete von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur purer Lesegenuss. « (…) Ich hoffe darauf, dass Sie mich und mein Handeln verstehen. Meine Aufzeichnungen klingen an einigen Stellen bestimmt verwirrend und durcheinander. Sie wissen selbst, dass man vergangene Ereignisse immer in einem etwas verklärten Blick sieht und sich meist nur die schönen Dinge herauspickt. Ich werde versuchen, sowohl die schönen als auch die weniger schönen Begebenheiten zu schildern. Sollte Ihnen etwas unlogisch erscheinen, dann ist das nicht die Schuld der Erzählung, sondern meine. Die Geschichte, die ich Ihnen gleich erzählen werde, ist wahr. Was meine Gedanken über die Vorkommnisse betrifft, bin ich mir manchmal nicht mehr sicher, ob mit meinem Kopf noch alles in Ordnung ist, ob ich alles wirklich noch im Griff habe. Wir werden sehen… Ach ja, mein Name ist Philip. Philip Goldman (mit einem N!). Aber die meisten nennen mich Phil Goldmann (mit zwei N!). Nennen SIE mich wie Sie wollen. Namen sind nicht wichtig. Die Geschichte, die ich erzähle ist von Bedeutung… (…)» So lässt der Autor den 42jährigen Erzähler den Prolog im Jahr 2007 beenden bevor Philip den Leser zum November 1987 - dem Beginn seiner Aufzeichnungen – führt und absolut in Bann schlägt. Ungewöhnlich, interessant, spannend, philosophisch, fesselnd, Kopfkino das für den 'Abgrund' gänzlich neue und fremde Bilder entwerfen muss (die meinen waren dann irgendwo zwischen Dali und Dante angesiedelt) und … ja, mit einem wirklich überraschenden Ende – um nicht begeistert 'einem linken Ende'* - zu sagen. (* Wer gerne das Ende zuerst liest - sollte es sich hier auf jeden Fall verkneifen ^) Für mich hat sich damit die Beschreibung der Wortschöpfung „Real Fantasy“ des Autors um weitere Bestandteile wie Thriller und (eine Prise) Horror - oder besser: Grusel - erweitert.

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