Wolfgang Danzmayr

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Autor von Silent Space.

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Silent Space

Silent Space

 (2)
Erschienen am 01.09.2013

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Rezension zu "Silent Space" von Wolfgang Danzmayr

Künstliche Stille
R_Mantheyvor 3 Jahren

Man ist wohl selbst schuld, wenn man sich unter einem Buchtitel etwas vorstellt und dann einsehen muss, dass man dabei ziemlich daneben gelegen hat. In diesem merkwürdigen, aber auch interessanten Bildband geht es nicht um stille Plätze in Salzburg, sondern um eine Art Kunst, die sich mir leider nicht ganz erschlossen hat. Vielleicht steht dahinter auch nur das Bestreben, irgendwie anders zu sein, um aufzufallen.

Der Fotograf Jens Riecke zeigt uns Bilder von Salzburg, auf denen Menschen fehlen. Dabei musste er vermutlich öfter ziemlich früh aufstehen und seine Kamera bald nach Sonnenaufgang in Position bringen. Bis auf eine Ausnahme füllen die Fotografien stets eine Seite des Buches, während das jeweils gegenüberliegende Blatt immer Texte von insgesamt sieben Literaten präsentiert. Dazu heißt es im Nachwort: "Die Arbeiten der Salzburger Literaten füllen die entvölkerten und bedeutungsentleerten Orte mit neuem Sinn." Und weiter: "Der Betrachter erlebt ein Zu-sich-Kommen insbesondere durch die Inspiration und Wechselwirkung mit den Texten der Autoren."

Möglicherweise muss man Salzburger sein, um das zu verstehen. Aber auch das scheint am Ende nicht wirklich klar zu sein. Mir jedenfalls hat sich diese Art von Inspiration leider nicht aufgetan. Einige der Fotos wurden durch den Autor so verfremdet, dass man sie nicht für Dokumente der Gegenwart hält. Auch hier fragt man sich, wozu soll das gut sein? Was will man uns damit sagen?

Wenn sich Jens Riecke dazu entschlossen hätte, seine von Menschen befreiten Fotos unverfremdet und kommentarlos darzubieten, also die Stadt Salzburg einfach aus einer Perspektive gezeigt hätte, die man so noch nicht gesehen hat, dann wäre sicherlich ein viel schöneres Buch entstanden. So fremdelt man etwas mit diesem Werk. Und das liegt auch an den Texten, die nach meinem Empfinden nicht immer zu den Bildern passen wollen und sich beim Betrachten der Bilder in die eigene Gedankenwelt drängeln.

Weniger wäre hier viel mehr gewesen.

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