Wolfgang Hallet

 4 Sterne bei 2 Bewertungen

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Paul Auster: Moon Palace

Paul Auster: Moon Palace

 (2)
Erschienen am 31.10.2008

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Rezension zu "Paul Auster: Moon Palace" von Wolfgang Hallet

Rezension zu "Paul Auster: Moon Palace" von Wolfgang Hallet
DeLioncourtvor 6 Jahren

Fangen wir an mit einem kurzen Statement: An und für sich ein gutes Buch, aber wer empfand es bitteschön als eine gute Idee, das Buch als Pflichtlektüre für eine 11. Klasse fest zu legen?! Auf Englisch!
Die Reaktion meiner Klasse schnell zusammen gefasst: :-(

Marco Stanely Fogg ist wirklich ein armer Bastard. Seine Mutter stirbt, als er elf ist, von seinem Vater hat er nie was gehört. Er kommt bei seinem Onkel Viktor unter, der für ihn seine ganze Familie wird.
Er geht studieren, lernt seinen besten Freund Zimmer kennen und seine große Liebe Kitty. Doch als auch sein Onkel verstirbt, fällt er in ein tiefes Loch, gibt sein ganzes Geld für die Beerdigung aus, bricht das Studium ab, er weigert sich zu arbeiten, hat kein deswegen Geld für Wohnung und Essen und muss schließlich im Central Park hausen. Dort verbringt er den Tiefpunkt seines Lebens, bis seine Freunde ihn finden und aufbauen.
Er bekommt eine neue Chance. Der Job bei Thomas Effing soll ein Schritt in die richtige Richtung sein, aber auch einer in die Vergangenheit.

Ich fand das Buch ganz okay und dabei liegt die Betonung auf ICH! Das Buch bietet keine wirkliche Spannung und ist eigentlich nur ein etwas anderer Lebenslauf eines Versagers, der durch wirklich enorm viele Zufälle seiner Herkunft auf die Schliche kommt.
Der Protagonist wird als ein richtiger Antiheld beschrieben. Es scheint so, als wäre er richtiger Masochist und würde sich und seinem Leben mit Absicht Steine in den Weg werfen, um zu schauen wie weit er so kommt.
Einige Stellen sind auch unlogisch, zum Beispiel muss er mit geschlossen Augen allein zu einem Museum laufen und darf erst wieder sehen, wenn er vor einem bestimmten Gemälde steht. Schon klar, und während er läuft spaltet sich die Menge und die Autos bleiben stehen.
Er philosophiert über sein Leben und kommt zu Schlussfolgerungen, bei denen sich der normale Menschenverstand eigentlich melden und ihn anschreien müsste.
Erst nach dreiviertel des Buches tauchen erste Aha-Momente auf (wie gesagt, das Buch ist nicht spannend). Es wird viel mit Rückblenden gearbeitet, die Gegenwart spielt nur eine nebensächliche Rolle.
Die anderen Charaktere haben keine Tiefe (außer Effing und Barber). Sie werden als nett oder nicht nett beschrieben und haben dem entsprechend stereotypische Eigenschaften. Weitgehend wird auf sie nur oberflächlich eingegangen. Sie sind da, um Marco zu helfen und wenn er sie nicht mehr braucht, verschwinden sie plötzlich, siehe Zimmer. Nachdem er Marco mit allem was er hatte aufgepäppelt hat und ihn bei sich wohnen ließ, ihm Liebestipps gab, ist er, als Marco einen Job bei Effing bekommt, abgeschrieben! Unwichtig!
Effing ist derjenige, der eine Brise schwarzen Humor in die Story bringt. Er zählt die Tage bis er stirbt und lässt sich von Marco Pornos vorlesen. Er beleidigt seine Haushälterin und verschenkt Geld.
Das Englisch ist auch eigentlich nicht so schwer, trotzdem ist es nicht angenehm ein so fades Buch lesen zu müssen. Auf Deutsch hätte es mir bestimmt viel besser gefallen, da die philosophischen Teile verständlicher wären.
Als ein Buch für privates Lesen, wo man sich Zeit lassen kann, in Ordnung, aber als Schullektüre mit Zeitdruck und langweiligen Passagen, in denen er Wolken beschreibt und unzähligen Mondsymboliken eher eine Qual.

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