Wolfgang Herrndorf Arbeit und Struktur

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Inhaltsangabe zu „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf

«Dann Telefonat mit einem mir unbekannten, älteren Mann in Westdeutschland. Noch am Tag der Histologie war Holm abends auf einer Party mit dem Journalisten T. ins Gespräch gekommen, dessen Vater ebenfalls ein Glioblastom hat und noch immer lebt, zehn Jahre nach der OP. Wenn ich wolle, könne er mir die Nummer besorgen. Es ist vor allem dieses Gespräch mit einem Unbekannten, das mich aufrichtet. Ich erfahre: T. hat als einer der Ersten in Deutschland Temodal bekommen. Und es ist schon dreizehn Jahre her. Seitdem kein Rezidiv. Seine Ärzte rieten nach der OP, sich noch ein schönes Jahr zu machen, vielleicht eine Reise zu unternehmen, irgendwas, was er schon immer habe machen wollen, und mit niemandem zu sprechen. Er fing sofort wieder an zu arbeiten. Informierte alle Leute, dass ihm jetzt die Haare ausgingen, sich sonst aber nichts ändere und alles weiterliefe wie bisher, keine Rücksicht, bitte. Er ist Richter. Und wenn mein Entschluss, was ich machen wollte, nicht schon vorher festgestanden hätte, dann hätte er nach diesem Telefonat festgestanden: Arbeit. Arbeit und Struktur.»

Meisterwerk.

— IngmarGregorzewski

Das beste Buch!

— KerstinHerzog

Wow, ein heftiges Buch, das einem vor Augen führt, was ein Glioblastom auslösen kann

— Bibliomania

Vielen Dank für diese Aufzeichnungen und Gedanken Herr Herrndorf!

— HomersEvil

Eins der besten Bücher, das ich seit langem gelesen habe.

— CarolinHafen

Lässt mich mit einem merkwürdigen Gefühl und tief getroffen zurück.

— loveisfriendship

Ein Buch, was unter die Haut geht. Ehrlich, faszinierend, und auf den Punkt gebracht. Ein Highlight meines bisherigen Lesejahres 2016.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein sehr eindringliches, sehr persönliches Buch, das mich tief bewegt hat. Herrndorfs pointierte und intelligente Schreibe wird mir fehlen.

— Kathycaughtfire

Aufrichtig, eindringlich und ein so wichtiges Buch, um die Endlichkeit ein wenig besser zu verstehen.

— BecameInsane

Wer Hadern mit der Welt und dem eigenen Schicksal erwartet, wird enttäuscht werden. Stattdessen ist das Leben mit all seinen Facetten Thema.

— Stefan92

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  • Ein unfassbar intensives Buch

    Arbeit und Struktur

    Duffy

    11. April 2017 um 16:45

    Alle, die erwarten, hier Kerniges vom "Tschick"-Autoren zu lesen, sollten das Buch wieder aus der Hand legen. Die, die im Moment in ihrer Umgebung aktiv mit der Krebskrankheit zu tun haben, sollten sich überlegen, ob sie das Buch wirklich jetzt lesen sollten. Die, die meinen, Herrndorf hätte als "Todeskandidat" den Stein der Weisen gefunden, müssen sich eine andere Lektüre suchen. Dieses Buch ist für alle, die sich eine Vorstellung davon machen wollen, wie man mit dem Unvermeidlichen unter schweren Bedingungen umgehen kann. Also nichts für Voyeure und Theoretiker.Als Herrndorf 2010 seine Tumor-Diagnose bekam, nahm der den Kampf gegen die Krankheit insofern auf, als das er sich Therapiemaßnahmen unterzog. Dass er zu denjenigen gehörte, die bei dem Verlauf der Krankheit länger als der Durchschnitt lebte, hat mit seiner Entscheidung zu tun, die restliche Zeit mit Arbeit zu verbringen. Er vollendete "Tschick" und "Sand" und begann sogar noch einen weiteren Roman. Er tat das mit Konsequenz und Energie, ähnlich wie es seinerzeit der Singer/Songwriter Warren Zevon ebenfalls hinbekam. außerdem schrieb er einen Blog, der nun hier in Buchform vorliegt und seine Zeit nach der Diagnose ausführlich beschreibt. Herrndorf konnte sich immer auf einige gute Freunde verlassen, die seine Aussetzer und Schwachstellen kompensierten. es gelang ihm trotz aller Widrigkeiten, diesen Blog zu einer literarischen Vorlage zu machen, für etwas, das nachdrücklich  Gedanken und Prozesse zu dieser Krankheit deutlich machen kann. Er verwob es mit Stationen seines Lebens in teilweise ganz genauen Erinnerungen und mit Standortbestimmungen, die sich in seiner Laufbahn bis zu diesem Punkt immer wieder verändert haben. Was im Einzelnen die Faszination dieses Werks ausmacht, muss jeder selbst herauslesen. Herrndorfs Positionen sind immer relevant und dazu geeignet, den Leser in jeder Phase einer Selbstkontrolle zu unterziehen. Sicher ein nicht gewollter, aber dennoch existenter Fakt dieser Aufzeichnungen. Der Ton ist nie depressiv, er bleibt sachlich, wo er sachlich bleiben muss und er ist polemisch, manchmal sarkastisch, unterlegt mit einem stillen Humor, der ihm sicher sehr locker von der Hand ging, denn eines hat er immer gewusst: was er nicht wollte. So konnte er sich früh von den Zwängen einer Kunst befreien, die nicht die seine war, weil sie nicht zielführend für sein Schaffen war.Das Buch ist nicht nebenbei zu lesen. Wenn man sich darauf einlassen will, dann sollte man sich Zeit nehmen, weil es fordert. Und es verursacht Emotionen, denen man sich nicht entziehen kann und die man für sich auswerten muss, sonst macht es keinen Sinn.Es ist in dieser Form einmalig, was uns Herrndorf da hinterlassen hat, und es ist schwer, eine Bewertung abzugeben. Aber schon alleine die Wichtigkeit der Existenz machen jede Höchstwertung zwingend. Es ist eines dieser Bücher, wo Stil und Aufbau keine Rolle spielen. Beides ist vorhanden, das macht es doppelt wertvoll.

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  • Arbeit und Struktur

    Arbeit und Struktur

    Bibliomania

    19. September 2016 um 17:15

    2010. Wolfgang Herrndorf erfährt, dass er ein Glioblastom hat. Er hat gute Tage, schlechte Tage, aber er will nicht einfach abwarten, bis es vorbei ist, er beschließt zu arbeiten. Die Arbeit gibt auch ihm Struktur und so erfährt man noch Etliches über "Tschick" und "Sand", auch über seinen letzten unvollendeten Roman, der nun "Bilder deiner großen Liebe" heißt. Man weiß, wie es ausgeht und versucht den Punkt zu entdecken, an dem es wirklich bergab geht. Und Wolfgang kämpft, beschließt aber auch, dass er selbst über seine Ende entscheiden möchte.Absolut eindringlich, teilweise gehetzt, so dass man seinen Empfindungen sehr gut folgen kann, erinnert mich ein wenig an "Leben" von David Wagner, nur dass Wolfgang Herrndorf weniger Glück hat. Ich finde es absolut bemerkenswert so offen über die eigene Erkrankung zu reden/schreiben. Bilder runden das Werk ab, auch ein Gedicht hin und wieder, dass Herrndorf mit "Arbeit und Struktur" enden lässt, führt einem das Bedürfnis vor Augen Struktur im Leben zu brauchen. Ein tolles Buch, das mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird.

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  • eBook Kommentar zu Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf

    Arbeit und Struktur

    gitta

    via eBook 'Arbeit und Struktur'

    Danke, Wolfgang Herrndorf.

    • 3
  • Lesemarathon zu Ostern vom 3. - 6. April 2015

    Panthertage - Mein Leben mit Epilepsie

    Daniliesing

    Ostern rückt immer näher und damit ein schönes, verlängertes Wochenende um mal wieder richtig viel zu lesen! Wir zumindest finden, dass das die perfekte Gelegenheit für einen Lesemarathon ist, bei dem wir uns so richtig Zeit für all unsere tollen Bücher nehmen. Wir freuen uns schon sehr und sind natürlich dabei - ihr auch? Was ist ein Lesemarathon? Bei unserem Lesemarathon kommen wir hier vom 3. - 6. April (Karfreitag bis Ostermontag) zusammen und tauschen uns darüber aus, welche Bücher wir gerade lesen. Der Lesemarathon ist die perfekte Gelegenheit, um sich mal wieder ganz bewusst Zeit fürs Lesen zu nehmen und das gleich für mehrere Tage. Sonst kommt ja doch immer wieder was dazwischen und plötzlich hat man die schöne Lesezeit mit Putzen, Fernsehen usw. verbracht. Natürlich müsst ihr nicht die gesamten 4 Tage durchlesen, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier haben wir dann einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns über unsere Lesefortschritte und die gelesenen Bücher austauschen können. Wie kann man mitmachen? Jeder ist herzlich willkommen hier jederzeit mitzumachen. Einfach drauflosschreiben und dabei sein - wir freuen uns über jeden, der uns ein kleines oder auch großes Stück unseres Lesemarathons begleiten möchte. Für die Abwechslung zwischendurch, werden wir hier im Zeitraum der 4 Tage kleine Fragen oder Aufgaben stellen, bei denen ihr gern mitmachen könnt. Natürlich ist das kein Muss, aber es macht immer wieder viel Spaß, auf diese Weise andere Leser kennen zu lernen, neue Bücher zu entdecken und sich sein eigenes Leseverhalten näher anzuschauen. Selbstverständlich könnt ihr gern auch über eure Blogs und Social Media Kanäle teilnehmen. Verwendet hierbei bitte den Hashtag #lblm - so können wir unsere Beiträge leicht wiederfinden. Jetzt heißt es nur noch, ein paar Tage warten und schon ist unser Lesemarathon da. Wir freuen uns auf viele spannende, berührende, lustige und einfach nur schöne Lesestunden mit euch! PS: Vielleicht wundert ihr euch, warum wir unseren Lesemarathon gerade zum Buch "Panthertage" angelegt haben? Wir möchten euch dieses Buch gern als persönliche Leseempfehlung ans Herz legen. Die Autorin Sarah ist eine ehemalige Kollegin von uns und hat hier fast 4 Jahre mit uns zusammen gearbeitet. Wir sind ganz begeistert von ihrem Buch und sehr stolz! Vielleicht sucht der ein oder andere von euch ja noch passenden Lesestoff?

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    • 734
  • Ein Meisterwerk, das seines Gleichen sucht.

    Arbeit und Struktur

    Klein-Alex

    Ein Tag im März 2010, der alles veränderte. Es begann mit heftigen Kopfschmerzen. Dazu gesellten sich neurologische Ausfallerscheinungen, die heftiger kaum sein können. Erst eine Tasse Tee über die Computertastatur verschüttet, beim hinsetzen den Stuhl anvisiert und direkt daneben gepflanzt, im Badezimmer hingefallen, nicht mehr aus eigener Kraft hochgekommen. Wolfgang Herrndorf robbt mit aller Kraft zum Telefon, informiert die Jungs der Feuerwehr und zack.... von da an beginnt das albtraumhafte Matyrium des Autors. In der Klinik steht fest: Glioblastom. Ein bösartiger HIrntumor. Zu hundert Prozent tödlich. Es ist das Ende der Bohème von Berlin-Mitte, das Ende der leichtfüßigen Jahre eines Schriftstellers, der mit beiden Beinen im Leben stand. "Arbeit und Struktur", viel nüchterner kann ein Buchtitel kaum ausfallen. Aber Herrndorf hat ihn ganz bewusst ausgewählt. In seinem Eintrag vom 21.08.2010 schreibt er: "mir ist nicht klar, wie man aus dieser Nachruhm-Sache irgendeinen Trost ziehen kann. Ich arbeite nur, um zu arbeiten". Sieht man das ganze aus der Perspektive seiner unheilbaren Tumorerkrankung, dann begreift man, welch bemerkenswerte Formulierung er kundtat. Für ihn ist und war das Schreiben eine Art Selbsttherapie, seine Verbindung zum Leben und seine Allzweckwaffe, um Kraft schöpfen zu können. Bei so einer Diagnose würden wir doch alle komplett den Boden unter den Füßen verlieren und nervlich zusammenbrechen. Herrndorf nicht, er bleibt aufrecht, denn er weiß, was er zum Leben braucht: Arbeit und Struktur halt. Wenn man die letzten Aufzeichnungen eines inzwischen verstorbenen Menschen in den Händen hält, neigt man vermutlich zwangsläufig dazu, in einer gewissen Form von Ehrfurcht zu erstarren, statt sie als Vermächtnis begreifen zu können. Das Buch besticht durch seinen besonderen Humor und seine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Unausweichlichen. Herrndorf spricht dort weiter, wo andere verstummen und mit aller Gewalt schweigen. Er nimmt den Leser mit durch die Phasen der Verzweiflung, der Abgeklärtheit und der Distanz. Ich erlebte eine Achterbahn der Gefühle, klammerte mich fest, war ergriffen, emotional erschüttert und musste dann plötzlich loslassen. Für vieles in meinem Leben habe ich nie eine Art Vorbild gehabt, fürs Sterben hätte ich jetzt eins. Und für dieses bin ich sehr dankbar, Fazit: ein Blog, der zu Lebzeiten das Sprachrohr zur Außenwelt darstellte. Ein Buch, das postum ihn populär und in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Ein Wille, welches zum Meisterwerk wurde. In "Arbeit und Struktur" geht es um das große Ganze: das Leben & den Tod. Ich bin beeindruckt, von dem Willen des Wortkünstlers, der in der schwersten Zeit seines Lebens mir am nächsten kam. Danke

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    • 3

    Babscha

    31. March 2015 um 22:15
  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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  • Gewinnt die Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2014!

    Wurfschatten

    Daniliesing

    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen. Unsere Buchtipps: 1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören! Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight! 3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen! 4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen. Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert. 5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt. "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden! 6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile. Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja. 7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen. 8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen! 9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur! 10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt. 11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben … Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind. Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 755
  • Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur

    Arbeit und Struktur

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. September 2014 um 13:15

    Der Versuch, sich selbst zu verwalten, sich fortzuschreiben, der Kampf gegen die Zeit, der Kampf gegen den Tod, der sinnlose Kampf gegen die Sinnlosigkeit eines idiotischen, bewusstlosen Kosmos, und mit einem Faustkeil in der erhobenen Hand steht man da auf der Spitze des Berges, um dem herabstürzenden Asteroiden noch mal richtig die Meinung zu sagen. Für die vermutlich wenigen Leserinnen und Leser, die die Geschichte Wolfgang Herrndorfs und seines vielgelobten Buches »Arbeit und Struktur« noch nicht kennen: Im Februar 2010 teilte man dem Schriftsteller mit, dass er aufgrund eines Hirntumors (Glioblastom) nur noch eine kurze Zeit zu leben habe. Vielleicht noch ein, zwei Jahre, vielleicht etwas mehr, vielleicht auch weniger. Herrndorf beschloss daraufhin, die ihm bleibende Zeit zu sortieren, zu strukturieren und mit Arbeit zu füllen. Er vollendete unter anderem seine Romane »Tschick« und »Sand« und rief mit der Unterstützung von Freunden das Blog »Arbeit und Struktur« ins Leben. Es war zunächst als ein privates Mitteilungmedium geplant. Schnell wurde daraus jedoch eine öffentliche Internetpräsenz von hoher literarischer Qualität und schließlich das hier vorgestellte Buch. Das Wissen, dass unsere Zeit auf diesem Planeten endlich ist, teilen wir alle. Und wohl so gut wie jeder von uns ist ein ums andere Mal darum bemüht, sich diesen Umstand ins eigene Bewusstsein zu rufen, indem wir uns in stillen oder besonderen Momenten an die Worte Horaz‘ erinnern: Carpe diem! Genieße den Tag! Es könnte dein letzter sein. … und danach zu leben versuchen. Wahrscheinlich gelingt uns dies aber nur, wenn wir dem Tod direkt gegenüberstehen, ihm erfolgreich von der Schippe gesprungen sind oder ihn – wie im Falle Herrndorfs – als eine leise, aber zügig vor sich hin rieselnde Sanduhr vor Augen haben. Erst dann sind wir als Erwachsene offenbar in der Lage, unsere Präsenz auf Erden in aller Klarheit zu erfassen, das Leben zu begreifen, sowohl das Wesentliche zu erkennen als auch viele Details, für die wir – in unserem geschäftigen Alltag – zumeist den Blick verloren haben. In seinen Tagebucheinträgen beschreibt Herrndorf eindringlich die Entwicklung seines Krankheitszustandes, seine Träume, seinen Alltag, das Leben mit seinen engsten Freunden, die Reaktionen in seinem Umfeld und wie er der verbleibenden Zeit möglichst viel abgewinnen kann. Er versucht herauszufinden, was ihm wichtig ist, er zählt auf und beschreibt, was er liebt und was ihn nervt. Das Besondere an »Arbeit und Struktur« ist nicht das Thema »Wie gehe ich mit dem nahenden Tod um?«, sondern dass ein Erzählkünstler wie Wolfgang Herrndorf darüber schreibt. Der Inhalt seines Buches mag manchen deprimierend erscheinen, der Ton, den der Schriftsteller anschlägt, schnodderig und arrogant. Doch das Buch ist weder das eine noch das andere. Man muss Herrndorfs politische, soziale und kulturelle Ansichten und Einstellungen nicht teilen, aber er hat nach der schlimmsten aller ärztlichen Diagnosen jenen unverfälschten, unverstellten und rücksichtslosen Blick auf das Leben, den wir uns alle nur allzu oft wünschen. Dass er diesen Blick in seinem Buch mit uns teilt, ist ein Geschenk. Wolfgang Herrndorf wählte am Ende den Freitod. Am 23. August 2013 nahm er sich am Ufer des Berliner Hohenzollenkanals mit einem Revolver das Leben, in einem der letzten Momente, in denen er noch zu eigenständigem Handeln in der Lage war.

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  • unheilbar

    Arbeit und Struktur

    schmoeker-rike

    es fällt mir schwer, für dieses großartige Buch die richtigen Worte zu finden. Ein Schriftsteller, konfrontiert mit der unfassbaren Tatsache, dass er unheilbar an einem Hirntumor erkrankt ist, beschließt, weiterzuschreiben. Er schreibt einen Blog und schildert sein Leben, seinen Umgang mit der Krankheit und ihren Auswirkungen, seinen persönlichen Ausweg aus der Angst. Herrndorf schreibt fesselnd, ehrlich, oft zynisch und nie selbstmitleidig. Sein Blog wird posthum als Buch veröffentlicht, wie er es wünschte. Mich hat dieses Buch berührt wie lange kein anderes.

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    • 4

    Sabine17

    03. May 2014 um 00:26
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