Wolfgang Hirn

 4.2 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Herausforderung China, Angriff aus Asien und weiteren Büchern.

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Wolfgang HirnHerausforderung China
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Herausforderung China
Herausforderung China
 (9)
Erschienen am 01.12.2006
Wolfgang HirnAngriff aus Asien
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Angriff aus Asien
Angriff aus Asien
 (4)
Erschienen am 06.02.2008
Wolfgang HirnDer Kampf ums Brot
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Der Kampf ums Brot
Der Kampf ums Brot
 (3)
Erschienen am 08.06.2011
Wolfgang HirnChinas Bosse
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Chinas Bosse
Chinas Bosse
 (2)
Erschienen am 15.02.2018
Wolfgang HirnDer nächste Kalte Krieg
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Der nächste Kalte Krieg
Der nächste Kalte Krieg
 (0)
Erschienen am 22.01.2015

Neue Rezensionen zu Wolfgang Hirn

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Rezension zu "Chinas Bosse" von Wolfgang Hirn

"Überholen ohne einzuholen"
R_Mantheyvor 4 Monaten

Die Geschichte steckt voller seltsamer Ironie. Die Parole "Überholen ohne einzuholen" stammt vom SED-Bonzen Walter Ulbricht und wurde gegen Ende der 1950-Jahre verkündet. Größenwahnsinnig wie Sozialisten in der Regel sind, dachte Ulbricht, in einem kleinen Land mit 17 Millionen Einwohnern und einer Planwirtschaft, könnten innovative Produkte entstehen, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Das ging gewaltig schief, wie man inzwischen weiß. Doch nun, ein halbes Jahrhundert später, hat die Spitze der Kommunistischen Partei Chinas begonnen, Ulbrichts Parole leicht modifiziert in die Tat umzusetzen. Statt, wie Ulbricht es wollte, bereits vorhandene Technologien zu ignorieren, nimmt man diese her und verbessert sie so, dass innovative Neuigkeiten oder gar neue Produktpakete entstehen. Dazu unten mehr.

Inzwischen kann man die Volksrepublik kaum noch als ein sozialistisches Land bezeichnen, vielmehr herrscht in China ein freigelassener Kapitalismus unter dem Regime einer diktatorisch auftretenden Partei, die eher nationalistisch als kommunistisch ist. Eine solche Struktur ist ebenso einmalig auf der Welt wie dieses Land es ist. Innerhalb von nur knapp zwei Jahrzehnten vollzog die Volksrepublik eine atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung, die sich bis jetzt noch nicht einmal völlig entfaltet hat. China befindet sich auf dem besten Wege, die westliche Konkurrenz in den Schatten zu stellen und eine dominierende Wirtschaftsmacht zu werden.

In diesem Buch kann man sich davon überzeugen. In leicht euphorischer Weise stellt sein Autor die inzwischen zahlreichen chinesischen Unternehmen von Weltrang vor und enthüllt ganz nebenbei die raffinierte Strategie, mit der die chinesische Staatsmacht den Weg zu dieser unglaublichen Entwicklung geebnet hat und weiterverfolgt. Dahinter stecken alte, in der chinesischen Kultur tief verwurzelte Denk- und Handlungsstrategeme, die vom Westen mit seiner typischen Arroganz nicht verstanden werden. Wenn man das Buch kritisieren möchte, dann kann man darauf hinweisen, dass die dunklen Seiten dieser Entwicklung und zahlreiche wirtschaftliche Risiken nicht erwähnt wurden. Es war jedoch nicht das Ziel des Textes, eine umfassende Analyse zu vermitteln. Vielmehr geht es allein darum, die großen chinesischen Unternehmen vorzustellen, ihre Entwicklung zu beleuchten und die Macher dahinter einmal ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Und das ist geradezu hervorragend gelungen.

Der Text befasst sich zunächst mit den vielen IT-Unternehmen Chinas und deren rasantem Aufstieg. Ganz am Ende des Buches findet man jedoch ein Beispiel, das man sehr gut verstehen kann und das die chinesische Strategie geradezu exemplarisch beleuchtet: die Bahnindustrie. Dort steht: "Bis vor 20 Jahren besaß das Land noch ein antiquiertes System, wo altersschwache Lokomotiven unkomfortable Waggons mit einem Stundenschnitt von 40 Kilometern über jahrzehntealte Schienen zogen. Und heute besitzt das Land das größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt – 20000 Kilometer." Da unter anderem Siemens nicht auf den chinesischen Markt verzichten wollte, ging das deutsche Unternehmen auf die Forderung ein, auch die komplette Technologie abzuliefern. Nach nur wenigen Jahren war China dann in der Lage, sämtliche Züge selbst herzustellen. Inzwischen ist das chinesische Unternehmen CRRC das größte Bahnunternehmen der Welt, Siemens nur noch Sublieferant. Da CRRC nicht nur Züge liefert, sondern auch die gesamte Strecke baut (und das zu unschlagbaren Preisen), sind sie inzwischen auch in der Lage die ehemaligen Platzhirsche vom Weltmarkt zu verdrängen. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch in anderen Technologiebereichen ab.

Hinzu kommt dabei noch, dass die Chinesen sich überall auf der Welt seltene Rohstoffe sichern. Sie gehen dabei ganz anders vor als die ehemaligen Kolonialmächte. Wer das verstehen will, kann es im Buch nachlesen oder am Fall der deutschen KUKA nachvollziehen, wo eine ähnliche Strategie gefahren wurde. Kurz gesagt: Die Chinesen machen sich keine Feinde, sondern nutzen die Energien und Möglichkeiten anderer für sich. Wer sich schon einmal mit asiatischen Kampfkünsten und ihren geistigem Hintergrund befasst hat, erkennt diese Strategien sofort. Inzwischen sind die westlichen Industriestaaten außerhalb des schlafmützigen Europas etwas aufgewacht. Um diese für sie sehr nachteilige Entwicklung aufzuhalten, dürfte es jedoch inzwischen viel zu spät sein.

China besitzt viele Vorzüge, die zwar ab und zu im Buch diskutiert werden, jedoch nicht im Vordergrund stehen. Vor allem ist es seine Größe und seine Bevölkerungszahl, die einen gigantischen, hart umkämpften inneren Markt schaffen, auf dem so viel Geld verdient werden kann, dass es leicht ist, danach weltweit zu expandieren. Während insbesondere in Europa Unternehmen mit bürokratischen Regeln zugeschüttet werden, lässt die chinesische Führung staatlichen und privaten Unternehmen viel Freiheit, so lange sie im strategischen Interesse der Volksrepublik handeln. Ausländische Konkurrenz wird einfach abgeblockt. Beispielsweise hat Amazon nie einen Fuß auf den chinesischen Markt setzen können.

Man findet sicher viel Platz für Kritik an diesem System. Doch das alles ist heiße Luft, die niemandem etwas nützt, wenn gleichzeitig immer mehr Marktanteile deutscher Firmen nach China abwandern. Leider scheint die Macht des Faktischen noch nicht in Deutschland angekommen zu sein, obwohl die Situation an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt. Gelingt es den Chinesen nicht, ein Unternehmen zu kaufen, dann kaufen sie eben das Fachpersonal, beispielsweise von BMW.

Dieses Buch zeichnet nicht nur ein Bild von den inzwischen zahlreichen chinesischen Weltunternehmen, sondern auch von der strategischen Vorgehensweise, die es dem Land ermöglicht in einem unglaublichen Tempo seine ehemalige Rückstände aufzuholen und dann dominante Marktpositionen aufzubauen. Wer sich also immer noch im Dämmerschlaf befindet, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.

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Rezension zu "Chinas Bosse" von Wolfgang Hirn

Ein sehr gut gelungenes, informatives, unterhaltsames Werk!
Wedmavor 7 Monaten

„Chinas Bosse“ von Wolfgang Hirn hat mir ausgezeichnet gefallen, daher empfehle ich es wärmstens auch weiter.


Das Buch ist insg. sehr gut strukturiert. Jedes Kapitel hat mehrere kleinere Unterkapitel, die man prima in Pausen, zwischen U-Bahnstationen lesen kann. Diese sind mit einander prima verknüpft. Die Übergänge fließen ineinander, sodass man immer versucht ist, eine weitere Seite umzublättern und noch ein weiteres Unterkapitel zu lesen. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es Fazit, das das Wesentliche der Ausführungen nochmals hervorhebt.


Rund 264 Seiten plus Einleitung sind in 7 Kapitel geordnet, in denen es nicht so sehr um die Bosse geht, wobei um sie natürlich auch, mehr um ihre Unternehmen und um die Wirtschaft in China insg., um ihre Vergangenheit und noch vielmehr um ihre Gegenwart und die Zukunft.


Schon allein wenn man auf das Inhaltsverzeichnis schaut, z.B. auf der Seite des Verlages, bekommt man Lust, das Buch zu lesen, und man wird für seine Neugier mit spannenden Einsichten und reichhaltigen Erkenntnissen belohnt. Jedes Kapitel ist lesenswert: voller Daten, Fakten, schlicht Dingen, die man über chinesische Wirtschaft wissen sollte.


Wie der Autor zu Anfang schreibt: „Es gibt nicht den chinesischen Manager und Unternehmer. Chinas Bosse sind vielmehr ein Mix aus interessanten, aber doch sehr unterschiedlichen Personen und Persönlichkeit.“ S.10. Oft genug liest man über eine klassische Tellerwäscher-Karriere, insb. bei den älteren Bossen: Früher ein Fabrikarbeiter oder ähnl., heute der Geschäftsführer eines bedeutenden florierenden Unternehmens.


In den ersteren Kapiteln erfährt man sowohl etwas zur Entstehungsgeschichte des Unternehmertums in China, als auch das Wesentliche zu stattlichen Giganten, darunter über die Rolle der Partei. Auch über Chinas große Privatkonzerne, über die es auch später noch mehr zu erfahren seinwird, liest man im Kap. 3.  Im nächsten Kapitel geht es um Einkaufslust der chinesischen Neureichen. Gerade Luxusartikeln erleben da einen Boom. Auch Hotels, Immobilien, Grund und Boden, etc. sind beliebte Kaufobjekte der Chinesen. Es wurde auch plausibel erklärt, warum. Im online-Bereich, Kap. 5, geht es auch sehr spannend zu. Hier wird u.a. erzählt, warum die chinesischen Pendants zu den westlichen Suchmaschinen und Social-Media-Kanälen viel fortschrittlicher sind, warum dort online Geschäfte boomen uvm. Ein tolles Unterkapitel über Jack Ma, von dem man auch an weiteren Stellen hören wird. Ähnliches gilt bei den E-Autos, E-Bussen, Flugzeugen, Big Data und künstlicher Intelligenz im Kap. 6.  Im letzten Kapitel wird nachgedacht, was man mit diesen Entwicklungen in Europa anfangen sollte, denn die Situation ist nicht so einfach. Die Chinesen schlüpfen mal in die Rolle eines Entwicklungslandes, wenn es ihren Interessen dienlich ist, sonst können sich manche westliche Unternehmen kaum von ihren Übernahmeangriffen und anderen derartigen Aktionen retten.


Der Text ist sehr gut: griffig, knapp, aber auch sehr zugänglich und prima lesbar geschrieben. Man sieht dem Autor seine profunden Kenntnisse auch an, die er unterhaltsam zu vermitteln weiß. Er erzählt nicht nur über Status Quo, darunter u.a. was Coopetition ist, er zeigt auch die Tendenzen auf, die die Zukunft früher oder später beeinflussen werden.


Spätentens am Ende der Lektüre ist klar: China ist eine aufstrebende Weltmacht. An „Kleingeld“, Know-how, Kapazitäten oder Geschäftstüchtigkeit mangelt es da keineswegs. In den nächsten Jahren wird es spannend, was China in Europa unternehmen wird, welche Übernahmen stehen bevor und wie all dies das Leben der einfachen Bürger beeinflussen wird.


„Wir Europäer stehen in einem Wettbewerb nicht nur zwischen Unternehmen, sondern zwischen zwei Systemen. Das ist die neue Qualität der Auseinandersetzung, an die wir uns erst gewöhnen müssen… Mit dieser Erkenntnis heißt es auch Abschied nehmen von einer positiven wie negativen Illusion über China. Zu lange glaubten viele im Westen, China würde mit steigendem Wohlstand irgendwann wie wir werden… China hat vielmehr seinen eigenen wirtschaftlichen Weg gefunden.“ S. 277.


Das Buch ist schön gemacht: Festeinband in Rot, Lesebändchen passend dazu ebenfalls in Rot, Umschlagblatt. Toll als Geschenk.


Fazit: Ein sehr gut gelungenes, informatives, unterhaltsames Werk über die chinesische Wirtschaft und ihre Bosse. Diese Inhalte sollte jeder kennen. Volle Punktezahl gibt es von mir und eine unbedingte Leseempfehlung!

 

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Rezension zu "Herausforderung China" von Wolfgang Hirn

Rezension zu "Herausforderung China" von Wolfgang Hirn
Mario_Veraguthvor 4 Jahren

Um sich einen Überblick und Grundwissen für eine Vertiefung in Bereichen, die einen persönlich besonders interessieren, zu erlangen, eignet sich Hirns Werk ausgezeichnet. Es schneidet die zentralen Themen kurz und gut erklärt an und weckt Neugier auf mehr.

Erstaunlich ist die Monopolstellung Chinas in der Disziplin, als Weltmacht ein zweites Mal zurück auf die internationale Bühne zu treten. Ein bisher einmaliges Ereignis in der Geschichte, aus der die Chinesen gelernt haben und es somit unwahrscheinlich ist, dass die gesamte Containerschiffflotte versenkt, alle Bootsbauer getötet und die Baupläne verbrannt werden.

Vor allem in Zusammenarbeit mit Indien offenbart sich eine Abdeckung sämtlicher sowohl produktions- als auch dienstleistungsspezifischer Aktivitäten, die in dieser Masse und Wettbewerbsfähigkeit dank unschlagbarer Preise von keinem anderen Staatenbündnis erbracht werden können. Neben der chinesischen Werkbank der Welt, auf der zusehends komplette Industrien aus dem Boden gestampft und der gesamte Produktionsprozess durchlaufen wird, wächst in Indien eine Wissensgesellschaft ungeahnten Ausmaßes.

Auch werden Gentechnik, Klonen und embryonaler Stammzellenforschung keine Ketten wie in Europa und noch weniger Hemmnisse als in Amerika umgelegt, so dass in Dimensionen geforscht werden kann, die weder vom Etat noch von den Forschungsergebnissen her ihresgleichen haben. Asien wird die Vormachtstellung in der künstlichen Modifikation, Entwicklung und Optimierung von Tieren, Pflanzen und auch Menschen halten und weiter ausbauen. Ob zwischen Monsanto im Westen und den chinesischen Gentechnikkonzernen im Osten noch viel unkontaminiertes Leben wird übrigbleiben können, ist angesichts der bisherigen Entwicklungen in den USA wie beim Genraps mehr als fraglich. Ob die selektive Züchtung von Menschen und Manipulation am Erbgut schlimmer wiegt als die irreversible Veränderung der gesamten Biosphäre, liegt im Ermessen und der subjektiven Wahrnehmung des Einzelnen.

Ganz der höflichen, asiatischen Mentalität entsprechend kaschieren die Chinesen nicht nur ihr Wirtschaftswachstum und Währungskurse mit subtilen Mitteln, sondern üben sich in einer permanenten Beschwichtigungspolitik, die einen noch lange andauernden Marsch bis zum Aufholen auf den Westen suggerieren soll.

Auch treten sie nicht mit amerikanischer Plumpheit und Arroganz, sondern in der Rolle des Mediators und Bündnisschmieds im asiatischen und eurasischen Raum auf. Eine Schaffung von neutralen Freihandelsbündnissen, Staatsgemeinschaften und Interessensvertretungen aus williger Vasallenstaaten zielt auf eine langsame, aber langfristige Verschiebung der Machtverhältnisse hin. Scheinbar lassen sich Staaten leichter durch Diplomatie und Bündnispolitik für sich gewinnen als durch militärische Okkupation und Ausplünderung. Unter dem Gesichtspunkt, dass die USA den chinesischen Einfluss speziell in Zentralasien und im Nahen Osten zurückdrängen wollen, lassen sich Afghanistan- und Irakkrieg unter gänzlich neuen Aspekten betrachten. Weniger Krieg gegen Extremisten als viel mehr ein verzweifelter Versuch, sich unter einem unglaubwürdigen Vorwand in möglichst vielen Staaten festzusetzen und sie zu kontrollieren, um einen Schutzwall errichten zu können. Wobei es nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um die Kontrolle der Transportwege geht.

Abseits des militärischen Spektrums unterschreiben auf kurzfristigen Gewinn fokussierte Manager gern jede noch so bedenkliche Klausel. Und wenn man auch Technologietransfers zustimmen, Betriebsgeheimnisse preisgeben, Schlüsseltechnologien bis ins Detail erklären und zu allem auch noch eigenes Schulungspersonal stellen muss, stört es trotzdem nicht. Wenn das der Preis ist, gibt es quasi kein westliches Unternehmen, das sich nicht zu diesem Schritt bereit erklärt. Und damit einer irgendwann überlegenen Wirtschaftsmacht den einzigen Wettbewerbsvorteil bereitwillig gibt. Den noch vorhandenen, aber stetig schwindenden technologischen Vorsprung, der sich zu einem Gleichstand und schließlich Zweitrangstellung des Westens entwickeln wird.

Denn als ob Braindrain und die Verschiebung von Wissenschaft, Forschung und Innovationszentren nach Asien nicht schon schlimm genug wären, führt die hanebüchene Wirtschaftspolitik der Industriestaaten geradewegs in eine europäische und amerikanische Deindustrialisierung. Wenn der gesamte Produktionsprozess ausgelagert, die heimische Wirtschaft und der Sozialstaat zugrunde gerichtet und nur mehr ein Häufchen an verbliebenen Bürokraten und Angestellten in den einheimischen Konzernzentralen übrig sein werden, dürfte ein bitteres Erwachen folgen. Und die Erkenntnis, dass man seine gesamte Technologie, Industrie und Wirtschaftsleistung ausgelagert hat. Durchaus den Gewinn steigernd, aber nur bis zu dem Punkt an dem ein Fels an der Spitze angekommen ist und bergab nur immer schneller wird, bis er irgendwo zerschellt.

Was an diesem 2005 erschienenen Buch besonders beeindruckt, sind seine auf die Zukunft bezogenen, richtigen Schlüsse und Hypothesen, von denen einige bereits eingetreten sind. Einerseits ein Zeichen der Kompetenz und Weitsicht des Autors, andererseits ein zusätzlicher Indikator für die rasante Entwicklung Richtung einer Verschiebung des Machtgleichgewichts Richtung Osten. Sofern nicht unerwartete Katastrophen wie Kriege, Pandemien oder extreme Umweltereignisse einen Dämpfer erteilen oder der Westen durch revolutionäre neue Technologien und Reformen mehr an Boden gewinnt, dürfte der Niedergang des einstigen amerikanisch-europäischen Hegemonialreichs besiegelt sein.

Es steht nur zu hoffen, dass die USA und die EU von den neuen Herrschern nicht dieselbe Behandlung erfahren, die sie dem Rest der Welt Jahrhunderte lang angedeihen ließen. Damals, als sie uneingeschränkt herrschten.

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Morellas avatar
Hallo an alle. Ich hatte gerade eine heftige Diskussion mit einem gute Freund bezüglich Japan und die Wirtschaft, wie auch die BRIC-Staaten. Vor kurzem habe ich "Angriff aus Asien" zu ende gelesen. Kann mir jemand noch ein gutes Buch zum Thema BRIC-Staaten, Japan, etc. empfehlen? Was aktuelles? Ich muss mich damit noch mal beschäftigen. Morella
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