Wolfgang Hirn Herausforderung China

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Inhaltsangabe zu „Herausforderung China“ von Wolfgang Hirn

Weltweit stammt jede zweite verkaufte Kamera, jede dritte Klimaanlage und jeder vierte Fernseher aus dem Reich der Mitte. Ob beim Einkaufen oder beim Tanken: Die Konsequenzen des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas werden enorm und direkt spürbar sein. Und das ist erst der Anfang: Die Volksrepublik ist auf dem Weg zu einer Weltmacht, erst wirtschaftlich, dann politisch und militärisch. In Europa, USA und Japan werden De-Industrialisierung und damit die Massenarbeitslosigkeit sowie die Umweltverschmutzung weiter voranschreiten. Die Preise auf den Weltmärkten, ob für Öl oder andere Rohstoffe, werden explodieren. Ob Verbraucher, Arbeitnehmer oder Manager, wir werden alle die Auswirkungen des chinesischen Wirtschaftsbooms noch sehr viel stärker zu spüren bekommen als es bisher schon der Fall ist.

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  • Rezension zu "Herausforderung China" von Wolfgang Hirn

    Herausforderung China
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    27. February 2015 um 23:16

    Um sich einen Überblick und Grundwissen für eine Vertiefung in Bereichen, die einen persönlich besonders interessieren, zu erlangen, eignet sich Hirns Werk ausgezeichnet. Es schneidet die zentralen Themen kurz und gut erklärt an und weckt Neugier auf mehr. Erstaunlich ist die Monopolstellung Chinas in der Disziplin, als Weltmacht ein zweites Mal zurück auf die internationale Bühne zu treten. Ein bisher einmaliges Ereignis in der Geschichte, aus der die Chinesen gelernt haben und es somit unwahrscheinlich ist, dass die gesamte Containerschiffflotte versenkt, alle Bootsbauer getötet und die Baupläne verbrannt werden. Vor allem in Zusammenarbeit mit Indien offenbart sich eine Abdeckung sämtlicher sowohl produktions- als auch dienstleistungsspezifischer Aktivitäten, die in dieser Masse und Wettbewerbsfähigkeit dank unschlagbarer Preise von keinem anderen Staatenbündnis erbracht werden können. Neben der chinesischen Werkbank der Welt, auf der zusehends komplette Industrien aus dem Boden gestampft und der gesamte Produktionsprozess durchlaufen wird, wächst in Indien eine Wissensgesellschaft ungeahnten Ausmaßes. Auch werden Gentechnik, Klonen und embryonaler Stammzellenforschung keine Ketten wie in Europa und noch weniger Hemmnisse als in Amerika umgelegt, so dass in Dimensionen geforscht werden kann, die weder vom Etat noch von den Forschungsergebnissen her ihresgleichen haben. Asien wird die Vormachtstellung in der künstlichen Modifikation, Entwicklung und Optimierung von Tieren, Pflanzen und auch Menschen halten und weiter ausbauen. Ob zwischen Monsanto im Westen und den chinesischen Gentechnikkonzernen im Osten noch viel unkontaminiertes Leben wird übrigbleiben können, ist angesichts der bisherigen Entwicklungen in den USA wie beim Genraps mehr als fraglich. Ob die selektive Züchtung von Menschen und Manipulation am Erbgut schlimmer wiegt als die irreversible Veränderung der gesamten Biosphäre, liegt im Ermessen und der subjektiven Wahrnehmung des Einzelnen. Ganz der höflichen, asiatischen Mentalität entsprechend kaschieren die Chinesen nicht nur ihr Wirtschaftswachstum und Währungskurse mit subtilen Mitteln, sondern üben sich in einer permanenten Beschwichtigungspolitik, die einen noch lange andauernden Marsch bis zum Aufholen auf den Westen suggerieren soll. Auch treten sie nicht mit amerikanischer Plumpheit und Arroganz, sondern in der Rolle des Mediators und Bündnisschmieds im asiatischen und eurasischen Raum auf. Eine Schaffung von neutralen Freihandelsbündnissen, Staatsgemeinschaften und Interessensvertretungen aus williger Vasallenstaaten zielt auf eine langsame, aber langfristige Verschiebung der Machtverhältnisse hin. Scheinbar lassen sich Staaten leichter durch Diplomatie und Bündnispolitik für sich gewinnen als durch militärische Okkupation und Ausplünderung. Unter dem Gesichtspunkt, dass die USA den chinesischen Einfluss speziell in Zentralasien und im Nahen Osten zurückdrängen wollen, lassen sich Afghanistan- und Irakkrieg unter gänzlich neuen Aspekten betrachten. Weniger Krieg gegen Extremisten als viel mehr ein verzweifelter Versuch, sich unter einem unglaubwürdigen Vorwand in möglichst vielen Staaten festzusetzen und sie zu kontrollieren, um einen Schutzwall errichten zu können. Wobei es nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um die Kontrolle der Transportwege geht. Abseits des militärischen Spektrums unterschreiben auf kurzfristigen Gewinn fokussierte Manager gern jede noch so bedenkliche Klausel. Und wenn man auch Technologietransfers zustimmen, Betriebsgeheimnisse preisgeben, Schlüsseltechnologien bis ins Detail erklären und zu allem auch noch eigenes Schulungspersonal stellen muss, stört es trotzdem nicht. Wenn das der Preis ist, gibt es quasi kein westliches Unternehmen, das sich nicht zu diesem Schritt bereit erklärt. Und damit einer irgendwann überlegenen Wirtschaftsmacht den einzigen Wettbewerbsvorteil bereitwillig gibt. Den noch vorhandenen, aber stetig schwindenden technologischen Vorsprung, der sich zu einem Gleichstand und schließlich Zweitrangstellung des Westens entwickeln wird. Denn als ob Braindrain und die Verschiebung von Wissenschaft, Forschung und Innovationszentren nach Asien nicht schon schlimm genug wären, führt die hanebüchene Wirtschaftspolitik der Industriestaaten geradewegs in eine europäische und amerikanische Deindustrialisierung. Wenn der gesamte Produktionsprozess ausgelagert, die heimische Wirtschaft und der Sozialstaat zugrunde gerichtet und nur mehr ein Häufchen an verbliebenen Bürokraten und Angestellten in den einheimischen Konzernzentralen übrig sein werden, dürfte ein bitteres Erwachen folgen. Und die Erkenntnis, dass man seine gesamte Technologie, Industrie und Wirtschaftsleistung ausgelagert hat. Durchaus den Gewinn steigernd, aber nur bis zu dem Punkt an dem ein Fels an der Spitze angekommen ist und bergab nur immer schneller wird, bis er irgendwo zerschellt. Was an diesem 2005 erschienenen Buch besonders beeindruckt, sind seine auf die Zukunft bezogenen, richtigen Schlüsse und Hypothesen, von denen einige bereits eingetreten sind. Einerseits ein Zeichen der Kompetenz und Weitsicht des Autors, andererseits ein zusätzlicher Indikator für die rasante Entwicklung Richtung einer Verschiebung des Machtgleichgewichts Richtung Osten. Sofern nicht unerwartete Katastrophen wie Kriege, Pandemien oder extreme Umweltereignisse einen Dämpfer erteilen oder der Westen durch revolutionäre neue Technologien und Reformen mehr an Boden gewinnt, dürfte der Niedergang des einstigen amerikanisch-europäischen Hegemonialreichs besiegelt sein. Es steht nur zu hoffen, dass die USA und die EU von den neuen Herrschern nicht dieselbe Behandlung erfahren, die sie dem Rest der Welt Jahrhunderte lang angedeihen ließen. Damals, als sie uneingeschränkt herrschten.

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  • Rezension zu "Herausforderung China" von Wolfgang Hirn

    Herausforderung China
    Wiesnschneckle

    Wiesnschneckle

    15. November 2008 um 14:54

    Wer berüflich oder privat mit Chinesen zu tun hat (keine immigranten nach Deutschland) der wird dieses Buch sehr wertschätzen!

  • Rezension zu "Herausforderung China" von Wolfgang Hirn

    Herausforderung China
    Origamipapillon

    Origamipapillon

    12. April 2007 um 11:51

    Erschreckend auf der einen Seite, da Hirn einen mit Fakten bombadiert, die einem Angst und Bange werden lassen und in Versuchung führen, sich an Castortransporte zu ketten, den Biosupermarkt bis zum eigenen Ruin zu finanzieren und falls das nicht reicht, einfach den Kopf in den Sand zu stecken. Beruhigend auf der anderen Seite, zu wissen, was eigentlich wirklich für Potential und Risiken Chinas Wirtschaftswachstum und Rising Participation birgt. Das Buch setzt sich kompetent und fachkundig mit der "Herausforderung" auseinander und besticht durch seine Objektivität gegenüber hetzerischen Reportagen und plakatierenden Sonderteilen der Sonntagszeitung. Keine Schwere Lektüre und Mammutsabhandlung im Sinne eines Hunntington, aber ebenso bestechend gut geschrieben und eben sogar "bekömmlicher".

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