Der Ruf der Tiefen

von Wolfgang Hohlbein 
2,7 Sterne bei29 Bewertungen
Der Ruf der Tiefen
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Inhaltsangabe zu "Der Ruf der Tiefen"

Seit Urzeiten lebt sie unter dem Antlitz unserer Welt - eine Macht, so abgrundtief böse und gewaltig, dass die Menschheit sie um jeden Preis meiden muss. ... Die Suche nach ihrem verschwundenen Geliebten wird für Janice zum Albtraum. In einem alten Schmugglernest wird sie von gesichtslosen Feinden verfolgt. Da spaltet plötzlich ein greller Blitz den Himmel. Im peitschenden Orkan taucht die bedrohliche Silhouette eines Schiffes aus den Fluten auf und hält direkt auf sie zu. Janice muss erkennen, dass sie etwas geweckt hat, das für alle Zeiten hätte verborgen bleiben sollen ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492280273
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:07.12.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Flohs avatar
    Flohvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr heftig. Das Genre bedient Holbein hier perfekt: Horror-Thrill auf ganzer Linie. Durch Längen und Verschachtelungen ab in die Tiefe...
    Ich hatte Angst.....! Gruselig, komplex, mit einigen Schwächen, aber definitiv Horrorthriller!!!!

    Der bekannte und hochgelobte Fantasyautor Wolfgang Hohlbein betritt mit seinem als Horrortriller tituliertem Werk „Ruf der Tiefen“ ein wirklich schauderhaftes Terrain. Hier bündeln sich sagenhafte Visionen, mit mörderischen Unterwasserwelten, Gefangene der Tiefen und der wahrgewordene Alptraum einer Protagonistin auf der Suche nach dem großen Geheimnis um das Verschwinden ihres Geliebten. … Ein sehr gruseliger, verworrener und schauderhafter Thriller mit einer geballten Ladung Horror und Alptraum. Wolfgang Hohlbein ist bekannt für seinen bildhaften Schreibstil, wenn man Texte aus seiner Feder liest, so setzt sich ein Film in Gang. Doch ob man das hier bei diesen gruseligen und angsteinflößenden Ausformulierungen immer genauso bildhaft und beinahe Dreidimensional sehen mag…, das muss man für sich selbst entscheiden.
    Erschienen im Piper Verlag (https://www.piper.de/)

    Inhalt:
    "Das Geräusch hämmernder Fäuste dringt aus dem Boiler, als Janice nackt in die Wanne steigt. Da wird auch schon die Wohnungstür zertrümmert ... Die Suche nach ihrem verschwundenen Geliebten wird für Janice zum Albtraum. In einem alten Schmugglernest, das eigentlich gar nicht existieren dürfte, wird sie von gesichtslosen Feinden verfolgt. Da spaltet plötzlich ein greller Blitz den Himmel. Im peitschenden Orkan taucht die bedrohliche Silhouette eines Schiffes aus den Fluten auf und hält direkt auf sie zu. Von den Flanken des mächtigen Seglers lösen sich Schemen, die nichts Menschliches an sich haben. Und Janice muss erkennen, dass sie etwas geweckt hat, das für alle Zeiten hätte verborgen bleiben sollen ..."

    Handlung:
    Im Fokus steht hier die junge Janice, eine junge und bodenständige Frau, deren Leben aus den Bahnen geworfen wird, als ihr Lebensgefährte verschwindet. Spurlos, mysteriös. Das einzige, was Janice einen Hinweis auf sein Verschwinden geben könnte, bzw. was ein einziges Motiv für ein Verbrechen wäre, sind finanzielle Unregelmäßigkeiten und fließende Geldbeträge von denen Janice zuvor nichts wusste. Hat sie ihrem Mann doch nur vor den Kopf geschaut? Steckt er in einem Sog aus verbrecherischen Tätigkeiten? Kannte sie ihn überhaupt richtig? Für die junge Frau unvorstellbar. Hier steckt mehr dahinter als nur eine kriminelle Ader ihres Gatten. Um all die bösen Anschuldigungen um sein Verschwinden zu widerlegen und hinter das Rätsel, dass das Verschwinden ihres Mannes umgibt, auf die Spur zu kommen, begibt sich Janice selbst an die Lösung des Falls. Sie will ihren Mann finden. Auf ihrer Suche nach Antworten wird Janice von Steve begleitet, was sich als Fluch und Segen zugleich erweist. Janice hat einzig diese mysteriöse Karte, die ihr einen Weg zu ihrem Mann aufzeigen könnte. Doch dieser genannte Ort auf dieser Karte scheint eine Utopie zu sein. Niemand kennt diesen und niemand nimmt ihre Suche für bare Münze. Auf ihrer Suche durch zahlreiche Küstenstädte begegnet sie immer wieder einer Vision von einem riesigen Schiff auf hoher See. Ein Geisterschiff. Knarrend, wankend und schemenhaft. Später wird Janice auch noch als tollwütig bezichtigt und diese Seuche bei ihr durch einem Arzt diagnostiziert. Für Janice ist spätestens jetzt klar, dass sie und auch ihr Mann Opfer einer bösen Verschwörung geworden sind. Ihr bleibt einzig die Flucht, eine Flucht, die sie zu ungeahnten Welten und Untiefen führt…

    Dabei nimmt sie immer wieder seltsame Dinge, Visionen und Vorboten des Bösen (Ruf der Tiefen) in Zusammenhang mit Wasser war. Grüne tentakelartige Stränge scheinen aus dem Wasser zu kommen und in traumartigen Visionen sieht sie entstellte Menschen und Wesen mit riesigen Tentakeln, denen sie dann auch noch begegnen soll.

    Ein Horrorstreifen voller Nervenkitzel, Schaudern, Unwohlsein, Spannung und Trugbildern die zu wahren Gefahren werden. Nicht nur für Janice. Janice wird von bösen und beängstigenden Visionen gepackt, die auch dem Leser arg zusetzen und ihn an den Rand des tollwütigen Wahnsinns treiben und zu Taten animieren, die man niemals für möglich gehalten hätte…

    Schreibstil:
    Der Schreibstil des Autors Wolfgang Hohlbein wird besonders im Genre Fantasy als sehr lebendig, bildhaft und filmreif beschrieben. Auch in diesem Genre Horrorthriller gelingt es ihm spielerisch Bilder und reale Kulissen und Szenen zu erzeugen. Das macht den Thriller zu einem wahrhaftigen Horrorwerk und Alptraum. Brrrr. Im Vergleich zum weiteren Verlauf der Handlung, beginnt das Buch, trotz des verheißungsvollen Prologs recht sanft und erzählerisch. Später entwickelt der Plot ein Eigenleben und die Kreaturen, Visionen und Ausformungen der Tiefe rauben dem Leser den letzten Schlaf. Gruselig. Für mich leider schon ein Alptraum aus entstehenden Bildern und Themenmaterial. Gänsehaut und Nervenkitzel wie im Film. Diese Bilder brennen sich ein, wie die langen Fangarme der Unterwasserwesen, die einem packen und dich einwickeln und verschlingen. … Autor Wolfgang Hohlbein überzeugt in seinem Genre für einen Horror-Thriller und glänzt mit Talent und authentischer Recherche und Sprache. Diese beklemmende Stimmung, diese Angst, Furcht, Geheimniskrämerei und der Sog der Tiefen, hat Hohlbein real und erlebbar eingefangen. Man windet und schwindet mit der Protagonistin Janice, man taucht ab in eine andere fantastische Welt voller Horrorelemente und Verschwörungstheorien. Der Autor zeichnet sich wieder einmal durch enormes Geschick aus, Bilder und Kulissen greifbar zu beschreiben und für eine Atmosphäre der Spannung und des Grusels zu sorgen.



    Schauplätze:
    Hier glänzt der Autor mit gutem Geschick, ein besonderer Pluspunkt, wenn es dem Leser nicht zu viel wird. Denn nicht nur die idyllische Atmosphäre wird spürbar geschildert, sondern auch die Orte der Dunkelheit, der Wesensänderung, der Verschwörungen und die Orte der Tiefe. Das Tor zur Hölle, welches seit Urzeiten verschlossen war… Wolfgang Hohlbein den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA in Szene. Die Anfänge der Industrialisierung. Hie und da gibt es tatsächlich noch unentschlossene Gegenden, noch unentdeckte Fleckchen Erde auf der Landkarte. Unwegbar, irden und unberührt. Einsam. Mit dem Charme dieser Zeit liebäugelt der Roman an vielen Stellen und Wolfgang Hohlbein tut einiges dafür, dass das auch genauso rüberkommt. Schauplätze und Szenen werden plastisch und lebendig beschrieben, was das Eintauchen in die Welt erheblich erleichtert. Die zentrale "Verschwörung", in welcher viele der seltsamen Ereignisse begründet liegen, ist genau so ungewöhnlich wie morbide faszinierend. Hohlbein setzt die Orte der Machenschaften in Szene, er bringt historische Facetten, Gruselelemente und Nervenkitzel sehr gut in den Thriller ein, zudem spielt der Autor mit bekannten Städten, Stationen und Einrichtungen, was mir sehr gut gefällt. Äußerst interessant und für mich eine tolle Besonderheit in dem eher düsteren Charakter des Werkes sind die kleinen Alltäglichkeiten und Ruheoasen, sowie die Entschlossenheit auf der Suche nach dem Angetrauten. Der Autor bietet aber nicht nur örtliche Kulissen, er bietet dem Leser auch einen Blick in die Welt von verborgenen und bösartigen Seelen und Wesen. Das Tor zur Hölle. Hier hat der Autor W. Hohlbein eine galante Mischung aus Haupt- und Nebenrollen erschaffen, aus Fiktion, Fantasy und reinstem Horror, die sich gut in die Schauplätze fügen und zu einer runden, jedoch grausamen und gruseligen Story verwoben werden.

    Meinung:
    Leider hat mich dieser Horrorthriller nicht ganz überzeugen können. Für mich sind die detaillierten Beschreibungen und Ausführungen von einzelnen Szenen, den vielen Wiederholungen, stellenweise sehr ausschweifenden Passagen und das immer wieder Draufstoßen auf Schlüsselszenen etwas too much. Hier hätte diesem Werk etwas weniger sehr gut gestanden. Vieles liest man einfach zweimal, da der Autor den Leser unbedingt mit der Nase darauf stoßen möchte, was gar nicht nötig ist, da sich die Passage schon bei der ersten Annäherung und Schilderung eingebrannt hat. Viele Sätze sind auch sehr verschachtelt und enorm lang. Vielleicht möchte der Autor diesen Umstand durch spätere wiederkehrende Wiederholungen abmildern. Aber wozu diesen komplizierten Weg? Dass ist eigentlich mein größtes Manko in der Umsetzung. Die Story finde ich richtig gut, die Idee ist wirklich packend und gruselig. Dem Genre gerecht. Da hat der Autor einfach ein sehr gutes Gespür für Fantasy, Fiktion und Grusel samt Nervenkitzel und Gänsehaut.
    Großer Pluspunkt ist für mich die ewige Spannung, die fast das ganze Buch einnimmt. Der Leser wird durch Neugier durch die Seiten getrieben. Die ersten Zeilen des Buches, sowie der vielversprechende Klapptext sind eine kleine Prüfung für den Leser. Ob man nach dem Lesen jedoch jemals wieder ein wohliges Vollbad nehmen wird???? Das bleibt die ungewisse Frage!

    Autor Wolfgang Hohlbein hat auch im Genre Horror und Thriller durch seinen ungefilterten und bildhaften Schreibstil einen einmaligen Wiedererkennungswert erlangt. So habe ich bisher nur Stephen King mit seinem Horror erlebt und gelesen, auch wenn man beide Stile keinesfalls im Kontext sehen kann. Jeder hat für sich seinen eigenen wiedererkennungswert und seine eigene persönliche Marke, die einfach unverfälschlich ist. Dieser Roman ist ein Wagnis, denn er bietet gleich zweierlei: Horror und Thriller. Das ist schon eine Nummer. Der Leser muss sich darauf einlassen können. Ich brauche sicherlich jetzt erstmal eine Holbein-Pause. Doch eine bedeutende Marke hat sich dieser grandiose Autor neben seinem Genre Fantasy nun auch im Bereich Horrorthriller schon gesichert. Neben dem fulminanten Showdown hat das Buch einen ansprechenden historischen und auch fantastischen Touch. Das zeigt sich gerade an den Schauplätzen, Namen, Kreaturen und den bösen Mächten der Urzeit und den verschwörerischen Gepflogenheiten. Zudem hat er tolle Schauplätze und sehr intensiv und eindringliche Charaktere erschaffen. Eine Mischung aus Sympathie, Unverständnis, Überraschungen und Verständnis. Sehr gekonnt abgestimmt. Provozierend, abstoßend, grauenhaft, böse, dunkel, mahnend, verstörend und entsetzlich…

    Der Autor:
    „Wolfgang Hohlbein, Jahrgang 1953, war Industriekaufmann, bevor er 1982 mit seinem Debüt »Märchenmond« einen Autorenwettbewerb gewann. Seitdem schreibt er einen Erfolgsroman nach dem anderen und gilt als der Großmeister der deutschen Phantastik. Titel wie »Die Tochter der Himmelsscheibe«, »Das Avalon-Projekt« sowie der »Enwor«-Zyklus wurden bei Piper zu Bestsellern. Zuletzt erschienen »Die Kriegerin der Himmelsscheibe« sowie sein Schlüsselwerk »Infinity. Der Turm«. Wolfgang Hohlbein lebt mit seiner Familie und vielen Haustieren in der Nähe von Düsseldorf.“

    Cover / Buch:
    Das Cover, so besonders wie speziell. Das Cover zog direkt meine Blicke an, es passt zum Inhalt und rundet dieses Gruselkabinett der Alpträume, Verschwörung und Macht des Bösen unheimlich stimmig ab. Trotz der 560 Seiten liegt der Roman sehr gut in der Hand und sieht nach dem Lesen noch aus wie neu. Die Seiten sind wunderbar fest und das Buch von hoher Qualität.

    Fazit:
    Dieser Horrorthriller geht tief. Gruselig, schauderhaft und angsteinflößend. Es erfüllt sein Genre und lockt mit schlaflosen Nächten. Wird man sich jemals wieder trauen ein Vollbad zu nehmen?... 3,5 Sterne gebe ich für diesen mit Schweißfilm- und angstgeweideten Augen erzeugenden Horrorthrill.

    Kommentare: 6
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    derMichis avatar
    derMichivor 3 Jahren
    Naja ...

    Im Buch braucht man einen Moment bis man dahinterkommt, aber diese Geschichte spielt zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA. Da gibt es noch unentdeckte Fleckchen auf der Landkarte, die noch nicht von Eisenbahn und Asphaltstraßen erreicht wurden. Mit dem Charme dieser Zeit liebäugelt der Roman an vielen Stellen und Herr Hohlbein tut einiges dafür, dass das auch rüberkommt. Schauplätze und Szenen werden plastisch und lebendig beschrieben, was das Eintauchen in die Welt erheblich erleichtert. Die zentrale "Verschwörung", in welcher viele der seltsamen Ereignisse begründet liegen, ist genau so ungewöhnlich wie morbide faszinierend. Ab etwa der Hälfte des Buches muss man über die wahre Bedeutung des Titels noch einmal gründlich nachdenken.
    Bis man zu den spannenderen Teilen der Handlung kommt, sollte allerdings mit Geduld gelesen werden. Oft wird ausführlichst beschrieben, was auch in wenigen verständlichen Sätzen hätte gesagt werden können. Manche Satzmonster dürfen sich über bis zu neun Zeilen (!) erstrecken, wofür jeder erfahrene Lektor einem jungen Autor längst auf die Finger gehauen hätte. Der Aufbau der Geschichte lockt den Leser beständig weiter, fällt aber zwischen seinen aufregenden Teilen immer wieder derart ab, dass man ab und zu gerne eine Pause einlegen möchte. Janice gerät in Gefahr, entdeckt ein Geheimnis, hat scheinbar Beweise und niemand glaubt ihr. Nach diesem Muster geht es lange Zeit weiter, was auf Dauer ermüdend wirkt. Steve ist als unentschiedener und unklar positionierter Charakter weit weniger spannend als er sein könnte, seine Handlungen bei weitem nicht immer nachvollziehbar. Dazu kommen mehrere ärgerliche typografische Fehler, durch die auch mal jemand statt der Stirne "die Stimme runzelt" (S. 483).
    Somit bleibt "Der Ruf der Tiefen" zwar ein ganz nettes Buch für zwischendurch, aber weniger ein literarisch anspruchsvolles Werk. Für die Gewisse Portion Mystery ist definitv gesorgt, das Abenteuer schleppt sich aber zu lange müde dahin.

    Seitenzahl: 560
    Format: 13,6 x 21,7 cm
    Verlag: Piper

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    Soerens avatar
    Soerenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Grusel-Abenteuer-Odyssee aus dem Hause Hohlbein
    Mysteriöse Odyssee durch Neuengland

    Die Grundhandlung erinnert ein wenig an Hohlbeins inzwischen beinahe zum Klassiker mutierten „Hexer von Salem“-Geschichten, in denen der Protagonist bzw. in dem Fall die Protagonistin durch kleine verschlafene Küstenstädte reist und versucht, einem dunklen Geheimnis (über die Großen Alten) auf die Spur zu kommen. Über Magie, wie Robert Craven sie nutzt, verfügt die Heldin Janice zwar nicht, dafür aber um eine Zähigkeit, die viele anderen vor Neid erblassen lässt. Deshalb macht es auch Spaß, sie bei ihrem Erlebnissen zu begleiten. 

    Zäh und hartnäckig sind allerdings auch ihre Verfolger. Keine fünfzig Seiten vergehen, in denen Janice nicht von einem von ihnen aufgespürt und meist auch gefangen genommen wird. Was meiner Meinung auch der einzige Schwachpunkt des ansonsten 558 Seiten langen Romans. Ein bisschen weniger derartige Verwicklungen wären nicht schlecht gewesen.

    Ansonsten möchte ich nur noch anmerken, dass ich recht positiv davon überrascht war, dass „Der Ruf der Tiefen“ quasi eine direkte Fortsetzung von Hohlbeins 1998 erschienen Horror-Romans „Wyrm“. Im zuerst erschienen Buch drehte sich alles um Landvermesser Joffrey Coppelstone, im neuen Werk begleiten wir seine Verlobte Janice, die sich auf die Suche nach ihm macht. Um „Der Ruf der Tiefen“ zu verstehen, muss man „Wyrm“ zwar nicht gelesen haben, dennoch schadet es für das Verständnis nicht.

     

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    Webbees avatar
    Webbeevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Hohlbein, den es zu lesen lohnt. Man sollte sich einfach die Zeit nehmen und es genießen.
    Der Ruf der Tiefen

    Janice’s Verlobter Joffrey verschwand vor gut einem Jahr spurlos irgendwo in Neuengland. Gemeinsam mit dessen guten Freund und Kollegen Steve, versucht Janice, ihn aufzuspüren, denn im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten glaubt sie nicht, dass Joffrey in unlautere Geschäfte verwickelt war und deshalb auf Nimmerwiedersehen untergetaucht war – und das so kurz vor ihrer Hochzeit.
    Es ist ein Ort namens Magotty von dem Joffrey in seinem letzten Brief schrieb und diesen versuchen Janice und Steve zu finden. Doch so sehr sie sich auch bemühen – einen solchen Ort gibt es nicht, hat es nie gegeben. Auf Nachfragen begegnet man ihnen mit offener Ablehnung und vor allem mit Warnungen. Doch Janice gibt nicht auf und bringt sich durch ihre hartnäckigen Ermittlungen in höchste Gefahr. Plötzlich wird sie in ihren eigenen vier Wänden angegriffen – nicht von einem Menschen, sondern von Etwas! Etwas das aus dem Boiler in ihrem Badezimmer zu kommen scheint und es fast schafft, sie in ihrer eigenen Badewanne zu ertränken. In Ihrer Wohnung ist sie nicht mehr sicher. Also macht sie sich auf den Weg an die Küste, um den geheimnisvollen Ort zu finden, an dem ihr Verlobter verschwand. An der Küste angekommen, spürt sie die Bedrohung und eine unerklärliche Fremdartigkeit. Sie sieht Dinge, die es nicht geben kann und ist sich der Gesundheit ihres eigenen Geistes nicht mehr sicher. Eine unheimliche Macht aus den Tiefen des Meeres scheint immer mehr an Präsenz zu gewinnen. Je mehr Janice nachforscht, desto schlimmer wird es. Janice bringt nicht nur sich selbst, sondern die ganze Welt in höchste Gefahr.

    Wer schon mal einen Hohlbein gelesen hat, wird wissen, dass extrem detaillierte Umgebungs- oder Gemüts-Beschreibungen (die sich durchaus seitenlang hinziehen können) bei ihm einfach dazu gehören. Der eine mag genau das – der andere nicht. Wenn man sich ein Buch von ihm zulegt, weil das Thema einfach spannend und interessant klingt, muss man sich dessen jedenfalls bewusst sein und darf nicht erwarten, dass Herr Hohlbein plötzlich kurze Sätze und Actionszenen wie ein Maschinengewehr herunter rattert.
    Ich bin kein Fan ausufernder Beschreibungen, finde aber die Ideen von Hohlbein immer wieder großartig, sodass ich es ab und zu wage, mir ein Buch von ihm zu genehmigen. Der Ruf der Tiefen war so eines und ich habe es nicht bereut.
    Es wird nicht konkret darauf eingegangen, in welcher Zeit die Geschichte um Janice, ihren Verlobten und die monströse Bedrohung spielt – ich vermute um das Jahr 1900 oder früher – aber hier passt Hohlbeins Stil einhundertprozentig.
    Die damalige Zeit erscheint dem heutigen Leser extrem langsam. Nichts und Niemand war vernetzt, selbst ein Telefonat war etwas Außergewöhnliches, von schnellem Reisen ganz zu schweigen. Dafür waren den Menschen viel mehr gesellschaftliche Zwänge auferlegt, an die man sich auch in der ausweglosesten Situation noch hielt, um nicht irgendwann in Schande leben zu müssen. Genau das (und auch den Gemütszustand einer jungen Frau aus gutem Hause, die gerade den absoluten Horror erlebt) kann Hohlbein durch seine äußerst feinsinnigen Beschreibungen sehr gut vermitteln. Einige Szenen in dem Buch bringen den Leser zum Schaudern und dürften sogar eingefleischte Horror-Fans erfreuen – doch plumpe Beschreibungen von Gemetzel, Blut und fliegenden Körperteilen sind dafür gar nicht nötig. Der Nervenkitzel ist eher subtiler Natur. Aufgrund der vom Autor kontinuierlich aufgebauten Atmosphäre einer düsteren Bedrohung, reichen manchmal schon ein paar gluckernde Geräusche in der Dunkelheit aus, um dem Leser eine Gänsehaut zu bescheren.
    Nichtsdestotrotz hatte das Buch auch genau das zu bieten, was ich mir erhofft hatte: monströse Gestalten, ein dunkles Geheimnis, Action und Spannung und jede Menge Tragik.

    Fazit: Ein Hohlbein, den es zu lesen lohnt. Man sollte sich einfach die Zeit nehmen und es genießen. 

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    anra1993s avatar
    anra1993vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ganz okay, leider hielt sich die Spannung in Grenzen und ein paar weniger Seiten hätten auch gereicht.
    Der Ruf der Tiefen

    Klappentext

    Seit  Uhrzeiten lebt sie in den Tiefen der Ozeane - eine Macht, so bösartig und gewaltig, dass der Mensch sie um jeden Preis meiden muss, will er nicht seinen eigenen Untergang heraufbeschwören. Doch die junge Janice stößt auf der Suche nach ihrem verschwunden Geliebten das Tor zu der verbotenen Welt auf - und erweckt den uralten Feind.. Und ein Jahrtausende alter Schrecken.

    Meine Meinung

    Das Cover finde ich interessant, wenn auch kein wahrer Hingucker. Das Düster passt ziemlich gut zu der Handlung und auch das Schiff darauf spielt eine wichtige Rolle. Ebenso die Krake, die man darauf vorfindet.

    Den Klappentext finde ich gut getroffen. Er verrät nicht zu viel und lässt die Neugierde hochschnallen.Die Charaktere waren mir persönlich zu oberflächlich beschrieben. Über Janice weiß ich einen Teil und über Steve fast gar nichts, obwohl sie mich fast das ganze Buch über begleitet haben. Zu dem hat mich der ein oder andere Charakter auch etwas genervt.Die Spannung schwankte, wie oben schon genannt, zwischen langatmig und spannend. Ich persönlich hätte einige Seiten weggelassen. Dort ist mir aufgefallen, dass der Autor einfach viel zu viel ausgeholt hatte und dadurch die Handlung unnötig in Länge gezogen. Ich hatte oft das Gefühl, dass dadurch Seiten gefüllt worden sind, ohne das sie wirklich nötig waren. Ich habe zwar das Buch bis zum Ende gelesen, hätte aber auch mühelos einige überspringen können und trotzdem bestimmt noch der Handlung folgen können.  Aber natürlich gab es auch spannende Situationen. Vor allem dann, wenn Janice auf etwas trifft, was undefinierbar ist und ich hier nicht weiter erläutern kann.
    Aber im Großen und Ganzen war ich ziemlich enttäuscht von dem Buch. Ich hatte wesentlich mehr erwartet.

     

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    Kaisus avatar
    Kaisuvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Kann leider nicht mit den bisherigen Hohlbein-Werken mithalten.
    "Der Ruf der Tiefen"

    Das letzte Buch, was ich von Wolfgang Hohlbein gelesen habe, war "Infinity - Der Turm". Ein gewaltiger Fantasy-Epos, in dem sich alles um einen mystischen Turm dreht, der bei weitem nicht so normal ist, wie man im ersten Moment glauben mag. Doch gerade diese Entführung in eine andere Welt, die so glaubhaft dargestellt ist, dass man sich perfekt reinfühlen kann, fasziniert mich an dem Schreibstil von dem deutschen Autor aus Weimar.
    Somit hatte ich natürlich gewisse Erwartungen und Hoffnungen an sein neustes Werk "Der Ruf der Tiefen".

    Das Cover sagt schon einiges über den Inhalt des Buches aus. So sieht man einen riesigen Kraken, der ein Schiff in Beschlag nimmt. Die Grafik erinnert an H.P.Lovecraft und seinen Cthulhu-Mythos. Eine Welt, in die Hohlbein sehr gerne eintaucht. So hat er dies bereits in "Der Hexer von Salem" getan. Eine Reihe, die ich jedem Horror-Liebhaber nur ans Herz legen kann.
    Somit möchte er die Leser nun wohl erneut in diese schaurige Welt eintauchen lassen, die durchaus für schlaflose Nächte und der Angst vor Dunkelheit sorgen kann.

    Der Inhalt ist schnell erzählt. So geht es um die junge Dame Janice Land, die ihren Verlobten Joffrey Coppelstone vermisst. In einem letzten Brief berichtet er von seiner Arbeit und dem seltsamen Ort namens Magotty, an dem er gelandet ist um einen Auftrag seiner Firma zu erledigen. Bereits seit einem Jahr ist er nun schon verschwunden und während Joffrey's bester Freund Steve Waiden sich mit dessen Tod abgefunden hat, will Janice die Hoffnung nicht aufgeben, solange sie keine Leiche vor sich liegen hat. Entsprechend reagiert sie recht ungestüm, als man ihr erklären will, dass es keinen Ort namens Magotty in Neuengland gibt. Nachdem sie dann auch noch eine seltsame Begegnung in ihrem heimischen Bad macht, der ihr ganz und gar nicht geheuer ist, beschließt sie, sich selbst auf die suche nach der Stadt zu machen. Schließlich war Joffrey nicht krank im Kopf. Warum sollte er ihr Lügen erzählen? Sie wollten heiraten!

    Steve versucht vergeblich ihr diese Reise auszureden und so begleitet er Janice, bei ihrer Suche nach der Wahrheit. Dabei stolpern sie desöfteren über Ungereimtheiten und Begegnungen, die vor allem Janice an sich zweifeln lassen. Keiner außer ihr will die wabbeligen Wesen gesehen haben, die aus dem Boiler im Bad kamen. Keiner will das riesige eiserne Schiff gesehen haben, was draußen im Sturm unheimlich auf der unruhigen See drohnte. Keiner sieht ihre nächtlichen Besucher oder gar die krakenähnlichen Wesen, die ihr am Strand aufgelauert haben. 


    "Aber sie hatte es gesehen! Sie war doch nicht verrückt!"  (S. 105)
    Eine Krankheit wird ihr angedichtet und so ist Janice nahe dran, es selbst zu glauben. Doch dann ereignet sich ein Zwischenfall, der sie nur in ihrem Gesehenen bestätigt und auch den Glauben darin stärkt, dass ihr Verlobter noch am Leben ist. Ein harter Kampf um Hoffnung und Vertrauen ins sich selbst beginnt.

    Janice ist eine Figur, wie ich so noch nicht erlebt habe. Einerseits ist sie sehr selbstbewusst und von sich überzeugt. Für eine junge Frau, die zur Zeit der Industrialisierung auf sich selbst gestellt ist, ist das nicht selbstverständlich. Andererseits wirkt sie sehr arrogant und ungestüm. So hat man zeitweise das Gefühl, dass ihr vollkommen egal ist, wie ihr Umfeld sie wahr nimmt. Dankbarkeit scheint ihr meistens ein Fremdwort zu sein. Janice glaubt das sagen zu haben, doch immer wieder wird sie des besseren belehrt, wenn ihr Steine in den Weg gestellt werden. In solchen Momenten reagiert sie sehr undamenhaft und lässt ihrer Wut freien Lauf. Besonders in Form von Worten.
    Ihr treuer Begleiter Steve, der von ihr oft als "dumm" dargestellt wird, wirkt eher tollpatschig und verwirrt. Obwohl nicht er diese schaurigen Begegnungen erlebt, sondern Janice.
    Doch gegen Ende des Buches zeigt er dem Leser, was wirklich in ihm steckt. Die Rollen werden hier quasi vertauscht, wenn es zum Showdown kommt.

    Zum Schreibstil könnte man jetzt sagen: Er ist so wie immer bei Hohlbein. Doch das klingt für meinen Geschmack zu fad und einseitig. Natürlich bekommt man den typischen Schreibstil mit langen Sätzen und Beschreibungen präsentiert. Dennoch finde ich nicht, dass man alles über einen Kamm scheren kann, gemäß dem Motto: "Kennst du ein Buch, kennst du alle."
    Jedes Buch von ihm hat seinen eigenen Stellenwert. So ist das eine besser, das andere schlechter verpackt. In "Der Ruf der Tiefe" merkt man deutlich Hohlbeins Liebe zu den H.P.Lovecraft Erzählungen. Schließlich kommt nicht nur "Neuengland" darin vor, sondern auch die "Tiefen Wesen". Amphibienartige feuchte Geschöpfe, die für Ekel und eine verständliche Wasserscheuheit bei Janice sorgen. Trotz der guten Erklärungen und Beschreibungen der Szenen in denen die Tiefen Wesen zu Wort kommen, will kein richtiger Schauer beim Lesen aufkommen. Man nimmt es auf, kann es sich wunderbar vorstellen, verspürt die gleiche Abneigung wie Janice und dennoch schockiert es einen nicht so wie erhofft.
    Mir fehlte hier einfach der Horror-Touch, wie ich ihn aus anderen Büchern von Hohlbein kenne.

    Auch der Spannungsaufbau, flacht mit zunehmender Seitenzahl ab. Ist man anfangs total geflasht von der Idee und der wilden ungestümen Miss Lands, lässt dieser Eifer zunehmend ab. Man hat das Gefühl man kommt zeitweise nicht vom Fleck. Als ob man sich die ganze Zeit im Kreis dreht. Im Grunde genommen macht man das auch. Schließlich kann auch Janice lange nichts handfestes beweisen und fängt an, an sich zu zweifeln. Dennoch sollte man dem Leser hier und an, etwas zum Beißen geben, damit der Wille am lesen nicht nachlässt.
    Da ich am Ausgang der Story interessiert war, habe ich das komplette Werk gelesen und nicht abgebrochen. Das Ende war dann okay, aber nicht so überwältigend wie erhofft.
    Ich hätte mir mehr Spannungselemente, ein rasanteres Tempo und viel mehr beantwortende Fragen gewünscht. Man schwebt zeitweise sehr in der Luft. Was natürlich das fehlende Wissen von Janice unterstützt. Aber wenn nach der Hälfte der Buches immer noch nichts richtig passiert ist, wird man ungeduldig.

    Alles in allem muss ich leider sagen, dass man dieses Buch lesen kann, aber nicht muss.
    Einsteigern in den Hohlbein-Mythos würde ich dieses Werk nicht empfehlen. Zu groß wäre hier die "Gefahr", dass sie kein Buch mehr von dem Autor anrühren werden.
    Die Idee hinter allem ist super. Die Umsetzung an sich auch. Allerdings hapert es an den oben genannten Punkten und somit rutscht es auch in der Gesamtbewertung nach unten. Das ist sehr schade!

    6 von 10 Punkten

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    Huschdegutzels avatar
    Huschdegutzelvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Nur Altbekanntes - und daher langweilig
    Nur Altbekanntes - und daher langweilig

    Seit Urzeiten lebt sie unter dem Antlitz unserer Welt - eine Macht, so abgrundtief böse und gewaltig, dass die Menschheit sie um jeden Preis meiden muss, will sie nicht ihren eigenen Untergang einläuten. Doch die junge Janice stößt auf der Suche nach ihrem verschwundenen Mann das Tor zur Hölle auf - und lässt ein unvorstellbares Grauen an die Oberfläche gelangen ...§Das Geräusch hämmernder Fäuste dringt aus dem Boiler, als Janice nackt in die Wanne steigt. Da wird auch schon die Wohnungstür zertrümmert ... Die Suche nach ihrem verschwundenen Geliebten wird für Janice zum Albtraum. In einem alten Schmugglernest, das eigentlich gar nicht existieren dürfte, wird sie von gesichtslosen Feinden verfolgt. Da spaltet plötzlich ein greller Blitz den Himmel. Im peitschenden Orkan taucht die bedrohliche Silhouette eines Schiffes aus den Fluten auf und hält direkt auf sie zu. Von den Flanken des mächtigen Seglers lösen sich Schemen, die nichts Menschliches an sich haben. Und Janice muss erkennen, dass sie etwas geweckt hat, das für alle Zeiten hätte verborgen bleiben sollen ..


    Als großer Hohlbein-Fan kam ich da natürlich nicht drumrum - schon allein obiger Klappentext machte mich neugierig, ob da nicht mal wieder ein gutes Stück Horror auf mich wartet.


    Leider findet der Autor hier wirklich zu seinen Anfängen zurück  - die Story gleicht Wyrm wie ein böser Zwilling und genau wie dort lässt Lovecraft herzlich grüßen. Da ich den und seinen Cthulhu-Mythos allerdings noch nie leiden konnte, war ich auch hier bald völlig entnervt.
    Dazu zieht sich das Geschehen entsetzlich in die Länge - das Buch hat 558 Seiten und wenn ich ganz ehrlich bin, wäre das als Kurzgeschichte wohl wirklich gelungen. Allerdings auch nur als Kurzgeschichte...!


    Ich begann ungefähr ab Seite 150 quer zu lesen und kam auch nach Sprüngen von gut 20 - 40 Seiten immer ohne Probleme mit der Story mit.
    Die letzten 30 reichten mir dann, um das Geschehen zu verstehen.


    Dazu ist die Handlung gespickt mit den immer gleichen quälenden Phrasen - wahrlich nicht empfehlenswert!

    Kommentare: 2
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    Der-Lesefuchss avatar
    Der-Lesefuchsvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gut und spannend - aber kein Meisterwerk.
    Wolfgang Hohlbein auf der Jagd nach den "Tiefen Alten"

    Einer meiner Lieblingsautoren hat wieder zugeschlagen!

    In dem Roman geht es in erster Linie um die junge Janice, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Verlobten Joffrey ist. Dieser hat ihr einen Brief geschrieben, ist dann aber scheinbar spurlos verschwunden. Es zeigt sich sogar, dass Joffrey in seinem Job nicht ganz so zuverlässig war und dass er in betrügerische Aktivitäten verstrickt zu sein schien. Alle Anhaltspunkte, die Janice hat, scheinen im Sande zu verlaufen, so dass sie sich selbst auf die Suche nach ihm macht. Dabei hilft ihr zum einen Joffreys guter Freund Steve, der in Janice verliebt ist (aber immer wieder von ihr abgewiesen wird), und eine geheimnisvolle Karte. Nur scheint es, dass diesen Ort auf der Karte niemand kennt.
    Auf der Suche nach Joffrey begegnet sie immer wieder merkwürdigen Zufällen und auch ein riesiges Schiff, die IRONCLAD, taucht immer wieder auf. Dies kann aber nicht sein, da die IRONCLAD bereits vor langer Zeit gesunken ist. Auch hat sie immer wieder Visionen von grünen Tentakeln, die aus dem Wasser kommen sowie von entstellten Wesen mit Tentakeln (oder sind es etwa keine Visionen...?).Alle um sie herum scheinen es gut mit ihr zu meinen, aber es scheint, dass sie etwas verbergen. Nachdem ein Arzt auch noch Tollwut bei ihr diagnostiziert und sie weg sperren möchte, flüchtet sie.  Am Ende kommt es zum großen Finale, bei dem alles aufgeklärt wird, jedoch möchte ich dies natürlich nicht verraten.
    Da ich fast alle Bücher von Wolfgang Hohlbein gelesen habe, konnte ich schnell Parallelen zu H.P. Lovecraft ziehen. Aber auch Wyrm habe ich ein wenig wieder gefunden. Relativ schnell konnte ich erkennen, wer es gut mit Janice meint und wer versucht, sie beeinflussen.

    Der Ruf der Tiefen ist bestimmt nicht mein Lieblingsbuch von Wolfgang Hohlbein. Zu oft habe ich den Einfluss vom "Hexer" gespürt. Janice besitzt eine gewisse Hartnäckigkeit, von der ich nicht weiß, ob dies in der Zeit in der die Geschichte spielt und aus der Gesellschaft aus der sie kommt, so richtig war. Es ist nicht wirklich etwas Neues.

    Die Story hinter der Story ist aber nicht schlecht. Es geht um Vertrauen, Liebe, Zurückweisung und das Bewahren von Geheimnissen. Mir gefällt die Art und Weise wie Wolfgang Hohlbein schreibt und somit ist das Buch (egal ob für Kenner von Lovecraft oder nicht), unterhaltsam zu lesen. Speziell das Ende hat das Buch aus meiner Sicht noch einmal etwas nach oben gerissen, da dies vieles offenbart hat - das hat mir gefallen.

    Fazit: Ich fand das Buch "durchschnittlich". Es hat mich nicht völlig vom Hocker gerissen, aber es war auch nicht so, dass ich mich gelangweilt hätte oder abgebrochen hätte. Da ich gerne abends lese, wurde ich gut unterhalten. Leider kam mir vieles von anderen Büchern Hohlbeins "bekannt" vor - ich habe "das Neue" vermisst. Aus diesem Grund gibt es von mir 3 von möglichen 5 Punkten.

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    kalanthiavor 4 Jahren
    Tiefe Enttäuschung

    Janice sucht nach ihrem spurlos verschwundenen Verlobten und erhält dabei Hilfe von dessem Kollegen. Auf der Suche erlebt sie seltsame Begegnungen und sobald sie mit Wasser in Kontakt kommt, scheint sich dieses gegen sie zu verschwören.

    ***
    Leider das schlechteste  Hohlbein-Buch, das mir je untergekommen ist. Ansonsten bin ich ein großer Fan seiner Bücher, umso größer war also die Enttäuschung über die flache Handlung, die flachen Charaktere, die nichtssagenden Wasser-Angriffe auf Janice.
    Bis zum Schluss habe ich vergeblich auf eine Wendung gehofft, die dem Ganzen noch eine spannende neue Richtung gibt - vergebens.
    Warum die Handlung in den USA spielt, wo sie doch ebensogut an der deutschen Meeresküste hätte stattfinden können, ist mir rätselhaft geblieben.

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    SuSas avatar
    SuSavor 4 Jahren
    Der Ruf der Tiefen

    Ein kurzer Einblick

    New England irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts: Joffrey Coppelstone, der Verlobte der jungen Janice Land, ist seit gut einem Jahr spurlos verschwunden. Jeder, der sie kennt, will Janice davon überzeugen, Joffrey zu vergessen und ihr Leben weiterzuleben. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, recherchiert auf eigene Faust und stößt auf ihrer Reise auf beängstigende Wesen und Dinge, die nicht gefunden werden sollten…

    Bewertung

    Die Geschichte fängt sehr vielversprechend und Hohlbein-typisch an und jeder, der wie ich mit Hohlbeins Büchern aufgewachsen ist, wird mir wohl Recht geben, dass es gerade sein Schreibstil ist, der einen in den Bann ziehen kann. Leider musste ich beim Lesen immer mehr feststellen, dass dieses Buch nicht gerade sein bestes ist. Da ist zum einen die Protagonistin Janice. Ich bin beim besten Willen nicht warm mit ihr geworden: Ihre ganze Handlungsweise ist für mich widersprüchlich und unglaubwürdig. So benimmt sie sich einerseits als Dame ihrer familiären/finanziellen und zeitgemäßen Situation entsprechend und andererseits wiederum nicht, wenn sie zum Beispiel ohne Schuhe in ein Hotelrestaurant geht oder ihrem Bekannten Steve gegenüber abwiegelt, dass es gar nicht so schlimm war, als er sie nackt gesehen hat.
    Während die einzelnen Personen, denen Janice auf ihrer Suche begegnet, zwar als sehr klischeehaft, aber dennoch glaubwürdig rüberkommen, fand ich besagten Steve Waiden einfach nur nervig, wie er einerseits ständig tollpatschig nebenherläuft und andererseits den großen und starken Aufpasser spielt.
    Schreiberisches Geschick hat Hohlbein auch in den Gesprächen vermissen lassen – sei es zwischen Janice und Steve oder Ellen Connor und Janice. Manche lasen sich nahezu grotesk, z. B. wenn besagte Connor Janice zu verstehen gibt, dass „Steve viel daran gelegen zu sein [scheint]… sie ruhigzustellen“ (Seite 302) und Janice diese Vorstellung vehement abstreitet, obwohl sie vor nicht einmal einer Minute diesen Verdacht selbst geäußert hat. Solche Widersprüchlichkeiten fand ich in nahezu jedem Dialog und irgendwann ist es einfach nur noch zäh und macht keinen Spaß. Dazu kommt, dass sich die Handlung lange Zeit wie Kaugummi zieht und solche Dialoge haben das Gefühl, ständig auf der Stelle zu treten, nur noch verstärkt.
    Weiterhin wird von Anfang an eine dunkle und bedrohliche Atmosphäre aufgebaut, die über die gesamte Geschichte konstant gehalten wird und somit keine Höhe- oder Tiefpunkte zulässt, was mich beim Lesen immer wieder schnell hat ermüden lassen. Und ernsthaft? Wenn gewisse Wesen nicht gefunden werden wollen/sollen/dürfen, dann ist es für mich wahrlich unverständlich, wieso die Protagonistin, welche bis dato von der ganzen Sache keine Ahnung hatte, von expliziten Visionen und Schleim tropfenden Wasserhähnen heimgesucht wird. Das schreit ja geradezu eine Einladung heraus…

    Fazit

    Die Lovecraft’sche Idee hat durchaus Potenzial, auch heute noch von Autoren aufgegriffen und genial umgesetzt zu werden, doch die Umsetzung bei „Der Ruf der Tiefen“ lässt in meinen Augen sehr zu wünschen übrig. Bei diesen extremen Schachtelsätzen, sinnlosen Dialogen, zähem Plot und Figuren, mit denen man einfach nicht warm wird, muss ich leider sagen, dass dies bisher das schlechteste Buch ist, das ich von Wolfgang Hohlbein gelesen habe.

    Ich danke dem Piper Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DieSchwarzeKathatzes avatar

    Horror Deluxe vom Großmeister der deutschen Fantasy!

    Seit nun mehr als 30 Jahren beschert uns Wolfgang Hohlbein Lesevergnügen vom Feinsten in so verschiedenen Genres wie Fantasy, Science-Fiction- und Horror oder dem historischen Roman. Mit seinem neuesten Horrorroman "Der Ruf der Tiefen" führt er uns in ein schauderhaftes Dunkel an den Meeresgrund und an den Rand der Hölle.

    Mehr zum Buch:

    Das Geräusch hämmernder Fäuste dringt aus dem Boiler, als Janice nackt in die Wanne steigt. Da wird auch schon die Wohnungstür zertrümmert... Die Suche nach ihrem verschwundenen Geliebten wird für Janice zum Albtraum. In einem alten Schmugglernest, das eigentlich gar nicht existieren dürfte, wird sie von gesichtslosen Feinden verfolgt. Da spaltet plötzlich ein greller Blitz den Himmel. Im peitschenden Orkan taucht die bedrohliche Silhouette eines Schiffes aus den Fluten auf und hält direkt auf sie zu. Von den Flanken des mächtigen Seglers lösen sich Schemen, die nichts Menschliches an sich haben. Und Janice muss erkennen, dass sie etwas geweckt hat, das für alle Zeiten hätte verborgen bleiben sollen...

    Hier geht's zur Leseprobe!

    Mehr zum Autor:
    Wolfgang Hohlbein, Jahrgang 1953, war Industriekaufmann, bevor er 1982 mit seinem Debüt "Märchenmond" einen Autorenwettbewerb gewann. Seitdem schreibt er einen Erfolgsroman nach dem anderen und gilt als der Großmeister der deutschen Fantasy. Wolfgang Hohlbein lebt mit seiner Familie und zahlreichen Haustieren in der Nähe von Düsseldorf.

    Welches schlafende Unheil hat Janice bloß mit ihrer Entdeckung geweckt? Findet es heraus und macht mit bei der Buchverlosung! Gemeinsam mit dem Piper Verlag verlosen wir zehn Exemplare von "Der Ruf der Tiefen"! Wenn ihr teilnehmen möchtet, beantwortet hier einfach folgende Frage:

    Hattet ihr auch schon einmal ein Erlebnis, bei dem ihr dachtet, dass es dabei "nicht mit rechten Dingen zugehen" kann?

    Bewerbt euch jetzt bis zum 28. September 2014!
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    Pressestimmen

    Packender Horror von Wolfgang Hohlbein!

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