Wolfgang Hohlbein Giganten

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Inhaltsangabe zu „Giganten“ von Wolfgang Hohlbein

Interessant ...ein früher "Hohlbein", gemäß dem Autor eines seiner liebsten Werke.

— LEXI
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  • Rezension zu "Giganten" von Wolfgang Hohlbein

    Giganten

    LEXI

    19. August 2010 um 23:47

    Eigentlich sollte es für die Journalisten Craigh Ellison und Betty Sanders nur eine Reportage über ein Ferienzentrum werden, das am Rande der australischen Wüste entsteht. Dort sollen lebensgroße Dinosaurier-Modelle inmitten einer urzeitlichen Umgebung Touristen anlocken - ungeachtet der Proteste der Aborigines. Die künstliche Scheinwelt ist perfekt - zu perfekt. Craigh und Betty kommen gerade zurecht, um Zeugen eines mysteriösen Anschlags zu werden, bei dem das Modell eines Flugsauriers zerstört wurde. Dann findet man in der Wüste einen Toten. Und ein abgestürztes Segelflugzeug. Doch das ist erst der Beginn eines Alptraums. Macht man zunächst noch die Ureinwohner verantwortlich, erkennen Craigh und Betty bald, dass mehr hinter den Geschehnissen steckt. Ein düsteres Geheimnis der Vergangenheit ist erwacht, folgt den Traumzeitpfaden der Aborigines und greift schließlich hinüber in unsere Gegenwart … Die amerikanischen Journalisten Craigh und Betty stoßen im Zuge einer Reportage um einen geplanten Saurier-Vergnügungspark mitten in der australischen Wüste auf einige Ungereimtheiten. Dessen Leiter, Professor Sondstrup, dementiert jedoch alle rätselhaften Vorgänge rund um die Giganten aus Plastik und raffinierter Technik. Als es zu Todesfällen kommt und im gleichen Zuge bei Craigh seltsam realistische Alpträume auftauchen, kommt unerwartete Hilfe seitens der Aborigines. Ein alter Schamane weiß scheinbar Dinge, die zu schockierend sind, um ausgesprochen zu werden. So begibt Craigh sich auf eine Reise in die Traumzeit, einem uralten Ritual der Ureinwohner Australiens … Wolfgang Hohlbein bemerkt im Vorwort, dass die Originalfassung dieses Buches, nämlich das 1981 erschienene Werk „Die Nacht der Giganten“ zu seinen persönlichen Favoriten zählt. Gemeinsam mit Frank Rehfeld feilte er an dieser Geschichte und machte daraus etwas völlig Neues – und seines Erachtens auch etwas viel Besseres. Hohlbein sprüht in diesem Plot vor Fantasie, mixt sie mit einer Prise Science Fiction und einer gehörigen Portion Horror und fabrizierte so ein Werk, dass den Leser in seine frühesten Kindheitsabenteuer zurück versetzt, zu den Abenteuern im Kopf. Erstaunlich, wie sehr dieser Plot der filmischen Umsetzung von „Jurassic Park“ Steven Spielbergs ähnelt – und obgleich ich diese Geschichte kenne, vermochte „Giganten“ es, mich vollständig in seinen Bann zu ziehen. Ich kauerte zusammen mit einer weiteren Menschenmenge in den Büschen des künstlichen Urwalds, auf der Flucht vor diesen monströsen Ausgeburten von Hohlbeins Fantasie. Grandiose Umsetzung einer kühnen Idee! Hohlbeins bildhafte Sprache weckt in diesem Buch zeitgleich Fantasie und Horror, der Leser wird langsam und leise ins Grauen hinein gezogen und mitten in der Handlung, als der Autor die monströsen steinzeitlichen Ausgeburten auf blutrünstige Art zum Leben erweckt, explodiert auch die Spannung. Hohlbeins Beschreibungen lassen mich als Leser den Atem anhalten, flüstern mir zu, schneller zu laufen, diesen Giganten zu entfliehen. Die Autoren schrieben das Buch aus ihrer Sicht und in der Mitvergangenheit, die Aufteilung in vier Teilen wird jeweils von einem Zitat in englischer Sprache eingeleitet. Obgleich ich Hohlbein gerne als Meister der Spannung und Fantasy bezeichne, kommt hier noch eine gehörige Portion Science Fiction hinzu. Eine wahrlich interessante und vor allem fesselnde Mischung dreier Genres. Bei den Figuren des Buches widmet sich Hohlbein insbesondere den Protagonisten Craigh und Betty, zeichnet sie jedoch für meinen Geschmack ein wenig zu oberflächlich und ungenau. Vor allem über Betty erzählt er dem Leser wenig, Craigh’s Alkoholproblem erscheint aufgrund der vielen Wiederholungen bald nervig. Professor Sondstrup scheint widersprüchlichen Charakters zu sein – hier wird der Leser eine Weile an der Nase herumgeführt. Auf seine Beweggründe, die Motive für seine Taten und sein ungewöhnlich hartes Durchgreifen wie auch den raschen Wechsel seiner Stimmungen wird zu wenig Bezug genommen. Auf die Nebenfiguren ging der Autor meines Erachtens ebenso kaum ein – man erfährt zwar Namen und Funktionen in der Handlung, dies aber lediglich bruchstückhaft. Vielleicht darf man nicht vergessen, dass dies zu Hohlbeins früheren Werken zählt … Es handelt sich beim vorliegenden Roman um ein Taschenbuch aus dem Jahre 1993 mit einem Cover, das auf den ersten Blick vom Griff ins Regal Abstand nehmen lässt. Eine sehr kitschige Abbildung eines großen Dinosauriers, der mit einem Fuß auf einen ermordeten Menschen steht, sich im gleichen Zuge umdreht und den Menschen hinter sich bedroht, ihm die Zähne zeigt. Wahrlich ein Foto für ein Jugendbuch, keinesfalls für Erwachsene. Weiters erscheint mir der Klappentext zu klein und winzig geschrieben – insgesamt würde ich behaupten, dass die Optik, der erste Eindruck, sehr ungeschickt umgesetzt wurde. Fazit Ich würde „Giganten“ als kurzweilige Lektüre für zwischendurch empfehlen, insbesondere für den Hohlbein-Fan. Aufgrund der vielen Parallelen zu „Jurassic Park“ erscheint das Thema vielleicht „ausgereizt“ und „überholt“, die gekonnte Umsetzung entlohnt den Leser jedoch allemal. Das Cover verleitet den Interessenten vielleicht zu der Annahme, es handle sich um ein Jugendbuch – die detailliert beschriebenen Sexszenen zwischen Craigh und Betty überzeugen jedoch vom Gegenteil.

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