Wolfgang Jeschke Dschiheads

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Inhaltsangabe zu „Dschiheads“ von Wolfgang Jeschke

Allahu akbar! Auf einem weit abgelegenen Planeten, dessen Klima für eine Besiedlung denkbar ungeeignet ist, leben die Dschiheads, eine rätselhafte Sekte, die einst von der Erde geflohen ist und auf dieser neuen Welt eine bizarre Gesellschaftsform errichtet hat. Jahrzehntelang hat sie niemand in ihrem religiösen Wahn gestört – doch als ein Forschungsteam die Ökologie des Planeten untersuchen will, kommt es zur Katastrophe.

Für Wolfgang Jeschke leider sehr schwach ...

— gorgophol
gorgophol

Fesselnd geschrieben, viele Denkansätze - dem letzten Drittel aber fehlt es an Leidenschaft. Star des Romans ist der Planet.

— UwePost
UwePost

Ich fragte mich während der Lektüre: Wo will der Autor bloss hin? Auch am Ende des Buch wusste ich nicht mehr...

— gabelingeber
gabelingeber

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Meine Gedanken muss ich erstmal in eine Rezension bringen.

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    Dschiheads
    rallus

    rallus

    21. July 2015 um 09:55

    Anfang des 24. Jahrhunderts, zwei Professoren, spezialisiert auf Exobiologie und nichtmenschliche Zivilisationen, und eine KI, die in einem speziellen, hochgezüchteten Berner Sennenhund steckt, werden von einer Universität nach Paradise geschickt. Paradise ist vom Klima her ein sehr extremer Planet, der eine Rotation von 40 Erdstunden hat. Scheint die Sonne, kann es auch mal um die 95 Grad Celsius haben, so dass die Flüsse kochen. Die Biologen wurden von dem dort stationierten Flottenkommandanten angerufen, da es Anzeichen für intelligentes Leben gibt. Paradise wurde vor 100 Jahren von einer Sekte, den Dschiheads, besiedelt, die vor der Gemeinschaft der Menschen flüchteten. Seitdem erforscht wurde, dass Glauben heilbar und leidiglich eine Schädellippen-Anomalie ist, wird jeder fanatische Ansatz von religiösem Tun im Keim durch eine Operation erstickt. Danach ist man geheilt. Die Dschiheads, eine letzte religiöse radikale Sekte - ein Zusammenschluss aller Religionen - ist nach Paradise emigriert, um dem operativen 'Entglauben' zu entgehen. Da der Planet sehr unwirtlich ist und sie größtenteils unter sich operieren, lässt man sie in Ruhe. Nur ein Flottenposten ist dort stationiert, der sich zur Hälfte aus Dschiheads rekrutiert. "Ein harter Kern von Gläubigen, … man taufte sie spöttisch 'Dschiheads' –, wurde vor die Wahl gestellt, unter psychiatrischer Kontrolle in geschlossenen Anstalten zu leben oder nach Hot Edge auszuwandern. Ein paar Hundert zogen den 'Zweiten Exodus', wie sie es nannten, vor und übernahmen stolz den Namen 'Dschiheads'. Die Behörden nannten sie ironisch die Selektierten, die Ausgesonderten beziehungsweise Auserwählten, aber sie selbst betrachteten die Bezeichnung als eine Art Ehrentitel, als Gütesiegel. Sie sahen sich als die vom Alleinigen und Einzigen Gott Auserwählten für den Heiligen Krieg. Und was wir hier vor uns haben, ist ihr schäbiger Rest – ein heruntergekommenes Häuflein benebelter, starrsinniger Fanatiker dort drüben über dem Fluss." Ailif Avrams und Maurya Fitzpatrick, die Wissenschaftler, kommen von New Belfast - ebenfalls ein Emigrationsplanet. "Und den Planeten (New Belfast) tauften sie in Erinnerung an die Heimat. Aber der Keim des Übels reiste mit." Der Keim des Übels ist bei Wolfgang Jeschkes Roman die Religion. Teilweise recht hasserfüllt beschreibt er die Zustände in dem Dorf der Dschiheads aus der Sicht von Suk, einem Jungen, der miterleben muss, wie sich die Gemeinschaft gegen seinen Freund, den taubstummen Anzo, und dessen Mutter richtet, nur weil sie anders sind. In abwechselnden Kapiteln wird die Welt von Suk oder aus der Sicht der Wissenschaftler berichtet. Doch die Voraussetzungen für einen Kontakt zu den Dschiheads ist recht ungünstig. Ailif Avrams mit seiner schwarzen Haut und seinen Moving Tatoos wird als von Dämonen besessen bezeichnet, Maurya Fitzpatrick ist die unreine Hure und Jonathan Swift gar das unnatürliche, gotteslästerliche Chimärenwesen. Trotzdem kommen die eingeflogenen Wissenschaftler bald einer Art Verschwörung auf den Grund, bei der auch die Flotte nicht unbeteiligt ist. Jeschke merkt man seine Wut gegen die Religion an, er tappt aber das ein oder andere Mal doch etwas zu sehr in die Klischeefalle. Suk beobachtet, wie der Großarchon manche Gläubige auffordert, vor ihm hinzuknien, beim Lüften des Rockes kommt dann mehr als das Knie zum Vorschein, so wie es so mancher katholische Chorknabe wohl erlebt hatte. Auch der Name Dschihead (Dschihad) erinnert zu sehr an den heiligen arabischen Krieg. Gegen die klischeehaften Schilderungen der Gläubigen und auch die manchmal etwas hölzern, belehrenden Dialoge der beiden Exobiologen stehen die wunderbaren, stimmungsvollen Darstellungen der Natur des Planeten, die Flora und Fauna strotzt vor vielen Ideen und auch manche nebenbei eingestreuten technischen Kleinigkeiten, wie die Schädelplatten mit denen untereinander kommuniziert wird, bzw. die Moving Tatoos von Ailif sind nette Einzelheiten in dem Roman. Doch rührt Jeschke diese Zutaten nur halbherzig zusammen, ab der Hälfte des Buches hat man das Gefühl, er möchte seinen Roman schnellstmöglich beenden und so werden hastig ein paar angefangene Fäden der Geschichte zusammengebunden. So manches Mal trifft er aber durchaus witzig den richtigen Ton. Insgesamt ein etwas unschlüssiger Roman mit tollen Ansätzen aber einer fahrig ausgeführten Geschichte, mit dem er 2014 immerhin den Kurd-Laßwitz-Preis für den besten in deutscher Sprache veröffentlichten Roman erhalten hat. "Ja mein Junge, Gott ist auf unserer Seite. Es ist das Licht Gottes sagt seine Heiligkeit. Er hat es uns in die Hand gegeben, um seinen Willen zu erfüllen. Wir werden siegen und alle gottlosen Ungeheuer dieser Welt auslöschen." Amen!

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  • Enttäuschend

    Dschiheads
    gorgophol

    gorgophol

    Wolfgang Jeschke kann schreiben. Das hat mit dem Cusanus-Spiel eindrucksvoll bewiesen. Einer der besten SF-Romane, die ich seit langem gelesen hatte. Umso gespannter war ich auf sein neues Werk. Auch der Klappentext versprach Großes. Das Ergebnis ist ein einem Wort: Enttäuschend. Flache Charaktere, flache Story, flaches Ende. Die Idee hatte extrem viel Potential, das leider komplett verschenkt wird. Wissenschaft vs Religion, dazu die Eigenheiten des Planeten, alles wird nur oberflächlich und platt geschildert, der eigentliche Konflikt auf Standardmaß gestutzt, wie man es schon dutzende Male gesehen oder gelesen hat. Immerhin war der Roman flüssig zu lesen. Dafür der zweite Stern. Ansonsten muss ich der Autor an seinen anderen Werken messen lassen, und schneidet leider nicht gut ab. Ein Wort an den Verlag: Schreibt doch bitte Klappentexte, die das Buch widerspiegeln. Die Erwartungen die die Wortwahl wecken, lassen sich wohl kaum mit einer paar Schrammen und Beulen abspeisen. Man hat, wie so oft, den Eindruck, dass der Klappentext-Schreiber, das Buch gar nicht gelesen hat... Schade...

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    • 3
  • Science-Fiction aus Deutschland

    Dschiheads
    gabelingeber

    gabelingeber

    22. August 2013 um 20:34

    Am Ende des Buches angekommen ist mir noch immer nicht klar, was Dschiheads eigentlich soll. Profunde Themen wie Religion, Religiosität, religiöser Fundamentalismus werden zwar auf vielversprechende Weise angeschnitten, doch bleibt der Autor damit stets an der Oberfläche. Da wird nichts wirklich vertieft - dafür wird draufloserzählt. Als unterhaltsame Erzählung kann Dschiheads durchaus bestehen, wobei ich mich auch da immer mal wieder gefragt habe: Wo will der Autor eigentlich hin? Wo ist der rote Faden? Vielleicht sollte man nicht soviel Denken, sondern sich einfach mittragen lassen in die bizarre Welt dieses von Fundamentalisten bevölkerten Planeten...

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