Wolfgang Kraushaar

 3.8 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Die blinden Flecken der RAF, Achtundsechzig und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Die 68er-Bewegung. Eine illustrierte Chronik 1960-1969

Neu erschienen am 27.10.2018 als Hardcover bei Klett-Cotta.

Alle Bücher von Wolfgang Kraushaar

Sortieren:
Buchformat:
Die blinden Flecken der RAF

Die blinden Flecken der RAF

 (5)
Erschienen am 10.06.2018
Achtundsechzig

Achtundsechzig

 (3)
Erschienen am 01.08.2009
Rudi Dutschke Andreas Baader und die RAF

Rudi Dutschke Andreas Baader und die RAF

 (2)
Erschienen am 30.01.2005
Die blinden Flecken der 68er Bewegung

Die blinden Flecken der 68er Bewegung

 (1)
Erschienen am 31.05.2018
1968. 100 Seiten

1968. 100 Seiten

 (1)
Erschienen am 16.03.2018

Neue Rezensionen zu Wolfgang Kraushaar

Neu
V

Rezension zu "Die blinden Flecken der 68er Bewegung" von Wolfgang Kraushaar

Primus inter Pares
Vielhaber_Juergenvor 4 Monaten

Wolfgang Kraushaar gehört längst zu den Experten, wenn es um die Themen StudentenBewegung und Deutscher Terrorismus geht.
Mag er sich bisweilen auch etwas vergallopieren
(sein Werk über die Tupamaros München führte 2013 nicht nur bei mir zu Irritationen) ist er doch einer der Wenigen, die diese Kapitel detailgetreu nachzeichnen, ohne sich selbst zu beweihräuchern oder zu betrauern.
Hat er sich im letzten Jahr an den blinden Flecken der RAF abgearbeitet, wendet er sich nun denen der 68er zu.
Das macht er gewohnt gründlich, referiert über den 68er Verdruss, beschäftigt sich mit Dutschke und seiner Haltung zur nationalen Frage, den ersten Protesten zum Tschombe-Besuch im Dezember 1964, die Genese des Begriffs Dritte Welt, die Reisen zur Al Fatah, der Stellenwert der Romantik. Besonders dicht und prall seine Rekonstruktion der Tage nach dem 2.06.67.
Auch zu dem nur scheinbaren Paradoxum
das einige der damals führenden Linken heute am rechten Rand stehen,
liefert Kraushaar fundierte Erklärungen, sieht den 6Tage Krieg als Entstehungspunkt für Antizionismus.
Doch auch einzelne Beteiligte werden hier näher beleuchtet, um die Diversität der 68er Positionen zu veranschaulichen.
So erinnert er auch an den heftig mißlungenen Versuch eines Götz Aly, mit dem Vergangenen abzurechnen.
Auch die vielen, oft umstrittenen Rollen eines Dany Cohn Bendit werden dem Leser zu Gemüte geführt.
Ein kritischer Blick, dem man stets die Nähe zum Thema anmerkt.

Kommentieren0
1
Teilen
V

Rezension zu "Die blinden Flecken der RAF" von Wolfgang Kraushaar

Blinde Flecken sichtbar gemacht
Vielhaber_Juergenvor einem Jahr

In seinem aktuellen Buch legt der renommierte politikwissenschaftler zu einigen Aspekten der RAF sehr interessante Fakten vor.Nein, es ginge ihm nicht um die krininologische Klärung der vielen ungeklärten Morde, warnt Kraushaar gleich zu Beginn.
Aber dieses Genre wird an andrer Stelle hinreichend bedient...
Hier geht es um die Defizite, die sich auf Analyse oder Interpretation beziehen.
Insbesondre die Anfänge der RAF, die Rolle der Frauen,der Anwälte ,der Religion, aber auch die Hintergrundgeschichte des Fritz Rodewald, bis dato lediglich als Meinhofs letzter Quartiergeber bekannt, beschreibt Kraushaar spannend und anrührend.
Der Antisemitismus der RAF wie der radikalen Linken überhaupt ist eins von Kraushaars Schwerpunktthemen.
Hier stellte er sehr anschaulich die so widersprüchlich scheinende Biographie des Horst Mahler dar.
Mindestens zu den Unzterstützern der ersten RAF-Generation zählt Wilfried Böse, der spätere Luftpirat.
Auch auf dessen von Irrtümern gepflasterten kurzen Lebensweg geht der Autor sehr präzise und gut lesbar ein.
Auch die gegensätzlichen Positionen,die dann zum Ende der RAF führen, benennt er und hilft,sie einzuordnen.
Das Gefängnis Stammheim ist untrennbar mit der RAF und deren juristischer Aufarbeitung verbunden.
Wolfgang Kraushaar verdeutlicht die zeitgeschichtliche Bedeutung der Anstalt, nicht ohne den Mythos Stammheim zu entlarven...
Einmal mehr zegt Herr Kraushaar mit diesem Buch, das er zu Recht als RAF-Experte gilt.
So hebt er sich klar aus den zahlreichen Veröffentlichungen zu dem durch die 40. Jahrestage wieder aktuellen, unabhängig davon jedoch immer wichtigen Thema ab.

Kommentieren0
0
Teilen
seschats avatar

Rezension zu "Die blinden Flecken der RAF" von Wolfgang Kraushaar

Super Analyse
seschatvor einem Jahr

Der Deutsche Herbst bzw. der RAF-Terror in Deutschland ist gleichermaßen ein spannendes wie erschütterndes Kapitel bundesdeutscher Geschichte. 

Nun, im Jahr 2017 jährt sich der innerdeutsche Terror, der bis ins Jahr 1998 andauerte, zum 40. Mal, was Historiker und Terrorismusforscher Wolfgang Kraushaar zum Anlass genommen hat, noch einmal die bisher ungelösten Sachverhalte, die sog. weißen Flecken, genauer zu betrachten. In seiner umfassenden und gut verständlichen Analyse widmet er sich den verschiedensten Aspekten dieser keineswegs einheitlichen linksradikalen Vereinigung. So geht es u.a. um die Rolle der Frauen (Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof etc.), die Faszination bzw. Verehrung von Andreas Baader, die Ziele und die historische Komponente der RAF, den diametralen Umgang mit den Opfern (Polizisten, Prominente aus dem Wirtschafts- und Finanzwesen) sowie um die pikante Rolle der Anwälte und Strafverteidiger (Otto Schily,  Hans-Christian Ströbele etc.) und um die besonderen Haftbedingungen in der JVA Stammheim. All diesen Schilderungen ist gemein, dass Kraushaar sie pointiert, quellengesättigt und einfach spannend erzählt. Auf diese Weise wird der historisch interessierte Leser schnell warm mit der Materie. Mir hat die Lektüre dieses Sachbuchs sowohl einige neue, bisher wenig bekannte Einblicke in die Struktur und die Historie der RAF geliefert als auch gezeigt, dass es trotz zahlreicher wissenschaftlicher Studien und Bücher zum Thema immer noch allerhand Ungeklärtes gibt, weil Zeitgenossen, Anhänger und vor allem Mitstreiter sich ausschweigen.

Das passende Zitat zur Grundauffassung der RAF lieferte ausgerechnet Rosa Luxemburg mit folgenden Worten: "Die Revolution sagt: ich war, ich bin, ich werde sein."

FAZIT
Ein insgesamt sehr gut aufbereitetes Sachbuch über die RAF, dessen Lektüre sich für Kenner und Laien gleichermaßen lohnt, da es mit einem umfassenden Anhang zur Vertiefung aufwartet. 

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 27 Bibliotheken

auf 6 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks