Die blinden Flecken der RAF

von Wolfgang Kraushaar 
4,4 Sterne bei5 Bewertungen
Die blinden Flecken der RAF
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Stellenweise sehr interessante Auseinandersetzung mit nicht so ganz bekannten Aspekten. Man sollte allerdings schon Vorwissen mitbringen.

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Wichtiges Buch,wichtiges Thema

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Inhaltsangabe zu "Die blinden Flecken der RAF"

Der Deutsche Herbst im Jahre 1977 bildet die düsterste Epoche der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Wolfgang Kraushaar, der beste Kenner dieser Zeit, wirft neue Fragen auf und gibt neue Antworten.

Terrorismus tritt uns heute als Phänomen der unmittelbaren Gegenwart entgegen. Doch schon einmal hat Terror die Bundesrepublik in Atem gehalten. Die Greueltaten der RAF haben im Herbst 1977 mit der Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer und der Entführung des Flugzeugs »Landshut« ihren Höhepunkt erreicht.

Doch die Gewalt der RAF hat ihre Vorgeschichte in der Frühphase der scheinbar eher harmlosen 68er-Bewegung. Ihre Protagonisten, die sich als anti-bürgerliche Heroen stilisierten, sind zugleich tief verwurzelt im deutschen Nachkriegsbürgertum. Weit über die rätselhafte Todesnacht von Stammheim, in der sich das Führungstrio Baader, Ensslin und Raspe selbst tötete, agierte die RAF bis tief in die 1990er-Jahre und führt sogar bis heute ein Nachleben. Von der Vorgeschichte, den entscheidenden Ereignissen, den ideologischen Grundlagen bis zu den Folgen des Terrors der RAF.

Wolfgang Kraushaar bringt neues Licht in das dunkle Gewirr aus Missverständnissen und Verklärungen und gelangt dabei zu überraschenden Erkenntnissen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608981407
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:423 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:10.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Vielhaber_Juergenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wichtiges Buch,wichtiges Thema
    Blinde Flecken sichtbar gemacht

    In seinem aktuellen Buch legt der renommierte politikwissenschaftler zu einigen Aspekten der RAF sehr interessante Fakten vor.Nein, es ginge ihm nicht um die krininologische Klärung der vielen ungeklärten Morde, warnt Kraushaar gleich zu Beginn.
    Aber dieses Genre wird an andrer Stelle hinreichend bedient...
    Hier geht es um die Defizite, die sich auf Analyse oder Interpretation beziehen.
    Insbesondre die Anfänge der RAF, die Rolle der Frauen,der Anwälte ,der Religion, aber auch die Hintergrundgeschichte des Fritz Rodewald, bis dato lediglich als Meinhofs letzter Quartiergeber bekannt, beschreibt Kraushaar spannend und anrührend.
    Der Antisemitismus der RAF wie der radikalen Linken überhaupt ist eins von Kraushaars Schwerpunktthemen.
    Hier stellte er sehr anschaulich die so widersprüchlich scheinende Biographie des Horst Mahler dar.
    Mindestens zu den Unzterstützern der ersten RAF-Generation zählt Wilfried Böse, der spätere Luftpirat.
    Auch auf dessen von Irrtümern gepflasterten kurzen Lebensweg geht der Autor sehr präzise und gut lesbar ein.
    Auch die gegensätzlichen Positionen,die dann zum Ende der RAF führen, benennt er und hilft,sie einzuordnen.
    Das Gefängnis Stammheim ist untrennbar mit der RAF und deren juristischer Aufarbeitung verbunden.
    Wolfgang Kraushaar verdeutlicht die zeitgeschichtliche Bedeutung der Anstalt, nicht ohne den Mythos Stammheim zu entlarven...
    Einmal mehr zegt Herr Kraushaar mit diesem Buch, das er zu Recht als RAF-Experte gilt.
    So hebt er sich klar aus den zahlreichen Veröffentlichungen zu dem durch die 40. Jahrestage wieder aktuellen, unabhängig davon jedoch immer wichtigen Thema ab.

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    seschatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein insgesamt sehr gut aufbereitetes Sachbuch über die RAF, dessen Lektüre sich für Kenner und Laien gleichermaßen lohnt.
    Super Analyse

    Der Deutsche Herbst bzw. der RAF-Terror in Deutschland ist gleichermaßen ein spannendes wie erschütterndes Kapitel bundesdeutscher Geschichte. 

    Nun, im Jahr 2017 jährt sich der innerdeutsche Terror, der bis ins Jahr 1998 andauerte, zum 40. Mal, was Historiker und Terrorismusforscher Wolfgang Kraushaar zum Anlass genommen hat, noch einmal die bisher ungelösten Sachverhalte, die sog. weißen Flecken, genauer zu betrachten. In seiner umfassenden und gut verständlichen Analyse widmet er sich den verschiedensten Aspekten dieser keineswegs einheitlichen linksradikalen Vereinigung. So geht es u.a. um die Rolle der Frauen (Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof etc.), die Faszination bzw. Verehrung von Andreas Baader, die Ziele und die historische Komponente der RAF, den diametralen Umgang mit den Opfern (Polizisten, Prominente aus dem Wirtschafts- und Finanzwesen) sowie um die pikante Rolle der Anwälte und Strafverteidiger (Otto Schily,  Hans-Christian Ströbele etc.) und um die besonderen Haftbedingungen in der JVA Stammheim. All diesen Schilderungen ist gemein, dass Kraushaar sie pointiert, quellengesättigt und einfach spannend erzählt. Auf diese Weise wird der historisch interessierte Leser schnell warm mit der Materie. Mir hat die Lektüre dieses Sachbuchs sowohl einige neue, bisher wenig bekannte Einblicke in die Struktur und die Historie der RAF geliefert als auch gezeigt, dass es trotz zahlreicher wissenschaftlicher Studien und Bücher zum Thema immer noch allerhand Ungeklärtes gibt, weil Zeitgenossen, Anhänger und vor allem Mitstreiter sich ausschweigen.

    Das passende Zitat zur Grundauffassung der RAF lieferte ausgerechnet Rosa Luxemburg mit folgenden Worten: "Die Revolution sagt: ich war, ich bin, ich werde sein."

    FAZIT
    Ein insgesamt sehr gut aufbereitetes Sachbuch über die RAF, dessen Lektüre sich für Kenner und Laien gleichermaßen lohnt, da es mit einem umfassenden Anhang zur Vertiefung aufwartet. 

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    Gulans avatar
    Gulanvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Stellenweise sehr interessante Auseinandersetzung mit nicht so ganz bekannten Aspekten. Man sollte allerdings schon Vorwissen mitbringen.
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    EmmyLs avatar
    EmmyLvor 7 Monaten
    Aliknechts avatar
    Aliknechtvor einem Jahr

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    Pressestimmen

    »Kraushaars Darstellung wirft auf die alte Geschichte neue erhellende Schlaglichter.«
    Winfried Dolderer, deutschlandfunk, 10.2017

    »Kraushaar ist argumentativ wohltuend unaufgeregt unterwegs. Mythen, Legenden und Verschwörungstheorien demontiert er sachlich, aber nachdrücklich.[...] Die Lektüre seiner in eleganter Wissenschaftsprosa verfassten Untersuchung ist spannend wie ein Thriller.«
    Hendrik Werner, weser-kurier.de, 28.08.2017

    40 Jahre Deutscher Herbst.
    Der renommierteste Experte entschlüsselt die RAF

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