Endlich lässt sich die neu designte Tolkien-Reihe um einen weiteren Band ergänzen - und er sieht neben den bisher erschienenen Erzählungen und Sachbüchern wie "Natur und Wesen von Mittelerde" oder dem "Silmarillion" einfach unverschämt schick aus. Es ist keine leichte Aufgabe, alle relevanten Begriffe aus Tolkiens Schöpfung auf knapp 400 Seiten unterzubringen, aber - was ist eigentlich relevant?
Wolfgang Krege findet einen eleganten Weg, indem er sein Buch nicht als irgendein beliebiges Lexikon über Tolkiens Welt vorstellt sondern als ein Werk aus dieser Welt. Was wissenwert ist definiert Krege als das, was in Mittelerde "Kunde" ist, wovon sich also die Figuren in Tolkiens Geschichten erzählen. Jenes Wissen also, das die "Weisen von Mittelerde" gesammelt haben könnten, um es der Nachwelt zu erhalten. Ein hoher Anspruch, der aber seine Wirkung darin entfaltet, dass diese Enyklopädie nicht bloß irgendein Stichwortverzeichnis ist sondern sich tatsächlich gut lesen lässt.
Im Sprachduktus ist Krege nämlich nah an Tolkien oder wenigstens dem, was er einst von diesem übersetzt hat. Der erzählende, mitunter humorvolle, zuweilen sogar ironisch gefärbte Tonfall lässt das Handbuch umso überzeugender als Werk aus Mittelerde erscheinen. Jeder Artikel erklärt auch den Bezug zu Tolkiens Geschichten, sei es in Form von Abkürzungen oder direkten Zitaten aus den Büchern und verortet sie somit klar im Horizont derjenigen, die "Der Herr der Ringe", "Der Hobbit" und "Das Silmarillion" gelesen haben.
Schade nur, dass in diese Ausgabe einige Fehler Einzug gehalten haben, die dem aufmerksamen Leser schon am Anfang auffallen dürften. So wurde beim legendären Schiffbauer Círdan glatt der Akzent unterschlagen und laut Vorwort möchte der Autor die Leser in Mittelerde "herumfuhren". Kleine Wermutstropfen in einer ansonsten hervorragend gelungenen Neuausgabe, die bei jedem Tolkienfan im Regal stehen sollte.













