Wolfgang Mueller Das Dieter Roth Orchester spielt kleine wolken, typische scheisse und nie gehörte musik

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Inhaltsangabe zu „Das Dieter Roth Orchester spielt kleine wolken, typische scheisse und nie gehörte musik“ von Wolfgang Mueller

„Ich glaube nicht, daß ich als Maler angefangen habe. Ich habe eigentlich als Dichter angefangen“, sagte Dieter Roth 1981 in einem Interview mit der Radioautorin Mechthild Rausch. De facto war der Wahlschweizer und -isländer Roth Grafiker, Schmuck- und Möbeldesigner, Filmemacher, Maler und Bildhauer, Dichter und Musiker. Zwischen 1956 und 1998 realisierte Roth mehr als 200 Buchprojekte mit Texten aller Art, darunter etliche Gedichtsammlungen. Ebenso entstanden zahlreiche Musikaufnahmen, von denen er mehr als 20 in liebevollen Kleinst-Editionen auf Vinyl oder als Kassetten veröffentlichte. Roth war einer der vielseitigsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Seit seinem Tod 1998 wurde er bereits mehrfach international in großen Werkschauen und Ausstellungen geehrt. Auch erschien im Jahr 2005 eine Sammlung von Prosa und Lyrik Roths, die auf die Bedeutung seines unverwechselbaren literarischen Werkes noch einmal aufmerksam macht. Musikmachen war für Dieter Roth nicht nur ein klangliches Experiment sondern ein Mittel, die Zusammenarbeit zwischen Künstlern zu pflegen. Roth zeigte seine Vorliebe für Kollaborationen bei konzertanten Performances mit künstlerisch-musikalischen Laientruppen, wo Schallplatten wie Selten gehörte Musik, Novembersymphonie oder Langstreckensonate aufgenommen wurden. Filmkamera und Tonbandgerät spielten eine erhebliche Rolle bei Solo- und Gemeinschafts-arbeiten. Roth war ein Verfechter des Prozesshaften. Nichts musste so bleiben, wie es entstanden war, Überarbeitungen und Übermalungen waren ihm genauso Recht wie die Verwendung von Materialien, die Verfall und Verwesung des Kunstwerks mit sich brachten. Eine andere, nur vordergründig gegenläufige Ästhetik verfolgte er mit Tonbandaufnahmen und Radiosendungen sowie aufgezeichneten Interviews. Roths Vorgabe war hier immer, alles komplett ungeschnitten, mitsamt aller Nebengeräusche und -handlungen zu dokumentieren. In der Textsammlung Mundunculum äußerte er bereits 1967 die Vermutung: „Bloß gesprochene Worte haben [dagegen] die Eigenschaft auf- und wegzufliegen (das der Armierung der Sprache verwendete Material – die Töne z.B. – haben ja einen Festigungsfaktor von annähernd null). Doch lasse man mich hier auf den – wie es jetzt schon scheint – tremenden Festigungsfaktor des in magnetischen Tonbändern enthaltenen Armierungsmaterials hinweisen, der innerhalb der Tendenzgruppen dieses Buches nicht berücksichtigt werden soll, da es dem Vortragenden hier nur um einen sozusagen ferienhaften Aufenthalt bei oder: Schrebergärtnerhafte Bearbeitung der papierenen Literaturpflanzen zu tun ist.“ Das Dieter Roth Orchester spielt kleine wolken, typische scheiße und nie gehörte musik ist Teil einer von BR Hörspiel und Medienkunst initiierten dreiteiligen Radio-Hommage an Dieter Roth. Unter dem Motto jeder ist. so ein lärm waren Künstler/Autoren/Musiker eingeladen, sich ausgewählter literarischer und musikalischer Arbeiten und teils unveröffentlichter Materialien Roths anzunehmen. Es entstanden popmusikalische Konzepte, Songs, Kompositionen und Radiotexte einer jüngeren Generation, die sich von Roths Werk inspiriert und beeinflusst sieht, in Deutschland wie in Island, seiner zweiten Heimat. Die oft zarte, zurückgenommene, aber auch kontroverse und kalauernde Lyrik eignete sich überraschend gut als Textbasis für die Popsongs der Musiker, die Wolfgang Müller als Dieter Roth Orchester zusammengebracht hat. Auch wenn sie nicht gemeinsam auf einer Bühne oder im Studio auftraten, war das Kollaborative im Sinne Roths schon in der Person Wolfgang Müllers und der vielfachen Vernetzung der Künstler und Musiker aus Island, Berlin, Hamburg und Köln untereinander gegeben. Die Radio-Hommage an Dieter Roth konnte mit Hilfe langjähriger Begleiter und Kenner seiner Arbeiten entstehen, deshalb geht mein Dank an Björn Roth, Hansjörg Mayer, Barbara Wien und Johannes Ullmaier. Barbara Schäfer *** Wenn sich das Leben richtet nach dem Falle wieder auf, hab ich die Falle schon gesichtet und haue dem Leben eins drauf (Dieter Roth). „Frühe Schriften und typische Scheiße“ stand auf dem Cover, „1975 vorm einstampfen bewahrt und in zusatzumschlag herausgegeben von edition hansjörg mayer stuttgart london reykjavík“. Ich entdeckte das Buch als Ramschware in einer Grabbelkiste vor einer Buchhandlung am Berliner Ku'damm. Das war 1981 und das Teil kostete drei Mark. Ursprünglich 1973 in der Sammlung Luchterhand erschienen waren nur ein paar wenige Exemplare verkauft worden. Der Rest wartete nun in neuem Einband – rotbraune Lettern auf weißem Stoff – auf interessierte Käufer. Offensichtlich vergeblich. Dabei klang der Titel in der Punkatmosphäre jener Zeit überaus erfrischend. Besonders wenn man ihn mit jenen von Günther Grass, Martin Walser oder Heinrich Böll verglich. Ich erwarb das Werk, das heute als bibliophile Rarität in Antiquariaten um die 150 Euro angeboten wird. Das Gedicht Das Leben wurde fortan mein Favorit. Bevor das Buch endgültig in den Sammlervitrinen zu verschwinden droht, wird es höchste Zeit, die wunderbaren und eigensinnigen Gedichte Roths endlich populär zu machen. Das geschieht am besten mit Hilfe von Popmusik. Für die Vertonung kamen Popstars in Frage, die sich einerseits in der Welt der populären Musik bewegen, gleichzeitig aber den schnöden Mainstream verachten. Die Eigenwilligen und Kompromisslosen also. Von den Texten Roths waren die angesprochenen Musiker sofort überzeugt, ja – fasziniert. Für ausgewählte Gedichte komponierten sie ganz unterschiedliche Soundtracks und Songs. Und schon ertönt ein ganzes Orchester. Spät, aber von Herzen: Dieter Roth goes Pop! Wolfgang Müller

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