Wolfgang Niedecken Für 'ne Moment

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Inhaltsangabe zu „Für 'ne Moment“ von Wolfgang Niedecken

"Ich wollte immer Musik machen, die die ganze Welt einschließt." Wolfgang Niedecken ". und was in der Gegenwart einzelne Momente sind, ordnet sich in der Erinnerung zu einer Geschichte, die unerschütterlich behauptet: Das bist du, das ist dein Leben." Ein bewegtes Leben als bildender Künstler, Songwriter und Sänger, der politische Wachsamkeit mit humanitärem Engagement verbindet. Niedecken erzählt. Von einer Kindheit zwischen Trümmern im Nachkriegs-Köln. Vom katholischen Internat und der Rebellion gegen Autoritäten. Von der Malerei, den Ausstellungen und der New Yorker Kunstszene der siebziger Jahre. Von den Triumphen mit BAP. Vom Unterwegssein, von Krisen und dem unbedingten Willen, weiterzumachen. Von Wendepunkten, Zufällen und ein wenig Glück. Von der Begegnung mit Heinrich Böll und der Zusammenarbeit mit Wim Wenders. Von den geplatzten Konzerten in der DDR und den Auftritten in China und Nicaragua. Von Afrikareisen an der Seite Horst Köhlers, von Hilfsprojekten und dem Mut der Verzweiflung. Niedecken erzählt - gegenwärtig und nah, intensiv, ehrlich und voller Poesie.

Wenn überhaupt, nur für Fans von Bap bzw. Niedecken interessant. Ich hätte mir mehr von versprochen, belanglos.

— Andreayyy

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    Für 'ne Moment

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. March 2013 um 18:43

    Der Mensch Wolfgang Niedecken wirkte schon immer sehr "echt", sehr authentisch auf mich. Und dieser Eindruck wurde durch das Lesen seiner Autobiografie nochmal bestätigt. Da schrieb kein in anderen Sphären weilender Promi seine Lebenserinnerungen auf, sondern der "liebe Jung" von nebenan. Mir kam seine Art des Schreibens sehr harmonisch vor. Vergleichbar mit der Art und Weise, wie er in Diskussionsrunden und Interviews in TV + Radio agiert. Beim Lesen hatte ich quasi permanent seine Stimme im Ohr und wähnte mich fast schon - zusammen mit ihm gemütlich auf einer Couch sitzend und Kaffee schlürfend - live von ihm unterhalten. Das er in seinem Bericht nicht stur chronologisch vorging, sondern immer mal wieder Zeitsprünge einbaute, sorgte zu keinem Zeitpunkt für Ratlosigkeit oder Verwirrung. als Leser wusste ich immer ganz genau wo wir uns gerade befanden und verlor nie den roten Faden. Wolfgang Niedecken gewährt dem Leser ganz private Einblicke in sein Leben, sein Denken, Fühlen und Handeln, ohne jedoch auf unangenehme Art zu intim zu werden. Mich hat dieses Buch stellenweise sehr berührt, aber auch so manches Mal laut schmunzeln lassen. Alles in Allem bin ich so begeistert, dass ich mir gerade Gedanken darüber mache, mir zusätzlich zum Buch auch noch sein - von ihm vertontes - Hörbuch zu gönnen.

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  • Rezension zu "Für 'ne Moment" von Wolfgang Niedecken

    Für 'ne Moment

    Deltix

    18. November 2012 um 17:26

    Niedecken labert so viel wie eine angeschwipste Schwiegermutter und genau so verliert er auch oft den Faden. Gerade angefangen von einem Ereignis zu berichten, geht der Schwenk teils Jahrzehnte vor oder zurück - diese Erzählweise zieht sich durch das gesamte Buch und macht das Lesen zur Tortur. Zugegeben es ist eine Biographie von Wolfgang Niedecken und nicht von BAP. Die Zeit mit BAP spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle im Buch. Und natürlich ist Gutmensch Niedecken derjenige der für die Glanzlichter verantwortlich ist, alles andere verantworten die bösen unkreativen Bandmitglieder. Und diese werden denn auch ordentlich gedisst, ein Nachtreten vor allem gegen Klaus Heuser was ich Niedecken so nicht zugetraut hätte. Besonders peinlich wird es wenn sich der Autor über Schlagzeilen zur Trennung von BAP aufregt und in kleinlicher Art bemängelt das die Presse von 3 Musikern die die Band verlassen haben berichtet, er aber nur von zweien weiß. Lieber Wolfgang Niedecken, da gab es außer Major und Effendi noch einen gewissen Hans Wollrath, 19 Jahre hast du mit ihm zusammengearbeitet! Kein objekives Buch, nicht empfehlenswert !

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  • Rezension zu "Für 'ne Moment" von Wolfgang Niedecken

    Für 'ne Moment

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. July 2011 um 22:55

    Lesenswert! Niedecken macht nicht den Fehler nur BAP-Geschichte(n) in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch persönliche Dinge und Ansiochten (Kunst, Familie, Heimatliebe, Kökn, Politik usw.), dadurch interessant und recht abwechslungsreich. BAP ist dann in der 2. Hälfte präsent. Und dass der Mann was zu erzählen hat, versteht sich von selbst. Co-Autor Oliver Kobold hat die rechte Schreibe für die Inhaltswiedergabe.

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  • Rezension zu "Für 'ne Moment" von Wolfgang Niedecken

    Für 'ne Moment

    gottagivethembooks

    05. June 2011 um 16:40

    Wolfgang Niedecken hat seine Memoiren geschrieben. Viele werden jetzt denken: „Ach, noch einer der meint, er hätte was zu erzählen!“ Aber Niedecken ist eben kein 17jähriger Hollywood-Jüngling der meint, alles gesehen zu haben, nur weil er einmal seine Nase hinter den Hollywood Hills hervor gereckt hat. Niedecken hat was zu erzählen. Und wie er erzählt. Er macht nicht den Fehler, den viele machen, die sich an der Niederschreibung ihrer Lebensgeschichte versuchen. Er fängt nicht bei dem kleinen Jungen an und hört bei dem weisen Mann auf. Er erzählt, wie man eben erzählt. Kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, bleibt nur in groben Zügen chronologisch. Von seiner Kindheit in der Kölner Südstadt in der es in den Nachkriegsjahren keine Spielplätze sondern Trümmer gab, von Rittern auf der Vringspooz, Internatsjahren und kölschem Klüngel „… Kölscher Klüngel? Dä jitt et jar nit… ävver et ess schon besser, wemmer einer kennt!“ 1 Über seine Zeit als Künstler im Big Apple, Anfänge in der Musik und die ersten Erfolge mit BAP. „Ein Auftritt im „Chlodwig Eck“ und vielleicht noch einer in einem Vorort von Köln, das war schon fast eine Tournee. Zumindest, wenn man fest daran glaubte.“ 2 Man erfährt viel über den Mann, mit der „merkwürdije Sprooch“. Über den Künstler Niedecken und seine musikalischen Vorbilder ebenso wie über Vorbilder in der Bildenden Kunst. Von den Kinks und Bob Dylan bis zu Larry Rivers, Julian Schnabel und Michael Buthe. Ein außergewöhnliches Treffen mit Heinrich Böll, ein Song mit Joseph Beuys, ein unverhofftes Duett mit Bob Dylan… Niedecken verwischt die Grenzen zwischen den Künsten und vor allem gibt es keine Grenzen zwischen ihm als Mensch und seiner Kunst. Nichts, was er nicht für seine Kunst verwendet. Egal ob seine Erinnerungen und Erlebnisse, die in seine immer aussagekräftigen Liedtexte einfließen oder alle erdenklichen Gefühle und Materialien, die in seinen Gemälden und Installationen Verwendung finden. Der BAP-Frontmann ist von seiner Kunst nicht wegzudenken. Weder von der einen noch von der anderen. „What’s wrong with Staples?“ 3 Seine Erzählung über seinen ersten Besuch in Afrika sind der Teil des Buches, der wohl jedem im Halse stecken bleibt und gerade deshalb bin ich ihm dankbar, dass er ihn nicht ausgespart, nicht über die Maßen geschönt oder unangenehmes weggelassen hat. Er verschließt die Augen nicht und erspart es auch seinen Mitmenschen nicht, wenigstens darauf hingewiesen zu werden, dass man mit offenen Augen besser sieht und dass man Dinge und Zustände, für die man einmal bewusst die Augen geöffnet hat, nicht mehr ausblenden kann. „Auch wenn wir noch so fest daran glauben wollen, das der Prozess der Zivilisation nur in eine, und zwar in die richtige Richtung verläuft, in diejenige fortschreitender Aufklärung, verfeinerter Kultur und achtsameren Miteinanders – es entspricht, wie die Geschichte nicht nur des afrikanischen, sondern auch die aller anderen Kontinente zeigt, einfach nicht der Wahrheit.“ 4 Nach der Lektüre des Buches fühlt man sich, als hätte man eine ganze Nacht lang mit einem guten alten Freund eine Flasche Whisky geleert und sich dabei seine unglaublich spannende, großartige und interessante Lebensgeschichte angehört. Die teilweise offenen, teilweise versteckten Hinweise auf sein Liedgut sind dabei kleine Schmankerl, die den geneigten BAP-Fan wissend schmunzeln lassen. Ja, jetzt spätestens habe ich mich geoutet. Ich bin ein Fan. Fast einer der ersten Stunde. Wenn schon nicht der ersten Stunde der Band, so doch der ersten Stunde der Entwicklung meines Musikgeschmacks. Das erste Musikalbum, das mir Freunde meiner Eltern 1984 im zarten Alter von 11 Jahren schenkten, war „Zwesche Salzjebäck un Bier“. Leider nicht als LP, sondern nur als MC, was dazu führte, dass die Kassette, die ich monatelang rauf und runter hörte, am Ende so leierte, dass es an Körperverletzung grenzte. Seither begleitet mich Niedeckens Musik, seine wunderbaren Texte, die nie sinnentleerter Schmonz sind und mit denen er sich zum Glück nie untreu wurde, auch wenn es einige hartnäckig versuchten, durchs Leben und auch, wenn es hin und wieder mal ein Album gab, das mir besser gefiel als ein anderes, habe ich immer die unverkennbare Handschrift entdecken können, die hinter allem stand. Genau wie in diesem Buch, indem er einmal mehr zeigt, dass sich Heimatverbundenheit und Fernweh nicht ausschließen und kein Fehler zu dumm ist, als dass man nicht doch noch etwas aus ihm lernen könnte. „Wer nichts bereut ist entweder ein Gott oder leidet an Größenwahn.“ 5 1 Seite 119, 2 Seite 222, 3 Seite 26, 4 Seite 492, 5 Seite 408 Zitate: (Die Zitate, die ich mich entschlossen habe mit dieser Rezension zu veröffentlichen, sind nur einige derer, die ich mir markiert habe. Es gab einfach zu viele Stellen, die mich bewegt haben. Aber man muss auch wissen, wann es genug ist ;)) Die Kunst, die mir wichtig war, ließ viele Deutungen offen. Sie enthielt Trauer, Sehnsucht und Hoffnung und erzählte von der Utopie, dass die Welt auch anders sein könnte. Doch sie bevormundete nicht und schrieb niemandem vor, was er zu tun und zu lassen hatte. (Seite 41) Manchmal muss man das Fernglas umdrehen, um die Größe der Dinge wieder richtig einschätzen zu können. (Seite 43) Man sollte nicht immer damit beginnen, eine von der Gunst des Zufalls herbeigeführte Begegnung als etwas Zwangsläufiges und Bleibendes zu deuten. Manchmal ist es besser, dem Schatten, den die Vergangenheit wirft, auszuweichen, um nicht von ihm verschluckt zu werden. (Seite 68) Ich fuhr rückwärts und blickte in die Vergangenheit, aber ich wusste, dass ich dennoch auf dem Weg war, der Zug fuhr mit mir in eine Zukunft, die ich kaum erwarten konnte. (Seite 103) Was Heinrich Böll 1969 […] schrieb, hat seine Gültigkeit bis heute nicht verloren: Die katholische Kirche wird noch immer feudalistisch wie eine Mafia regiert. Der einzige Trost dabei ist, dass man sie verlassen kann, ohne sein Leben zu riskieren. (Seite 122) Ich war selbstgerecht, so selbstgerecht und unbarmherzig, wie es nur einer Jugend zusteht, die sich nicht mehr mit Ausflüchten abspeisen lassen will. (Seite 145) Freiheit ist manchmal nur ein anderes Wort für Alleinsein. (Seite 275) Songs dürfen das Privileg haben, das Unmögliche zu fordern. Sie dürfen naiv sein, wenn sie vom noch nicht Realisierten träumen, sie dürfen sich das Prinzip Hoffnung bewahren, auch wenn die Welt aller Hoffnung hohnspricht. (Seite 299) Wesen mit Federn interessieren sich nicht für Grenzen, sie überfliegen sie einfach. Und Wörtern gelingt das manchmal eben auch. (Seite 305) Nur der, der weiß, dass alles seine Zeit hat, auch der Tod, weiß wirklich, wie es sich anfühlt, am Leben zu sein. (Seite 309) Wir zogen die Gegenwart jeder Nostalgie vor, doch wir wussten auch, dass man ganz im Moment aufgehen und trotzdem voller Erinnerungen sein kann. (Seite 423) Der Tag, an dem ich begriff, dass man nicht allen Ansprüchen genügen kann, war ein guter Tag. (Seite 452) http://gottagivethembooks.wordpress.com

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  • Rezension zu "Für 'ne Moment" von Wolfgang Niedecken

    Für 'ne Moment

    Stefan_Albus

    11. May 2011 um 12:01

    "Verdamp lang her, dat ich bei dir am Jraav wohr ..." - klar! Aber an wessen eigentlich? Keine unwichtige Frage - mich hat sie etwa 2,5 Jahrzehnte verfolgt, denn für mich gehören BAP-Songs seit "Für usszeschnigge" zum Soundtrack meines Lebens. Darum war mir, als würde mir meine Buchhändlerin statt der neuen Autobio des kölschen Dylans einen Goldbarren in die Tüte stecken. Sicher: Es steht Niedecken drauf, also ist natürlich auch Niedecken drin - an diesem Mann scheiden sich ja seit Jahren die Geister, und wer ihn bislang nicht leiden konnte, wird nach Lektüre dieses Epos auch nicht auf die Knie fallen und sich den Inhalt des Aschenbechers über die Stirn kippen. Was ich an Niedecken mag, ist der ruhige Blick auf die lyrischen, stillen Momente des Alltags, vor denen man oft mit offenem Mund steht und sich sagt: "Daran möchte ich mich immer erinnern!" Der bekennende Böll-Verehrer schafft es irgendwie, einige davon aufzuschreiben, in Akkorde einzuwickeln und so für kommende Tage zu konservieren, in denen es mal nicht so rund läuft. Dieses Talent trägt auch das Buch: Es enthält tonnenweise Sätze, die man sich anstreichen möchte – "Für ne Moment" gehört ganz sicher zu den Top-10 der Bücher mit den meisten Eselsohren in meiner Bib. Für BAP-Fans (und -Verächter) kommen natürlich noch eine ganze Menge Körner hinzu. Man erfährt zum Beispiel einiges über Gründung, Zusammenrütteln, Aufstieg und ... - na ja, nennen wir es "die Entwicklung hin zur heutigen Besetzung" der Band, auch wenn der Dissens mit "Major" Heuser und der Ausstieg zum Beispiel "Effendi" Büschels nicht eben in grelles Licht getaucht werden. Aber das Werk ist eben eine Autobiografie und kein Spex-Gutachten. Außerdem ist BAP ja nur eine von vielen Facetten, die den Mann ausmachen: Niedeckens zweites Leben als Maler zum Beispiel kannte ich bislang auch nicht - spannend! Und inspirierend. Etwas schwer zugänglich fand ich zuweilen leider die gedanklichen Sprünge, die sich Niedecken und sein Coautor Oliver Kobold leisten - oft geht es nämlich nicht chronologisch voran, sondern, nun ja: in Themenkomplexen. Der Leser wird immer wieder in Exkursen etwa über "Niedecken und Beuys" durch die Jahrzehnte gewirbelt und irgendwann wieder über dem ursprünglichen Zeitstrahl abgeworfen, wo er sich verwundert die Augen reibt, weil er plötzlich wieder in Kneipenszenen mitgenommen wird, die gerade eben noch 20 Jahre zurücklagen. Aber es ist ja auch ein Buch und keine Soap. Ein Personen- und vielleicht Ortsregister wäre allerdings schön gewesen, um die vielen lockigen Episoden nachträglich etwas kämmen zu können, und Bildunterschriften hätten ebenfalls Spaß gemacht ("Wer ist denn der Typ neben Mick Jagger?" "Ich glaub' Niedecken ..." "Ach so ... ja, kann sein ..."). Trotzdem hat mir "Für ne Moment" viel Spaß gemacht. Jetzt weiß ich auch, warum Niedecken überhaupt Kölsch singt, wer "zaubre kann" oder "Jraduss" bleiben soll. Und an welchem Grab er damals stand. Verdamp lang her.

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