Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " So ich noch lebe " testlesen.
Autor : Wolfgang Paterno
Handlung :
Eine zutiefst persönliche und bewegende Spurensuche: die Geschichte einer Denunziation in der NS-Zeit.
Dokumentation eines menschlichen Schicksals in der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz
Lange vor der Geburt seines Enkels Wolfgang wird Hugo Paterno umgebracht. Der Zollbeamte aus Vorarlberg und streng gläubige Katholik wird Opfer der im Nationalsozialismus so alltäglichen wie folgenschweren und erbarmungslosen Praxis der Denunziation: Einer Aussage eines Arbeitskollegen gemäß habe er sich abfällig über das NS-Regime geäußert, was ihm eine Strafversetzung nach Innsbruck einbringt. Eine weitere Denunziation trennt ihn nicht nur räumlich von seiner Familie, sondern kostet ihn das Leben: 1944 wird Hugo Paterno in München-Stadelheim hingerichtet. Zurück bleiben eine alleinerziehende Mutter, vier Halbwaisen und viele offene Fragen.
Mein Fazit :
Anfangen möchte ich meine Rezension heute mit einem Zitat :
" Und immer sind da Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder und Augenblicke.
Sie werden uns an dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und dich nie vergessen lassen. "
In dem Buch " So ich noch lebe " erzählt der Enkel Wolfgang Paterno die sehr bewegende Lebensgeschichte seines Großvaters , der wegen regimekritischer Aussagen am 7. Juli 1944 hingerichtet wurde. Ein sehr bewegender Roman ....
Das Cover gefällt mir sehr gut und auf dem Foto sieht man Hugo Paterno , mit seiner Frau Maria und seiner Tochter. Das Bild einer glücklichen Familie die zerstört wurde....
Der Schreibstil des Autors ist einfach und flüssig, er erzählt die Geschichte seines Großvaters in einfachen , aber sehr prägnanten Worten. Man ist sofort von der Geschichte gefesselt und möchte die Fragen die sich der Autor stellt , beantwortet haben.
* Wer war dieser Mann? ( der Großvater )
Ein sehr netter liebenswerter Mensch, der seine Familie liebte , seine Frau Maria und seine 4 Kinder. Seinen Beruf als Zollwachbeamter liebte . Ein streng gläubiger Katholik. Ein Mensch der nicht viel auffiel und eher zurückgezogen lebte . Von seinem Leben blieben nur einige Gegenstände zurück : ein Bajonett aus dem 1. Weltkrieg , eine grüne Uniformjacke , viele Fotos.......
1944 wird Hugo Paterno in München-Stadelheim hingerichtet. Zurück bleiben eine alleinerziehende Mutter, vier Halbwaisen und viele offene Fragen.
* Welche Menschen , politischen und gesellschaftliche Mechanismen haben ihn auf dem Gewissen?
Zitat : " Einer Aussage eines Arbeitskollegen gemäß habe er sich abfällig über das NS-Regime geäußert, was ihm eine Strafversetzung nach Innsbruck einbringt. Eine weitere Denunziation trennt ihn von seiner Familie und schließlich wird er hingerichtet "
Warum wird Hugo P. denunziert von seinem Kollegen , nur weil er angeblich eine falsche Äußerung gemacht hat ? Da muss mehr dahinter stecken . Ich denke Neid unter Kollegen spielte da auch eine große Rolle. Äußerungen die nie gesagt oder verdreht wurden und schließlich führte das zu seinem Todesurteil......
Menschen die einfach von der Bildfläche verschwinden sollten , weil sie nicht mehr ins Regime passten , weil sie lästig wurden , weil der Kollege den Posten haben wollte.....Es gab viele Gründe für Denunzierungen. Aber kaum einer machte sich Gedanken über die Schicksale die dahinter stehen.
* Wie gehen die Hinterbliebenen damit um?
Das 1. Gnadengesuch was Maria am 12. Mai 1944 an den Berliner Reichsminister für Justiz geschrieben hat und das 2. an Adolf Hitler persönlich, hat mich tief im Herzen berührt...
Als ich die persönlichen , herzzerreißenden Briefe von Hugo P. an seine Frau Maria und seine Kinder gelesen habe, stieg die Wut in mir auf. Wut auf den Denunzanten , seine Frau und den Schwager. Man fragt sich immer wieder , Warum ??? Hatten diese Menschen kein Gewissen? Auch wenn sie am Ende bestraft wurden , sie haben mutwillig ein Leben ausgelöscht. Der Frau den liebenden Ehemann genommen und den Kindern den Vater....
Was ist ein Menschenleben wert ?
Die Geschichte über Hugo Paterno läßt den Leser sprachlos zurück. Dem Autor ist es gelungen mit diesem Buch seinem Großvater ein " Denkmal " zu setzen. Es ist nur " ein " bewegendes Einzelschicksal aus der Zeit des Nationalsozialismus , aber es wird die Leser berühren. Man merkt das der Autor das Buch mit sehr viel Herzblut geschrieben und sehr gut recherchiert hat. Die vielen Fotos, Kopien von Dokumenten unterstreichen die Geschichte.