Wolfgang Paterno

 4,7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von „So ich noch lebe …“, Das erste Mal und weiteren Büchern.
Autorenbild von Wolfgang Paterno (©Erwin Schuh)

Lebenslauf von Wolfgang Paterno

Wolfgang Paterno, seit 2005 Redakteur des Wiener Nachrichtenmagazins profil, letzte Veröffentlichung: «So ich noch lebe...» – Meine Annäherung an den Großvater (Haymon 2020).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wolfgang Paterno

Cover des Buches „So ich noch lebe …“ (ISBN: 9783709972892)

„So ich noch lebe …“

 (16)
Erschienen am 23.03.2020
Cover des Buches Das erste Mal (ISBN: 9783707606799)

Das erste Mal

 (1)
Erschienen am 18.09.2019
Cover des Buches Ein Jahrhundert Leben (ISBN: 9783990500880)

Ein Jahrhundert Leben

 (1)
Erschienen am 01.08.2018
Cover des Buches Spazierengehen ist erlaubt (ISBN: 9783903290617)

Spazierengehen ist erlaubt

 (0)
Erscheint am 01.10.2021

Neue Rezensionen zu Wolfgang Paterno

Cover des Buches „So ich noch lebe …“ (ISBN: 9783709972892)Chuckipops avatar

Rezension zu "„So ich noch lebe …“" von Wolfgang Paterno

Wer war er eigentlich, der Opa ohne Kopf? Eine Spurensuche mit Leidenschaft
Chuckipopvor einem Jahr

"So ich noch lebe..." von Wolfgang Paterno ist als Hardcover mit 304 Seiten im März 2020 beim Haymon Verlag erschienen.

Es handelt sich hier um eine wahre, tragische Begebenheit. Wolfgang Paterno ist in seinem Buch mit Leidenschaft und Herzblut auf der Spurensuche zur Geschichte seines Großvaters Hugo Paterno. Der Enkel durfte seinen Großvater nie kennenlernen, denn dieser wurde in Dritten Reich von den Nazis hingerichtet, nachdem er aufgrund verleumderischer Denunziationen zum Tode verurteilt wurde.

In Paternos Familie wurde nie viel über Hugo gesprochen, man versuchte ihn zu vergessen, daher war er immer der "Opa ohne Kopf"...Alles, was der Enkel über seinen Großvater direkt erfahren konnte, fand er in zwei Aluminiumkisten, in denen man "seinen Fall" lagerte. Im Buch abgebildet sind diverse Dokumente, ausserdem Fotos und Briefe. Der Autor hat darüberhinaus noch die Nachkommen diverser Zeitzeugen befragt, z.B. auch die Nachfahren der Denunzianten...

Hugo Paterno war Zollbeamter, darüberhinaus ein liebevoller Ehemann und Familienvater, ein gläubiger, ehrlicher und rechtschaffener Mann.

Aber für die damalige schlimme Zeit war er leider zu religiös undzu wenig politisch eingestellt - eine Kombination, die Neider und Denunzianten auf den Plan rief, was eine Lawine von Ereignisse auslöste, die schließlich zu Hugo Paternos Ermordung führten. Dadurch, dass er zwischendurch immer wieder vversuchte, Dinge klarzustellen, und diese nicht auf sich beruhen lassen wollte oder konnte, machte die Lage immer brisanter und der Fokus der Behörden wandte sich leider nicht mehr vom ihm ab...

Ich finde es sehr bewundernswert, dass der Autor hier den Dingen auf die Spur geht und so viele schmerzliche Dinge ausgräbt. Das ist durchaus natürlich, denn die Wahrheit zu erfahren ist reinigend und wichtig, aber nur ganz wenige haben den Mumm oder die Energie, das auf die Beine zu stellen. 

Der Lesefluss war für mich persönlich bisweilen etwas trocken, und machte trotzdem extrem nachdenklich und hat mich erschüttert, so dass ich etwas länger gebraucht habe, um die Lektüre zu beenden.

Mein Fazit: Mit diesem zeitgeschichtlichen Werk hat der Autor seinem Großvater und seiner Familie großen Respekt erwiesen. Unbedingt lesenswert!

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Cover des Buches „So ich noch lebe …“ (ISBN: 9783709972892)Buecherseele79s avatar

Rezension zu "„So ich noch lebe …“" von Wolfgang Paterno

Schweigen der Generationen
Buecherseele79vor einem Jahr

„Held bin ich ja“, aber nur ein trauriger. Warum musste ich nur so dumm sein und jetzt meinen Lieben solche Not auferlegen?“ (Seite 216)

Wolfgang Paterno begibt sich auf Spurensuche seine Großvaters Hugo Paterno.

In der Familie ist er der leise „Geist“, der Opa ohne Kopf, man verschweigt ihn lieber, spricht sehr selten von ihm, legt ein Tuch der Stille über Dinge die sich damals zugetragen haben. Das Leben seines Großvaters passt in zwei Aluminiumkisten, mit ihren Inhalten versucht der Enkel Wolfang Paterno das Leben seines Großvaters zu „rekonstruieren“.

Vorweg – dieses Buch ist absolut lesenswert weil es eine Geschichte aufzeigt die im damaligen Nationalsozialismus täglich zigtausend Mal geschehen ist. Und dieses Buch, diese Familientragödie möchte ich schon sagen, zeigt ebenfalls auf dass ein Verbrechen, eine Denunziation wie in diesem Fall, auch noch auf weitere Generationen übergeht, dass dieses Verbrechen, dieser Schatten wie hier bei Hugo Paterno, weiterhin auf allen liegt.

Hugo Paterno war 4facher, stolzer Familienvater, sehr verliebt in seine Frau Maria und ein sehr gottesfürchtiger Mann. Wer sich mit dem Nationalsozialismus auskennt weiss aber dass dies zu Zeiten des Dritten Reiches gar nicht gerne gesehen war. Und doch war Hugo in seinem Glauben, in seiner ehrlichen Art unerschütterlich.

Als Zollbeamter macht Hugo Karriere, ist bei vielen für seine hilfsbereite und höfliche Art bekannt. Und doch stammt er von italienischen Wurzeln ab, was vor dem Nationalsozialismus schon schwer war wird jetzt nicht leichter. Und doch lässt er sich weiterhin nicht unterkriegen, mit dem Dritten Reich und seinen glühenden Anhängern, Orden und Vereinen haben Hugo und seine Frau Maria nicht sonderlich viel zu tun.

Schon 1938 wird Hugo bei oberen Stellen „gemeldet“ weil er nicht von Glauben Abstand nimmt, mit seiner Meinung aber auch nicht hinter dem Berg hält. Eine ehrliche Seele eben. Ab da haben ihn Vorgesetzte und andere Abteilungen auf dem Schirm. 1940 geschieht eine erneute Denunziation die Hugo einiges in seinem Job kosten wird. Doch der „finale“ Schlag gegen ihn erfolgt 1943 als eine Frau ihn erneut denunziert und Hugo von der Gestapo festgenommen wird.

Anhand von Bildern, Briefen, Ausweisen, Schriftstücken und Dokumente versucht hier der Autor Wolfang Paterno seinen Großvater zum Leben zu erwecken, was ihm sehr gut gelingt. Er fügt Briefe, Fotos und Dokumente in dem Buch bei, es gibt einen großen Anhang zum Ende und alles ist gut recherchiert, sehr verständlich und vor allem voller Gefühle zu lesen. Man merkt wie sehr dem Autor das Schicksal seines Großvaters nahe geht, wenn man 2 Kisten hat und mehr nicht, aber ihn nie vor sich stehen hatte, ihn nie lachen, fluchen, schimpfen oder hat reden hören. Ein Versuch einen Menschen zu zeigen von dem man aber nicht alles weiß.

Wie schon oben erwähnt ist dieses Buch auch so lesenswert weil man hier merkt wie sehr eine Familie , noch heute, unter dieser Denunziation leidet. Was dies mit ihnen gemacht hat, das Schweigen, das nicht darüber reden, das sich schämen, obwohl es keinerlei Gründe dafür gibt. Das Verhalten der Täter, deren Enkel, Weggefährten von Hugo die noch leben, werden auch genannt und kommen zu Wort, ebenso was nach dem Zerfall des Dritten Reiches mit dem Fall „Hugo Paterno“ geschehen ist.

Ein Buch was ich für sehr wichtig empfinde und ich dem Autor für seine Spurensuche einen sehr großen Respekt aussprechen möchte. Eine klare Leseempfehlung.

Ich danke Lovelybooks und dem Autor für das Rezensionsexemplar.

Kommentare: 2
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Cover des Buches „So ich noch lebe …“ (ISBN: 9783709972892)Babsi123s avatar

Rezension zu "„So ich noch lebe …“" von Wolfgang Paterno

Sehr bewegend !
Babsi123vor einem Jahr

Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " So ich noch lebe " testlesen. 

Autor :  Wolfgang Paterno


Handlung  : 

Eine zutiefst persönliche und bewegende Spurensuche: die Geschichte einer Denunziation in der NS-Zeit.

 


Dokumentation eines menschlichen Schicksals in der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz

Lange vor der Geburt seines Enkels Wolfgang wird Hugo Paterno umgebracht. Der Zollbeamte aus Vorarlberg und streng gläubige Katholik wird Opfer der im Nationalsozialismus so alltäglichen wie folgenschweren und erbarmungslosen Praxis der Denunziation: Einer Aussage eines Arbeitskollegen gemäß habe er sich abfällig über das NS-Regime geäußert, was ihm eine Strafversetzung nach Innsbruck einbringt. Eine weitere Denunziation trennt ihn nicht nur räumlich von seiner Familie, sondern kostet ihn das Leben: 1944 wird Hugo Paterno in München-Stadelheim hingerichtet. Zurück bleiben eine alleinerziehende Mutter, vier Halbwaisen und viele offene Fragen.


Mein Fazit :

Anfangen möchte ich meine Rezension heute mit einem Zitat : 

"  Und immer sind da Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder und Augenblicke.

Sie werden uns an dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und dich nie vergessen lassen.  " 


In dem Buch "  So ich noch lebe " erzählt der Enkel Wolfgang Paterno die sehr bewegende Lebensgeschichte seines Großvaters  ,  der wegen regimekritischer Aussagen am 7. Juli 1944 hingerichtet wurde. Ein sehr bewegender Roman ....


Das Cover gefällt mir sehr gut und auf dem Foto sieht man Hugo Paterno , mit seiner Frau Maria und seiner Tochter. Das Bild einer glücklichen Familie die zerstört wurde....


Der Schreibstil des Autors ist einfach und flüssig, er erzählt die Geschichte seines Großvaters in einfachen , aber sehr prägnanten Worten. Man ist sofort von der Geschichte gefesselt und möchte die Fragen die sich der Autor stellt , beantwortet haben. 


*   Wer war dieser Mann?  ( der Großvater )

Ein sehr netter liebenswerter Mensch, der seine Familie liebte , seine Frau Maria und seine 4 Kinder. Seinen Beruf als Zollwachbeamter liebte . Ein streng gläubiger Katholik. Ein Mensch der nicht viel auffiel und eher zurückgezogen lebte . Von seinem Leben blieben nur einige Gegenstände zurück : ein Bajonett aus dem 1. Weltkrieg  , eine grüne Uniformjacke , viele Fotos.......

1944 wird Hugo Paterno in München-Stadelheim hingerichtet. Zurück bleiben eine alleinerziehende Mutter, vier Halbwaisen und viele offene Fragen.


*   Welche Menschen , politischen und gesellschaftliche Mechanismen haben ihn auf dem Gewissen? 

Zitat : "  Einer Aussage eines Arbeitskollegen gemäß habe er sich abfällig über das NS-Regime geäußert, was ihm eine Strafversetzung nach Innsbruck einbringt. Eine weitere Denunziation trennt ihn von seiner Familie und schließlich wird er hingerichtet " 

Warum wird Hugo P. denunziert von seinem  Kollegen , nur weil er angeblich eine falsche Äußerung gemacht hat ? Da muss mehr dahinter stecken . Ich denke Neid unter Kollegen spielte da auch eine große Rolle. Äußerungen die nie gesagt oder verdreht wurden und schließlich führte das zu seinem Todesurteil......

Menschen die einfach von der Bildfläche verschwinden sollten , weil sie nicht mehr ins Regime passten , weil sie lästig wurden , weil der Kollege den Posten haben wollte.....Es gab viele Gründe für Denunzierungen. Aber kaum einer machte sich Gedanken über die Schicksale die dahinter stehen. 


*    Wie gehen die Hinterbliebenen damit um?

Das 1. Gnadengesuch was Maria am 12. Mai 1944 an den Berliner Reichsminister für Justiz geschrieben hat und das 2. an Adolf Hitler persönlich,  hat mich tief im Herzen berührt...

Als ich die persönlichen , herzzerreißenden  Briefe von Hugo P. an seine Frau Maria und seine Kinder gelesen habe, stieg die Wut in mir auf. Wut auf den Denunzanten , seine Frau und den Schwager. Man fragt sich immer wieder ,  Warum ??? Hatten diese Menschen kein Gewissen? Auch wenn sie am Ende bestraft wurden , sie haben mutwillig ein Leben ausgelöscht. Der Frau den liebenden Ehemann genommen und den Kindern den Vater....

Was ist ein Menschenleben wert ? 


Die Geschichte über Hugo Paterno läßt den Leser sprachlos zurück. Dem Autor ist es gelungen mit diesem Buch seinem Großvater ein " Denkmal " zu setzen. Es ist nur  " ein " bewegendes Einzelschicksal aus der Zeit des Nationalsozialismus , aber es wird die Leser berühren. Man merkt das der Autor das Buch mit sehr viel Herzblut geschrieben und sehr gut recherchiert hat. Die vielen Fotos, Kopien von Dokumenten unterstreichen die Geschichte.

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Gespräche aus der Community

Ich lade euch herzlich zur Leserunde zu meinem Buch „So ich noch lebe … Meine Annäherung an den Großvater. Eine Geschichte von Mut und Denunziation“ ein.

Darin erzähle ich vom Schicksal meines Großvaters, der im Nationalsozialismus Opfer von Denunziation und wegen „Wehrkraftzersetzung“ umgebracht wurde. Und von meiner Spurensuche nach ihm – in Briefen, Familienfotos, Protokollen und Prozessakten.

Liebe Leserinnen und Leser,


schon lange vor meiner Geburt wurde mein Großvater Hugo Paterno umgebracht. Hugo war streng gläubiger Katholik und wurde während der Zeit des Nationalsozialismus mehrmals denunziert: Der Aussage eines Arbeitskollegen gemäß habe er sich abfällig über das NS-Regime geäußert, was ihm zuerst eine Strafversetzung einbrachte. Eine weitere Denunziation trennte ihn schließlich nicht mehr nur räumlich von seiner Familie, sondern kostete ihn das Leben: 1944 wurde er in München hingerichtet. Zurück blieben seine Frau Maria, vier Halbwaisen und viele offene Fragen. Fragen, die auch mich als Enkel beschäftigen:

  • Wer war dieser Mann, der Jahrzehnte vor meiner Geburt ermordet wurde?
  • Welche Menschen, welche politischen und gesellschaftlichen Mechanismen haben ihn auf dem Gewissen?
  • Wie gehen die Hinterbliebenen mit diesem Schicksal um – die Nachkommen der Opfer, aber auch die der Täter?

Diese Fragen beschäftigen nicht nur mich, betreffen nicht nur das einzelne Schicksal meines Großvaters. – Viele Hinterbliebene treiben sie um. Ich wollte es genau wissen:

In meinem Buch nähere ich mich der Geschichte meines Großvaters an, die eine ganz individuelle, aber gleichzeitig exemplarische in der NS-Zeit ist. Nur wenige Menschen konnten – oder wollten – mit mir über das Vorgefallene sprechen. An Archivmaterial zu kommen wurde zum Kraftakt. Meine Spurensuche war geprägt von spärlichem, unpersönlichem Material, wie Protokollen und Prozessakten, aber auch von berührenden Zeugnissen seines Lebens, wie Briefen und Fotos. Trotz aller Schwierigkeiten ist es möglich geworden, die Geschichte meines Großvaters freizulegen. Nun möchte ich sie mit euch teilen.

Dafür möchte ich euch gerne zur Leserunde zu meinem Buch „So ich noch lebe ... Meine Annäherung an den Großvater. Eine Geschichte von Mut und Denunziation“ einladen. Bewerbt euch hier und verratet mir bis 23. Februar 2020, warum euch dieses Thema interessiert.

Weitere Infos zum Buch findet ihr hier. Ich freue mich auf unsere Gespräche, rege Beiträge, eure Erfahrungen und Meinungen.


Euer

Wolfgang Paterno

116 BeiträgeVerlosung beendet

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