Wolfgang Popp

 3,9 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor von Wüste Welt, Die Verschwundenen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Wolfgang Popp

Wolfgang Popp, geboren 1970 in Wien, Studium der Sinologie und Geschichte in Wien und China. Langjährige Tätigkeit als Studienreiseleiter im Fernen Osten. Daneben Dokumentarfilme und Kurzgeschichten. Kulturredakteur beim ORF-Radio Ö1. Zuletzt erschien der Roman „Wüste Welt“. Mit „Die Verschwundenen“ war er auf der Shortlist des Literaturpreises Alpha und erhielt eine Buchprämie der Stadt Wien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wolfgang Popp

Cover des Buches Die Verschwundenen (ISBN: 9783903005020)

Die Verschwundenen

 (15)
Erschienen am 15.01.2015
Cover des Buches Wüste Welt (ISBN: 9783903005143)

Wüste Welt

 (17)
Erschienen am 12.01.2016
Cover des Buches Ich müsste lügen (ISBN: 9783852566030)

Ich müsste lügen

 (3)
Erschienen am 14.01.2013
Cover des Buches Wehe den Besiegten! (ISBN: 9783878471912)

Wehe den Besiegten!

 (1)
Erschienen am 01.08.2000
Cover des Buches Meine Vorsorge in nur 30 Minuten (ISBN: 9783802932304)

Meine Vorsorge in nur 30 Minuten

 (0)
Erschienen am 19.11.2018
Cover des Buches Der Philosoph im Topf (ISBN: 9783701730995)

Der Philosoph im Topf

 (0)
Erschienen am 15.09.2008
Cover des Buches Die Ahnungslosen (ISBN: 9783903005419)

Die Ahnungslosen

 (0)
Erschienen am 13.09.2018
Cover des Buches Männerliebe: Homosexualität und Literatur (ISBN: 9783476008282)

Männerliebe: Homosexualität und Literatur

 (0)
Erschienen am 01.01.1992

Neue Rezensionen zu Wolfgang Popp

Cover des Buches Ich müsste lügen (ISBN: 9783852566030)S

Rezension zu "Ich müsste lügen" von Wolfgang Popp

Schall und Rauch
StefanieFreigerichtvor 3 Jahren

Warum nur ist dieser Autor nicht bekannter???
So etwas intelligentes, unterhaltsames, doppelbödiges von einem Buch, so viele treffende Bemerkungen, so eine Vermischungen verschiedener Genres, das muss doch auffallen. Also von vorne.

Der 23jährige Manuel Schall wird von seiner Mutter vermisst gemeldet. Kommissarin Eva Rauch bearbeitet diesen Fall (Schall und Rauch also…Autor Popp muss sich ins Fäustchen gelacht haben). Der junge Mann hat für den bekannten Schriftsteller Herbert Will gearbeitet, als so eine Art … Assistent-Muse-Sujet. Ja, genau. Ich sehe in der Rolle des Will irgendwie einen noch etwas jüngeren Jack Nicholson, nach Shining, vor den Hexen von Eastwick – ein wenig diabolisch und (ja, und. Wem da nix einfällt, für den wirkt das Nicholson-Bild ohnehin nicht). Fortan vermischt sich in der Erzählung so einiges – da vermischen sich Genres (Polizeiberichte, Zeitungsausschnitte, Tagebücher,…), da liest die bibliophile Kommissarin sich auf der Suche nach Hinweisen durch Wills Werke, versinkt teils so in dieser Welt, dass für sie Wahrheit und Fiktion nicht mehr klar abgegrenzt erscheinen. Schreibt Will ihre Realität? Warum empfiehlt ihre Buchhändler-Freundin explizit keine Will-Bücher, zum Wohle ihrer Kunden? 

Ich bin begeistert, wiederum, von Wolfgang Popp, den ich mit „Wüste Welt“ entdecken konnte (ähnlich empfehlenswert, ähnlich doppelbödig, wenn auch sehr subtil). Die beiden Bücher sind die beiden Endpunkte einer Art loser Trilogie – absolut ohne gleiche Personen und eher hinsichtlich des Wirklichkeitsansatzes zusammengehörig, wie ich ohne Kenntnis des Bandes zwei jetzt vermute. Sprachlich ist der Text, Popp immer, die reine Freude. Da wird die Kommissarin beschrieben durch „Während sie in Wills Roman weiterlas, rührte sie gedankenverloren in der Tasse. Nicht, dass Zucker in der Tasse gewesen wäre, sie hasste gesüßten Kaffee, aber das Rühren gehörte zum Frühstück, genauso wie der Espresso selbst, die Zigarette oder ein grüner Apfel. Manchmal fehlte der grüne Apfel aber auch.“ S. 23. An die Tür heften würde ich mir, als Haustier-Besitzerin und Christin völlig ungerührt, aber: „Tierfreunde und Gläubige tickten ja auch ähnlich. Beide redeten sie ins Blaue hinein. Die einen mit etwas, das sie nicht verstand, die anderen mit etwas, das es nicht gab.“ S. 67 Herrlich! Nicht meine Meinung, aber absolut köstlich!

Für wen ist das etwas? Das ist etwas ganz eigenes – ich dachte zwischendurch an  „Mr Gwyn“, „Sophies Welt“ und an „Das Bildnis des Dorian Gray“, um so eine Richtung anzudeuten, wie gesagt, aber dabei ganz eigen. Und ganz genial. Leseempfehlung für den Österreicher.

Musik dazu und daraus:
https://www.youtube.com/watch?v=cC4SBm7gQys  Morrissey You have killed me
Und: O fortuna, Carmina Burana (persönlicher Tipp: Alles davon!) Als Idee für die Untermalung zum Sex definitiv mal etwas anderes als "You can leave your hat on"

Kommentieren0
10
Teilen
Cover des Buches Wüste Welt (ISBN: 9783903005143)Sommermaedchen23s avatar

Rezension zu "Wüste Welt" von Wolfgang Popp

Eine Schnitzeljagd nach einer Fata Morgana quer durch Marokko
Sommermaedchen23vor 5 Jahren

Der Erzähler erhält nach Jahren der Funkstille eine mysteriöse SMS seines Bruders. Diese SMS ist der Auftakt für eine Schnitzeljagd quer durch Marokko, denn obwohl sie keinerlei Kontakt haben fühlt sich der Erzähler genötigt in ein Flugzeug zu steigen und seinem Bruder in einem fremden Land nach zu jagen. In Marokko stolpert er über Menschen, die immer nur in Rätseln und nur bruchstückhaft berichten. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl einem Geist, welcher nicht existierte hinterherzujagen. Denn egal wo wir hinkommen, sein Bruder ist schon wieder weg, wir haben ihn jedes Mal knapp verpasst. Dafür lernen wir, der Erzähler und ich auf der Reise ein Hippie-Paar kennen. Auch lande ich in einer Geisterbeschwörung, die meinen Eindruck, der Bruder existiert gar nicht noch verstärkt hatte. Beim schreiben dieser Rezension fällt mir gerade auf, dass ich überhaupt keinen Namen zu dem Protagonisten erfahren habe. Irgendwie war ich immer der Meinung er würde Michael heißen, finde darüber aber in meinen Notizen nichts. Er bleibt die ganze Geschichte über gesichtslos. Wahrscheinlich damit sich derjenige, der die Geschichte liest sich besser mit dem Erzähler identifizieren kann, was mir aber leider nicht wirklich gelungen ist. Auch der abgehackte Satzbau ließ mich während des Lesens immer wieder stocken. Leider lässt mich das Ende auch nicht wirklich schlauer zurück. Existiert der jüngere Bruder überhaupt? Das Bild, dass der Erzähler von ihm zeichnet ist so wahnsinnig perfekt, unfehlbar. Sein jüngerer Bruder kann ständig alles besser, wird von allen geliebt und er ist der bessere Mensch von ihnen beiden. Der Erzähler hingegen ist bieder, nur Musiker und nicht sonderlich begabt oder beliebt. Am Ender der Reise glaube ich hat der Erzähler eigentlich nur sich selbst gejagt, um zu sich zurück zu finden.

Fazit
Eine Schnitzeljagd quer durch Marokko bei der es offen bleibt, ob wir einer Fata Morgana nachjagen oder nicht. Letztlich ist es eine Geschichte über das Verschwinden einer geliebten Person. 

Kommentieren0
1
Teilen
Cover des Buches Wüste Welt (ISBN: 9783903005143)S

Rezension zu "Wüste Welt" von Wolfgang Popp

„wer zehntausend Stunden einem seltenen Vogel nachjagt, kann aber vor einem leeren Ast enden“
StefanieFreigerichtvor 5 Jahren

„Wer zehntausend Stunden Japanisch lernt, spricht anschließend fließend die Sprache, wer zehntausend Stunden Klavier übt, spielt anschließend Schuberts Requiem, dass den Zuhörern die Tränen kommen, wer zehntausend Stunden einem seltenen Vogel nachjagt, kann aber vor einem leeren Ast enden. Hat aber etwas. Dass du trotz aller Anstrengung erfolglos bleibst und dir dennoch keiner einen Vorwurf machen kann. Ein Scheitern ohne versagt zu haben.“ S. 153


„Wüste Welt“ von Wolfgang Popp enthält mehrere solcher sprachlichen Perlen auf nur 160 Seiten. Der Leser begleitet einen namenlosen Musiker auf der Suche nach seinem nur gut eineinhalb Jahre jüngeren Bruder, zu dem er lange den Kontakt mied. „Alle Blicke auf ihm, und mein Leben läuft in seinem Schatten ab.“ S. 84 Die Suche gestaltet sich als Schnitzeljagd, bei der das immer nächste Ziel durch den Vorausgegangenen vorgegeben wird oder sich aus dem Ablauf der Reise ergibt: eine SMS mit der Flugnummer, das Buch von Agatha Christie, das im Auto liegen gelassen wurde mit dem Hotel (passenderweise „Der Schritt ins Leere“ von der Queen of Crime), die Brille, zufällig erspäht beim Blick zur Seite, ja, sogar die Begegnungen, wenn der Ältere von der Strecke abweicht.


Zufälle? Die Zufälle häufen sich – wären das nur einzelne, würde ich die Handlung als unglaubwürdig beschimpfen. In dieser Masse, mit dem unbekannten Ziel und Sinn wirkt das charmant, geheimnisvoll, macht neugierig, lädt ein. Die Brüder wirken miteinander verwoben, wie sonst nur in Erzählungen über eineiige Zwillinge durchgehalten. Wer läuft da bis nachts um 4 Uhr durch den Regen? Und dann gibt es die Suche nach den Geistern... Hier entfaltet sich das, was zum Ende Fragen offen lässt, nachdem zuvor (vielleicht?) nur die andere Seite der Medaille gezeigt werden sollte.


Ich gebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diese so völlig andere Geschichte, die mir das erste und eher unerwartete Lesehighlight des Jahres bescherte – auf die man sich allerdings auch einzulassen bereit sein muss in ihrer Mehrdeutigkeit. Laut Klappentext handelt es sich um den dritten Teil der „Trilogie des Verschwindens“ von Autor Popp, dessen erste beide Teile ich (noch) nicht kenne. Die Klappentexte der anderen Teile deuten keine fortgesetzte Geschichte an, also geht es wohl eher um eine thematische Verwandtschaft.


Ich denke, Mr Gwyn von Alessandro Baricco und dieses Buch könnten den gleichen Lesern gefallen.

Titel im Buch
Bonnie ‚Prince‘ Billy & The Cairo Gang: „Teach me to bear you“ https://www.youtube.com/watch?v=UwI4y0_DGGA
Marlene Dietrich „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ https://www.youtube.com/watch?v=CsrzeV95maQ
Jacques Brel
Ferdinand (! der ältere Bruder von Franz!!) Schubert Requiem https://www.youtube.com/watch?v=8zBkeSKZsDU
Bach Schöpfung

Kommentare: 2
30
Teilen

Gespräche aus der Community

Für diese Leserunde verlosen wir 15 Exemplare des Romans »Die Verschwundenen« von Wolfgang Popp! Es wird auch die Möglichkeit geben, Fragen an den Autor zu stellen. 

Zum Buch:
Fünf Menschen brechen plötzlich alle Kontakte und Zelte in ihrer Heimat ab und beginnen ein neues Leben, in Cambridge, Pompeji und Sri Lanka. Viele Jahre später tauchen sie wieder auf – während die einen zufällig gefunden werden, wenden sich die anderen an die, die sie einst zurückgelassen haben.
Wolfgang Popp lässt fünf Erzähler von ihren Wiederbegegnungen mit diesen »Verschwundenen« berichten. Sie versuchen, hinter das Geheimnis ihres plötzlichen Verschwindens zu kommen und machen dabei erstaunliche Entdeckungen sowie die eine oder andere Reise in die Vergangenheit.

Hier geht's zur Leseprobe!

Es gibt 15 Exemplare (6 Printexemplare & 9 E-Books) zu gewinnen*, einfach bis zum 16.12. für ein Buch (print oder E-Book) bewerben. Jeder, der das Buch schon kennt, ist natürlich auch herzlich eingeladen, bei der Leserunde mitzumachen.

Wir freuen uns schon auf eure Bewerbungen und eine spannende Leserunde,
euer Team der Edition Atelier

* Die Gewinner sind gebeten, im Anschluss an die Leserunde ihre Rezensionen hier bei LovelyBooks und auch auf weiteren Foren (eigenen Blogs, bei amazon etc.) zu verfassen und uns diese gern zu mailen. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
Vielen Dank!
140 BeiträgeVerlosung beendet

Community-Statistik

in 52 Bibliotheken

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks