Wüste Welt

von Wolfgang Popp 
3,4 Sterne bei17 Bewertungen
Wüste Welt
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Positiv (9):
StefanieFreigerichts avatar

Eine Überraschung! Poetisch, mehrdeutig, mit einer Sogwirkung wie bei dem Geistertanz im Buch - schön!

Kritisch (3):
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Geisterbeschwörung, wirre Menschen und eine Reise durch die Wüste. Ein sehr kurioses und wirres Buch..

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Inhaltsangabe zu "Wüste Welt"

Eine rätselhafte SMS seines Bruders führt einen Wiener Musiker nach Marokko. Dort angekommen fehlt vom Bruder aber jede Spur. Eine abenteuerliche Reise quer durch das ganze Land beginnt. Mysteriöse Hinweise und ein altes Hippie-Paar führen ihn schließlich in die Wüste zu einem Stamm von Geisterbeschwörern. Und dort geht’s erst richtig los.
Eine Roadnovel vom Ende der Straße, eine Geistergeschichte ohne Geister, ein Wüstentagebuch.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783903005143
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Edition Atelier
Erscheinungsdatum:12.01.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Sommermaedchen23s avatar
    Sommermaedchen23vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte mit der ich nicht wirklich warm geworden bin. Viel zu abgehackte Sätze und eine Reise ohne genaues Ziel.
    Eine Schnitzeljagd nach einer Fata Morgana quer durch Marokko

    Der Erzähler erhält nach Jahren der Funkstille eine mysteriöse SMS seines Bruders. Diese SMS ist der Auftakt für eine Schnitzeljagd quer durch Marokko, denn obwohl sie keinerlei Kontakt haben fühlt sich der Erzähler genötigt in ein Flugzeug zu steigen und seinem Bruder in einem fremden Land nach zu jagen. In Marokko stolpert er über Menschen, die immer nur in Rätseln und nur bruchstückhaft berichten. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl einem Geist, welcher nicht existierte hinterherzujagen. Denn egal wo wir hinkommen, sein Bruder ist schon wieder weg, wir haben ihn jedes Mal knapp verpasst. Dafür lernen wir, der Erzähler und ich auf der Reise ein Hippie-Paar kennen. Auch lande ich in einer Geisterbeschwörung, die meinen Eindruck, der Bruder existiert gar nicht noch verstärkt hatte. Beim schreiben dieser Rezension fällt mir gerade auf, dass ich überhaupt keinen Namen zu dem Protagonisten erfahren habe. Irgendwie war ich immer der Meinung er würde Michael heißen, finde darüber aber in meinen Notizen nichts. Er bleibt die ganze Geschichte über gesichtslos. Wahrscheinlich damit sich derjenige, der die Geschichte liest sich besser mit dem Erzähler identifizieren kann, was mir aber leider nicht wirklich gelungen ist. Auch der abgehackte Satzbau ließ mich während des Lesens immer wieder stocken. Leider lässt mich das Ende auch nicht wirklich schlauer zurück. Existiert der jüngere Bruder überhaupt? Das Bild, dass der Erzähler von ihm zeichnet ist so wahnsinnig perfekt, unfehlbar. Sein jüngerer Bruder kann ständig alles besser, wird von allen geliebt und er ist der bessere Mensch von ihnen beiden. Der Erzähler hingegen ist bieder, nur Musiker und nicht sonderlich begabt oder beliebt. Am Ender der Reise glaube ich hat der Erzähler eigentlich nur sich selbst gejagt, um zu sich zurück zu finden.

    Fazit
    Eine Schnitzeljagd quer durch Marokko bei der es offen bleibt, ob wir einer Fata Morgana nachjagen oder nicht. Letztlich ist es eine Geschichte über das Verschwinden einer geliebten Person. 

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    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Überraschung! Poetisch, mehrdeutig, mit einer Sogwirkung wie bei dem Geistertanz im Buch - schön!
    „wer zehntausend Stunden einem seltenen Vogel nachjagt, kann aber vor einem leeren Ast enden“

    „Wer zehntausend Stunden Japanisch lernt, spricht anschließend fließend die Sprache, wer zehntausend Stunden Klavier übt, spielt anschließend Schuberts Requiem, dass den Zuhörern die Tränen kommen, wer zehntausend Stunden einem seltenen Vogel nachjagt, kann aber vor einem leeren Ast enden. Hat aber etwas. Dass du trotz aller Anstrengung erfolglos bleibst und dir dennoch keiner einen Vorwurf machen kann. Ein Scheitern ohne versagt zu haben.“ S. 153


    „Wüste Welt“ von Wolfgang Popp enthält mehrere solcher sprachlichen Perlen auf nur 160 Seiten. Der Leser begleitet einen namenlosen Musiker auf der Suche nach seinem nur gut eineinhalb Jahre jüngeren Bruder, zu dem er lange den Kontakt mied. „Alle Blicke auf ihm, und mein Leben läuft in seinem Schatten ab.“ S. 84 Die Suche gestaltet sich als Schnitzeljagd, bei der das immer nächste Ziel durch den Vorausgegangenen vorgegeben wird oder sich aus dem Ablauf der Reise ergibt: eine SMS mit der Flugnummer, das Buch von Agatha Christie, das im Auto liegen gelassen wurde mit dem Hotel (passenderweise „Der Schritt ins Leere“ von der Queen of Crime), die Brille, zufällig erspäht beim Blick zur Seite, ja, sogar die Begegnungen, wenn der Ältere von der Strecke abweicht.


    Zufälle? Die Zufälle häufen sich – wären das nur einzelne, würde ich die Handlung als unglaubwürdig beschimpfen. In dieser Masse, mit dem unbekannten Ziel und Sinn wirkt das charmant, geheimnisvoll, macht neugierig, lädt ein. Die Brüder wirken miteinander verwoben, wie sonst nur in Erzählungen über eineiige Zwillinge durchgehalten. Wer läuft da bis nachts um 4 Uhr durch den Regen? Und dann gibt es die Suche nach den Geistern... Hier entfaltet sich das, was zum Ende Fragen offen lässt, nachdem zuvor (vielleicht?) nur die andere Seite der Medaille gezeigt werden sollte.


    Ich gebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diese so völlig andere Geschichte, die mir das erste und eher unerwartete Lesehighlight des Jahres bescherte – auf die man sich allerdings auch einzulassen bereit sein muss in ihrer Mehrdeutigkeit. Laut Klappentext handelt es sich um den dritten Teil der „Trilogie des Verschwindens“ von Autor Popp, dessen erste beide Teile ich (noch) nicht kenne. Die Klappentexte der anderen Teile deuten keine fortgesetzte Geschichte an, also geht es wohl eher um eine thematische Verwandtschaft.


    Ich denke, Mr Gwyn von Alessandro Baricco und dieses Buch könnten den gleichen Lesern gefallen.

    Titel im Buch
    Bonnie ‚Prince‘ Billy & The Cairo Gang: „Teach me to bear you“ https://www.youtube.com/watch?v=UwI4y0_DGGA
    Marlene Dietrich „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ https://www.youtube.com/watch?v=CsrzeV95maQ
    Jacques Brel
    Ferdinand (! der ältere Bruder von Franz!!) Schubert Requiem https://www.youtube.com/watch?v=8zBkeSKZsDU
    Bach Schöpfung

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    Cuchilla_Pitiminis avatar
    Cuchilla_Pitiminivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sprachlich auf einer ganz besonderen Ebene, inhaltlich schwach.
    Sprachlich auf einer ganz besonderen Ebene, inhaltlich schwach.

    Wolfgang Popps Stil ist sicher gewöhnungsbedürftig. Zumindest ging es mir so, als ich begann, "Wüste Welt" zu lesen. Sein Sprachstil ist ein besonderer und auch das Fehlen von wörtlicher Rede bzw. der Kennzeichnung eben jener hat mich am Anfang gestört. Wenn man sich jedoch in das Buch eingefunden hat, weiß die Sprache und der Stil zu begeistern. Dann beschreibt Popp die Umgebung sehr simpel, aber doch immer authentisch und auf den Punkt. Er verzichtet meist auf ausschweifende Beschreibungen, trotzdem schafft er es, Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen.

    Auch die Dialoge und Figuren sind greifbar, wirken realistisch, wie aus dem Leben gegriffen. Manches Mal fragte ich mich, ob der Autor diese Geschichte wohl selbst erlebt hat, weil er so prägnant schreibt.

    Trotzdem konnte mich "Wüste Welt" nicht ganz überzeugen, was vor allem am Inhalt liegt. Wir begleiten einen Mann in dieser Novelle auf der Suche nach seinem Bruder. Doch schon bei der Frage, warum er seinen Bruder sucht, konnte mir das Buch keine zufriedenstellende Antwort geben. Eine kryptische Nachricht und dann die fortwährende, unterschwellige Abneigung gegen den Bruder? Wer würde da einfach mal eben nach Marokko fliegen, um ihn zu suchen, wegen einer unverständlichen SMS? Die Reise entwickelt sich zu einem aberwitzigen Roadtrip, der, meinem Geschmack nach, zu oft auf Zufälle, Eingebungen und Gefühl beruhte. Mir fehlte in der Geschichte, so schön ihre Botschaft auch sein mag, einfach die innere Logik. Erst ganz zum Schluss, auf den letzten 30 Seiten kam bei mir so etwas wie Spannung auf, das war mir zu wenig für eine bessere Bewertung.

    Da das Buch mit seinen rund 160 Seiten aber wirklich nicht dick ist, ist es für diejenigen, die etwas für besonderen Stil und Sprache übrig haben, einen Blick wert.

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    booksaremybestfriendss avatar
    booksaremybestfriendsvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Geisterbeschwörung, wirre Menschen und eine Reise durch die Wüste. Ein sehr kurioses und wirres Buch..
    Rezension zu "Wüste Welt"

    Titel: Wüste Welt
    Autor: Wolfgang Popp
    Verlag: Edition Atelier
    Seitenzahl: 158 Seiten
    Genre: Roman
    Erscheinungsdatum: 12. Janunar 2016
    Neupreis Dt: 18,50€ (gebunden)

    Klappentext:

    "Eine rätselhafte SMS seines Bruders führt einen Wiener Musiker nach Marokko. Dort angekommen fehlt vom Bruder aber jede Spur. Eine abenteuerliche Reise quer durch das ganze Land beginnt. Mysteriöse Hinweise und ein altes Hippie-Paar führen ihn schließlich in die Wüste zu einem Stamm von Geisterbeschwörern. Und dort geht’s erst richtig los.
    Eine Roadnovel vom Ende der Straße, eine Geistergeschichte ohne Geister, ein Wüstentagebuch."

    An dieser Stelle möchte ich mich zuerst nochmal für die Lovelybox "Das Gute ist ganz nahe" bedanken! "Wüste Welt" ist das erste Buch aus der Box, das ich gelesen habe.

    Wie ihr an meiner Bewertung sehen könnt, hat mir "Wüste Welt" leider überhaupt nicht gefallen, natürlich gab es gute Momente aber die Verwirrung und Irritation haben überwogen.
    Warum ich mich so gefühlt habe, erkläre ich euch jetzt natürlich auch.
    Eins noch vorweg, lasst euch bitte von meiner negativen Rezension nicht abschrecken "Wüste Welt" zu lesen, sollte es euch interessieren oder meine Rezension euch neugierig machen.

    Eine rätselhafte SMS von seinem Bruder lässt unseren namenlosen Protagonisten, im ganzen Buch wird nicht einmal sein Name genannt, nach Marokko reisen. Ob er seinen Bruder in Marokko findet, weiß er nicht, genauso wenig, ob sein Bruder überhaupt noch dort ist.
    In Marokko angekommen beginnt eine seltsame Schnitzeljagd quer durchs Land, hinein in die Wüste.
    An den verschiedensten, fremden Orten lernt der Protagonist diverse Menschen kennen, die auch seinen Bruder kannten und ihm immer wieder Hinweise geben. Ein älteres deutsches Ehepaar begleitet ihn einen Großteil seine Reise, in Gudrun und Bernhard findet er neue Freunde. Manche der Begegnungen wirken so surreal, das nicht nur der Protagonist sich fragt, ob es wahr sein kann.
    Eine weitere irritierende Tatsache ist, dass das Buch keine Kapitel oder ähnliche Orientierungspunkte bietet, dem Lesefluss hilft es zwar, aber mich hat es eher gestört.
    Der Schreibstil von Wolfgang Popp, der ganz ohne direkte/ wörtliche Rede auskommt, ist flüssig und angenehm, an manchen Stellen aber etwas zu nüchtern.
    Generell hat mich das Buch mehr verwirrt als alles andere, viele mysteriösen Personen, Orte und Rituale.

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    dreamily1s avatar
    dreamily1vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein etwas anderer Reisebericht, interessant, aber dem ein wenig mehr Tiefgang nicht geschadet hätte...
    Ein etwas anderer Reisebericht

    Ich finde, das Buch ist ein etwas anderer Reisebericht.

    Ein Musiker aus Wien bekommt von seinem Bruder eine rätselhafte SMS. Nachdem er sie "entschlüsselt" hat, beginnt er seine Suche nach seinem Bruder auf dem Flug HG 3734 Richtung Agadir (Marokko). Hiermit beginnt für ihn und dem Leser eine interessante und spannende Reise durch Marokko auf den Spuren nach seinem Bruder. Immer wieder findet er mysteriöse Hinweise zu dem Verbleib von seinem Bruder, die ihn schließlich nicht nur zu einem Hippie-Paar führen, sondern auch zu einer Geisterbeschwörung.

    Das Buch habe ich aufgrund der Lovelybox gewonnen. Das Cover hat mir von Anfang an gefallen und mit dem Mix aus Cover und Klapptext ist es richtig interessant geworden und ich wurde eigentlich auch nicht enttäuscht...aber leider nur eigentlich, daher auch 1 Stern Abzug. Es ist leicht und flüssig zu lesen und man hat es recht schnell durch, das sicher auch an den "nur" knapp 160 Seiten liegt. Die Art zu schreiben von Wolfgang Popp war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber man freundet sich eigentlich recht schnell mit an. Bücher in der Ich-Form mag ich an sich sowieso, manchmal kann man so zu dem Protagonist mehr "aufbauen", nur da kommt dieses "eigentlich". Leider bleibt der im gesamten Buch namenslos und irgendwie auch "gesichtlos", so bleibt irgendwie für mich immer eine gewisse nüchterne Distanz. Fast alle, ob von den Hotels, das Hippie-Paar etc. haben Namen, nur der Musiker und sein Bruder bleiben namenslos. Keine Ahnung ob das beabsichtigt ist, ich finde es eher schade und etwas unlogisch. Wenn ich mich schon mit jemand auf die Reise begebe, möchte ich auch wissen wie er heißt hihi

    Alles in allem ein interessanter Roman, der ein wenig mehr Tiefgang nicht unbedingt geschadet hätte, daher 3,5-4 Sterne dafür!

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    JayTis avatar
    JayTivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nüchterner Schreibstil entfaltet unerwartet eine Geschichte mit Tiefgang. Ein Roadtrip auf der Suche nach dem Bruder und dem eigenen Ich.
    Nüchterne Erzählung oder Geschichte mit Tiefgang?

    Eine unerwartete SMS führt einen Musiker nach Marokko. Er durchquert das ganze Land auf den Spuren seines Bruders und erhält mysteriöse Hinweise, die auf seinen Aufenthaltsort hindeuten. Dabei begegnet der Suchende einigen interessanten Menschen und landet schließlich in der Wüste, bei einer Zeremonie von Geisterbeschwörern. Dort hofft er endlich, auf seinen Bruder zu treffen.

    Der Roman konnte mich zunächst nicht richtig packen. Das liegt vermutlich an dem nüchternen Schreibstil des Autors und an dem pessimistischen Wesen des Protagonisten. Zudem bleibt der Protagonist namenlos, sodass zusätzlich eine Distanziertheit entsteht, die im weiteren Verlauf anhält. Unterstrichen wird dies durch Dialoge, die nicht wie üblich durch Anführungszeichen gekennzeichnet sind und durch häufig verwendete indirekte Rede. Kurzum: Als Leser erlebe ich die Geschichte sehr passiv mit. Ist das von Wolfgang Popp bewusst so inszeniert?

    Was ich jedoch als sehr interessant empfunden habe, sind die Beschreibungen des Landes Marokko, sodass die Erzählung einen realistischen Eindruck auf mich macht. Die vielen Bekanntschaften, die der Musiker auf der Suche nach seinem Bruder macht, sind zwar flüchtig, scheinen dafür aber nicht selten intensiv oder mystisch angehaucht zu sein. Genauso schnell, wie der Roman begonnen hat, hat dieser dann auch wieder geendet.

    Im ersten Moment schien das Buch nach dem Lesen in mir nicht viel zu hinterlassen. Es schien mir keine auffallende Botschaft zu vermitteln und nicht besonders tiefgründig zu sein. So saß ich da nun mit meinem Vorhaben, eine Rezension zu verfassen. Der Rezension sei Dank, habe ich vermehrt über das Buch nachgedacht. Je mehr ich über die Geschichte nachdachte, desto fragwürdiger erschienen mir die Erlebnisse des namenlosen Protagonisten. Gibt es seinen Bruder überhaupt? Ich hatte eher das Gefühl, diesen als geisterhafte Gestalt auszumachen. Zudem hat der besagte Bruder, der ebenfalls namenlos bleibt, alle Eigenschaften, die dem suchenden Musiker zu fehlen scheinen. Ist dieser Bruder vielmehr ein zweites Ich, auf dessen Suche sich hier begeben wird? Das Buch ist wesentlich tiefgründiger, als ursprünglich angenommen – eine vorschnelle Annahme, die nicht zuletzt dem Schreibstil und dem Wesen des Protagonisten geschuldet ist.

    Interessant wäre es, die beiden zuvor erschienenen Werke des Autors zu lesen, da es sich offenbar um den dritten Teil seiner Trilogie des Verschwindens handelt. Das Buch lässt sich unabhängig davon lesen, doch würde eine Einordnung in das Gesamtbild möglicherweise weitere Zusammenhänge offenbaren.

    Es ist nicht auszuschließen, dass es lesenswertere Bücher gibt, die eine ebensolche Thematik aufgreifen. Dennoch hat mich der kurze Roman gut unterhalten.

    www.wortbildwerke.wordpress.com

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Art - eine interessante Geschichte, geheimnisvoll mit Tiefgang.
    Wüste Welt - rätselhaft, geheimnisvoll und packend

    Ein Roadtrip der besonderen Art...

    Aufgrund einer sehr rätselhaften SMS seines Bruders macht sich ein Musiker aus Wien auf den Weg nach Marokko. Nachdem er in Agadir gelandet ist, begibt er sich sofort auf die Suche. Laut den Aussagen einiger Bewohner wurde sein Bruder vor gut einer Woche zum letzten Mal gesehen. Nach und nach wird die Reise für ihn zu einem abenteuerlichen Roadtrip. Immer wieder gibt es mysteriöse Hinweise auf den Verbleib seines Bruders, die ihn schließlich zusammen mit einem älteren Paar weit hinein in die Wüste führt - zu einer Zeremonie von Geisterbeschwörern. Wird der Musiker seinen Bruder finden?

    "Das Hotel ist direkt an den Rand der Klippen gebaut. Gut dreißig Meter unter mir liegt der Strand, die Wellen branden heran, dann fällt mir ein heller Schleier auf, der im Wind tanzt, lang ist er, zwei Meter, vielleicht sogar drei, ein weißer Drache, der sich durch die Lüfte windet."
    - Seite 52

    Ich habe dieses Buch zusammen mit der Lovelybox gewonnen und war sofort sehr neugierig auf die Geschichte. Diese ist außergewöhnlich und sehr geheimnisvoll: Man weiß als Leser nicht wirklich, was einem in diesem Buch erwarten wird. Nach den ersten Seiten weiß man nur eines: Man will es unbedingt herausfinden. Durch das gesamte Buch zieht sich von Anfang an eine leicht unheimliche Atmosphäre, beginnend mit der rätselhaften SMS, auf die interessante Begegnungen und mysteriöse Hinweise folgen. Nur an eine Sache konnte ich mich nicht ganz gewöhnen: Sowohl der Bruder, als auch der Hauptprotagonist (aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist) bleiben namenlos, während aber alle anderen Nebenfiguren mit Namen genannt werden. Vielleicht trägt aber genau diese Tatsache zu der speziellen Atmosphäre bei.

    "Die Wüste ist nicht abweisend, sie besteht nur darauf, das Sagen zu haben. Entweder man spielt nach ihren Regeln oder das Spiel ist aus." -Seite 117

    Mein Fazit: Ein sehr außergewöhnliches Buch mit vielen Facetten: Die Beschreibung des Klappentextes trifft es sehr gut: Eine Mischung aus Wüstentagebuch, Roadtrip und Geistergeschichte - ohne Geister. Es ist nicht sehr spannend - aber dafür unheimlich packend. Als erstes ist mir der Schreibstil aufgefallen: Sehr detailreich - Menschen, Landschaften, Gefühle und Situation werden sehr genau beschrieben. Dieses passt unheimlich gut. Eine besondere Geschichte mit Überraschungen, die sehr lesenswert ist und fünf Sterne verdient hat.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine ziemlich wilde Schnitzeljagd durch Marokko, nicht nur auf der Suche nach dem Bruder, obwohl das das eigentliche Ziel seiner Reise ist.
    Wüste Welt – Wolfgang Popp

    Inhalt

    Eine rätselhafte SMS seines Bruders führt einen Wiener Musiker nach Marokko. Dort angekommen fehlt vom Bruder aber jede Spur. Eine abenteuerliche Reise quer durch das ganze Land beginnt. Mysteriöse Hinweise und ein altes Hippie-Paar führen ihn schließlich in die Wüste zu einem Stamm von Geisterbeschwörern. Und dort geht’s erst richtig los. Eine Roadnovel vom Ende der Straße, eine Geistergeschichte ohne Geister, ein Wüstentagebuch.

    Meine Meinung

    Dieses Buch war in der LovelyBox von LovelyBooks. Das Motto der Box war »Das Gute liegt so nah«. Wolfgang Popp wurde in Wien geboren und hat Sinologie und Geschichte in Wien und China studiert. Dieses Buch ist der dritte Teil seiner »Trilogie des Verschwindens«, was im Nachhinein für mich einiges erklärt in Bezug auf die Geschichte selbst. Ich hätte es mir auch anhand des Klappentextes wahrscheinlich nicht gekauft.

    Der Protagonist sitzt in einem Flugzeug. Er ist auf dem Weg nach Agadir in Marokko. Er fragt die Stewardess, ob sie vor einer Woche auf diesem Flug war, was sie verneint. Eigentlich will er wissen, ob sie seinen Bruder vor einer Woche auf diesem Flug gesehen hat. Er hat eine sehr rätselhafte SMS von ihm bekommen, darin war diese Flugnummer. Und nun reist er nach Marokko, um ihn zu suchen. Sie haben seit 2 Jahren keinen Kontakt mehr.

    Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Dialoge finden nicht mit Anführungszeichen statt, was mich tatsächlich leicht irritiert. Mir fällt auch jetzt erst auf, dass ich keine Ahnung habe, wie der Protagonist heißt. Er ist namenslos, und gesichtslos, irgendwie nur eine Ahnung von einem Mann mit einem Charakter, der genau das Gegenteil von seinem jüngeren Bruder ist. Er ist Musiker, Sänger genaugenommen. Er ist bodenständig, rational und bieder. Sein Bruder ist spontan, dynamisch und lebt einfach. Er ist auch ein Genie und das war immer das Problem zwischen den beiden. Der Jüngere hat den Älteren immer in allem übertrumpft. Ich kann durchaus verstehen, dass man immer wieder die Richtung ändert, und versucht, aus dem Schatten des jüngeren Geschwisters herauszukommen. Der Protagonist schafft das nur, indem er etwas findet, dass sein Bruder nicht kann und den Kontakt mit der Zeit abbrechen lässt.

    Und nun diese kryptische SMS, nach 2 Jahren des Schweigens. Der Protagonist macht sich jetzt, eigentlich völlig gegen seine Natur, auf den Weg nach Marokko und hat keine Ahnung was ihn dort erwartet. Was kommt, ist eine Art Schnitzeljagd. Alles was er an Anhaltspunkten bekommt, um seinen Bruder zu finden, ist ein Gegenstand, den er am Straßenrand findet, eine versteckte Notiz, ein Eintrag im Gästebuch eines Hotels, Menschen die ihn gesehen haben, und ähnliches. Er geht den Hinweisen nach, reist von einem Ort zum nächsten, lernt Menschen kennen, die ihm helfen. Unterwegs scheint er den Panzer, den er über die Jahre angelegt hat, Schicht für Schicht abzulegen. Er befreit sich von den Ketten seines Lebens, koppelt sich langsam von seiner eigenen Realität ab und hat nur mehr das Ziel seinen Bruder zu finden. Er begibt sich in Situationen die für den Pragmatiker, den nicht unternehmungslustigen Konservativen, eigentlich ganz unmöglich sind. Er reist immer weiter nach Süden und die Gegend wird immer einsamer. Obwohl der Autor keine umfangreichen Beschreibungen von den jeweiligen Orten oder Gegenden verschwendet, ist diese heiße, trockene und auch exotische Atmosphäre immer allgegenwärtig. Es bedarf nur wenige Worte um die Wüste, die Hitze, die rosafarbenen Gebäude, der Innenhof eines Hotels, die Straßen oder eben das nicht Vorhandensein einer solchen, dem Leser näher zu bringen.

    Im Klappentext ist die Rede von Geisterbeschwörer. Auf so einen Stamm, in einer Oase mitten im Nichts, trifft der Protagonist tatsächlich. Aber, dass es dann so richtig losgeht, habe ich nicht so empfunden. Ja, es gibt ziemlich außergewöhnliche Erlebnisse, klar. Aber nichts was mich richtig beeindruckt hätte. Geärgert hat mich, dass der jüngere Bruder, kaum gefunden, schon wieder weg war! Ich bekam Zweifel, ob es diesen Bruder überhaupt gibt. Er schien selbst wie ein Geist zu sein, den der Protagonist nachjagt. Kaum hat der Protagonist die nächste Station der Reise erreicht, in der Hoffnung seinen Bruder dort einzuholen, ist der schon wieder verschwunden. Sogar am Ende des Buches hatte ich immer noch meine Zweifel, ob er tatsächlich existiert, oder ob es sich um das eigentliche Wesen des Protagonisten handelt, den er da zu finden hofft. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich wahrscheinlich um beides handelt.

    Eine ziemlich wilde Schnitzeljagd durch Marokko, nicht nur auf der Suche nach dem Bruder, obwohl das das eigentliche Ziel seiner Reise war. Der Protagonist hat den Weg zur Versöhnung und den Weg zu sich selbst gefunden. Und dennoch sind diese Geschichte und die Charaktere ein bisschen wie die flirrende, trockene Hitze der Wüste; nicht richtig greifbar, wie eine Fata Morgana.

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    Tinkerss avatar
    Tinkersvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roadtrip zweier Brüder durch Marokkos Wüste... erweitert und befreit den Geist!
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    Ennis avatar
    Ennivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wirklich mal etwas ganz anderes. Hat mir gut gefallen.
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    „Man stelle sich ein Max-Frisch-artiges Setting vor, in dem sich ein Autor mit der Coolness Hemingways und der Phantasie eines Gabriel Garcia Marquez austoben darf. ... Diese Roadnovel irrlichtert mit flirrendem Spannungsbogen durch ein Marokko der Träume und Alpträume.“ (Simon Hadler, ORF)

    „Für mich leuchtet dieser Roman richtig. Er hat etwas Magisches.“ (Karoline Laarmann, 1LIVE/WDR)

    „Wolfgang Popp schickt seinen Abenteurer in die Wüste, um eine größtmögliche Leere zu erzeugen ...“ (Christa Eder, Leporello/Ö1)

    „Wolfgang Popp beeindruckt auch mit Beschreibungen des Landes - aber als Hintergrund für die private Gespensterjagd.“ (Peter Pisa, Kurier)

    „2013 debütierte er mit Ich müsste lügen, einem literarischen Kriminalroman. Im Vorjahr folgte mit Die Verschwundenen ein origineller Episodenroman mit fünf Geschichten über Auswanderer, Aussteiger und Sonderlinge. Mit dem druckfrischen Erzählwerk Wüste Welt verbindet der Autor die drei Bücher nun zu einer Trilogie des Verschwindens.“ (Sebastian Fasthuber, Falter)

    „Eine Road Novel mit hohem Tempo.“ (Katharina Wappel, Wiener Zeitung)

    „Wolfgang Popp hat mit Wüste Welt eine Geistergeschichte geschrieben, die ganz ohne Geister auskommt. Die Spurensuche der Hauptfigur wird dabei durch fein dosierte Landschaftsbeschreibungen abgerundet. Am Ende der Lektüre sehnt man sich selbst nach der Weite der Wüste“ (Erkan Osmanovic, Buchmagazin Literaturhaus)

    „Für Wüste Welt hat er im Jänner 2015 Marokko bereist. Ist es nicht gefährlich, gegenwärtig alleine in arabische Länder zu fahren? Nicht im geringsten, schmunzelt Wolfgang Popp, er hätte des Öfteren Autostopper mitgenommen. Diese Vertrautheit im Umgang mit Einheimischen spiegelt sich im Text ...“ (Christa Nebenführ, Buchkultur)

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