Wolfgang Prosinger Tanner geht

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Inhaltsangabe zu „Tanner geht“ von Wolfgang Prosinger

Ulrich Tanner weiß, dass er bald sterben wird. Er ist unheilbar krank. Die Schmerzen werden nur unterdrückt von Medikamenten, die ihm die Sinne rauben. Und er weiß, dass der Tod bei seiner Krankheit qualvoll sein wird. Daher hat er eine Entscheidung getroffen: Er wird in die Schweiz gehen und dort Sterbehilfe in Anspruch nehmen.
Sterbebegleitung und Sterbehilfe sind in Deutschland nach wie vor Tabuthemen. Die Diskussion darüber ist schwierig und emotional extrem aufgeladen. Dabei fürchten wir nichts mehr als schmerzhaftes, fremdbestimmtes Sterben.
Wolfgang Prosinger begleitete Ulrich Tanner in den letzten Wochen und Monaten seines Lebens und führte zahlreiche Gespräche mit seinen Freunden. Erstmals liegt mit diesem Buch der intime, einfühlsame Bericht über einen Tod aus freiem Willen vor.

Ein Buch, das bewegt und zum Nachdenken anregt. Das man nicht einfach nebenbei lesen kann. Das einen Nachhall hinterlässt.

— Tshael

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  • Tanner geht: Sterbehilfe – Ein Mann plant seinen Tod

    Tanner geht

    Tshael

    30. August 2015 um 09:19

    Tanner geht: Sterbehilfe – Ein Mann plant seinen Tod von Wolfgang Prosinger, Erscheinungsjahr: 2008, Gebundene Ausgabe: 176 Seiten, Verlag: Fischer, S., Verlag GmbH, Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3100590309, ISBN-13: 978-3100590305   Inhalt: Krebs, Aids und nun auch noch Parkinson. Tanner hält die Schmerzen nur noch mit Medikamenten aus. Er weiß, dass er bald sterben wird und es wird vermutlich kein leichter Tod sein. Er beschließt, sein Ende selbst zu bestimmen und sucht Hilfe bei Dignetas. An einem Tag im Februar will er in die Schweiz gehen, um dort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Wolfgang Prosinger schildert, wie Tanner die letzten Wochen und Monate verbringt. In zahlreichen Gesprächen erklärt sich Tanner und manchmal sagt sein Schweigen mehr, als hundert Worte es könnten.   Kritik: Es ist ein leises Buch über ein Tabuthema, obwohl das Sterben immer zum Leben mit dazu gehört. Doch in Deutschland ist ein selbstbestimmtes Ende schwierig zu realisieren, zu sehr stehen religiöse Bestimmungen, der ärztliches Ethos, Moral und Ethikverständnis dem im Weg. Vom Hochhaus springen will Tanner nicht – seinen Freunden zuliebe. Also sucht er Hilfe bei Dignitas, dem Schweizer Verein, der sich laut eigenen Angaben für ein auch das Lebensende umfassendes Selbstbestimmungsrecht einsetzt und seinen Mitgliedern auf Anfrage Beratung, Begleitung und Beihilfe zum Suizid bzw. genauer Freitodbegleitung anbietet. Der Autor Wolfgang Prosinger geht sehr behutsam vor. Nie wertend, nie verurteilend. Nicht jeder versteht Tanners Entscheidung. Immer wieder versucht sein ehemaliger Lebensgefährte ihn umzustimmen – und bleibt doch bis zum Ende bei ihm; gefangen in einem Zwiespalt. Eindringlich schildert Prosinger Tanners letzte Zeit: die Organisation der Beerdigung, die letzte Feier mit Freunden, die Regelung der Finanzen, die Fahrt in die Schweiz, der letzte Spaziergang … Tanner zieht es durch, beendet sein Leben, das zum Schluss für ihn nur noch Qual war. Eine Qual, die er mit niemandem teilen wollte.   Ein Buch, das bewegt und zum Nachdenken anregt. Das man nicht einfach nebenbei lesen kann. Das einen Nachhall hinterlässt.

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  • Klare Ansage eines Verzweifelten

    Tanner geht

    Babscha

    14. June 2015 um 00:16

    Ulrich Tanner ist 51, als er den Entschluss fasst. Nämlich, in die Schweiz zu fahren und dort bei der Organisation "Dignitas" die Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, die ihm in Deutschland verwehrt wird. Denn er ist schwerkrank, die volle Packung aus Krebs und Morbus Parkinson machen ihm das Leben auch nach mehrfachen OPs immer noch zur Hölle. Tanner will nur noch das Ende, so bald wie möglich. Er ist bereit, den Journalisten und Autor des Buches ihn in den letzten Monaten seines Lebens begleiten zu lassen, teilzuhaben, wie ein solches Leben auf sein Ende zusteuert. In einer angenehm abgeklärten, unaufdringlichen und passiv beobachtenden Art und Weise berichtet Prosinger von Tanners Leben, seinem problematischen Elternhaus, aus dem er sich mit großer Anstrengung heraus arbeitet in ein selbst bestimmtes Dasein, seinem Mut, seiner Energie, seinen Ecken und Kanten. Und natürlich vom Schicksal, das ihm so sehr zusetzt, dass er zuletzt keinen anderen Weg mehr sieht als mit einer Fahrt in die Schweiz einen Schlussstrich zu ziehen.  Kein leichtes, aber ein um so interessanteres Thema, dem sich Prosinger hier annimmt. Neben dem Fortgang der Ereignisse in Tanners Leben als Rahmenhandlung des Buches erhält der Leser viele grundlegende Informationen zu einem in der Gesellschaft stark polarisierenden und auch zuletzt wieder massiv kontrovers diskutierten Thema. Gut, dass der Autor hier keine zu eindeutige Stellung bezieht, sondern den Leser sich aus seinem eigenen Empfinden eine Meinung bilden lässt. Ein gut und professionell geschriebenes Werk mit hohem Informationsgehalt und auf hohem Niveau.

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