Wolfgang Schüler Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania

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Inhaltsangabe zu „Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania“ von Wolfgang Schüler

Mörderische Schiffspassage Im Frühjahr 1915 wütet in Europa der Erste Weltkrieg. Sherlock Holmes und Dr. Watson beenden ihre Amerikareise und besteigen in New York die Lusitania, einen luxuriösen Überseedampfer, der sie zusammen mit den Reichen und Schönen zurück nach Großbritannien bringen soll. Aber für die zwei alten Freunde wird es alles andere als eine Erholungsreise. Ein gewiefter Einbrecher hat sich mit an Bord geschlichen und raubt einen Safe nach dem anderen aus. Da die Schiffspolizei mit den Ermittlungen überfordert ist, bittet der Kapitän den berühmten Detektiv um Hilfe. Sherlock Holmes läuft in diesem Fall zur Höchstform auf. Sehr schnell findet er heraus, dass sich außer dem Geldschrankknacker noch weit gefährlichere Verbrecher unter die Passagiere gemischt hatten. Aber die skrupellosesten Gesetzesbrecher befinden sich nicht mit an Bord, sondern entscheiden vom sicheren Festland aus über Leben oder Tod.
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  • guter Thriller, mäßiger Holmes

    Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania
    derMichi

    derMichi

    13. June 2017 um 19:33

    Eine nervenaufreibendes Kapitel der Geschichte, das Autoren wie Jan Guillou und Ken Follett in der jüngeren Vergangenheit anschaulich porträtiert haben. Holmes und Watson diesen weltgeschichtlichen Hintergrund als Anlass für ein neues Abenteuer zu verpassen macht durchaus Sinn, denn Holmes ahnte in der letzten kanonischen Kurzgeschichte "Seine Abschiedsvorstellung" bereits, wie verheerend sich die Jahrhundertkatastrophe Erster Weltkrieg auswirken könnte. Zunächst harmoniert alles recht gut miteinander, der Detektiv und sein Freund haben schon bald alle Hände voll zu tun, ein paar gelungene Deduktionen und Wortgefechte mit dem zunächst recht anmaßenden Kapitän William Turner gibt es als Appetithappen für eingefleischte Fans dazu.Wenig später geht die Aufklärung der Einbruchsserie jedoch zugunsten eines weitaus mörderischeren Plots unter, der bereits erste Hinweise auf das tatsächliche Schicksal der Lusitania gibt. Einen ersten Anschlag auf das Schiff können Holmes und Watson in letzter Minute verhindern und in diesen Momenten wird es auch angemessen spannend. Wolfgang Schülers Detailwissen über Bombenbau und das Leben auf einem Schiff wirkt gut recherchiert, zuweilen verliert er sich aber auch zu lange in Details und Beschreibungen einzelner Vorgänge. Natürlich ist das auch ein Verweis auf die Geschichten von Arthur Conan Doyle, nur weil ein Roman länger als eine Kurzgeschichte ist muss man es damit aber nicht übertreiben.Zusätzlich verlässt Schüler den Ort der Handlung mittendrin gleich mehrmals, um weitere historische Hintergründe unter anderem in Form von Gesprächen zwischen David Lloyd George und Winston Churchill einfließen zu lassen. Während der Rest des Romans den Tagebuchstil von Dr. Watson verwendet, wirken diese Kapitel eher, als hätte sich der Autor nicht zwischen einem Sachbuch, einem Historienroman und einer klassischen Holmesiade entscheiden können. Zudem scheint Holmes im Alter ein wenig sentimental zu werden, verteilt er doch wiederholt großzügig Umarmungen an seinen alten Freund Watson, der offenbar nichts dagegen hat, dass dieser die britische höfliche Distanz missachtet, die die beiden in Doyles Geschichten pflegen.Damit hinterlässt dieser Roman trotz guter handwerklicher Kniffe und einiger zum Kanon passenden Ideen leider einen etwas unrunden Eindruck. Während Holmes-Fans vielleicht ein wenig enttäuscht sein dürften, gibt es wenigstens für an der Epoche interessierte Leser allerhand zu entdecken.Seitenzahl: 250Format: 11,8 x 18 cm, TaschenbuchVerlag: KBV

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