Wolfgang Schmidbauer

 4 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor von Die Angst vor Nähe, Die hilflosen Helfer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Wolfgang Schmidbauer

Wolfgang Schmidbauer wurde 1941 geboren. 1966 promovierte er im Fach Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München über «Mythos und Psychologie». Er lebt in München und Dießen am Ammersee, hat drei erwachsene Töchter und arbeitet als Psychoanalytiker in privater Praxis.Neben Sachbüchern, von denen einige Bestseller wurden, hat er auch eine Reihe von Erzählungen, Romanen und Berichten über Kindheits- und Jugenderlebnisse geschrieben. Er ist Kolumnist und schreibt regelmäßig für Fach- und Publikumszeitschriften.Außerdem ist er Mitbegründer der Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse und der Gesellschaft für analytische Gruppendynamik.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Raubbau an der Seele

 (1)
Erscheint am 05.12.2019 als Taschenbuch bei oekom verlag.

Alle Bücher von Wolfgang Schmidbauer

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Cover des Buches Die Angst vor Nähe (ISBN:9783499604300)

Die Angst vor Nähe

 (7)
Erschienen am 02.02.1998
Cover des Buches Die hilflosen Helfer (ISBN:9783644000100)

Die hilflosen Helfer

 (4)
Erschienen am 20.11.2018
Cover des Buches Die Psychoanalyse nach Freud (ISBN:9783783127157)

Die Psychoanalyse nach Freud

 (2)
Erschienen am 01.01.2006
Cover des Buches Der hysterische Mann (ISBN:9783485008129)

Der hysterische Mann

 (2)
Erschienen am 01.02.1999
Cover des Buches Partnerschaft und Babykrise (ISBN:9783579066653)

Partnerschaft und Babykrise

 (1)
Erschienen am 02.04.2012
Cover des Buches Enzyklopädie der Dummen Dinge (ISBN:9783865817327)

Enzyklopädie der Dummen Dinge

 (1)
Erschienen am 24.08.2015
Cover des Buches Helikoptermoral (ISBN:9783946514565)

Helikoptermoral

 (1)
Erschienen am 07.03.2017
Cover des Buches Das kalte Herz (ISBN:9783442157211)

Das kalte Herz

 (1)
Erschienen am 16.07.2012

Neue Rezensionen zu Wolfgang Schmidbauer

Neu

Rezension zu "Kassandras Schleier" von Wolfgang Schmidbauer

Viel Aufklärung, wenig Ausblick
Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr

Der Autor arbeitet als Psychoanalytiker und spricht daher aus der Praxis, aber auch aus persönlichen Erfahrungen und Umständen. Das Drama der hochbegabten Frau ist dabei oft, dass sie sich ihre Begabung nicht eingesteht. Noch immer wird die Leistung von Frauen niedriger bewertet, nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch ihre Fähigkeiten selbst. Dutzende Beispiele drehen sich immer wieder um das Problem, dass die Frauen nicht glauben, besser oder klüger oder einfach gebildeter zu sein, als ihre Mitmenschen und darum die eigenen Leistungen verstecken oder von anderen zu viel fordern.

Parallel zum Problem der Selbstbewertung zeigt Schmidbauer das Phänomen und die Folgen von Narzissmus auf, den er eng mit Hochbegabung verknüpft. Teilweise kommt das etwas zu pauschal für meinen Geschmack rüber. Allgemein zeigt Schmidbauer vor allem Negativbeispiele auf, die er zwar fundiert analysiert, wo mir aber der Aspekt des Ausblicks fehlt. Die hochbegabte Frau, so scheint es, muss einen psychischen Knacks bekommen. Da möchte ich doch laut widersprechen.

Nicht zu verachten aber ist die Aufklärungsarbeit, die dieses Buch durchaus leistet. Nicht nur im Bereich Hochbegabung und dem Umgang damit, sondern allgemein in der alltäglichen Unterdrückung der Frau. Wie die Titelgebende Figur aus der griechischen Mythologie, Kassandra, bleibt die (hochbegabte) Frau ungehört. Ihr wird unterstellt, doch eh keine Ahnung zu haben oder sich in den Vordergrund drängen zu wollen. Dieses „Zum Schweigen bringen“ der Frau sehen wir täglich in jedem Bereich und nicht nur Hochbegabten gegenüber.


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Rezension zu "Helikoptermoral" von Wolfgang Schmidbauer

Ein gelungenes Beispiel einer selten gewordenen kritischen Sozialpsychologie
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Das neue Buch von Wolfgang Schmidbauer, dem bekannten Psychotherapeuten ist ein gelungenes Beispiel einer selten gewordenen kritischen Sozialpsychologie.
Der Begriff der „Helikoptereltern“, die ihre Kinder nicht loslassen und unter permanenter Kontrolle haben müssen ist mittlerweile auch einem größeren Publikum durchaus geläufig. Wer ein Kind hat und es in der vergangene Jahren durch die Zeit des Kindergartens und der Schule begleitet hat, hat sie in großer Zahl kennengelernt und in sehr unangenehmer Erinnerung.

Ähnlich wie diese Eltern von chronischen Ängsten geplagt sind, ihre Kinder könnten  in einer immer härter werdenden Gesellschaft scheitern (und damit natürlich auch ihr Projekt, als das sie ihre Kinder verstehen),  befindet sich unsere ganze Gesellschaft in eine Zustand der Angst.
Schmidbauer spricht nun in seinem Buch analog zu diesem Phänomen von einer „Helikoptermoral“, ein Produkt der durch massive Ängste verursachten Hyperaktivität, sei es des Übereifers, sei es der unverhältnismäßigen, verschwenderischen Reaktion auf konstruierte Gefahren.

Er versteht darunter eine Mischung aus „ängstlicher Aufmerksamkeit und hastigen Bewertungen ohne Empathie und ohne Blick auf Zusammenhänge“.  Die Fähigkeit für ein eigenes selbstkritisches Urteil geht verloren, „weil die Urteile so zwischen Überschätzung und Entwertung polarisiert sind, dass das Augenmaß verloren geht. Fantasien von Erlösung und Befreiung gewinnen eine Macht, die am Ende in Katastrophen führen muss“.
Es geht ihm überhaupt nicht darum etwa Moral und moralische Urteile zu kritisieren. „Es geht um ihren Missbrauch, um den Übereifer, die Grenzüberschreitung im Dienst narzisstischer Bedürfnisse der Eiferer.“

Ethik und Moral werden so aus dem Kontext gerissen und ihrer wichtigen Bedeutung für menschliche Gesellschaften beraubt. Das ist für diese eine große Gefahr. Schmidbauer sieht keine perfekte Lösung:
„Dem Angstkranken kann durch Einfühlung und Zuwendung geholfen werden. Wer aber wie der Fanatiker Ängste manisch abwehrt, ist unzugänglich. Er plant, eine neue Welkt zu schaffen, in der er keine Angst mehr haben muss, weil dann die Menschheit entweder belehrt oder tot ist. Erst wenn es gelingt, ihn  zu stoppen, und sich die Aussichtslosigkeit seiner Größenfantasie erweist, wird er sich der Einsicht wieder öffnen.“

Schlechte Aussichten für die nächste Zeit, findet ein von dem Buch beeindruckter, aber auch ernüchterter Rezensent.


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Rezension zu "Partnerschaft und Babykrise" von Wolfgang Schmidbauer

Rezension zu "Partnerschaft und Babykrise" von Wolfgang Schmidbauer
WinfriedStanzickvor 8 Jahren

Die meisten Menschen, die ich in meiner langen beruflichen Tätigkeit als Pfarrer bei ihrer Trauung und Hochzeit begleiten konnte, äußerten in den davor liegenden Gesprächen den tiefen Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Die meisten haben geheiratet nicht wegen steuerlichen Vorteilen oder um ihre Paarbeziehung zu festigen, sondern aus einem Wunsch heraus, möglichst bald zu einer Familie zu werden.

Als ich einige Zeit später, manchmal dauerte es einige Jahre, wieder mit dem Ehepaar zusammen saß, stand eine kleine Wiege in der Mitte. Das ersehnte Kind war geboren, der Wunsch in Erfüllung gegangen, und nun sollte für dieses Kind und für die größer gewordene Familie mit der Taufe des Kindes erneut um Segen gebeten werden. So manches Mal konnte ich in diesen Gesprächen schon erspüren, dass sich nach der Geburt des Kindes mit den beiden Eheleuten, die ich oft schon seit ihrer Jugend kannte, etwas verändert hatte. Ich konnte es schwer beschreiben, aber mir war klar, es hing damit zusammen, dass sie nun zu dritt waren. Das Kind mit seinen Bedürfnissen war für viele nicht nur ein Segen, sondern stellte auch eine Bedrohung der bisherigen Zweisamkeit dar.

Diese von Schmidbauer Triangulierung genannte Veränderung führt in vielen zivilisierten Ländern in den ersten Ehejahren zu einer Scheidung. Auf jeden Fall aber ist die von ihm so genannte „Babykrise“ ein harter Test für das Selbstgefühl der Eltern und stellt sie auf eine harte Belastungsprobe, der sie nicht selten mit depressiven Erscheinungen begegnen.

Der ursprüngliche Wunsch, mit einem gemeinsamen Kind die Liebesbeziehung zu festigen und zu vervollkommnen, wird in der „Babykrise“ nicht selten zu einer schleichenden „Erosion der Liebe“. Die Erfahrung, der Grund für die Trennung der geliebten Eltern zu sein, ist das schwierige Trauma von Scheidungskindern, das sie später in eigenen Liebesbeziehungen und im Verhalten zu eigenen Kindern oft wiederholen.

Zwar ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, die romantische Verliebtheit nach der Geburt eines Kindes durch eine alltagspraktische Liebe abzulösen, doch das fällt vielen schwer. Die Liebe zum Kind wird meist noch energischer gegen alle Bedenken verteidigt als die erotische Liebe, die dann oft auf der Strecke bleibt und sozusagen eintrocknet. Die Eltern spüren die „Babykrise“, sie erleben das gefährdete Glück und reagieren darauf mit mannigfaltigen Verleugnungen. Die Probleme, die man sprachlich benennen und durchaus miteinander bearbeiten könnte, werden unter den Teppich gekehrt. Dort wachsen sie immer weiter, werden schließlich unlösbar und führen zum dramatischen und für alle Beteiligten schlimmen Scheitern. Ein Scheitern, das, wie schon erwähnt, Folgen hat bis in die nächste Generation.

In seinem neuen durchaus verständlichen Buch beschreibt Schmidbauer zum ersten Mal zusammenhängend dieses Phänomen und zeigt gleichzeitig auf, wie man die Probleme bewältigen kann. Er sagt, nur wenn Eltern und Kinder einander nutzen können, um sich in gegenseitiger Auseinandersetzung zu entwickeln und zu reifen, habe die moderne Gesellschaft eine Chance. Eine Gesellschaft, die schon heute von ihren Mitgliedern eine seelische Beanspruchung abverlangt, die diese kaum mehr ertragen können.

Kinder, deren Eltern die Triangulierung erfolgreich und mit ihren Kindern reifend bewältigt haben, werden stark sein für ihr eigenes Leben und auch gerne dereinst wieder neues Leben schenken und wachsen lassen.

Mit dieser bewussten Arbeit an ihren Gefühlen können Eltern jederzeit, wenn nötig mit Hilfe eines Therapeuten beginnen. Es ist nie zu spät, sich die Prozesse in der Partnerschaft klar zu machen. Schmerzhaft kann das durchaus werden, Ent-Täuschungen werden sich einstellen, aber auch Perspektiven wachsen für eine neue Weise, miteinander zu leben und zu wachsen. Selbst Menschen, die durch ihre Herkunftsfamilie in dieser Richtung traumatisiert sind, ja gerade diese, können durch persönliche, vielleicht auch professionell unterstützte Arbeit, dazu beitragen dass sich das Drama der Babykrise nicht noch eine weitere Generation fortsetzt. Sie können den Kreislauf der Schuld, die Scheidungskinder oft unbewusst mit sich tragen, durchbrechen.

Wolfgang Schmidbauer hat ein wichtiges Buch geschrieben, das hoffentlich einem positiven Beitrag leisten kann zur Transformation vieler Ehen in gelingende Familien, die reife Menschen hervorbringen.

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