Wolfgang Schorlau Das München-Komplott

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Inhaltsangabe zu „Das München-Komplott“ von Wolfgang Schorlau

'Schorlau schreibt zurzeit die Kriminalromane, die am dichtesten dran sind an der sozialen Realität.' Hamburger Abendblatt
Das Bundeskriminalamt bittet seinen früheren Zielfahnder und heutigen Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen. Dengler denkt, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche. Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während glaubhafte Zeugenaussagen ihn unmittelbar vor der Tat mit weiteren Personen gesehen haben? Dengler ermittelt und steht plötzlich selbst im Fadenkreuz mächtiger Interessen.
In seinem neuen Roman entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen eine Geschichte, die aus dem Kalten Krieg bis in unsere Zeit reicht und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält.

Man denkt immer, dass das, was Schorlau schreibt, nicht wahr sein kann/darf...

— LillyMunster

Vergeßt Mankell, Olsen, Slaughter. Es braucht keine Schlachtplatten und/oder durchgeknallten Protagonisten. Lest Wolfgang Schorlaus Krimis!

— emeraldeye

Schorlau deckt die Ungereimtheiten des Oktoberfest-Attentats auf: Ganz starker Dengler-Fall!

— Gulan

Hier findet sich interessantes Zusatzmaterial zum Buch: http://www.schorlau.com/muenchen-materialien.html

— Joey

Bin auf Seite 80 und finde das Buch bis jetzt ganz prima :)

— melli.die.zahnfee

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    Das München-Komplott

    P_Gandalf

    20. November 2016 um 10:45

    Wolfgang Schorlau lässt seinen Protagonisten Georg Dengler dieses Mal in Sachen des Anschlages auf das Münchener Oktoberfest 1980 ermitteln. Ein Attentat, an das ich mich noch gut erinnern kann und dessen Aufklärung schon damals recht seltsam erschien und viele Fragen offen ließ.Franz-Josef Strauß bezichtigte sehr schnell "Linke-Kräfte" als Urheber des Anschlags und musste wenige Tage später zurückrudern, als klar, war, das ein rechts-extremer "Einzeltäter" das Attentat verübte. Seinem Wahlkampf - Strauß wollte 1980 Bundeskanzler werden - hat dieses Manöver wahrscheinlich geschadet.Dengler wird als externer Mitarbeiter von seinem alten Arbeitgeber, dem BKA, angeworben, hier zu ermitteln. Die Ermittlungen geschehen auf Initiative einer Staatssekretärin im Berliner Innenministerium und sollen dazu dienen, ein neuerliches NPD-Verbotsverfahren einzuleiten.Das erste NPD-Verbotsverfahren war am Bundesgerichtshof gescheitert, da die NPD Führung zu stark von V-Leuten des Verfassungsschutzes durchdrungen war.Und so geraten Denglers Ermittlungen zwischen die Mühlsteine von Politik und BKA einerseits und dem Verfassungsschutz andererseits. Dabei wechselt Schorlau häufig die Perspektiven und berichtet aus Sicht von Dengler, des Verfassungsschutzes und eines Mörders, der hochrangige Militärs weltweit gezielt erschießt. Wie diese Sicht in den Roman passt, bleibt bis kurz vor Schluss rätselhaft.Beeindruckt hat mich wiedermal, mit welcher Leichtigkeit Schorlau es schafft, Spannung auf zu bauen und ein komplexes Gewirr aus Lügen, Verrat, Mord und Rache dem Leser hinüberzubringen und am Ende aufzulösen.Für mich steht Schorlau in einer Linie mit anderen Großen dieses Genres wie Mankell, Adler-Olsen, Dahl um nur ein paar zu nennen.

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  • Erschreckende Hintergrundinformationen

    Das München-Komplott

    AnnaChi

    Wer steckte wirklich hinter dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest von 1980, das so viele Opfer erforderte? Mit Privatdetektiv Georg Dengler, der von seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem BKA, beauftragt wird, die Akten noch einmal zu prüfen, beschäftigt sich der Leser mit der Frage, ob es tatsächlich der damals proklamierte Einzeltäter war oder die Ermittlungsergebnisse von Mächten beeinflusst worden sind, die auch in den Gegenwart der Bundesrepublik die Fäden ziehen. Die nahezu unglaubliche, aber dennoch wahrscheinlich wahre Erklärung wirft ein ganz anderes Licht auf die NSU-Morde und die zahlreichen Fehler in der Ermittlung ... ein Krimi, dessen bitterer Nachgeschmack auch nach dem Lesen lange auf der Zunge bleibt.

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    • 2

    awogfli

    14. October 2013 um 11:14
  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. March 2013 um 10:48

    Privatermittler Georg Dengler ist zunächst überrascht, als sein ehemaliger Arbeitgeber, das Bundeskriminalamt, ihn bittet, die Ermittlungen zum Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 noch einmal neu aufzurollen. Ein alter Hut, denkt er, doch als er bald darauf entdeckt, dass bei den Ermittlungen offensichtlich bewusst Spuren vernachlässigt wurden, um zu einem ganz bestimmten Ergebnis zu kommen, ist sein Interesse geweckt. Seine Recherchen führen ihn tief in die Abgründe internationaler Geheimdiensttätigkeiten und werden schließlich lebensgefährlich ... Wolfgang Schorlau hat hier einen spannenden, mitreißenden Krimi geschrieben. Die Geschichte wird fesselnd erzählt, und es dauert ein wenig, bis man als Leser den Zusammenhang der einzelnen Handlungsstränge erfasst hat. Schorlaus Charakterbeschreibungen sind plastisch und gut gelungen, und er hat mit Dengler einen sympathischen Ermittler erschaffen, dessen private Seite ebenfalls ihren Platz in der Erzählung findet, ohne dabei zu raumgreifend zu werden. Nach der Lektüre könnte man das Buch zufrieden zur Seite legen mit der Empfindung, gut unterhalten worden zu sein – wenn da nicht der Anhang wäre. Darin geht Schorlau darauf ein, welche Teile seiner Geschichte auf Tatsachen beruhen, und wenn das alles tatsächlich so stimmt, lässt sich das nicht so einfach abhaken, sondern wirkt noch lange nach und wirft eine Menge Fragen und vor allem Wut auf. Zur abschließenden Beurteilung dieses Buches lässt sich aber auf jeden Fall sagen, dass es Freunden spannender Lektüre uneingeschränkt empfohlen werden kann.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    monja1995

    30. April 2012 um 23:55

    Ideale Mischung aus Fiktion und Tatsache Schon der Klappentext überzeugte mich davon, dieses Buch lesen zu müssen. Auch deshalb, weil ich dieses Attentat beinahe selbst erlebt hätte, wäre ich 2 Minuten später in Richtung U-Bahn gegangen. Ich war auf dieses Buch gespannt wie selten zuvor auf ein anderes. Dann hielt ich es in Händen und zweifelte. Ich fächerte es durch und sah auf den ersten Blick, dass das Buch unwahrscheinlich viele Kapitel hat und das etwas ist, was mich eigentlich abschreckt. Allerdings wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Das Gliedern in viele kleine Kapitel ist in diesem Fall eine geniale Lösung, um Sprünge zwischen Personen, Handlungen und Orten abzugrenzen und den Leser vor Verwirrung zu schützen und ihn trotzdem im Geschehen festzuhalten. Dies ist Wolfgang Schorlau mit seinem München-Komplott 100%ig gelungen Georg Dengler, ein ehemaliger BKA-Beamter, der sich inzwischen mit einer Privatdetektei selbständig machte wird vom BKA beauftragt, den Fall des Oktoberfestattentates vom 26.09.1980 nochmal aufzurollen und neu zu untersuchen. Schon bald stößt er auf zahlreiche Ungereimtheiten, unvorstellbare Verknüpfungen und Opfer, die mit dem Attentat auf den ersten Blick nichts zu tun haben. Aber eben nur auf den ersten Blick. Nach Denglers Recherchen, bei denen er von seinen Freunden nach besten Kräften unterstützt wird, geraten alle in einen lebensgefährlichen Strudel. Randfiguren treten auf einmal in den Mittelpunkt und Dengler stöbert immer mehr Gemeinsamkeiten der unterschiedlichsten Personengruppen. Es bewahrheitet sich letztendlich, dass dieses Attentat nicht vom Einzeltäter Gundolf Köhler, sondern von einer Gruppe von Attentätern durchgeführt wurde.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    gaby2707

    07. August 2011 um 16:14

    Polit-Thriller sind eigentlich nicht so mein Fall, aber da ich Ende September 1980 selbst in München war und das Attentat nur zwei Tage nach meiner Heimkehr passiert ist, war ich damals schon sehr geschockt und dieses Ereignis lebt heute noch in meiner Erinnerung weiter. Das war auch der Grund, dieses Buch zu lesen. Georg Dengler bekommt als erfolgreicher Detektiv einer Detektei in Stuttgart den Auftrag, den Fall des 30 Jahre zurückliegenden Attentats noch einmal aufzurollen. Er soll klären, ob es sich bei dem Täter wirklich um einen Einzeltäter gehandelt hat. Verschiedene Zeugen, die aber in der Zwischenzeit alle verstorben sind, haben aber den jungen Mann vor der Tat mit anderen Personen zusammen im Gespräch gesehen. Es gibt viele Ungereimtheiten und dann findet auch noch ein Anschlag auf seinen Freund Martin statt... Wolfgang Schorlau hat mich mit seinem Buch so in seinen Bann gezogen, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Die Vorstellung, dass wir dermaßen manipuliebar sind, hat mir aber auch Angst gemacht. FAZIT: Ein Buch, das absolut lesenswert ist und das ich nur weiter empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Lilli33

    11. March 2011 um 14:08

    Rostschutz schützt vor Rost, der Verfassungsschutz schützt vor? Georg Dengler, früher beim BKA angestellt, heute als Privatermittler tätig, soll den Fall des Attentats auf das Oktoberfest noch einmal aufrollen, obwohl das schon fast 30 Jahre zurückliegt. Er geht die Akten durch, und die Bilder, die sie heraufbeschwören, verfolgen ihn: abgerissene Arme, Beine und Köpfe, schreiende Menschen überall. Schnell begreift er, dass bei den Ermittlungen damals einiges vertuscht wurde. Wichtige Zeugen starben zufällig an Herzversagen, Beweismittel werden offiziell in dem Moment vernichtet, wo Dengler sie haben will. Je mehr er in dem Fall voran kommt, desto größer ist die Gefahr, in der er schwebt. Denn sein Gegner ist mächtig. In einem zweiten Handlungsstrang lernen wir die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke kennen, die sich immer mehr wie eine Marionette fühlt. Sie möchte ein Verbot der NPD erreichen, kann sich aber nicht durchsetzen, da der Verfassungsschutz hier auch noch mitmischt. Schorlau spart nicht mit Kritik an den Politikern. Sein Roman hat ganz aktuelle Bezüge wie Finanzkrise und Schweinegrippe oder der Fall eines Mannheimer Müllmanns und ist schon allein deshalb recht interessant. Vom Stil her ist er sehr leicht zu lesen. Obwohl die Sprache für mich etwas distanziert klingt, kann man sich gut in die Protagonisten einfühlen. Die Kapitel sind sehr kurz. Häufige Szenenwechsel lassen die Geschichte kurzweilig wirken. Wolfgang Schorlau hat in diesem Polit-Krimi auf geniale Art Realität und Fiktion miteinander verwoben. Doch auch bei den erfundenen Teilen kann man sich nicht wirklich sicher sein, ob es nicht so oder so ähnlich passiert ist oder einmal passieren könnte. Ich kann es mir jedenfalls vorstellen, und das macht mir Angst. Dies war mein erstes Buch von Wolfgang Schorlau, aber bestimmt nicht mein letztes. Der Roman ist in sich abgeschlossen, man muss also die Vorgängerbücher nicht gelesen haben.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Sonna1902

    21. November 2010 um 20:40

    Ein Detektiv, der "an den Säulen der Gesellschaft sägt" „Das München-Komplott“ von Wolfgang Schorlau ist der 5. Krimi einer Reihe. Die vier Vorgänger kenne ich nicht, aber das spielt für das Verständnis auch keine Rolle. Zum Inhalt: Am 29.09.1980 wurde auf das Münchner Oktoberfest ein verheerender Bombenanschlag ausgeübt. Dabei handelte es sich um das größte Attentat in der Geschichte der BRD: 13 Tote und 200 Verletzte, einige zum Teil sehr schwer. Damals wurde ein alleiniger Attentäter ausgemacht, der bei dem Anschlag selbst umgekommen sein soll. Doch an dieser Theorie hat das BKA Zweifel. Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, soll der Fall wieder aufgerollt werden. Dabei bittet der Präsident des BKA Georg Dengler um Hilfe. Nach kurzer Bedenkzeit sagt er zu und findet sich schon bald danach inmitten politischer Machtspiele und Intrigen wieder, die für ihn und die Menschen um ihn des öfteren gefährlich werden. Der Prolog hat mir sehr gut gefallen. Der Privatermittler Georg Dengler besucht an einem schönen, sonnigen Tag die Theresienwiese in München. Ein paar Passanten ziehen ihre Runden. Ansonsten ist alles ruhig. Dengler hat sich in der vergangenen Nacht intensiv mit der Akte und den Berichten, Zeitungsartikeln und Vernehmungsprotokollen beschäftigt, so dass er sich die grausigen Zeugenaussagen während des Spazierganges in Erinnerung ruft. Diese sind in kursiver Schrift eingeschoben und ermöglichen dem Leser, sich einen Überblick von den damaligen Geschehnissen zu machen. Wolfgang Schorlau versteht es, mit einer kurzen Sätzen und einer einfach strukturierten Sprache Spannung aufzubauen. Das ganze Buch ist in, mit Überschriften versehene, Kapitel aufgeteilt. Die kürzesten Kapitel sind dabei gerade mal ein paar Zeilen und die längsten sieben Seiten lang. Diese Untergliederung macht das Lesen sehr angenehm, da sehr häufig die Schauplätze wechseln und unterschiedliche Personen im Fokus stehen. Auch die – wenigen – Zeitsprünge können so, ohne den Leser zu irritieren, dargestellt werden. Die verschiedenen Hauptcharaktere werden gut in die Geschichte eingebracht, so dass man sich ein Bild von der jeweiligen Person machen kann und weiß, wofür sie kämpft und auf welcher Seite sie steht. Besonders gelungen finde ich die kritische Auseinandersetzung mit (aktuellen) politischen Geschehnissen. Auf S. 23 beschreibt Schorlau, aus welchen Gründen Dengler damals seinen Dienst beim BKA quittiert hat. Dies beschreibt sehr schön die Haltung des Autors in Bezug auf die Willkür des Staates. Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit so nach und nach auch Denglers vorangegangene vier Fälle zulegen.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    lenchen_196

    17. October 2010 um 22:37

    Aktuell und realitätsnah Georg Dengler, früher ein Polizeibeamter und heute ein Privatdetektiv, bekommt von dem Bundeskriminalamt einen Auftrag, den vor 30 Jahren am Oktoberfest verübten Bombenanschlag neu zu überprüfen. Damals wurden die Ermittlungen schnell abgeschlossen, es handelte sich angeblich um einen Einzeltäter und der wurde gleich am Tatort tot aufgefunden. Das größte Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verschwand fast unbemerkt aus der öffentlichen Wahrnehmung und Erinnerung. Was ist der Grund, der Fall heute neu aufzurollen? Wie gefährlich kann die Nachforschung für Dengler und auch für seine Freunde sein? Das ist schon der fünfte Fall des Privatermittlers Dengler, allerdings mein erster Fall von ihm. Der Autor Wolfgang Schorlau war mir bisher völlig unbekannt. Desto größer war mein Interesse, sein Buch „Das München-Komplott“ nach der Leseprobe vollständig zu lesen. Und meine Erwartungen wurden erfüllt. Das ist ein spannender Polit-Thriller, der sich sehr kurzatmig lesen lässt. Die Handlung entwickelt sich rasch, die kurzen Abschnitte, die jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben sind, versprechen keine Langeweile und so ist es tatsächlich. Die Spannung hält bis zur letzten Seite. Der Stil ist flüssig, nicht trocken und trotzdem ohne Schönfärbereien, die Sprache eher einfach und nicht mit den Spezialbegriffen überlastet. Alle Personen sind sehr lebendig dargestellt, manche ganz humorvoll. Die Fakten sprechen für sich. Alle Fäden ziehen sich nach oben. Alle werden von allen überwacht und verfolgt. Ob es wirklich so sein kann in unserem demokratischen Land? Dem Autor gelingt es, dem Leser klar zu machen, dass für die Geheimdienste nichts unmöglich ist. Dabei spielen die einzelnen Menschensschicksale keine Rolle, egal um wie viel es sich dabei handelt. Ob man daran glaubt oder nicht... Ich traue den Amerikanern alles zu. So könnten sie, ganz nach ihrem Plan, nicht nur die Neonazis zu der Niederschlagung der Unruhen von Arbeitslosen einbeziehen, sondern auch diese Unruhen selbst organisieren Welcher Arbeitslose kämpft heute freiwillig und ohne Motivation auf den Barrikaden? Der verrückte NATO-Plan scheint die Motivationen für alle Fälle parat zu haben. Und die notwendigen, gut ausgebildeten Leute auch. Das im Anhang befindende Field Manual 30-31 lässt einen Schauer über den Rücken laufen. Ob es wirklich existiert? „Finden und Erfinden“ – was ist wahr in der Geschichte und was nur der Fantasie des Autors entsprungen? Ob es als eine Vorwarnung nehmen muss? Und ob man etwas dagegen unternehmen kann? Das Buch lädt zum Nachdenken ein. Mit der publizistischen Überzeugungskraft teilt uns der Autor seine Ansichten. Das macht das Buch noch aktueller. Die Finanzkrise, die Bundestagwahl 2009, Zitaten von heutigen Politikern oder deren skandalöse Entlarvungen, – der Roman spielt vor einem konkreten sozialpolitischen Hintergrund, gestützt auf reelle Fakten. Etwas unglaubwürdig fand ich die Szene des „Kampfes“ zwischen Dengler und Leitner. Obwohl die nach Denglers Maß gefertigte Puppe schon früher nicht umsonst im Plot erwähnt wurde, konnte ich doch kaum glauben, dass dieser Sherlock Holmes’ Trick (mit der Wachspuppe in „Das leere Haus“) von einem modernen Autor für sein gegenwärtiges Werk auch ernst genommen wird. Für mich war es ein bisschen komisch. Auch nicht besonders gut fand ich die Idee, diesen „gerechten“ Rächer Merkle in die Handlung einzubauen. Wieder ein Einzeltäter, seine (auch nicht guten) Taten wären aber nicht so leicht zu verwirklichen, weil er über keine NATO-Macht und keine NATO-Mittel verfügt. Diese gerade Linie fand ich ein wenig kindisch. Die Überschriften zu jedem kurzen Kapitel kommen mir einerseits überflüssig vor, andererseits sind sie zu simpel, wie z.B. „Dengler verzweifelt“, „Dengler stirbt“ oder „Charlotte sucht Jan“. Im Ganzen hat mir jedoch das Buch sehr gut gefallen. Ich werde bestimmt alle vier frühere Denglers Fälle lesen und freue mich, wenn der Autor Wolfgang Schorlau ihn mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Das Buch ist fesselnd und glaubhaft, aktuell und realitätsnah. Empfehlenswert für alle, die sich für Polit-Krimi interessieren.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Schiller-Buchhandlung

    16. July 2010 um 17:09

    "Es ist die Hölle, Dengler. Wenn Sie die Gelegenheit dazu haben, dann werfen Sie einen Blick hinein. Löschen können Sie die Höllenfeuer nicht." Das sagt Dengler ehemaliger Chef Dr. Schweikert zu Georg Dengler, als dieser ihn bei seinem neusten Fall um Hilfe bittet. Dabei sah dieser Fall am Anfang eigentlich nur nach trockenem Aktenstudium aus und Dengler war sich gar nicht sicher, ober überhaupt zusagen sollte, als ihn Dr. Schneider damit beauftragen wollte. "Wir brauchen Ihre Hilfe" hatte der Chef des Bundekriminalamtes, seines ehemaligen Arbeitgebers, zu ihm gesagt. "Wir möchten, daß Sie noch einmal den Fall des Attentats auf das Münchner Oktoberfest untersuchen." Bei diesem bisher schwersten Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik waren 1980 13 Menschen ums Leben gekommen und 200 verletzt worden, 68 davon sehr schwer. Nach kurzer Überlegung stimmt Dengler jedoch zu, denn der Auftrag wird nicht nur gut bezahlt, sondern irgendetwas tief in seinem Inneren treibt ihn dazu. Als er beginnt, sich intensiv mit den Akten zu beschäftigen, stößt er bald auf Ungereimtheiten. Wieso wurden manche Aussagen, die der Theorie vom rechtsradikalen Einzeltäter widersprechen einfach nicht weiterverfolgt? Wie konnte überhaupt eine Einzeltäter alleine ein solches Attentat vorbereitet haben? Warum gab es kein Bekennerschreiben? Georg Dengler versucht, den Zeugen, der den vermeintlichen Attentäter kurz vor der Tat noch mit anderen sprechen sah, ausfindig zu machen und muss feststellen, daß dieser bereits 2 Jahre nach dem Attentat ums Leben kam. Wer könnte ein Interesse an seinem Tod haben? Vielleicht das LKA, das begonnen hat, ihn zu beschatten und überhaupt sehr beunruhigt darüber ist, daß Dengler beginnt, sich wieder mit diesem Fall zu beschäftigen. Welche Rolle spielt die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke? Und was hat es mit dem Filed Manual 30 - 31 auf sich, das alle, die sich näher damit beschäftigen, in Lebensgefahr bringt? Dies ist der bisher komplexeste Fall, den Georg Dengler zu lösen hat. Dabei konzentriert sich der Autor ganz auf die komplizierte Handlung, ganz verzichten müssen wir jedoch auf das vertraute Personal nicht: Zwar weilt Olga in der fernen Heimat, um ihre todkranke Mutter zu pflegen, Martin Klein und Mario leisten Dengler wichtige, ja entscheidende Hilfe - sie sind letzlich die Einzigen, denen er wirklich noch vertrauen kann. Raffiniert und spannend flicht Wolfgang Schorlau ein komplexes Geflecht aus verschiedenen Handlungssträngen. Zu Beginn haben die einzelnen Interessensgruppen scheinbar nichts miteinander zu tun haben, am Ende jedoch blickt Dengler tatsächlich in Höllenfeuer und Monstern ins Gesicht und wir gleich mit. Auch dieser Kriminalroman ist wieder eine fesselnde Lektüre, bei der man leider auch eine Menge Illusionen verliert. (Susanne Martin)

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Feder

    20. June 2010 um 15:19

    Der Schreibstil ähnelt einem Polizeibericht. Schnörkellos zeichnet der Autor den Hergang des Attentats auf und wie sein Ermittler sämtliche Mosaikstücke zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Kurze Abschnitte ermöglichen einen schnellen Szenenwechsel. Das hält die Spannung hoch und weckt die Neugier, wer nun der Drahtzieher hinter dem ganzen ist. Die Haupt- und Nebencharaktere bekommen eine Seele. Gebotene Ecken und Kanten machen erschweren die Vorhersehbarkeit. Schorlau spinnt eine fiktive Geschichte mit fiktiven Berichten, die sehr nah an der Wahrheit angelehnt sind. Das Buch lässt sich in einem Rutsch lesen und ist ein Genuss für jeden politisch interessierten Krimifan.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    MinnieMay

    17. May 2010 um 08:54

    Der Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 zählt zu den schwersten Terroranschlägen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zahlreiche Ungereimtheiten in den Ermittlungen liefern Stoff für Spekulationen und Mutmaßungen. Die Frage nach dem „Warum?“ beschäftigt immer wieder Autoren und Journalisten und so entstehen Werke wie, in diesem Fall, Wolfgang Schorlaus „Das München Komplott“. Sein Ermittler Georg Dengler ermittelt im Fall „Theresienwiese“. Was anfangs noch als simple Aufarbeitung alter Akten anmutet, entwickelt sich rasch zum gefährlichen Katz- und Mausspiel. Die Brisanz dieser Story liegt hier in dem zeit- und realitätsnahem Thema. Der Leser merkt kaum, wo die Fakten enden und die fiktive Geschichte beginnt, da die Grenze verschwimmt. Ob mit oder ohne Vorwissen, dieses Buch fesselt, empört, verunsichert. Es lässt ernste Zweifel aufkommen, an der Sicherheit unseres Systems und wirft neue Fragen auf. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich im Bann dieses packenden und gut recherchierten Polit-Thrillers. Ein Buch, das nicht spurlos an seinem Leser vorbeigeht.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    anyways

    14. March 2010 um 12:58

    Manipulation auf höchstem Niveau Georg Dengler betreibt nach seinem Abschied vom Bundeskriminalamt erfolgreich eine Ein-Mann-Detektei in Stuttgart. Er hat ein gut funktionierendes Sozialnetz bestehend aus seinen drei besten Freunden, dem Journalisten Leopold, dem Künstler Mario und dem Horoskop-Verfasser Martin und seiner Freundin Olga, die aber z. Zt. in Rumänien weilt. Seine Aufträge sind mitunter wenig spektakulär, halt das übliche wie eine verschwundene Ehefrau oder den untreuen Gatten ausfindig machen. Nur sein neuer Fall hat es in sich. Der neue BKA Präsident tritt an ihn heran und bittet Dengler die Fall- Akten zu dem fast 30 Jahre zurückliegenden Anschlag auf das Münchner Oktoberfest zu prüfen. Er beratschlagt diesen neuen Auftrag mit seinen Freunden und sagt nach einer gewissen Bedenkzeit zu. Das BKA stellt ihm daraufhin alle Akten zur Verfügung und Dengler begibt sich auf eine gefährliche und blutige Vergangenheit. Schnell fallen ihm Ungereimtheiten auf, die die These des Einzeltäters widerlegen. Er fischt in trüben Gewässern und scheucht Leute in den höchsten politischen und geheimdienstlich aktiven Kreisen auf, als dann auch noch Anschläge auf seinen Freund Martin verübt werden, steht er sich einem Albtraum aus Spionage, Vertuschung und Verleumdung von Mächten gegenüber die auch heute noch die Finger am Knopf der Macht haben. Wie leicht sind wir Menschen eigentlich zu manipulieren? Das Attentat auf das Oktoberfest 1980 nimmt in der kollektiven Erinnerung der BRD keinen angemessenen Platz ein, weil daran weder häufig durch die Medien erinnert wird, noch das es zu einer vollständigen Aufklärung eines der größten Terrorakte in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte gekommen ist. Ich persönlich bin erst durch dieses Buch damit konfrontiert worden. Was muss diese Tatsache für all die Hinterbliebenen bedeuten? Wolfgang Schorlau liefert uns mit seinem 5. Fall um die Figur Georg Dengler einen packenden Krimi, der den Blick für diesen Akt der sinnlosen Gewalt wieder schärft. Ein Buch das vergangene und aktuelle politische Ereignisse miteinander verknüpft und in einer scharfsinnigen Weise interpretiert. Ebenfalls kommt die Anmerkung, das nach dem Untergang der Stasi immer noch Geheimdienste weltweit operieren, die die Fäden der Macht in der Hand halten und Regierungen wie Marionetten tanzen lassen. Selten hat mich ein deutscher Krimi so fasziniert, mitgerissen und aufgewühlt.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Silvester

    27. February 2010 um 19:57

    Dieser Kriminalroman hat mich auf ganzer Linie überzeugt, nicht nur wegen der Verwebung aktueller und vergangener, tatsächlicher Ereignisse mit Fiktion, auch wegen der Art und Weise wie er geschrieben ist. Stellenweise fühlt man sich fast als Teil der Geschichte, der Roman wird regelrecht lebendig, regt zum Nachdenken und Nachforschen an. Man fragt sich schockiert, ob es denn nicht vielleicht wirklich so gewesen sein könnte? Es geht um den ehemaligen Zielfahnder Dengler, der sich mit dem Attentat auf das Oktoberfest 1980 befassen soll, schnell trifft er auf Ermittlungsfehler und Ungereimtheiten. Als er beginnt tiefer zu bohren und Zeugen zu befragen fällt er unangenehm auf und bekommt es mit mächtigen Widersachern zu tun, die auch vor Freunden und Verwandten nicht Halt machen! Bald befindet er sich in einem globalen Lügennetz, das über die Jahre ganz eigene Wege beschritten hat und sich jetzt um keinen Preis stürzen lassen möchte, doch Dengler ist wild entschlossen für Gerechtigkeit zu sorgen, wenn auch nicht immer auf die ganz konventionelle Weise! Berichtet wird aus immer wieder wechselnden Perspektiven, die einem auch die andere Seite näher bringen, und ahnen lassen worauf der Autor hinaus will. Um das Buch noch realistischer und mitreißender wirken zu lassen, bekommt man immer wieder geheime Akten und Zeugenaussagen zu lesen. Wolfgang Schorlau schreibt flüssig und vermittelt realisitische Alltagspersonen, die sich hier mit wirklich ungeheuerlichen Thesen auseinandersetzen müssen. Dieses Buch bekommt von mir eine absolute Kaufempfehlung, da es an keiner Stelle langweilig oder an den Haaren herbei gezogen wirkt, man sitzt vielmehr nägelkauend vor dem Roman und betet, dass Dengler da heil rauskommt!

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    Steffi153

    26. February 2010 um 08:19

    In Denglers 5. Fall wird man mit vielen aktuellen Inhalten überrascht. Es wird auf die Bankenkrise eingegangen, wie auch Abschnitt über die Schweinegrippe. Man erfährt einiges über Politik, mir vielleicht etwas zu viel, und erhält einiges Hintergrundwissen. Gerade dieses Hintergrundwissen macht die Geschichte sehr realistisch und beängstigend. Daher fand ich es wirklich sehr ansprechend, dass am Ende des Buches eine Auflösung zu finden ist, welche Fakten real und welche irreal sind. Dengler selbst ist ein ehrlicher und aufrichtiger Polizist, der mir sehr sympathisch ist. Er steht hinter der Polizei und der Arbeit des Staates. Er und seine Freunde sind ein typisches Gespann und auch "Frauenprobleme" lassen nicht auf sich warten. Der Mix aus Krimi und Witz ist wirklich faszinierend. Auch die Verstrickungen der verschiedenen Personen miteinander sind erst garnicht zu erwarten und man fiebert mit jeder Seite mehr mit der Geschichte mit. Auch wenn dieses Buch bereits den 5. Fall Denglers darstellt, bin ich, auch wenn ich bisher keinen weiteren Fall kenne, sehr gut mit der Geschichte zurecht gekommen und es gab keinen Moment in welchem ich dachte "jetzt hätte ich die vorherigen Bücher kennen müssen" - das finde ich wirklich sehr lobenswert. Alles in Allem ist dies ein spannendes, aktuelles Buch mit Garantie auf Gänsehaut und Witz, welches ich definitiv weiterempfehlen kann.

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  • Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

    Das München-Komplott

    atoemchen

    13. February 2010 um 14:23

    Dieses Buch ist auf keinen Fall ein typischer Krimi. Alles beginnt mit dem Attentat auf dem Oktoberfest in München im Jahr 1980. Der Täter wurde ja bereits ermittelt! Wurde er das wirklich? Dengler bekommt den Auftrag die Ermittlungen nochmal von vorne zu beginnen denn es gibt da so einige Unstimmigkeiten. Das Buch beginnt mit mehreren Handlungssträngen die nebeneinander passieren. Es geht viel um Politik. Teilweise fiel es mir schwer den politischen Beschreibungen zu folgen und vor allem zu verstehen was das jetzt soll. Doch irgendwann lichtet sich das ganze und man erkennt die Zusammenhänge. Was ich super finde ist, dass viele mir bekannte Städte erwähnt werden. Das macht es meiner Meinung nach noch spannender der Handlung zu folgen. Auch wenn alles anfangs sehr harmlos und unblutig scheint, es wird sich noch ändern. Der Stil des Buches ist sprachlich recht einfach gehalten. Doch die vielen politischen Beschreibungen machen es teilweise etwas schwierig zu folgen. Ansonsten hat Schorlau viele aktuelle Geschehnisse aus dem Jahr 2009 mit ins Buch eingebunden. Das Ende ist überraschend und ich hätte es so nicht erwartet. Aber mehr will ich hier nicht verraten. Alles in allem ein gutes Buch. Spannend und hochaktuell!

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