Cover des Buches Der Tintenfischer (ISBN: 9783462001013)Eric_Maess avatar
Rezension zu Der Tintenfischer von Wolfgang Schorlau

Venedig – Sizilien – ein Gaumenschmaus-Krimi über die nigerianische Mafia, Prostitution und einen unbändigen italienischen Commissario.

von Eric_Maes vor 2 Monaten

Review

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Eric_Maesvor 2 Monaten

Was verbinden sie mit dem Corona-Lockdown und Touristenstädten, mit Italien, der Mafia und leckerem Essen? Leere, Ruhe und Gelassenheit – Raum für Innehalten, Verbrechen und Gaumenschmaus? In Venedig scheint es fast so und dann gibt es einen Selbstmordversuch eines Flüchtlings, die Verknüpfung mit der Mafia und Corona-Betrüger von älteren Menschen, denen Commissario Morena mit Partnerin auf der Spur ist.

Das Buch ist in einer einfachen Softcoverbroschur gedruckt. Das Cover löst eine Sehnsucht nach Kanälen, nach Urlaub und Venedig aus. Die zarten und nebligen Farben machen neugierig und der Mann im Mantel flößt Respekt ein. Dem muss ich jetzt nicht gleich begegnen. Die Rückseite zeigt zwei herzlich lachende Männer, die ich nicht zuordnen kann. Der Titel Der Tintenfischer lässt einen Fischer erahnen, der im Meer fischt.

Die Autoren Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo legen hier einen Krimi vor, der sehr detailreich ist und viel von der Umgebung bis hin zur Möblierung italienischer Wohnungen, den Hintergründen der nigerianischen Mafia und Coronazeiten im leeren Venedig schildert. Dafür nutzen sie originale Quellen. Ab und an hatte ich anfangs das Gefühl die Story ist noch nicht los gegangen und verliert sich. Die Ermittlungen vom versuchten Selbstmord zur nigerianischen Mafia erscheinen sehr detailgetreu und gut recherchiert. Großartig finde ich die Beschreibung der landestypischen Essenszubereitungen und bin angetan von den Rezepten am Ende des Buches.

Die Geschichte nimmt mit der Zeit Fahrt auf und die Ermittlungen gehen los. Es wird spannender zu lesen und die Handlung wird im Folgenden immer mehr vor dem Detailreichtum des ersten Teils. Die Autoren zeichnen die Figuren sehr klar und besonders den Commissario in seiner persönlichen Fehde mit der sizilianischen Mafia - stets in Gedanken beim Boss der Cosa Nostra. Die Verknüpfung und der Nebenschauplatz mit den aktuellen Themen Corona sowie Flüchtlingskrise gefallen mir als kurze Nebenstory bzw. Hauptstrang. Ich mag die Verknüpfung realer Zustände mit dem Krimi. Sehr gelungene Abschnitte und eine gute Verknüpfung von Venedig und Sizilien. Die aktuellen Bezüge auf echte politische Personen wie Salvini und von der Leyen machen Details real.

Es gibt zum Ende hin immer mehr Spannung und einen sehr risikofreudigen Commissario.

Das Ende ist mit einem Cliffhanger gut platziert und er stört an dieser Stelle auch nicht, sondern macht neugierig auf den nächsten Teil.

Der Rezepte-Anhang ist grandios und auch das Glossar und die Quellenerläuterung helfen gut bei der Einordnung. Der Krimi bekam immer mehr Spannung und verdient mit der doch ungewöhnlichen Detailverliebtheit dann doch 5 dicke Pasta al Forno alla Siciliana von Oma.

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