Der große Plan

von Wolfgang Schorlau 
4,7 Sterne bei21 Bewertungen
Der große Plan
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Erneut ein brisantes Thema anschaulich verarbeitet

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Hochbrisant mit viel Informationen zum Euro - Geldsystem

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Inhaltsangabe zu "Der große Plan"

Die Spur des großen Geldes – Dengler deckt die Machenschaften der 'Euro-Retter' auf.
Georg Dengler droht an seinem bisher größten Fall, dem neunten in Wolfgang Schorlaus Bestseller-Krimiserie, zu scheitern: Wer hat die EU-Beamtin Anna Hartmann entführt? Was hatte sie mit der sogenannten Griechenlandrettung zu tun? Und vor allem: Wo sind die Milliarden europäischer Steuergelder wirklich gelandet?
Endlich, die mageren Jahre sind vorbei! So jedenfalls scheint es dem Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler. Zum ersten Mal ergattert er einen wirklich gut bezahlten Auftrag: Das Berliner Auswärtige Amt will, dass er nach der Mitarbeiterin Anna Hartmann sucht. Ein Handyvideo legt nahe, dass sie entführt wurde. Mithilfe seiner technisch versierten Freundin Olga gelingt es Dengler, vier verdächtige Männer zu identifizieren. Bevor er sie befragen kann, werden sie allesamt ermordet. Gibt es einen Verräter im Auswärtigen Amt? Oder gibt Denglers neue Mitarbeiterin Petra Wolff Informationen an die Killer weiter? Denglers Ermittlungen enden in einer Sackgasse.
Die Entführte war als Beamtin an die Troika ausgeliehen worden, die Griechenland die Bedingungen der Eurogruppe diktiert hat. Liegt hier der Schlüssel für den Fall? Dengler nimmt einen neuen Anlauf und stößt auf das größte Geheimnis der sogenannten Griechenlandrettung: Auf welchen Konten sind die vielen Milliarden europäischer Steuergelder letztlich gelandet? Als Dengler die Namen der Personen und Institutionen ermittelt, die diese gewaltigen Summen kassiert haben, gerät er selbst ins Visier.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462046670
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:08.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.04.2018 bei Argon erschienen.

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    Matzbachs avatar
    Matzbachvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Erneut ein brisantes Thema anschaulich verarbeitet
    Eine andere Sichtweise der Euro-Rettung im Zuge der griechischen Finanzkrise

    Es könnte Denglers großer Durchbruch werden. Das Außenministerium beauftragt den Privatdetektiv aus Stuttgart, im Fall einer verschwundenen, wahrscheinlich entführten Mitarbeiterin zu ermitteln, das Budget ist beinahe unbegrenzt hoch.

    Anna Hartmann wird zufällig gefilmt, als sie mitten in der Nacht im Berliner Botschaftsviertel hinter einem Lieferwagen verschwindet und nie wieder auftaucht. Da sie für die Troika arbeitete, die das Hilfsprogramm für die Eurorettung im Zusammenhang mit der griechischen Finanzkrise erstellte, führt eine Spur Denglers in diesen Bereich. Doch jedes Mal, wenn er den Entführern etwas näher kommt, werden diese ermordet, sodass Dengler beinahe mit leeren Händen dasteht. Doch ein riskanter Trick führt zu einem Austausch von einem Datenträger gegen die Entführte, doch diese überlebt den Austausch nicht lange und Dengler selbst wird schwer verwundet. Welcher scheinbar unbesiegbare Gegner steckt hinter diesen Aktionen?

    Wie schon in einigen der Vorgängerromanen der Reihe fasst Wolfgang Schorlau erneut ein heißes Eisen an, dieses Mal die griechische Finanzkrise. Dabei werden dem Leser die wirklichen Entwicklungen verdeutlicht, nämlich Finanzspekulationen vor allem deutscher und französischer Banken, die alles andere als seriös agieren, aber der Rubel muss ja rollen und die Aktionäre müssen zufrieden gestellt werden, selbst wenn das gesamte griechische Volk darunter leiden muss. Das die bundesdeutsche Presse dabei den Griechen selbst die Schuld gibt, ist perfide und falsch.

    Ein weiterer Erzählstrang stellt die Beschreibung der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg dar, die die griechische Forderung nach Reparationen gar nicht so abwegig wie oftmals dargestellt erscheinen lässt.

    Und, wie immer, der ausführliche Anhang Schorlaus macht deutlich, dass wirtschaftspolitischen und historischen Hintergründe der Romanhandlung - leider, möchte man fast sagen - nicht frei erfunden sind.

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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 2 Monaten
    Dengler in der Midlife-Crisis

    Broschiert: 435 Seiten

    Verlag: KiWi-Paperback (8. März 2018)

    ISBN-13: 978-3462046670

    Preis: 14,99 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Dengler in der Midlife-Crisis


    Inhalt:

    Anna Hartmann, die für die Troika in der Griechenland-Krise arbeitet, ist spurlos verschwunden. Der Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler erhält den Auftrag, die Frau zu suchen. Doch dazu muss er sein „Unternehmen“ vergrößern und eine zusätzliche Kraft einstellen. 


    Meine Meinung:

    Wie üblich hat Wolfgang Schorlau einen spannenden Kriminalfall entwickelt, der auch tatsächliche Ereignisse einschließt. Hier geht es um den Rettungsschirm für Griechenland, um das Versickern der Gelder und illegitime Machenschaften. Ob das alles so stimmt, wie von Schorlau beschrieben, kann ich als Laie nicht beurteilen. Aber selbst wenn nur ein Teil der Wahrheit entspricht, ist das ein Skandal. Auf jeden Fall schildert der Autor die Zusammenhänge verständlich und plausibel. 


    Anfangs dauert es ein bisschen, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt. Es sind einige Personen und Sachverhalte einzuführen, die später natürlich sehr wichtig sind. Schließlich wird es aber richtig spannend und verzwickt. 


    Nebenbei läuft ein Handlungsstrang im 2. Weltkrieg, wo die deutschen Soldaten Verbrechen an den Griechen begehen. Diese Erzählung fand ich nicht so fesselnd, aber natürlich ist sie nötig, um die Entwicklung in der Gegenwart zu erklären. 


    Denglers neue Assistentin Petra bringt zwar frischen Wind in die Ermittlungen, aber auf die Eifersüchteleien hätte ich gut verzichten können. Dengler in der Midlife-Crisis muss ich nicht unbedingt lesen. 


    Trotz allem überwiegt der Lesespaß bei dieser spannenden und vielseitigen Lektüre. Wieder einmal hat Wolfgang Schorlau mich dazu gebracht, mich mit einem wichtigen Thema näher zu beschäftigen. 


    ★★★★☆


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    Rose75s avatar
    Rose75vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Hochbrisant mit viel Informationen zum Euro - Geldsystem
    Wurde Griechenland wirklich gerettet ?

    Wolfgang Schorlau hat sich mit diesem Buch  tief in den Kaninchenbau der Euro-Geldpolitik gewagt.  Wohin sind die Rettungsgelder geflossen?    Ist das medial vermittelte Bild der faulen Griechen gerechtfertigt?


    Georg Dengler wird dieses Mal vom Auswärtigen Amt beauftragt, eine vermisste Mitarbeiterin, die wahrscheinlich entführt wurde, zu suchen.   Sie hat im Auftrag der Troika ( IWF, EU-Kommission, Europ. Zentralbank) gearbeitet und hatte somit Einblick in brisante Papiere.  

    Parallel läuft noch ein Handlungsstrang der  in der Zeit des 3. Reiches beginnt. Im Laufe der Buches erfahren wir, dass Deutschland und Griechenland schon sehr lange eine tragische Geschichte teilen.  

    Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht und meine Zweifel an der öffentlichen Berichterstattung bestätigt.


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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend, aktuell und mit viel Hintergrundinformationen- ein toller Krimi!
    Politisch aktuell und spannend- die perfekte Kombination

    Anna Hartmann ist Mitarbeiterin des Außenministeriums und tätig für die Troika, die Griechenland nach dem Schuldenchaos wieder sanieren soll. Als Sie entführt wird, schaltet das Ministerium Georg Dengler, den Stuttgarter Privatermittler ein. Es könnte sein bisher größter Fall sein, doch jede Spur scheint sich in Luft aufzulösen. Woran hat Anna Hartmann gearbeitet? Um das zu verstehen, muss Dengler erst einmal die Verstrickungen um die griechischen Schulden aufdröseln – und darin steckt noch viel mehr Sprengstoff, als er vermutet hätte.
    Wolfgang Schorlau ist bekannt für seine politisch brisanten und aktuellen Krimis. Seinen Ermittler Georg Dengler schickt er immer in ein Minenfeld aus Kriminalität und politischen Verwicklungen, daraus entstehen jedes Mal- und so auch dieses Mal- großartig recherchierte und spannende Krimis. Beim Lesen wird einem schwindelig über die Vorgänge der Finanzwirtschaft, die mit Ländern wie Griechenland und Italien Schach zu spielen scheint und sie bei Bedarf einfach aus dem Spiel kickt. Dengler braucht Hilfe bei dem Fall und mit Petra Wolff führt Schorlau eine spannende neue Figur ein, die die Entwicklung des Krimis bereichert. Ich hoffe sehr, dass sie auch zukünftigen Romanen an der Seite von Georg und seiner Freundin Olga ermitteln wird. Neben der aktuellen Griechenlandkrise spielt auch der historische Zusammenhang von Deutschland und Griechenland mit der Besatzung Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs eine Rolle, was der Handlung zusätzliche Dynamik und Spannung verleiht. Schorlau versteht es wirklich ausgezeichnet, die Leser mit auf eine Reise zu nehmen, die sie nicht mehr loslässt.
    „Der große Plan“ ist inzwischen Georg Dengler neunter Fall und es bleibt zu hoffen, dass Wolfgang Schorlau noch viele weitere Bände schreiben wird. Kein anderer Autor schafft es so bravourös, politische Inhalte mit einer fiktiven Kriminalhandlung zu verknüpfen. Eine unschlagbare Kombination, die einen als Leser aufrüttelt und gleichzeitig mitreißt. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen! 

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    W
    wschvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Krimi, der auch Wissen um Fakten vermittelt - nur KLASSE!
    Wolfgang Schorlau schafft es auch diesmal, Krimi und Faktenwissen toll zu verweben

    In diesem Krimi mit dem Stuttgarter Privatermittler Dengler, seiner Computer-Hacker-affinen Freundin Olga und erstmals auch einer Assistentin für Büroarbeit und Recherche geht es um die Hintergründe, die zu der katastrophalen sozialen und wirtschaftlichen Lage in Griechenland geführt hat. Auf gut Deutsch: von den Milliarden Euros der so genannten 'Rettungsschirme' ist bei dem Teil der griechischen Bevölkerung so gut wie nichts angekommen. Die Gelder sind entweder versickert. Oder sie sind direkt in Form von Zinszahlungen an die Nord-Europäischen Banken, die Griechenland die Kredite gewährt haben, zurück geflossen. Um welche Summen es dabei geht, veranschaulicht Wolfgang Schorlau sehr eindrücklich mit grafischen Darstellungen auf den Seiten 262 bis 268. Alleine diese Schaubilder verdeutlichen die massive Schieflage zwischen Griechischer Realität und der Geldgier der Multi-Milliardäre und Großbanken.

    Apropos  Großbanken: der Autor erklärt auch, mit welchen Manipulationen der Investment-Großbank  Goldman-Sachs und vor allem auch warum es die Griechische Regierung ermöglicht wurde, den Euro als Währung einzuführen. Welche Interessen hinter diesem 'Betrug' standen, wer warum die Fäden gezogen hat. Mit eine Ursache ist der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Griechenland während des Zweiten Weltkrieges. Die trickreiche Weigerung der Deutschen Bundesregierungen, Griechenland die dem Land zustehenden Entschädigungen für das Ausplündern des Landes und die angerichteten Massaker anzuweisen. Diese historischen, nachprüfbaren Fakten lässt der Autor sehr geschickt, sehr informativ und zum Nachdenken anregend in seinen Krimi einfliessen.

    Das in den deutschen Medien verbreitete Bild des faul in der Sonne liegenden Griechen, der nur darauf wartet, dass der 'Rettungsschirm' bei ihm ankommt, wird sehr deutlich korrigiert. Zitat Seite 370: "Wir haben herausgefunden, dass die Griechenlandkrise im Gegensatz zu der überwiegenden Berichterstattung in unseren Medien im Wesentlichen eine Operation der Finanzmärkte gegen den Euro gewesen ist. Griechenland haben sie sich als schwächstes Kettenglied herausgegriffen."

    Diese Feststellung entspringt nicht der dichterischen Freiheit. Diese Feststellung ist Tatsache. Alle Hintergründe hierzu sind in einen spannenden, sehr gut recherchierten und geschriebenen Krimi verpackt.

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    schillerbuchs avatar
    schillerbuchvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Wie immer hervorragend recherchiert!
    Spannender Thriller mit Tiefgang

    Auf den neuen Roman von Wolfgang Schorlau war ich gespannt, denn er behandelt ein Thema, das mich sehr interessiert, die Griechenlandkrise. Weil ich schon oft und sehr gerne in Griechenland war, allerdings seit nun 20 Jahren nicht mehr, liegt mir das Land am Herzen.

    Endlich hat Georg Dengler mal einen richtig dicken Fisch am Haken: Sein Ruf als hartnäckiger Ermittler hat sich bis ins Auswärtige Amt herumgesprochen. Dort legt man Wert auf seinen unabhängigen Blick auf die Ermittlungen im Fall der verschwundenen Mitarbeiterin Anna Hartmann. Er soll die Untersuchung der Polizei kritisch begleiten. Ein wohldotierter Auftrag, der es ihm ermöglicht eine Mitarbeiterin einzustellen: Petra Wolff, frühere Sekretärin beim LKA erweist sich als tüchtige Mitarbeiterin, die nicht nur Denglers Büro schnell im Griff hat, sondern auch seine Gefühlswelt durcheinander bringt.

    Schnell stellt Dengler fest, daß Anna Hartmann für die Troika gearbeitet hat. Sie hatte eine Affäre mit einem griechischen Künstler, die dazu führte, daß sie ihre Einstellung zu ihrem Job und zu Griechenland änderte. Liegt hier das Motiv für ihr Verschwinden?

    Wie immer nutzt Wolfgang Schorlau einen Kriminalfall um uns die Hintergründe politischer Geschehnisse, in diesem Fall die Griechenlandkrise, die nach seinen Recherchen viel mehr eine Bankenkrise ist, nahezubringen. Dies verlangt seinen Leser*innen einiges ab, denn wir tauchen ein in die Welt des Geldes, der SWAPS und Derivate und wir lernen etwas über legitime, illegitime und illegale Schulden. Ich gebe zu, daß es mir hier teilweise schwer gefallen ist, zu folgen.

    Aber natürlich wollte ich unbedingt wissen, was es mit dem Verschwinden von Anna Hartmann auf sich hatte und was das alles mit der Geschichte von Gero von Mahnke zu hat, einem deutschen SS-Offizier, der in den 40er Jahren als Besatzungsoffizier in Athen war. Und so blieb ich dran und wurde mit einer überraschenden Auflösung des Falles belohnt.

    Wolfgang Schorlau bleibt sich treu und präsentiert einen spannenden Kriminalroman mit Tiefgang. Nach der Lektüre denkt man anders über Griechenland und auch anders über die Rolle, die Deutschland in der heutigen Welt spielt.

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    Haverss avatar
    Haversvor 6 Monaten
    Spannend, politisch und wie immer höchst informativ!

    Ich mag die mittlerweile auf neun Bände angewachsene Dengler-Reihe. Warum? Die Beantwortung dieser Frage fällt leicht: die Inhalte sind spannend, politisch und immer wieder höchst informativ. Wolfgang Schorlau recherchiert akribisch, interpretiert fast bis zur Absurdität, nur um dann festzustellen, dass die Realität tatsächlich jede Fantasie übertrifft.

    In „Der große Plan“ scheint sich für Georg Dengler, den ewig klammen Stuttgarter Privatermittler mit BKA-Vergangenheit, ein Geldregen anzukündigen. Zumindest lässt dies sein neuer Auftraggeber vermuten: in Diensten des Auswärtigen Amtes soll er Anna Hartmann, eine ihrer Mitarbeiterinnen ausfindig machen, die vermutlich in Berlin auf offener Straße entführt wurde. Das pikante an dieser Geschichte ist der Umstand, dass Hartmann für die Troika arbeitet, die mit harter Hand das angebliche Rettungspaket in und für Griechenland durchsetzen will. Liegt hier der Grund für ihr Verschwinden?

    Zwei Ebenen bestimmen die Handlung dieses Politthrillers. Zum einen geht es um die von deutschen Soldaten verübten Gräueltaten in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs und die Art und Weise, wie sich Deutschland bis heute um Reparationszahlungen drückt. Zum anderen geht es um die aktuelle Krise und hier insbesondere um die Frage, wer schlussendlich von den Milliardenzahlungen der Europäer profitiert hat. Das griechische Volk war es nämlich definitiv nicht.

    Und hier legt Schorlau in bewährter Manier den Finger auf die Wunde und beschert mit Sicherheit dem einen oder anderen Leser, der seine Informationen zur Tagespolitik aus  den üblichen Quellen bezieht, mit dem Ergebnis seiner akribischen Recherche ein Aha-Erlebnis: Steuergelder, die in den gierigen Rachen der diversen Geldinstitute, der EZB, der diversen Währungsfonds und institutionellen Anleger verschwinden, die sich mit griechischen Anleihen verzockt haben. Die Austeritätspolitik , die den „faulen, unzuverlässigen und über ihre Verhältnisse lebenden Griechen“ Lebensumstände beschert, die sich mittlerweile einem Dritte-Welt-Niveau annähern.

    „Der große Plan“ ist nicht nur ein spannender Kriminalroman sondern auch ein hochaktuelles politisches, ein wichtiges Buch, das den aufgeschlossenen Leser aufgrund der tiefgehenden Recherchearbeit des Autors mit jeder Menge Fakten abseits der üblichen Berichterstattung versorgt. Diverse Quellen und Literaturhinweise sind wie immer auf der Homepage Schorlaus zu finden. Nachdrückliche Leseempfehlung!

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    thursdaynextvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Privatdetektiv Dengler, professioneller als gewohnt, effizient wie immer. Wieder ein informativer Pageturner.
    The first time I met the blues

    Der große Plan, in Privatermittler Denglers Thriller – Universum das neunte Buch, ist wie bei Wolfgang Schorlau üblich, politisch, komplex und mitreißend. Ein Pageturner, dank des Kriminalfalls. Die Themen, die Schorlau diesmal behandelt sind wie immer politisch brisant, aktuell, gesellschafts- und systemkritisch. In Zeiten von G9 hätten engagierte Deutsch-, Gemeinschaftskunde- oder Geschichtslehrer sie eventuell noch irgendwie im Unterricht unterbringen können. G8 lässt dafür keine Zeit, gilt es doch, das Humankapital von morgen möglichst konform und in kürzester Zeit durch die Schule zu bringen.

    So sind es die Erwachsenen, denen der Autor hilfreich zur Seite steht um ihnen qua Unterhaltung elegant und nebenbei Input in deutscher Geschichte und geistige Verarbeitungsunterstützung anlässlich der Griechenland- und Europroblematik zu servieren. Mundgerecht. Mit aufschlussreichen Graphiken, die sicher jene Teile der Leserschaft erreichen, welche noch an Informationsdefizit leiden, so sie open minded sind, was mittlerweile leider wegen der erfolgreichen Arbeit der Rechtspopulisten hierzulande immer weniger sind. Interessant ist die Arbeit der Mainstreammedien, die Schorlau ebenfalls thematisiert die, zumindest bei Schorlau getreulich Sand ins Getriebe der Aufklärung streuten und sich an Schäubles Linie orientierten. Auch der große Plan stellt immer wieder die unausgesprochene Frage an den Leser: Wem nutzt es? Alten Dengler Fans dürfte das längst klar sein. Schreibt der Autor sich doch seit Jahren alles was er über die Macht von Konzernen und Großkapital recherchiert in seinen realistischen Thrillern von der Seele. Man würde sich wünschen, dass diese Arbeit noch deutlich mehr Beachtung fände. Wie auch das, im Roman nur sachte angeschnittene, Stiftungsunwesen, das mittlerweile gravierenden Einfluß in der Bundesrepublik gewonnen hat.

    Beeindruckend ist wiederum wie intensiv Wolfgang Schorlau abermals recherchiert hat um Denglers neunten Fall erstehen zu lassen. Die Rückblenden in die NS Zeit und den Umgang der Deutschen mit Griechenland, wie sie es bereits damals ausgeblutet haben, das dürfte etlichen Lesern einen neuen Blickwinkel ermöglichen. Erschreckend was da an Altlasten zutage gefördert wird. Noch erschreckender, dass sich an der Art der Propaganda von Damals bis ins Heute wenig geändert hat. Wie Schorlau den Umgang der Presse mit der Griechenland Krise in den Blick rückt das hat Stil, lapidar ernennt Dengler seine Freunde zu Referenten und lässt sie ihre Nachforschungen präsentieren. Politische Aufklärung elegant nebenbei. Völlig untypisch für einen Thriller, aber nur wer Neues wagt kann gewinnen. In diesem Fall an Erkenntnis. Im Buch und auf seiner Homepage können links und weiterführendes Material eingesehen werden.

    Mir fehlte ein wenig das Private um den Protagonisten Dengler, obwohl seine übliche Stuttgarter Clique hilfreich vertreten war, und auch der Blues, wobei jener dann doch noch auftauchte, in Form von Buddy Guy bei den Jazz Open. Ein wenig Regionalflair.

    Georg Dengler und sein Erfinder Wolfgang Schorlau haben den Blues nicht verloren. Unterschwellig zieht er sich durch den Großen Plan, wie bereits zuvor durch seine anderen Romane. Durch die Zeit und die Zeiten und hilft jenen die sehen wollen weiterhin die Augen zu öffnen und ihr Hirn zu benutzen. Dass dies unterhaltsam unterbreitet wird, dafür gebührt dem Autor ein tief empfundener Dank!

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    zbaubfvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Der grosseSchorlau !!
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    kirschbluetengleichs avatar
    kirschbluetengleichvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend - informativ - wichtig! Wolfgang Schorlau ist ein Meister des politischen Krimis. Grandios!
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