Wolfgang Schorlau Die blaue Liste

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Inhaltsangabe zu „Die blaue Liste“ von Wolfgang Schorlau

'Ein spannender Politthriller. eine echte Konkurrenz für Wallander & Co'Handelsblatt Privatdetektiv Georg Dengler, früher Zielfahnder beim BKA, ist einem Fall auf der Spur, der fast zu gefährlich für ihn wird und zurückführt in die Zeit der Wende und der großen Gier.Georg Dengler ist im Unfrieden beim BKA ausgeschieden. Sein erster Fall als Privatdetektiv verspricht leicht verdientes Geld zu werden. 'Es geht um meine Freundin', sagt der Anrufer. 'Ihr Vater kam vor zwölf Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Merkwürdig ist nur, er rief sie vorher an und sagte, er habe die Maschine verpasst. Forschen Sie ein bisschen nach und schreiben Sie einen Bericht, damit sie wieder ruhig schlafen kann.' Der Vermisste war Mitarbeiter der Treuhand und Verfasser der 'Blauen Liste' - des Dokuments, das der Deutschen Vereinigung einen völlig anderen Weg wies.

Detektivarbeit ohne Krawallpotential - sehr gut.

— TheSilencer

Fakten und Fiktion in perfekter Symbiose - sehr empfehlenswert!

— DunklesSchaf

Spannende Mischung aus Fiktion und Fakten - rundum lesenswert!

— LinusGeschke

Eins meiner Lieblingsbücher. Und da läßt sich nichts dran rütteln.

— OlafJahnke

Guter Plot und gute Einführung der Personen, die Auflösung hat mich aber nicht überzeugt.

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Sehr überzeugender deutscher Politthriller.

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  • Denglers Erster

    Die blaue Liste

    TheSilencer

    31. October 2016 um 07:38

    Georg Dengler hat seine Beamtenlaufbahn beim BKA hingeschmissen. Nachdem man ihn völlig unverhohlen zur Korruption aufgefordert hat, ist der Glaube ans System dahin.Dengler beschließt eine Detektei zu eröffnen. Die Observation betrügender Ehemänner traut er sich nach seiner Zielfahnder-Ausbildung durchaus zu.Auf eine Zeitungsanzeige hin melden sich zwei Klienten: der eine möchte wissen, ob seine Frau ihn betrügt und der zweite bittet darum, seinen Schwiegervater in spe auszumachen. Der soll bei einem Flugzeugabsturz gestorben sein. Einige Minuten vor dem Absturz rief er jedoch seine Tochter an; er habe den Flieger verpaßt.Dengler stürzt sich in die Ermittlungen und deckt Dinge auf, auf die er nicht vorbereitet ist.Die erste Folge um Dengler kommt charmant daher. Mit Rück- und Einblicken trifft der Autor genau meinen Nerv, der irgendwo in meinem Kopf für Krimis zuständig.Schorlau vermischt reale Geschehnisse mit einer fiktiven Handlung, deren Logik man sich einfach nicht entziehen kann. Ein wenig "Offenbarung 23", ein wenig "Phillip Marlow", und fertig ist das Grundgerüst. Ich muß allerdings einräumen, daß ich verstehen könnte, wenn anderen der Zugang zu diesem Buch verborgen bleibt. Im Mittelpunkt steht die Detektiv-Arbeit und keine actionlastige Explosionschronologie.

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  • Geschichtstrio: Die blaue Liste - Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    DunklesSchaf

    21. October 2016 um 16:31

    Schon ewig wollte ich mal einen Krimi von Wolfgang Schorlau lesen. Überall hoch gelobt, aber an mir für einige Bände vorbeigegangen, hat es mich jetzt gepackt und ich habe mir den ersten Teil vorgenommen. Das war mir wichtig, denn z. B. bei Bottinis Reihe um Louise Boni war der Einstieg mitten in der Reihe nicht optimal. „Die blaue Liste“, Band eins der Reihe um Privatdetektiv Georg Dengler, verbindet fiktiv drei geschichtliche Ereignisse: den Tod von RAF-Mitglied Wolfgang Grams, das Attentat auf Carsten Detlev Rohwedder, den ersten Präsidenten der Treuhandgesellschaft, welche nach der Wende die Betriebe der DDR verwaltete, und den Absturz der Lauda-Air einige Wochen später. Ich liebe es – man nehme drei historische Ereignisse über die ich (beschämenderweise) kaum etwas weiß, füttert mich mit Tatsachen, spinnt die Lücken mit einer spannenden Handlung zusammen und verpasst dem ganzen als Sahnehäubchen einen Privatermittler, der von seiner Polizeiausbildung profitiert, aber eben nicht mehr gehemmt wird und setzt ihn dann auch noch nach Stuttgart. Et voila, man hat den glücklichen Krimileser. Nämlich mich. Georg Dengler, nimmt seinen Abschied vom BKA und macht sich als Privatermittler selbständig. Man erlebt ihn, wie er sein Büro einrichtet und eine Anzeige schaltet. So verfolgt er auch eine Frau, deren Mann sich sorgt, dass sie ihn betrügt und eine Firma meldet sich, um seine Preise zu erfragen. Aber es meldet sich eben auch ein Mann, dessen Freundin den Tod bzw. den vermutlichen Tod ihres Vaters nicht verkraften kann. Ihr Vater saß damals in der Lauda Air Maschine und ist abgestürzt, doch wie es bei Flugzeugabstürzen im Dschungel so ist, man findet DNA oder auch nicht, man findet Gepäck oder auch nicht. Aber wenn er sich nicht mehr meldet, dann muss der Vater doch in der Maschine gewesen sein – oder? Diesen Ausgangspunkt nimmt Dengler und recherchiert. Mal mit Unterstützung eines früheren Kollegen, mal ohne, mal legal, mal auch weniger legal. Eben mit dem Charme, der einen Privatermittler ausmacht, ohne das Korsett des Staatsapparats. Da mag ich dann auch über die kleinen Schwachstellen – zum Beispiel das amerikanisch-thrillerlastige Ende oder die anbandelnde Liebesgeschichte – hinwegsehen, denn der Plot war schön ausgeklügelt und hält nicht nur politisch brisante Themen bereit, sondern auch eine äußerst interessante Information, die mich noch ganz lange grübeln lassen wird: das Modell Matrei. Vermutlich kennt das jetzt schon jeder und nur mir ist es neu, aber ist mir egal. Ich bin begeistert von der Idee, eine Firma selbstverantwortlich von den Mitarbeitern leiten zu lassen. So funktioniert das nämlich bei dem Gerätewerk Matrei. In einer Zeit, in der die Mitarbeiter nur noch als Kostenfaktor in vielen Firmen gezählt werden, finde ich das Modell umso interessanter, denn was liegt näher, als den Arbeitern und Angestellten die Leitung zu geben? Ihr Erfolg ist ihr Arbeitsplatz. Um aber nicht zu weit abzuschweifen, zurück zum eigentlichen Thema. Das Modell Matrei mag funktionieren und lässt sich bestimmt auch adaptieren, doch wie das Leben so spielt – Macht und Geld stimmen nicht immer mit den Idealen überein. So auch in „Die blaue Liste“. Fazit: Wenn Georg Dengler weiter in so brisanten Fällen wühlt, die mir Fakten spielerisch nahe legen und mich zu Denkanstößen verleiten, dann will ich auf jeden Fall mehr von ihm. Teil 2 ist schon mal auf der Wunschliste gelandet.   Abschließend noch ein Zitat, welches mit dem Thema zwar nichts zu tun hat, aber einfach zu schön ist, um nicht zitiert zu werden: „Wenn ein Tyrann einen Sklaven erschlägt, sagen wir zu Recht, er ist ein Verbrecher. Erschlägt jedoch ein Sklave den Tyrannen, so gilt ihm unsere Sympathie. Dem gesellschaftlich Schwächeren gilt unser Mitgefühl, wenn er einen Reichen oder gar die Obrigkeit betrügt. Dann kann das Verbrechen als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit erscheinen. Wenn der Bankräuber seine Beute mit den normalen, einfachen Leuten teilt, wird er zum Helden. Aber solche Fälle gibt es schon lange nicht mehr.“ „Und die ehebrechende Frau ist uns sympathischer als der untreue Mann, weil die Frauen immer noch nicht gleichberechtigt sind.“ „So ist es.“ (S. 27)

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  • Spannende Neuvernetzung deutscher Geschichte

    Die blaue Liste

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. January 2016 um 19:24

    Nach vielen erfolgreichen Jahren als Fahnder beim BKA schied Georg Dengler aus dem Dienst aus und macht sich dank seiner beruflichen Erfahrungen als Privatermittler selbständig. Ein knorriger Einstieg, denn das letzte Gehalt des BKA landet einfach nicht auf dem Konto und die ersten Aufträge müssen erst einmal abgeschlossen werden. Wie zu erwarten finden sich zuerst Menschen bei Dengler ein, die den Partner prüfen lassen möchten oder Arbeitgeber, die ihren Angestellten misstrauen. Den Anruf eines Mannes, der seiner Lebensgefährtin Christiane helfen will, den Tod ihres Vaters emotional abzuschließen, kommt Dengler gleichfalls wie ein Spaziergang vor. Der Vater, Paul Stein, war auf einen Flug eingebucht, der mit einem Absturz im Dschungel endete. Wie kann ein Absturzopfer aber nach Abflug der Maschine noch bei der Tochter anrufen? Dengler lässt sich die Unterlagen kommen und stellt schnell einige seltsame Details fest, darunter die Tatsache, dass das deutsche BKA in ungewöhnlicher Gruppenstärke die Ermittlungen beim Absturz einer österreichischen Maschine leitete. Ein Privatermittler im deutschen Krimi? Das funktioniert nie! So jedenfalls bescheinigte man Schorlau die Aussichten für diesen ersten Fall. Ein Glück, dass Schorlau das nicht wusste. Aber die Vorbehalte lässt er in einem Gespräch zwischen dem erfolglosen Krimi-Schriftsteller Martin Klein und Dengler Revue passieren: "In Deutschland muss die Bekämpfung des Bösen immer hoheitlicher Akt sein, die Suche nach der Wahrheit darf nie Sache des mündigen Bürgers werden, nur ein Staatsbeamter findet die Wahrheit und schafft damit Ordnung. ..." Doch damit nicht genug. Klein fördert noch einen ganz anderen Mangel des deutschen Krimis zutage: "Das Böse kommt bei uns immer von außen. Es ist undenkbar, dass es mitten unter uns sitzt, dass der Staat es selbst ist, der Verbrechen ausführt; selbst die kleine Spielart, der korrupte Bulle, kommt nicht vor — in keinem Tatort, in keinem der SAT-1-Filmchen, nur in der Wirklichkeit, na, das wissen Sie wahrscheinlich besser als ich." Und ob Dengler das besser weiß; so ganz ohne Bauchschmerzen ging seine Kündigung beim BKA nämlich nicht ab und der Hinweis auf die starke BKA-Beteiligung bei den Ermittlungen zum Flugzeugabsturz löst also, kein Wunder, Misstrauen aus. Dengler begegnete selbsternannten Gerechten, unter der Aufgabe zu ungesunden Moralaposteln mutiert. "Es gibt keine Justizirrtümer in Terroristenprozessen," lässt ihn ein eher machtheischender denn kompetenter Chef wissen, der eine ganze Generation als schuldig, unrettbar, verfaulend deklariert. Einfach weil sie Altersgenossen der RAF-Gruppierungen waren. "Jeder unter 35 sollte mindestens drei Mal spüren, wie das ist, wenn eine Maschinenpistole auf ihn gerichtet wird." Die RAF bildet den einen Erzählstrang der Geschichte. Die womöglich letzte Tat einer zugehörigen Gruppierung war die Ermordung des Präsidenten der Treuhandgesellschaft Detlev Karsten Rohwedder im April 1991. Wer tatsächlich dahinter steckt, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Wolfgang Schorlau bleibt an den gut recherchierten Fakten, so lange sie eindeutig sind jedenfalls. Denn die Täterschaft lässt Optionen für ihn offen. Die immer noch laute Theorie, dass es eine gut getarnte Geheimdienstaktion war, verknüpft er mit dem Flugzeugabsturz der Lauda-Air-Maschine im Mai 1991. An Bord war in der Tat ein bedeutender österreichischer Volkswissenschaftler, der viele Männder der deutschen Wirtschaftselite kannte, ebenso wie Rohwedder und Mitarbeiter der Treuhand. Ein Professor, der Rohwedder Leute in Berlin zur Verfügung gestellt hatte, weil die eine Möglichkeit für die Umgestaltung ehemaliger DDR-Betriebe kannten: Die Organisationsform des Gerätewerks Matrei. Matrei funktioniert seit Jahrzehnten erfolgreich als Produktivgenossenschaft und ist damit gleichermaßen ein Unternehmen, dessen Organisationsform modellhaft für andere Betriebe stehen könnte, das aber auch für konventionell denkende Wirtschaftsgrößen ein Ärgernis wäre. Haben Rohwedder und Stein sich mit einem Alleingang Feinde im eigenen Lager geschaffen? Am Ende klingen die von Schorlau entwickelten Strukturen gar nicht so unplausibel, wenn man sich von ihm die Lücken und Verdrehungen in den Ermittlungen aufschlüsseln lässt. Das gesamte Konzept ist schlüssig aufgebaut und bündig erzählt. Dazu kommt der Wechsel in der Rollenverteilung. Dass sich der deutsche Geheimdienst oder das BKA im Gegensatz zu ihren amerikanischen oder britischen Pendants, die in Thrillern auch mal fiese Register ziehen, ausschließlich an good guy-Regeln halten, dürfte klar sein. Nur, man bekommt offenbar wenig Literatur mit solchen Aspekten. Wolfgang Schorlau macht erfreulicherweise etwas anderes vor, ohne beim Rhythmus oder der Konstruktion zu einem atemlosen Thriller zu werden. Das Schlusswort überlasse ich Wolfgang Schorlau selbst: "Der Autor kann nur eine Geschichte erzählen, aber wenn Polizei, Justiz und Politik versagt haben, muss es dem Geschichtenerzähler erlaubt sein zu sagen: Es ist nur eine Geschichte, aber vielleicht war es so."

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  • Wahrheit oder Fiktion?!?

    Die blaue Liste

    itwt69

    01. May 2015 um 19:50

    Die blaue Liste ist ein Kriminalroman von kaum zu überbietender politischer Brisanz. Was haben der Mord am Treuhandchef, der Absturz der Lauda Air und der Einsatz in Bad Kleinen miteinander zu tun? Niemand kann das mit Sicherheit sagen - außer den Beteiligten selbst. Was ist Wahrheit, was Fiktion? Dass die offiziellen Verlautbarungen unmöglich stimmen können, scheint gewiss - ebenso die Vertuschung der Tatsachen. Wer sich etwas näher mit der 3.Generation der RAF beschäftigt wird schnell feststellen, dass da einiges unklar ist und wohl für immer bleiben wird. Der Roman hat auch seine Schwächen, die Beschreibung von absolut nebensächlichem ist mir doch des öfteren zu detailverliebt. An den Ermittler, einem ehemaligen BKA-Topmann musste ich mich erst gewöhnen. Nichtsdestotrotz ein Kriminalroman, der im Bewusstsein bleibt.

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  • Deutscher Politthriller mit Anspruch

    Die blaue Liste

    AnnaChi

    19. July 2013 um 09:36

    Es gibt sie doch, die deutschen Krimis, mit denen ich mich anfreunden kann. Mit Georg Dengler hat Wolfgang Schorlau einen sympathischen Privatdetektiv (und ehemaligen BKA-Ermittler) geschaffen, der, dem Trunk und der holden Weiblichkeit nicht abgeneigt, seine Nase in politische Wespennester steckt. Geschickt gelingt es dem Autor, Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte, die auch heute noch Fragen aufwerfen, wie die Ermordung des Treuhandpräsidenten Rohwedder 1991 oder der Tod des RAF-Mitgliedes Wolfgang Grams am Bahnhof Bad Kleinen 1993 miteinander zu verknüpfen und in eine ungemein spannende Handlung zu kleiden. Dem Leser bleibt die Überlegung, ob das, was als Fiktion daherkommt, auch Wirklichkeit gewesen sein könnte ... Ich freue mich jedenfalls auf die Lektüre der weiteren Dengler-Krimis, die dank des Leseeifers meines Gatten schon im Regal auf mich warten!

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  • Rezension zu "Die blaue Liste" von Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. March 2012 um 18:52

    Nach der Lektüre dieses Politkrimis ist man fast versucht, der literarischen Verschränkung dreier Ereignisse unserer neueren Geschichte mit dem Ergebnis einer DNA-Untersuchung Bedeutung beizumessen: Ermordung von Carsten Detlev Rohwedder am 01.04.1991, Flugzeugabsturz mit (ehemaligen) Beratern von Rohwedder an Bord am 26.05.1991 in Thailand, Erschießung des RAF-Angehörigen Wolfgang Grams am 27.06.1993 und Bekanntgabe des Ergebnisses einer erst 2001 erfolgten Untersuchung einer Haarprobe, die belegen soll, dass Wolfgang Grams an der Ermordung von Rohwedder beteiligt gewesen ist. Schorlau geht in seinem Politkrimi davon aus, dass an der Ermordung Rohwedders zwei Personen mitwirkten, ein aus der RAF kommender Amateur-Killer und ein von anderer Seite beauftragter, militärisch ausgebildeter Berufs-Killer. Den Amateur-Killer, dem er den Namen Uwe Krems gibt, will er ausdrücklich nicht mit Grams identifiziert wissen, obwohl die gesamten von Schorlau in seine Geschichte eingebauten Umstände eigentlich keinen anderen Schluss zulassen. Der Berufskiller wird in die Nähe dunkler struktueller Gewalten gerückt. Schorlaus Krimiheld, ein an der Aufklärung des Mordfalls Rohwedder gescheiterter, wegen seines verletzten Gerechtigkeitsgefühls freiwillig aus dem öffentlichen Dienst ausgeschiedener ehemaliger BKA-Angehöriger und nun freiberuflich tätiger Detektiv, versucht nachträglich Licht in die Angelegenheit zu bringen. Die Ermittlungen, die der Romanheld Georg Dengler anstellt, zeigen, wie Profis wirklich arbeiten, wenn sie den Dingen auf den Grund gehen wollen, wie legal und wie illegal. Selbstverständlich muss um das historische Skelett, zu dem das Nachwort interessante Gesichtspunkte liefert, eine Story gebaut werden. Sie bringt Spannung und überraschende Wendungen, verliert am Schluss aber an Glaubwürdigkeit (drei schwer bewaffnete professionelle Gangster werden von drei Unbewaffneten, darunter eine Frau, außer Gefecht gesetzt; und auch das gespenstisch anmutende Privatissime des Bankers, der im Frühstücksfernsehen die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe gefordert hatte, liegt zu weit außerhalb jeglicher Wahrscheinlichkeit). Sein gesellschaftspolitisches Anliegen bringt Schorlau unverhüllt mit dem mehrmaligen Hinweis auf die den Titel gebende „blaue Liste“ und auf das „Modell Matrei“ zum Ausdruck, dem unter der Ära der Nachfolgerin von Rohwedder bei der Treuhand leider keine Chance gegeben wurde. - Ein brisantes Thema, weitgehend gekonnt verarbeitet. Wer weiter über die Hintergründe der von Schorlau literarisch verarbeiteten Ereignisse spekulieren möchte, sollte auch nicht versäumen, den etwas weitschweifigen Artikel bei Google „Mit der RAF für die Treuhand - Der Tod des Karsten Rohwedder“ zu lesen.

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  • Leserunde zu "Die letzte Flucht" von Wolfgang Schorlau

    Die letzte Flucht

    Daniliesing

    Im bereits 6. Fall um den Stuttgarter Privatermillter Georg Dengler geht es wieder spannend zu. Wolfgang Schorlau verbindet in seinen Büchern stets eine aufregende Krimihandlung mit wichtigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Apsketen. In diesem Fall dreht sich alles um die Machenschaften der Pharmaindustrie. Und was man da erfährt, ist fast schon ein Krimi für sich. "Der sechste Fall führt Georg Dengler nach Berlin. Professor Dr. Bernhard Voss, Arzt an der Charité, wird eines schrecklichen Verbrechens verdächtigt. Sein Verteidiger bittet Dengler um Unterstützung. Dieser steht plötzlich vor einem Abgrund an Manipulationen." Dieses Buch aus dem KiWi Verlag glänzt durch Spannung und genügend Stoff zum Nachdenken. Wolfgang Schorlau verbindet beides perfekt miteinander und schafft eine ganz eigene Art von Krimi. Du möchtest dich selbst davon überzeugen und dich zusammen mit Dengler an die Ermittlungen wagen? Denn eins ist klar, es gilt Vieles aufzudecken! Wenn du das gemeinsam mit anderen Lesern tun und nach dem Lesen eine Rezension schreiben möchtest, bist du hier genau richtig. 25 Testleser sind gesucht, die sich hier zum Austausch über "Die letzte Flucht" treffen. Da musst du dabei sein? Kein Problem, wir verlosen 25 Bücher unter all jenen, die uns - passend zum Buch - unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" ihre Eindrücke zur Pharmaindustrie schildern. Die Leserunde beginnt, sobald die Bücher bei den Gewinnern eintreffen. Bewerben kannst du dich bis einschließlich Mittwoch, 14. September. Plane also genügend Lese- und Diskussionszeit für die Runde ein. ************************************************* Die 25 offizielle Teilnehmer sind: Nik75, Lilli33, Suminonamida, Kiritani, idefix45 , anyways, Lady_Sue, Susen93, were, Frau_Mahlzahn, Jeami, Stefanie82, schwarzaufweisz, Phil Decker, KrimiTorte, kanemabe, Themistokeles, Hans-Juergen_Krueger, Caro1893x, Queenelyza, Susili52, robbylesegern, Solifera, mehrsonntag, lenchen_196

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  • Rezension zu "Die blaue Liste" von Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    Schiller-Buchhandlung

    16. July 2010 um 17:07

    Was haben der Mord an Treuhandchef Carsten Detlef Rohwedder, der Absturz einer Boeing der Lauda Air über Thailand und die Schiesserei am Bahnhof von Bad Kleinen miteinander zu tun? Georg Dengler, ehemaliger Zielfahnder des BKA und seit kurzem Privatdetektiv in Stuttgart, stolpert über einige Ungereimtheiten, als er für eine Mandantin herausfinden soll, ob ihr Vater beim Flugzeugabsturz über Thailand wirklich ums Leben gekommen ist. Und je näher er der Lösung des Falls kommt, desto gefährlicher wird es für ihn..... Der Stuttgarter Autor Wolfgang Schorlau hat sich bewußt für einen Privatdetektiv entschieden, den er mit modernsten (nicht immer ganz legalen) Methoden ermitteln lässt, und nicht für einen Kommissar: Ein Privatdetektiv ist freier in seinen Ermittlungen. So ist dies ein Roman, der auch in Stuttgart spielt (und deshalb für Stuttgarterinnen und Stuttgarter einen ganz besonderen Reiz hat), aber die Ermittlungen führen Georg Dengler weit über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus - und welcher Kommissar könnte so einfach in die Toskana reisen, um dort einer heißen Spur nachzugehen? Am Ende dieses überaus spannenden Lesevergnügens fragt man sich unwillkürlich, ob das wirklich alles Fiktion ist, was Georg Dengler herausfindet. (Susanne Martin)

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  • Rezension zu "Die blaue Liste" von Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    Jens65

    20. May 2008 um 14:17

    Ein solider und spannender Kriminalroman mit politischem Hintergrund, der zudem äußerst kritisch hinterfragt, wer eigentlich die Macht im Staat innehat. Die Geschichte ist spannend erzählt, stellt unbequeme Fragen und präsentiert keinen Überhelden á la James Bond, sondern eine sehr sympathische Hauptfigur ohne überzogene Fähigkeiten, was wiederum der Identifizierung des Lesers mit dem "Helden" zu Gute kommt. Hervorzuheben ist zudem, dass auf der Internetseite des Autors weitere Materialien und Information zum Roman sowie zu dessen Entstehung zur Verfügung stehen. Alles in allem eine angenehme Entdeckung. Das Erstlingswerk von Wolfgang Schorlau integriert in spannender und interessanter Weise ungeklärte politisch getriebene Fälle im Romanstil und präsentiert den sympathischen Detektiv Dengler.

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  • Rezension zu "Die blaue Liste" von Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    eselsohr

    13. December 2007 um 13:43

    Netter Stuttgarter Lokalkolorit mit Adressen, die nicht nur dem Autor gefallen ;-)
    Spannende Story mit guter Idee. Fesselnde Krimi-Unterhaltung, nah an der Realität

  • Rezension zu "Die blaue Liste" von Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    scala

    22. July 2007 um 10:13

    Die zeitliche Einordnung des Krimis und Aufarbeitung eines RAF-Zusammenhangs sind interessant. Die Cover-Kritik des Handelsblatts "ein spannender Politkrimi... eine echte Konkurrenz für Wallander & Co" scheint aber wirklich zu hoch gegriffen. Die Figur des Georg Dengler ist zwar gut beschrieben und erhält Profil, sprachlich könnte das Buch aber spannender gestaltet sein.

  • Rezension zu "Die blaue Liste" von Wolfgang Schorlau

    Die blaue Liste

    Woelkchen

    17. November 2006 um 15:02

    Mir hat das Buch gut gefallen, weil es so viel aus dem "Detektiv-Alltag" schildert und sehr gut recherchiert ist.

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