Wolfgang Schorlau Rebellen

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Inhaltsangabe zu „Rebellen“ von Wolfgang Schorlau

Was blieb von der Rebellion und den Idealen der Jugend? Dies ist die Geschichte von Alexander und Paul. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Jungen aus begüterten Verhältnissen und einem Kind aus dem Waisenhaus. Es ist die Geschichte eines Verrats. Und die Geschichte einer großen Liebe. Nicht zuletzt erzählt sie von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 60er- und 70er-Jahre, von den damaligen Träumen und Hoffnungen und von dem, was davon schließlich übrig bleibt. 'Schorlau erzählt. hochspannend wie ein Krimi, wechselt zwischen dem Damals und dem Heute, trifft hier wie dort den Nerv der Zeit,. ist hautnah mittendrin und dann wieder wohlüberlegt distanziert. Wie bei einer Kriminalgeschichte muss man beim Lesen dran bleiben, dann erst fügen sich die Teile, verbinden sich die Fäden und schließen sich die Lücken - so wie man im Leben auch nicht auf Anhieb alles gleich versteht. Und manches nie.' Eßlinger Zeitung

Geht nahe, ohne kitschig zu sein. Gleichermaßen unterhaltsam und informativ in Hinblick auf geschichtliche Entwicklungen.

— Anmara
Anmara

Der Duft von Revolution durchströmt diesen sehr empfehlenswerten Roman!

— Lucretia
Lucretia

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  • Der Rebellion kommt immer eines dazwischen: das Leben

    Rebellen
    Bri

    Bri

    " Erinnerung ist ein anderes Kaliber als Gedächtnis. Erinnerung wählt aus. Erinnerung bewahrt Dinge auf, die ein unkontrollierbares Unterbewußtsein für wert hält, dass sie aufbewahrt werden, oder die so schrecklich sind, dass sie unvergesslich bleiben. Sie hält sie frisch wie am ersten Tag." Die 60er und 70er Jahre im heute vor allem im Osten noch Westen genannten Teil der BRD waren für mich immer eine Zeit des Aufbruchs, des Umbruchs, der Revolte und der Erneuerung. Wild, ungezähmt, manchmal aggressiv aber vor allem durch die Jugend geprägt. Selbst im schicksalsträchtigen Jahr 1968 geboren, war ich genau auf dieses Geburtsjahr immer etwas stolz, weil es eine Wende bedeutete in einem Land, das nach einem furchtbaren Krieg zunächst wieder aufgebaut werden und sich selbst finden musste. Mit der Selbstfindung taten aber vor allem die sich schwer, die den Krieg unterstützt oder gezwungenermaßen erlebt hatten. Also die ältere Generation. Normalität sollte einkehren, Alltag, der Sicherheit verhieß, nichts Unvorhersehbares oder Ungezähmtes. Aus nachvollziehbaren Gründen wollte man nicht an die Erinnerungen rühren, sie verdrängen. Doch Verdrängung ist nicht der richtige Weg, um etwas Neues auf eine solide Basis zu stellen. Anfang der 1960er Jahre wird Paul von seiner Mutter, die sich nach dem Tod des geliebten Mannes nicht mehr recht zu helfen weiß ob der immer häufigeren Verhaltensauffälligkeiten ihres Sohnes, in ein Heim gegeben. Dort muss er sich nicht nur eingewöhnen, sondern auch noch zeigen, dass er kämpfen und sich wehren kann. Wer im Heim lebt, wird von den anderen draußen nicht wahrgenommen, eher als minderwertig abgestempelt. Drinnen und draußen ist Paul alleine. Alexander geht es ähnlich. Obwohl er als Fabrikantensohn, Einserschüler und von seinem Bruder Maximilian eifersüchtig als der Eltern Liebling beäugt, zumindest von außen betrachtet, die besseren Chancen auf Gemeinschaft hat, ist auch er drinnen wie draußen alleine. Zwei Außenseiter, die einen Bund eingehen, jeder für sich zunächst mit eigenen Hintergedanken. Dieser Bund wird zu einer tiefen Freundschaft, die über die Jahre hinweg bestehen bleibt, obwohl sich die revolutionären Wege trennen. Toni wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, denen sie aufgrund ihrer Erziehung und ihrer wahren Liebe zu Gott wegen, in ein Kloster entfliehen möchte. Doch das klappt nicht wie gewünscht und sie schafft es erst später, eine andere Welt kennenzulernen, in der sie auf Paul und Alexander trifft. Jeder von beiden hat Seiten, die sie liebt und beide zusammen ergäben ein Ideal ... Unaufgeregt, warmherzig, von außen betrachtet und gerade deshalb nah dran und nachvollziehbar erzählt uns Wolfgang Schorlau von einer Zeit, die immer noch mit Mythen belegt ist. Am Beispiel dreier junger Menschen, die sich, jeweils von einem ganz eigenen Anfangspunkt kommend, treffen, Verbindungen zueinander knüpfen und durch die Zeit und die Umstände, man könnte auch sagen durch das Leben, wieder ihrer eigenen Wege gehen. Sie erleben eine Zeit des Umbruchs und sie sind der Umbruch. Was sie für sich, als einzelne Personen, daraus mitnehmen ist so individuell wie sie selbst. Und genau darin liegt die große Stärke dieses aufschlussreichen, durchaus nicht immer fiktiven Romans. Es bleiben Lücken, die später gefüllt werden, um Verbindungen aufzuzeigen, die auch der aufmerksame Leser nicht kennen kann, die Geschichte aber um so reicher und nachvollziehbarer machen, in dem Moment, in dem Schorlau sie uns zeigt. Angefangen beim Cover, das ein authentisches Foto aus der Zeit ziert - zu sehen ist darauf ein langhaariger junger Mann in typisch lässiger Pose - bis hin zum Nachwort und der Nennung derjenigen Menschen, die wie Wolfgang Schorlau wohl selbst diese Zeit intensiv erlebt haben und sich mit ihm darüber ausgetauscht haben (hier findet man übrigens auch den Namen des Titelmodels) ist alles an diesem Buch facettenreich, menschlich, bodenständig und ehrlich. Und plötzlich nicht mehr aufrührerisch im Sinne von verrückt oder unsinnig, sondern einfach einer Gesetzmäßigkeit folgend. Es musste so sein, weil sich die Gesellschaft so entwickelt hatte und junge Menschen ihren Platz finden und sich erstreiten müssen. Dass dabei manche ihren Idealen im Kern treu bleiben, obwohl sie im Nachhinein merken, dass ihre Ikonen auch nur Menschen und teilweise fehlgeleitet waren, andere die Erfahrungen, die sie gesammelt haben auf früherem Feindgebiet nutzen, um sich dort zu etablieren und wieder andere keine Ikonen benötigen, weil sie ein zutiefst menschenfreundliches Weltbild verinnerlichten, das sie auch leben, ist nur einer der vielen Aha-Effekte die Schorlau uns mit seinen Rebellen beschert. Ein Buch, das sich schnell weg liest und doch lange nachhallt. Empfohlen allen, die ein aus zweiter oder dritter Hand gefärbtes Bild der 60er/70er Jahre Rebellen im Kopf haben, ebenso wie denjenigen, die sich das Bild selbst machen konnten. Es wird auf allen Seiten zu einem beitragen: dem Verständnis für das Entstehen der Revolte und der Aussöhnung mit der Abkehr von ihr.

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    • 2
  • Rebellen - Wolfgang Schorlau

    Rebellen
    thursdaynext

    thursdaynext

    Wolfgang Schorlau hat hier einen kleinen , feinen Roman über die 68 er Generation abgeliefert. Stilistisch und sprachlich wieder zum Niederknien und "Nachtschicht" einlegen weil man das Buch fast nicht aus der Hand legen möchte. Rebellen handelt , lokal begrenzt auf Freiburg von zwei Freunden aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten , die in dieser Aufbruchstimmung mitrebellieren. Der Muff der Nachkriegsjahre, die Doppelmoral , das Aufkommen "ordentlicher" Musik und Musiker wie Dylan, Who, Stones, Beatles den Blues  die die Jugend damals beflügelten und sicherlich nicht unerheblichzur geitigen Befreiung beitrugen. Paul und Alexander, lernen sich durch diese Musik in den frühen 60 ern kennen, atmen Freiheit und schliessen sich der Rebellion an. Schorlau fängt diese Zeit anhand seiner Protagonisten in Bildern ein. Die bedrückende geistige Enge und Sexualmoral, dann die Anfänge des Feminismus , die  glückliche Aufbruchstimmung, die Probleme der später propagierten freien Liebe , das Mackertum der intellektuellen Platzhirsche, die Verlogenheit die eine neue Zeit einleiten sollte und doch auf halbem Wege zum Scheitern verdammmt war, weil sie die Menschen entweder nicht mitnehmen konnte oder außer Acht liess. Das Proletariat  das damals wie heute nicht befreit werden will. Vielschichtige Charaktere, eine Dreiecksbeziehung, die gesellschaftlichen Unterschiede und die dadurch bedingte unterschiedliche Sichtweise und die Sprünge der Protagonisten in die heutige Zeit, mit Rückblick auf die Ideale ihrer Jugend, machen diesen Roman warm und lebendig. Ein nachdenklich stimmender Lesegenuss.

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    • 2
  • Was bleibt?

    Rebellen
    AnnaChi

    AnnaChi

    In seinem wunderbaren Roman lässt Wolfgang Schorlau die Welt der 60er Jahre wieder aufleben, die Zeit von Aufbruch und Rebellion. Alexander, Fabrikantensohn und Gymnasiast und Paul, Heimzögling und Lehrling, zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein können, verbindet eine intensive Freundschaft. Beide engagieren sich in linken Bewegungen, lernen ihre große Liebe Toni kennen, entfernen sich voneinander und nähern sich wieder an. Der Roman, der aus der Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt wird und Kapitel in Gegenwart und Vergangenheit mosaikartig zusammensetzt, beschäftigt sich mit der Frage, was aus den Idealen der Jugend und der Idee der radikalen gesellschaftlichen Umwälzung geworden ist. Alle drei Personen geben eine andere Antwort auf diese Frage. Schorlau ist eine eindrucksvolle und vielschichtige Geschichte gelungen, die sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

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    • 2
  • Hat mich zur Auseinandersetzung gezwungen

    Rebellen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    14. November 2013 um 10:35

      Mit vielen Büchern als ein hervorragender Krimiautor bekannt geworden, hat der Schriftsteller Wolfgang Schorlau nun in einem Roman mit dem Titel „Rebellen“ eine Zeit in seinem eigenen Leben reflektiert und eine Periode in der Geschichte unseres Landes, das prägend war für seine Politik und Kultur.   Die Rede ist von den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als nicht nur Studenten zu „Rebellen“ wurden, sondern eine Bewegung bis in die Betrieb und Schulen hinein eine andere Politik forderte.   Seine beiden Protagonisten, mit denen er wohl auch seine eigene Geschichte reflektiert, kennen sich seit frühesten Kindertagen, Alexander ist der Fabrikantensohn, und er steht für den Klassenverrat, den damals viele aus wohlhabenden Verhältnissen kommenden Aktivisten glaubten üben zu müssen. Der andere, Alexanders Freund Paul stammt aus dem Waisenhaus. Als irgendwann mit Toni ein weibliches Wesen ins Spiel, das sie beide begehren, zerbricht ihre ehedem so starke Freundschaft.   Jahrzehnte später – das ist die andere Handlungsebene des Romans, ist nicht mehr viel, da von dem ehemaligen revolutionären Bewusstsein und erst recht von der entsprechende Praxis. Die Protagonisten leben ein bürgerliches Leben und denken auch über vieles, was sie damals dachten und taten, völlig anders.   Mich (Jahrgang 1954),  hat der Roman eingeladen und an manchen Stellen auch gezwungen, meine eigene Geschichte in dieser Zeit zu erinnern, zu reflektieren und auch über so manches den Kopf zu schütteln.   Welche Werte, welche Ideale, welche Erkenntnisse und Einsichten von damals haben all die Jahre überlebt und sind heute noch gültig?    

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  • Rezension zu "Rebellen" von Wolfgang Schorlau

    Rebellen
    hproentgen

    hproentgen

    12. March 2013 um 19:29

    »Das Erste, was er von Paul sah, war die Glut seiner Zigarette. Zunächst dachte er, es sei eines jener selten gewordenen Glühwürmchen, die er manchmal abends von seinem Zimmer aus beobachtete, wenn sie drüben auf der anderen Seite des niederen Buchbaumszaunes ihre Tänze aufführten und so eigenwillige Kurven und Linien flogen, so schnell die Richtung ihres Fluges änderten, dass es ihm nie gelang, ihre Bahnen vorherzusagen. Doch dieses Glühwürmchen leuchtete jäh auf und verlosch gleich wieder. Alexander drückte sich enger an die Wand und schob die Gardine ein wenig weiter zur Seite. Er kniff die Augen zusammen, um durchs Dunkel besser sehen zu können, und drüben auf der Heimwiese verwandelte sich der Schatten in eine Kontur, und die Kontur wurde zur Gestalt, zur Gestalt eines Jungen, kaum älter als er, vielleicht schon dreizehn Jahre alt. Mit dem Rücken lehnte er gegen den Stamm des alten Apfelbaum und rauchte. Unvermittelt überfiel ihn Neid. Ekelhafter, sündiger Neid. Neid, den er am Samstag würde beichten müssen.« Alexander ist der Sohn eines Unternehmers in Freiburg, Paul lebt im benachbarten Waisenhaus. Der eine geht auf das Gymnasium, der andere tritt mit vierzehn eine Lehre an. Trotzdem und gerade deshalb werden sie Freunde. Es sind die sechziger Jahre, mit festgefügten Schranken zwischen oben und unten, wer wohin gehört, ist bereits mit der Geburt in Beton gegossen. Aber gleichzeitig die Zeit, in der Jugendliche diese Trennung immer mehr in Frage stellen. So werden Alexander und Paul Freunde, erleben 68 und die Auseinandersetzungen um die Fahrpreise in Freiburg, Demos und Paul genießt die Aufmerksamkeit, die ihm als Arbeiter plötzlich seitens der Studenten entgegenschlägt. Früher war er das Heimkind, mit dem niemand etwas zu tun haben wollte, jetzt prügeln sich die Studentinnen um ihn. Heute ist Alexander Unternehmer, seine revolutionäre Vergangenheit hat ihm eine Menge beigebracht, das er jetzt nutzen kann. Paul hat das Rebellentum weitergetragen und jetzt ist er tot. Sie haben beide das gleiche Mädchen geliebt und Toni hat sich nie eindeutig für einen von ihnen entscheiden können. Wolfgang Schorlau schildert die wilde Zeit Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger anschaulich, lässt lebendig werden, warum es damals zu der Jugendrevolte kam und was heute aus den Rebellen geworden ist. Machmal ist es ein bißchen klischeehaft, meist sehr genau geschildert. Doch die Maoistenphase, die wird nur in wenigen Szenen angerissen. Warum sind diese Rebellen in den stalinistichen KBW eingetreten, haben übelsten Dogmatismus gepredigt und später die dort erlernten Techniken als Neoliberale weiter betrieben. Fast scheint es, sie hätten sich nicht geändert, sondern nur ihren politischen Ansichten einen neuen. cooleren Anstrich verpasst. Sieht man sich an, wieviele Ex-Maoisten heute in Wirtschaft und Politik führend sind, könnte ein Alien glauben, dass Mao kein Revolutionär, sondern ein Management-Guru war. Romane über die Jugendrevolte rund um 68 gibt es viele, doch kaum welche, die sich mit dieser Mao-Phase beschäftigen. Schorlau ist zu danken, dass er es erstmals anreißt, aber schade, dass es nur am Rande des Romans geschehen ist. Fazit: Spannender Roman über Rebellen, die in die Jahre und Amt und Würden gekommen sind, auch wenn die Liebe zu Mao und den diversen führenden Parteien der Arbeiterklasse etwas zu kurz kommt. Leseprobe: https://www.bic-media.com/dmrs/widget.do?layout=singlepage&buyButton=no&clickTeaser=yes&arrowTeaser=yes&https=yes&showLanguageButton=yes&cid=1593026&widgetSource=https://www.bic-media.com/dmra/content/detail/detail-widget.do?cid=1593025&isbn=9783462040760 Homepage des Autors: http://www.schorlau.de/ Rebellen, Roman, Wolfgang Schorlau, KiWi, März 2013 ISBN-13: 978-3-462-04076-0, gebunden, Euro 19,99

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