Wolfgang Schuller Die Welt der Hetären

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Inhaltsangabe zu „Die Welt der Hetären“ von Wolfgang Schuller

"Bewundert und viel gescholten" (J. W. Goethe): Hetären waren unverheiratete, schöne und oft musisch begabte Frauen, die ihren Lebensunterhalt dadurch verdienten, dass sie Männern zur Unterhaltung zur Verfügung standen - auch als Liebhaberinnen. Von den gewöhnlichen Prostituierten unterschieden sie sich dadurch, dass sie sich nicht einfach gegen Bezahlung für einmalige Liebesakte zur Verfügung stellten. Obwohl Hetären wechselnde Liebhaber hatten, gab es enge Zweierbeziehungen, ja sogar echte Liebesverhältnisse. Hetären lebten oft auf großem Fuß und verkehrten in den höheren Kreisen der Gesellschaft. Viele von ihnen sind namentlich bekannt und genossen hohe gesellschaftliche Achtung. Beispielhaft beschreibt Wolfgang Schuller Leben und Schicksal der bedeutendsten Hetären: Einige konnten Kaiserin werden (Theodora), andere endeten tragisch. Die hässlich gewordene gealterte Hetäre ist ebenfalls Gegenstand antiker bildender Kunst und Dichtung. Ein Vergleich mit ähnlichen Erscheinungsformen weiblicher Existenz von den Geishas bis zur französischen Halbwelt des 19. Jahrhunderts rundet diese erste Gesamtdarstellung ab.

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  • Rezension zu "Die Welt der Hetären" von Wolfgang Schuller

    Die Welt der Hetären
    Günter Landsberger

    Günter Landsberger

    Hetäroheuristik - Oder: Eine Gelehrsamkeit leicht wie Licht Zu Wolfgang Schullers Buch „Die Welt der Hetären / Berühmte Frauen zwischen Legende und Wirklichkeit“, Stuttgart 2008 Worin besteht – phasengeschichtlich wie begrifflich - der Unterschied zwischen einer Prostituierten und einer Hetäre? Und worin besteht die hauptsächliche Gemeinsamkeit? Wie kommt es - von heute, gestern und vorgestern aus gesehen - beim Blick auf die Welt der antiken Hetären zu jenen höchst unterschiedlichen Reaktionen von Bewunderung und Schelte oder zu einem Zugleich von beidem? Dem Buch Schullers gelingt es, darauf differenziert Antwort zu geben. Und auch der Frage, was eine griechische oder römische Hetäre in ihrem Lebensentwurf und Liebesverhalten mit einer modernen emanzipierten Frau verbindet, weicht Schuller - damit u. a. auf Simone de Beauvoir (a.a.O., S. 21) eingehend - keineswegs aus. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Darstellung des vielfältigen Bildes, das die antiken Quellen kontinuierlich von den Hetären vermitteln. Der unvermeidbare Mangel, dass es von den thematisierten Frauen selber keine eigenen Textzeugnisse gibt, auf die man zurückgreifen könnte, wird vom Verfasser ausdrücklich beklagt. Er behilft sich mit Umsicht und Behutsamkeit bei der Sichtung der - fast ausschließlich aus männlicher Sicht - reichlich zur Verfügung stehenden Quellen. Beharrlich und zugleich empirisch zart befragt er die verschiedensten literarischen Zeugnisse und Gattungen der griechischen und römischen Literatur auf das kulturell bedeutsame Thema hin und vermittelt so ganz nebenbei auch einen Eindruck von der Bedeutung der Komödie und z. B. auch einen Begriff von der großen Lyrik der augusteïschen Zeit. Da es ihm bei seiner Darstellung um verlässlich-verantwortbare Wissenschaftlichkeit und gute, ansprechende Lesbarkeit gleichermaßen zu tun ist, setzt er auf Anschaulichkeit, wo immer es geht. Behutsame Deutung und lebendige Erzählung wechseln sinnvoll miteinander ab. Fünfundzwanzig, zwischen den Seiten 144 und 145 eingefügte, teilweise farbige Bildtafeln (Skulpturen, Malereien, Vasenbilder ...) fördern des weiteren unser Verständnis. Eine abermalige gründliche Beschäftigung wird durch einen über 40 Seiten umfassenden Anhang ermöglicht, wiewohl nicht aufgedrängt. Textnachweise, Bibliographie und Abkürzungen, Bildnachweise und je ein besonders detailliertes Personen- und Sachregister fallen dabei vielversprechend auf. Das letzte, zusätzliche Kapitel, das 9., hat mich besonders interessiert: „Andere Zeiten, ähnliche Sitten / Vergleiche“. Hier begnügt sich Schuller zwar vorwiegend mit Andeutungen, eröffnet aber Ausblicke und regt zu eigenen Vergleichen und Erkundungszügen an. Und wirklich. Dieses Buch Schullers werde ich fortan im Bewusstsein haben, wenn ich mich daran begebe, z. B. einen Geisha-Film zu sehen oder (erst- bzw. abermals) Lukians „Hetärengespräche“, Wielands Roman „Aristipp“, Aretinos „Kurtisanengespräche“, Balzacs Roman „Glanz und Elend der Kurtisanen“ oder auch Lesskows Erzählung „Der Gaukler Pamphalon“ zu lesen. Und sogar folgendes eigene dilettantische Gebilde, ein lyrikähnlicher Versuch aus dem Jahre 1998, hat sich mir selber nach Lektüre des fachlich so sachkundigen Buches in einem etwas neuem Lichte gezeigt. Durst Wenn Du Durst hast aber kein Geld geh in ein gutbürgerlich- biederes Bordell beantworte die Frage was Du trinken möchtest bescheiden aber bestimmt; laß sie Dir vorstellen in Bild und Person das deutsche, das russische das brasilianische Mädchen und geh, nachdem Du Dein Wasser schon längst getrunken hast, mit den Worten, daß es Aspasia war, zu der Du eigentlich wolltest. Von der Antike bis heute galt Aspasia als Inbegriff einer Hetäre. In Schullers Buch wird das zwar als übliche, wenn auch falsche Sicht bestätigt und insofern ist die differenzierend-pointierte Gegenüberstellung von Aspasia (als einer gebildeten, innerlich – weitgehend auch äußerlich - unabhängigen und erotisch aufgeschlossenen Frau) und heutigen wie damaligen Prostituierten naheliegend, zugleich aber wird bei Schuller deutlich, dass Aspasia als rechtmäßige Ehefrau des Perikles durch die auf sie gemünzte Bezeichnung „Hetäre“ ausdrücklich diffamiert werden sollte. Hinzukommt der Umstand, dass man an den Ehegesetzen damals gerade etwas geändert hatte, wodurch die Möglichkeit zur Diffamierung noch größer geworden war. Ehen mit „Ausländerinnen“ wurden damals nämlich gerade annulliert. Davon war auch Aspasia im Nachhinein betroffen. Und ohne die direkte, die perfide Auswirkung auf die eigene Ehe zu bedenken, habe Perikles, ihr eigener Ehemann, dieses Gesetz sogar befürwortet. Dass es bei den Griechen einen sehr bewussten und grundlegenden Unterschied zwischen dem Status einer Ehefrau und der zumindest phasenweise vorwiegenden gesellschaftlichen Hochschätzung so mancher Hetäre gegeben hat, wird in Schullers Buch an anderer Stelle ausführlich entfaltet (a.a.O., S. 116).

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