Wolfgang Schwerdt

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Interview mit Wolfgang Schwerdt

Wolfgang Schwerdt im Interview mit LovelyBooks [26.03.2011]. Neben seiner Tätigkeit als Autor ist er auch freier Journalist, er entwirft Kunstdrucke und Kalender. Bewundern könnt ihr seine Werke auf seiner Homepage www.wschwerdt.de

Wie würdest du den Autor Wolfgang Schwerdt beschreiben?

Neugierig, vielseitig, kreativ und gelegentlich sogar ganz normal .

Welche Vorteile bietet für dich das Internet und wie nutzt du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de?

Wenn man wie ich als Zugereister in der Nordosthessischen Pampa sitzt, dann ist das Internet mithin nahezu die einzige Möglichkeit, mich mit meinen Büchern einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Portale wie LovelyBooks spielen da durchaus eine gewisse Rolle. Allerdings haben die meisten Literaturportale ihren Schwerpunkt bei der Präsentation bereits erfolgreicher Schriftsteller. Und bei den Debütanten stehen meist bekannte und vor allem potentere Verlage im Hintergrund. Wer beispielsweise viele Rezensionsexemplare zur Verfügung stellen kann, und mit seinen Büchern bereits in werbungs- und Buchhandelsinduzierten Bestsellerlisten auftaucht, wird auch auf Literaturportalen von Lesern und Betreibern wesentlich stärker wahrgenommen. Das hat natürlich etwas mit dem Eigenmarketing der Portale zu tun, bekannte Schriftsteller sind bessere Zugpferde als „Nonames“. Ganz rational betrachtet ist für mich persönlich facebook bis jetzt effektiver als LB oder andere Literaturportale. Ich hoffe aber, dass sich das noch ändert, denn eigentlich fühle ich mich hier nicht unwohl. Und so etwas wie dieses Interview mit einem noch relativ unbekannten Autor ist sicherlich ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Bei der Buchfrage können sich neuerdings Leser in Echtzeit über Autoren und ihre Bücher austauschen, damit ist ein weiterer Platz für Lob und Kritik geschaffen. Wie gehst du damit um?

Mit der Echtzeit habe ich derzeit wegen der unendlich langsamen und unzuverlässigen Internetverbindung in meinem Heimatort gewisse praktische Schwierigkeiten. Das macht sich insofern bei mir aber nicht bemerkbar, weil es zu meinen Büchern nicht einmal herkömmliche Buchfragen gibt. Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, meine Bücher verkaufen sich durchaus und sie sind auch in ganz normalen Verlagen publiziert, sie sind nur wegen der oben genannten Aspekte nicht bei den Lesern der LB-Community und anderer Literaturportale präsent. Grundsätzlich aber finde ich das sehr gut und ich freue mich über jede Möglichkeit, Lob und Kritik zu meiner Arbeit zu erfahren, denn nur das bringt mich schriftstellerisch weiter.

Welche Bücher oder Autoren liest du selbst gern und wo suchst du Empfehlungen für dein privates Bücherregal?

Offen gestanden komme ich kaum dazu, privat zu lesen. Entweder ich habe Bücher zu Archäologie, Kulturgeschichte etc. als Rezensionsexemplare in der Mache, oder ich gönne mir mal ein Buch, so ganz Abseits des Literaturportalinduzierten Mainstreams. So habe ich in der Letzten Zeit zwei BOD-Bücher gelesen, „Das Tagebuch eines frustrierten Katers“ und „Der Sohn der Roten Wölfin“, Beide ein recht guter Griff. Nach wie vor gehören aber zu meinen Lieblingsautoren Marion Zimmer Bradley (hier nicht nur Avalon, sondern unter anderem auch die Darkover-Reihe), Stanislav Lem und natürlich Tolkien, keiner von ihnen austauschbar wie doch viele der heutigen Erfolgsautoren. Die haben ihre Genres wirklich geprägt. Ach ja, und kürzlich hat mich meine Frau dazu überredet, ein Buch aus der Reihe „Die Gilde der schwarzen Magier“ von Trudi Canvan zu lesen – das gefällt mir sehr gut, sehr originelle Geschichte. Die andere Seite ist, dass ich im belletristischen Bereich inzwischen möglichst keine Bücher meines eigenen Genres – also Fantasy – lese, um nicht allzusehr davon beeinflusst zu werden. Bei der archäologisch- kulturgeschichtlichen Sachliteratur ist das natürlich etwas anderes, da ist es einfach wichtig die zu meinem Thema relevante Literatur gelesen zu haben. Und hier sind es natürlich die Themen und die Verlage direkt, wo ich nach Neuem Suche oder natürlich auch Bibliotheken und nicht die doch eher belletristisch orientierten Literaturportale oder gar Bestsellerlisten.

Wo holst du dir Ideen und Inspirationen für deine Bücher?

Eigentlich habe ich glücklicherweise eine ganze Menge Ideen in der Schublade liegen. Die Inspiration sind im Grunde meine persönlichen Interessen. Mythologie, Geschichte, Katzen, Schifffahrt und anderes mehr. Mix das zusammen und erhalte einen wie auch immer gearteten Anstoß aus dem täglichen Leben, bei Gesprächen, auf Spaziergängen in der Natur und eine neue und bei dieser Mischung mit Sicherheit recht originelle Idee ist geboren. Das war Sowohl bei „Die Drachenwächterin“ als durchaus auch bei meinem Sachbuch „Andre Zeiten, andre Drachen“ der Fall. Und ich denke, die sich im Hintergrund entwicklende Saga des legendären Schiffskaters Rotbart wird ebenfalls ein wenig ausgefallen sein. Und vielleicht spielt da hinsichtlich der Inspiration auch noch mein Alter eine gewisse Rolle, denn natürlich habe ich in meinem Leben zahlreiche (gesellschaftliche, persönliche oder Beziehungs-) Situationen life miterlebt, die sich jüngere Kollegen erst noch ausdenken müssen. Die unterschiedlichsten Szenarien für Geschichten sind in meinem Kopf einfach schon präsent. Und ich möchte natürlich nicht versäumen auf meine überbordende Phantasie hinzuweisen, die mich in die Lage versetzt, aus beinahe jeder kleinen Anregung eine Geschichte zu spinnen

Was tust du bei einer Schreibblockade?

Eine echte Schreibblockade hatte ich bisher noch nicht, eher zahlreiche alltägliche Problemchen, die meine Schreiblust und Schreibwut behindern. Ich habe aber, wenn ich mit dem einen oder anderen Text gerade mal nicht weiterkomme immer wieder Ausweichmöglichkeiten. Ich kann sozusagen zwischen journalistischen Artikeln, Sach- und Fachbuchrezensionen, Sachbuchmanuskript und Romanmanuskript hin- und herspringen. Und dann lassen sich schreibkonzentrationsschwache Zeiten auch noch durch die immer notwendigen Recherchen ausgleichen.

Dürfen wir in nächster Zeit weitere Bücher von dir erwarten?

Zwei weitere Sachbücher für den Berliner Vergangenheitsverlag, bei dem auch „Andre Zeiten, andre Drachen“ erschien, sind derzeit in Arbeit. Eines wird voraussichtlich im Herbst 2011, das andere 2012 erscheinen. Und dann ist da ja noch – neben ein paar Kleineren - das „Großprojekt Rotbart“ im Hintergrund. Näheres dazu kann man übrigens in meiner Leseecke erfahren http://wsleseecke.blogspot.com/p/die-rotbartsaga.html Möglicherweise werde ich zukünftig auch in der einen oder anderen Anthologie auftauchen, mal sehen, was noch so kommt.

Welche Wünsche hast du in Bezug auf Deine Bücher und deine Arbeit im Jahr 2011?

Nun ja, hinsichtlich der bereits veröffentlichten Arbeiten im Grunde, was sich jeder Autor wünscht: wahrgenommen, gelesen und kritisiert – im Sinne von bewertet – werden. Und hinsichtlich meiner weiteren Arbeit: heiße Küsse von der jeweils zuständigen Muse und möglichst wenig Störungen durch den Alltagsirrsinn

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