Wolfgang Seehaber Bonhoeffer und Bethge

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Inhaltsangabe zu „Bonhoeffer und Bethge“ von Wolfgang Seehaber

Zwei Freunde, die sich der Unmenschlichkeit und dem Hass entgegenstemmten Ende April 1935 begegneten sie sich zum ersten Mal im neu gegründeten Predigerseminar der Bekennenden Kirche: der Berliner Professorensohn und Theologiedozent Dietrich Bonhoeffer und der Pastorensohn vom Land, Eberhard Bethge. Sehr schnell lernte Bonhoeffer die Bescheidenheit, die ungeheure Vitalität, die Fröhlichkeit, die vorbehaltlose Frömmigkeit und die Musikalität dieses zunächst theologisch ziemlich unbedarften Provinzlers zu schätzen. Daraus entwickelte sich eine der ungewöhnlichsten und bedeutsamsten Freundschaften des 20. Jahrhunderts. Erstmalig erzählt dieses Buch ausführlich die Geschichte dieser vertrauensvollen und von unendlicher Treue geprägten Verbindung, beschreibt ihr Wesen und ihre Auswirkung auf die damalige Zeit und auf heute. Zudem werden die schwierigen kirchlichen Bedingungen und die bedrohlichen politischen Umstände geschildert, gegen die sich diese Freundschaft stets neu behaupten musste. Beide ließen sich in den gefahrvollen Widerstand gegen Hitler einbinden und erlebten ihre Freundschaft als heilsamen letzten Rückzugsort in jenen gehetzten Tagen, als sie Freiheit und Leben für eine humane Zukunft ihres Landes einsetzten.

immer im Doppelpack ... eine tiefe Freundschaft

— MiniBonsai

Hoch interessant aber teilweise schwierig zu lesen.

— Yannah36

Beeindruckendes Buch einer Freundschaft!

— mabuerele

Ein großartiges Porträt über eine einzigartige Freundschaft in einer schwierigen Zeit.

— Kirschbluetensommer

Das Portrait einer wunderbaren Freundschaft.

— heaven4u

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  • "Das Porträt einer wunderbaren Freundschaft"

    Bonhoeffer und Bethge

    Martinchen

    02. June 2017 um 19:29

    "Zwei Freunde, die sich der Unmenschlichkeit und dem Hass entgegenstemmten Ende April 1935 begegneten sie sich zum ersten Mal im neu gegründeten Predigerseminar der Bekennenden Kirche: der Berliner Professorensohn und Theologiedozent Dietrich Bonhoeffer und der Pastorensohn vom Land, Eberhard Bethge. Sehr schnell lernte Bonhoeffer die Bescheidenheit, die ungeheure Vitalität, die Fröhlichkeit, die vorbehaltlose Frömmigkeit und die Musikalität dieses zunächst theologisch ziemlich unbedarften Provinzlers zu schätzen. Daraus entwickelte sich eine der ungewöhnlichsten und bedeutsamsten Freundschaften des 20. Jahrhunderts. Erstmalig erzählt dieses Buch ausführlich die Geschichte dieser vertrauensvollen und von unendlicher Treue geprägten Verbindung, beschreibt ihr Wesen und ihre Auswirkung auf die damalige Zeit und auf heute. Zudem werden die schwierigen kirchlichen Bedingungen und die bedrohlichen politischen Umstände geschildert, gegen die sich diese Freundschaft stets neu behaupten musste. Beide ließen sich in den gefahrvollen Widerstand gegen Hitler einbinden und erlebten ihre Freundschaft als heilsamen letzten Rückzugsort in jenen gehetzten Tagen, als sie Freiheit und Leben für eine humane Zukunft ihres Landes einsetzten."  Der Schutzumschlag dieses hochwertigen Buches zeigt ein Foto von Eberhard Bethge und Dietrich Bonhoeffer - eine schöne Illustrierung des Titels. Das Buch selbst ist sehr hochwertig ausgestattet, ein schwarzer Leineneinband mit silberner Schrift unterstreichen dies. Wolfgang Seehaber, so ist dem Klappentext zu entnehmen, ist Theologe, freier Autor und Publizist und lebt in Kiel. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Mit dem Menschen und Theologen Dietrich Bonhoeffer beschäftigt er sich seit seinem Studium. Das Buch ist in 8 Kapitel unterteilt und wird durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis und einer Vielzahl von Anmerkungen ergänzt. Seehaber zeichnet die Lebenswege der beiden Freunde nach, gleichberechtigt und "auf Augenhöhe". Er beginnt mit Bonhoeffer und seinen ersten Freundschaften. Bonhoeffer wirkte eher abweisend, er war ruhig, zurückhaltend und kontrolliert, alles Eigenschaften, die es ihm nicht leicht machten, Freundschaften zu schließen. War dies allerdings einmal erreicht, erwies er sich als treuer und großzügiger Freund. Ganz anders Bethge, den alle gut leiden konnten, der offen, fröhlich und herzlich war. Diese beiden ungleichen Männer, Bonhoeffer aus der Stadt, Bethge vom Land, lernten sich in Zingst kennen. Bonhoeffer als Seminardirektor bemüht sich um Bethges Freundschaft. Diese Freundschaft in all ihren Fassetten wird in den weiteren Kapiteln beschrieben. Es ist eine Freundschaft, die hält und trägt, in der Zeit des Widerstands und über den Tod hinaus. Im achten und letzten Kapitel beschreibt Seehaber, wie Bethge als Erbe des schriftlichen Nachlasses diesen systematisiert und veröffentlicht. Otto Dudzus schreibt dazu: "In einer nicht zu analysierenden Weise ist Dietrichs Werk in Dich eingegangen, und Du warst ausersehen, es weiterzugeben. Ohne Dich wäre Dietrich weithin unbekannt geblieben. Und wir wären um vieles ärmer." (Seite 389) Die Geschichte Bonhoeffers lässt sich ohne die historischen Hintergründe nicht erzählen. Insbesondere der Weg der Bekennenden Kirche und Bonhoeffers Weg in den Widerstand werden ausführlich erzählt. Dies geschieht in einer nüchternen Sprache mit einer Vielzahl von Zitaten und macht es dem Leser nicht immer leicht, das Buch zu lesen. Dennoch gelingt es Seehaber, die Personen lebendig darzustellen und Bonhoeffer und Bethge sowie ihre ganz besondere Freundschaft dem Leser näherzubringen. Fazit: ein sehr anspruchsvolles "Porträt einer wunderbaren Freundschaft", das auch dazu anregt, das eigene Verhalten in Freundschaften zu reflektieren.

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  • Bonhoeffer und Bethge - eine Freundschaft über den Tod hinaus als Lebensaufgabe

    Bonhoeffer und Bethge

    MiniBonsai

    04. February 2017 um 09:12

    Der Inhalt "Ein treuer Freund liebt mehr und steht fester bei denn ein Bruder." Sprüche 18,24 Zunächst lernt der Leser Bonhoeffer und dann Bethge kennen in ihren Lebenszusammenhängen vor ihrem ersten Treffen. Ihr Umgang mit früheren Freundschaften, die Leichtigkeit oder Schwere zum Freundschaft-Schließen.Der Weg zum Kennenlernen und zur Freundschaft - wichtig für das spätere Verständnis der Tiefe dieser Freundschaft, die für Bethge zur Lebensaufgabe wurde. Dann das Kennenlernen und der Freundschaftsschluß - aneinander reiben, vorsichtige Annäherung, abschätzen des Anderen ... eine tiefe Verbindung entsteht und trägt die beiden durch die Zeit.Zeiten der Trennung werden schmerzlich emfpunden und vermieden. Wiedersehen immer wieder geplant. Verwoben in die Freundschaft wird die Entwicklung der Bekennenden Kirche und von Bonhoeffers Seminaren erzählt. Dabei wird der Weg schon in Richtung des Widerstands gelenkt, der letztlich Bonhoeffer und einigen weiteren aus seiner Familie und seinem Umfeld das Leben kostet. Der Halt, den die Freundschaft sowohl Bonhoeffer im Gefängnis als auch Bethge an der Front bringt, ist das Lebenselixier, das beide aufrecht hält. Und als Bonhoeffer klar wird, dass er wohl nicht überleben wird, bekräftigt er eine frühere Entscheidung: Bethge wird sein Erbe, sein Archivar, sein Biograph, sein Erinnerer. Bethge nimmt diese Aufgabe an und macht Bonhoeffer damit letztlich zu dem, der er heute für uns alle ist: ein Pastor, der dem Rad in die Speichen gegriffen hat!Ohne Bethge und seinen Einsatz für dies Erbe wäre Bonhoeffer einer von vielen geblieben.Das wird dem Leser klar. Mein EindruckDies Buch ist nicht nur das Porträt einer wunderbaren Freundschaft (siehe Untertitel) sondern auch eine Erinnerung und Vergewisserung im Leben der eigenen Freundschaften.Seehaber ist es gelungen, beide Freunde als eigenständige Persönlichkeiten mit ihrer Entwicklung darzustellen und das mit der Tiefe und Einzigartigkeit ihrer Freundschaft zu verbinden. Der Leser spürt wie tragend Freundschaft sein kann. Freundschaft, bedingugnsloses Annehmen des Anderen, Geben und Nehmen - ein Lebenselixier. Mir hat das Buch geholfen, selbst wieder mal mein Leben zu reflektieren und Freundschaften auf den Prüfstand zu stellen. Heute schließt man so schnell Freundschaft, hält sie über große Entfernung mit einem Mausklick - und beendet sie auch schneller. Doch sind das wirklich Freundschaften? Oder eher Bekanntschaften? Was mich zwischendurch ab und an störte, das waren inhaltliche Wiederholungen. Da wurden Situationen erneut geschildert oder Personen wieder beschrieben. Das kann vertiefen aber auch erschweren. Die AufmachungHardcover mit Schutzeinband. Großformatiges Foto der beiden Freunde, Bethge nachdenklich lesend, Bonhoeffer blickt ihm über die Schulter. Für mich hat das Foto eine starke Symbolik, denn Bethge wurde nach Bonhoeffers Tod der Erbe all seiner Schriften, Gedanken etc. ... und Bonhoeffer schaute ihm wohl immer dabei über die Schulter wie Bethge diese Lebensaufgabe bis zu seinem eigenen Tod annahm und meisterte. Der AutorWolfgang Seehaber, Jahrgang 1944, ist Theologe, freier Autor und Publizist. Er ist seit dem Studium stark an Bonhoeffer interessiert. Gebundene Ausgabe: 448 Seiten 18.99 € E Book 16.99 € Verlag: Fontis - Brunnen Basel; Auflage: 1 (12. September 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3038480959 ISBN-13: 978-3038480952

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  • Eine wunderbare Freundschaft

    Bonhoeffer und Bethge

    frenx1

    02. January 2017 um 14:45

    Eine „wunderbare Freundschaft“ nennt Wolfgang Seehaber das, was die Theologen Dietrich Bonhoeffer und Eberhard Bethge miteinander verbunden hat. In seinem Buch stellt er die beiden unterschiedlichen Männer gegenüber und zeigt, was ihre Freundschaft ausmachte. Seehaber erweist sich dabei nicht als großartiger Erzähler, der Geschichte durch Geschichten lebendig werden lässt. Er ist eher der nüchterne Betrachter, der mithilfe der zur Verfügung stehenden Quellen untersucht, was die beiden Theologen so sehr verband, dass sie sich blind vertrauten. Seehaber macht deutlich, wie wichtig diese Freundschaft gerade in der Zeit der Verfolgung war, wo das Finkenwalder Seminar, das Bonhoeffer leitete, verboten wurde und die Arbeit der Bekennenden Kirche immer mehr im Untergrund stattfand. Seehaber betont stark Bonhoeffers klaren Blick für die politischen Ereignisse, seine klare Positionierung und Standhaftigkeit. Zugleich verdeckt er aber Bonhoeffers Schwächen – wie etwa sein antiquiertes Frauenbild – nicht. Freilich wirkt die Freundschaft zwischen Bonhoeffer und Bethge etwas verklärt (was aber auch daran liegen mag, dass Bonhoeffer dies selbst betrieb), wenn er etwa Bonhoeffer als „Meister“ bezeichnet. Beinahe anrührend hingegen ist die Abwägung zwischen Freundschaft und Liebe, als sowohl Bethge als auch Bonhoeffer sich verlieben. „Bonhoeffer und Bethge“ ist manchmal etwas mühsam zu lesen, weil Seehaber mehr berichtet als dass er erzählt – seine wichtigen Aussagen wiederholt er dabei doppelt und dreifach, zum Teil auch gegen die Chronologie der Ereignisse. Manches wirkt wie eine Fleißarbeit, zum Beispiel wenn im ersten Kapitel des Buches alle Freundschaften Bonhoeffers präsentiert und analysiert werden. Durch vielen erwähnten Namen machen das Buch etwas unübersichtlich. Zugleich gelingt es Seehaber aber, die Kirchengeschichte des Dritten Reiches immer wieder in sein Buch einzuflechten und so die Sorgen und Nöte Bonhoeffers, aber auch seine Bedeutung für uns aufgrund seiner Aufrichtigkeit aufzuzeigen. Trotz des eher analytischen Stils gelingt es Seehaber, die Personen lebendig werden zu lassen. Bonhoeffer, der Spross einer bürgerlichen Familie, Einzelgänger, gibt Unsummen für Telegramme und Briefe nachhause aus. Bethge, der schlechte Schüler, aus dem ein guter Handwerker hätte werden können, ehr ein Alleinunterhalter, wird nur deshalb Pfarrer, weil er es als Verpflichtung gegenüber seinem Vater sieht. Zwei unterschiedliche Männer, die aufeinander angewiesen und verbunden waren in einer „unfasslichen Zuneigung“.

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  • Ein Buch über die Freundschaft

    Bonhoeffer und Bethge

    Yannah36

    02. January 2017 um 10:24

    Ein Buch über die Freundschaft und dann noch zwischen solchen bedeutenden Persönlichkeiten wie Bonhoeffer und Bethge weckte natürlich mein Interesse umso mehr freute ich mich, dass ich ein Rezensionsexemplar erhielt. Herzlichen Dank.Das Buch befasst sich auf eine ganz besondere Weise mit dem Thema Freund-schaft. Am Anfang erfährt man als Leser einiges über die Persönlichkeit Bonhoeffers und erste zaghafte Freundschaftsversuche seinerseits, dabei fand ich besonders erstaunlich wie wenige Dutzfreunde besaß. Das Buch ist aber nicht nur hinsichtlich des Themas Freundschaft interessant, sondern man erfährt einiges über die Geschichte der Bekenntniskirche und deren Persönlichkeiten. Im Laufe des Buches kristalisiert sich die besondere Freundschaft zwischen Bonhoeffer und Bethge immer weiter heraus, angefangen beim Pristerseminar auf Zingst über Finkenwalde, die Zeit im Widerstand bis über den Tod hinaus. Besonders gerührt hat mich dabei, welcher Bedeutung Gott in seinen Freundschaften, insbesondere mit Bethge, beigemessen wird.Inhaltlich ist das Buch hoch interessant und hat mir viele neue Erkenntnisse ge-bracht, trotzdem hatte ich meine Schwierigkeiten beim Lesen, da das Buch definitiv nicht geeignet ist, wenn man über Bonhoeffer wenige Vorkenntnisse hat. Mit einigen Grundgedanken Bonhoeffers und seines Schaffens hatte ich mich zwar schon eher auseinander gesetzt, aber besonders am Anfang war mir die Fülle an Informationen, die das Buch vermittelt, zu viel für mich. Meiner Meinung nach werden zu viele Personen auf einmal benannt, die man ohne spezielles Vorwissen nicht kennt. Ich musste einiges gesondert nachschlagen, da mir Erläuterungen über Sachverhalte im Buch fehlten. Außerdem ist meiner Meinung nach der Sprach sehr anspruchsvoll, was daher kommt, dass der Autor viele Quellen, wie Briefe, zitiert. Die Zitate geben dem Text mehr Autorität und tragen durchaus zum Verständnis bei, behindern aber leicht den Lesefluß. Daher ist dieses Buch meines Erachtens nach, nur für Leser geeignet, die ein gutes Vorwissen in allen Bereichen der Bekenntniskirche haben und bereit sind schwierigere Textpassagen zu lesen. Für diese Leserschaft ist das Buch ein Genuss und man erfährt viel Interessantes. Mich persönlich, hat die Thematik des Antisemitismus besonders beschäftigt. Ich war erstaunt, wie weit er sogar in der Bekenntniskirche verbreitet bzw. gedultet wurde. Deshalb fand ich das Zitat auf Seite 101 besonders schön.„ Darin förderte er ein dreifaches Verhalten der Kirche. Zum Ersten solle die den Statt nach der Rechtmäßigkeit seines Handeln befragne, zum Zweiten sich um die Opfer des stattlichen Handels kümmern, und zwar um alle Opfer, nicht nur um die getauften Juden. Und drittens, wenn der Statt seine Macht weiterhin zum Schaden der jüdischen Mitmenschen missbrauche, solle die Kirche „dem Rad in die Speichen fallen“, also unmittelbar politisch handeln.“Es spiegelt meiner Meinung nach gut den Geist Bohoeffers wieder, der im Buch auf jeder Seite zu finden ist.

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  • Eine tiefe Freundschaft

    Bonhoeffer und Bethge

    mabuerele

    30. December 2016 um 20:06

    „...Er sah es als Freundschaftsdienst, auch als Freundespflicht, die er aber stets gern erfüllt hatte...“ In acht Kapitel erzählt der Autor über die Entwicklung der Freundschaft zwischen Dietrich Bonhoeffer und Eberhard Bethge. In den ersten beiden Kapiteln stellt mir der Autor die beiden unterschiedlichen Männer vor. Bonhoeffer, Professorensohn und Theologiedozent, ist mit seinen Freundschaften sehr vorsichtig. Er kann mit der Einsamkeit umgehen. Sie ist für ihn Inspiration und gibt ihm Zeit zum Nachdenken über christliche Themen. Von ihm ging eine gewisse Distanziertheit aus. Der Pastorensohn Eberhard Bethge dagegen ist offen und wird durch seine fröhliche Art geschätzt. Im Jahre 1935 wird Bonhoeffer Seminardirektor des Predigerseminars in Zingst. Hier wollte er seinen Traum von einer christlichen Bruderschaft verwirklichen. In Zingst lernt er Eberhard Bethge kennen. Bonhoeffer ist anfangs derjenige, der sich um Eberhards Freundschaft bemüht. Beiden gemeinsam ist die Liebe zur Musik. Durch Bethge lernt Bonhoeffer die Werke des Komponisten Schütz kennen und schätzen. In den weiteren Kapitel wird die Entwicklung der Freundschaft auch in Zeiten von Trennung und Anfechtung beschrieben. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Beide begegnen sich stets auf Augenhöhe. Das letzte Kapitel zeigt, wie Eberhard diese Freundschaft auch über den Tod hinaus bewahrt hat. Als Erbe von Bonhoeffers schriftlichen Nachlass war er derjenige, der für die Systematisierung der Hinterlassenschaft und die Veröffentlichung von Bonhoeffers Arbeiten sorgte. Aus diesem Abschnitt stammt obiges Zitat. Der Schriftstil des Buches ist anspruchsvoll. Das liegt auch an der Tiefe, in der das Thema behandelt wird. Es geht eben nicht nur um die Freundschaft zweier Männer, sondern auch um die historische Hintergründe. Ausführlich wird der Weg der Bekennenden Kirche in der Nazizeit dargestellt. Der anfängliche widerstand begann nach und nach zu bröckeln. Bonhoeffer aber stand fest zu den Dahlemer Beschlüssen. Der Autor nutzt für seine Darlegung eine Reihe von historischen Originaldokumenten. So zitiert er wichtige Stellen aus dem Briefwechsel zwischen Bonhoeffer und Bethge nach der Verhaftung von Bonhoeffer. Dabei geht es nicht nur um Bonhoeffers Vorstellung von Freundschaft, sondern auch um Gedanken zum Tod und zu Bonhoeffers Gottesbild. Selbst kurze Ausschnitte seiner Gedichte und Drama werden unter dem Licht des Themas betrachtet. Der Autor scheut sich auch nicht, Unterschiede in den Vorstellungen der Männer gegenüberzustellen. Andererseits zeigen viele Auszüge, dass sich die beiden Männer bei wichtigen Fragen fast wortlos verstanden haben. Die Freundschaft hat beide zum Positiven verändert. Währen Eberhard allerdings fest in die Familie Bonhoeffer einbezogen war, hatte Dietrich kaum Kontakt zu Bethges Familie. Das tat der Freundschaft aber keinen Abbruch. Ein Literaturverzeichnis und Anmerkungen ergänzen das Buch. Die Aufmachung ist hochwertig. Schwarzer Leineneinband mit silbernen Schrift, gute Papierqualität und eine angenehme Schriftgröße stehen dafür. Das Cover mit den beiden Männern als Foto auf roten Untergrund wirkt ansprechend. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeichnet zwei Lebensbilder und zeigt, wie eine Freundschaft auch durch dunkle Zeit trägt.

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  • Leserunde zu "Wunderschöne Winterzeit" von Max Bolliger

    Wunderschöne Winterzeit

    Vucha

    ~~~~~~~~ Hier gibt es KEINE Bücher zu gewinnen~~~~~~~ ~~~~~~~~Dies ist der Lesemarathon unserer „Zukunft vs Vergangenheits“-Gruppe und unserer Werwolfrunde ~~~~~~~~ Lesemarathon zwischen den Jahren (27.12-30.12.2016)Zu unserer Werwolfrunde hier auf Lovleybooks veranstalten wir immer einen Lesemarathon. Um dieser Tradition treu zu bleiben findet auch dieses Mal wieder so ein Marathon statt.Manch einer von uns wird bestimmt zu Weihnachten das ein oder andere Buch unter dem Weihnachtsbaum finden. Hier bekommt ihr die Gelegenheit und Zeit, eure neuen Schätze zu zeigen und sie zu lesen, oder aber auch noch ein bisschen SuB-Abbau zu betreiben.Größtenteils wird es sich thematisch um die Feiertage in den letzten Dezembertagen drehen... lasst euch überraschen! Welche Bücher ihr euch dazu aussucht ist vollkommen egal. Wir wollen das Jahr zusammen ausklingen lassen und gemütliche Stunden zusammen verbringen. ♦ZIELE:♦ Setzt euch welche! Was wollt ihr an diesen vier Tagen schaffen?  ♦EURE BELOHNUNG:♦ 2017 steht vor der Tür! Ihr bekommt deshalb für je 50 gelesene Seiten von uns einen Glücksbringer. 🍀🐞🐷 Zudem wird es einige Aufgaben geben, bei denen ihr zusätzliche Glücksbringer sammeln könnt. ♦DIE THEMEN:♦ Wir werden jeden Tag des Lesemarathons ein anderes Thema vorstellen und die Fragen diesem Thema anpassen. Geplant sind: Familien, Geschenke, Essen und Traditionen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel.  ******************************************** WICHTIG: Unsere gestellten Fragen werden so weit wie möglich einen Bezug zu den genannten Themen haben. Dies muss nicht für eure ausgewählten Bücher gelten. Es darf gelesen werden, was Spaß macht. Zudem sind zu diesem Marathon nicht nur Teilnehmer unser "Zukunft vs. Vergangenheitschallenge" und "Werwolfrunde" eingeladen. Jeder Leser ist willkommen.  WANN STARTEN WIR? Der Marathon startet am Dienstag, den 27.12.2016 um 10 Uhr und endet am 30.12.2016 um Mitternacht.  Der Spaß bei unserem Lesemarathon ist natürlich an erster Stelle. Und frei nach dem Motto "Alles kann, nichts muss" könnt ihr euch eure Zeit einteilen, wir ihr mögt. Wir streuen in regelmäßigen Abständen Aufgaben und Rätsel ein und setzten uns gerne Ziele, um den Spaßfaktor ein wenig zu erhöhen, beides ist aber nicht verpflichtend. ******************************************************** Habt ihr Fragen, Anregung oder Rätsel, die ihr uns für den Marathon zukommen lassen mögt? Gerne nehmen wir jede Hilfe an. Schreibt einfach eine kurze PN an: Knorke MissSnorkfraeulein SchCh121  oder Vucha ******************************************************* Teilnehmer: Vucha stebec SchCh121 samea MissSnorkfraeulein Mitchel06 melanie1984 pinucchia BUCHimPULSe Tatsu Mysticcat Knorke sternchennagel mabuerele histeriker AnnikaLeu, AberRush, Katha_strophe

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    • 706
  • Ein bewegendes Porträt

    Bonhoeffer und Bethge

    Kirschbluetensommer

    15. December 2016 um 23:34

    Über Dietrich Bonhoeffer sind schon viele Bücher geschrieben worden. Dieses Buch ist nun der Versuch eines Porträts über eine der großartigsten Freundschaften des 20. Jahrhunderts - über eine sehr enge Freundschaft, die Schwierigkeiten und Herausforderungen überstanden hat und die auch über den Tod hinaus Bestand hat.Dem Autor ist es gelungen, Bonhoeffer und Bethge dem Leser näher zu bringen und ihn an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Als Leser fiebert man mit ihnen mit, man erlebt ihre Höhen und Tiefen unmittelbar mit und hat Anteil an allem, was sie damals so bewegte - sei es das erste Verliebtsein oder Liebeskummer, sei es ihre Tätigkeit als Ausbilder für die Vikare oder als V-Männer im Untergrund, sei es in Freiheit oder im Gefängnis. Auf beeindruckende Weise wird dabei die gegenseitige Hingabe und Freundschaft deutlich.Die Sprache dieses Sachbuches ist dabei flüssig und gut zu lesen und nimmt den Leser mit auf die Reise. Einzig die häufigen Zeitsprünge irritieren beim Lesen. Das Buch ist nicht immer chronologisch strukturiert, sondern eher nach Themen, die sich aber überlappen. Dadurch kommt es durchaus vor, dass der Autor auf zukünftige Geschehnisse vorgreift, nur um sie in den darauffolgenden Kapiteln immer wieder zu wiederholen. Das hat mich in meinem Lesefluss gestört und stellenweise sogar leider etwas genervt. Hier hätte ich mir eher eine chronologische Erzählweise gewünscht.Insgesamt hat mich das Buch aber in seinen Bann gezogen und hat mich neugierig nicht nur auf weitere Bücher des Autors, sondern auch auf andere Bücher rund um Bonhoeffer gemacht.

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  • Eine Freundschaft über den Tod hinaus

    Bonhoeffer und Bethge

    heaven4u

    22. November 2016 um 17:58

    Es gibt bereits unzählige Bücher über Dietrich Bonhoeffer. Doch dieses Buch ist besonders, geht es doch nicht ausschließlich um Bonhoeffer den Märtyrer und Theologen, sondern um Bonhoeffer als Freund. Er wird hier nicht in die Höhe gehoben, auch seine Schwächen werden erwähnt. So war er starker Raucher und neigte dazu aufbrausend zu sein. Auch war er eher ein Einzelgänger und wählte daher seine Freundschaften mit Bedacht. Nur wenige kamen in den Genuss, ihn duzen zu dürfen, kam es doch einer „Familienaufnahme“ gleich. Wer von ihm geduzt wurde, bekam auch das Privileg, in seine Familie eingeführt zu werden. Überrascht hat mich am Anfang, dass es auf den ersten Seiten auch um andere enge Freundschaften Bonhoeffers geht und man einen Einblick bekommt, wie er Freundschaften begann und pflegte. Doch der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit seiner enge Freundschaft mit Eberhard Bethge, der Dietrich Bonhoeffer über den Tod hinaus treu war und seine Geschichte aufgearbeitet hat. Das ist es auch, was dieses Buch ausmacht – es endet nicht mit Bonhoeffers Tod sondern zeigt sehr ausführlich, wie es nach seinem Tod weiterging mit Bethge (und auch einigen anderen seiner Freunde). Natürlich enthält das Buch auch ein ganzes Stück Kirchengeschichte während der Nazizeit und wie die schweren Zeiten die Freundschaft beeinflusste und prägte. Beim Lesen sind die Gefühle und Gedanken der beiden beinahe spürbar und man möchte sofort noch weitere Bücher darüber lesen, so das oft erwähnte „Widerstand und Ergebung“ welches Bonhoeffers Briefwechsel im Gefängnis enthält. Wolfgang Seehaber lässt hier Geschichte wieder lebendig werden, die ihn selbst sehr lange beschäftigt hat. Es gibt von ihm bereits ein Buch über Bonhoeffers Verlobte, Maria von Wedemeyer, das ebenfalls sehr lesenswert ist. Man merkt, dass der Autor viel recherchiert hat und sich intensiv mit dieser besonderen Freundschaft auseinander gesetzt hat, es ist auch das erste Buch in denen auch Eberhard Bethge eine große Rolle spielt, denn in seinen eigenen Büchern über Bonhoeffer hat er sich stets in den Hintergrund gestellt. Ein Wort noch zur Gestaltung des Buches: Der Verlag hat sich hier sehr viel Mühe gegeben, die Seiten sind auf hochwertigem Papier gedruckt und nimmt man den Schutzumschlag ab, verbirgt sich darunter ein schwarzer Leineneinband mit einem in Silber geprägten Titel. Dieses Buch ist inhaltlich wie äußerlich jeden Cent wert. Ein anspruchsvolles Buch, was den Leser lange beschäftigt und auch nicht an einem Abend ausgelesen ist. Ich hoffe, dass es viele Leser finden wird, denn man kann auch für die eigenen Freundschaften viel lernen.

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