Wolfgang Seehaber Maria von Wedemeyer - Bonhoeffers Verlobte

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Inhaltsangabe zu „Maria von Wedemeyer - Bonhoeffers Verlobte“ von Wolfgang Seehaber

Der Theologe, Autor und frühere 'Spiegel'-Journalist Wolfgang Seehaber beschäftigt sich seit seinem Studium intensiv mit Dietrich Bonhoeffer - und seit einigen Jahren auch immer mehr mit Maria von Wedemeyer, der Verlobten von Bonhoeffer. Seine feine, respektvolle und geradezu freundschaftliche Annäherung an diese beiden die Historie prägenden Persönlichkeiten ließ ein wunderbares Lebensbild Maria von Wedemeyers entstehen. Der Autor schreibt über sein eigenes Werk: 'Dies ist eine gründliche und umfassende Untersuchung zur Person Maria von Wedemeyers, die in den letzten Lebensjahren des Theologen einen großen Einfluss auf sein Dasein, sein Denken und Fühlen ausgeübt hat und für ihn der wichtigste Mensch überhaupt wurde.' Seehaber beschäftigt sich ausführlich mit den Orten und Menschen, die Bonhoeffers Braut geprägt haben, geht den religiösen Einflüssen nach, die sich auf sie ausgewirkt haben, zeichnet den Weg der Verlobung nach und schildert das Leben dieser spannenden Frau nach dem Krieg.

Sehr feinfühlig wird das Leben von Maria von Wedemeyer beschrieben, wobei der Schwerpunkt auf den gemeinsamen Jahren mit Bonhoeffer liegt.

— mabuerele
mabuerele

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    Maria von Wedemeyer - Bonhoeffers Verlobte
    mabuerele

    mabuerele

    28. May 2014 um 20:39

    Der Autor zeichnet in dem Roman ein umfassendes und vielschichtiges Bild von Maria Frederike von Wedemeyer. Er beschränkt sich nicht auf ihre Jahre als Bonhoeffers Verlobte, auch wenn diese Zeit im Roman einen breiten Raum einnimmt.                                                                                                                       Maria stammt von dem Rittergut Pälzig in der Neumark. Der Autor zeigt ihre Wurzeln auf. Sowohl die mütterliche, als auch die väterliche Linie wird kurz umrissen. Deutlich arbeitet er die Unterschiede zwischen dem Familienleben, wie es Maria kannte, und dem bürgerlichen Haushalt der Bonhoeffers heraus. Im Hause von Wedemeyer wurden Gefühle offen gezeigt. Das tägliche Leben war geprägt vom christlichen Glauben. Umfassend dargestellt wird die Zeit, in der die lebenslustige junge Frau auf den ernsten Prediger traf. Hier verwendet der Autor vielfältige Originaldokumente. Anhand von Briefen wird die Zeit lebendig. Dabei ist die Darstellung sehr realistisch. Jegliche Verklärung wird vermieden. Es gab nicht nur Liebe und Vertrauen. Auch Zeiten der Krise und des Zweifels gehörten dazu. Die Einflüsse von Verwandten und Bekannten insbesondere auf Maria waren nicht immer hilfreich.    Maria war eine selbstbewusste und intelligente junge Dame, die nicht bereit war, sich verbiegen zu lassen. Es ist berührend zu lesen, wie behutsam die Liebenden miteinander umgingen. Natürlich sind die theologischen Betrachtungen Bonhoeffers ebenfalls Gegenstand des Buches. Insbesondere auf seine Ansichten zur Stellung der Frau wird vergleichend eingegangen. Marias Leben nach dem Krieg bis zu ihrem Tod wird nur in wesentlichen Etappen dargestellt. Hier fehlen Dokumente, die Einblick in ihr Innenleben geben. Da der Autor Wert darauf gelegt hat, nahe an der Wirklichkeit zu bleiben und keine Spekulationen zuzulassen, muss dieser Lebensabschnitt zwangsläufig wesentlich kürzer sein. Der Schriftstil passt zum Genre einer Biografie. Die meist sachliche Sprache der Handlung ist geschickt mit den gefühlsbetonten und inhaltsreichen Zitaten der Briefe und Tagebucheinträge kombiniert. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor hat mich mitgenommen in das Leben der Maria von Wedemeyer. Er hat sie als eigenständige Frau dargestellt, die mit Dietrich Bonhoeffer auf Augenhöhe diskutiert hat und wesentliche Einflüsse auf seine theologischen Schriften aus der Haftzeit hatte. Auf fast unauffällige Weise macht der Autor deutlich, wie die Liebe Bonhoeffer verändert hat.

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  • Rezension zu "Maria von Wedemeyer, Bonhoeffers Verlobte" von Wolfgang Seehaber

    Maria von Wedemeyer - Bonhoeffers Verlobte
    maahandmeeh

    maahandmeeh

    11. February 2013 um 16:04

    Ein feinfühliges Buch über Leben, Leid und Liebe: Wolfgang Seehaber gelingt mit diesem Buch über Maria von Wedemeyer ein feinfühliges Gesamtwerk. Nicht die dramatischen Wendungen stehen im Vordergrund, sondern die Hintergründe, die Beziehungen, das Denken und Fühlen, der Alltag und damit ein viel tieferes Verständnis des Lebens. Ausführlich geht Seehaber auf das Umfeld, die Eltern und die Grossmutter von Maria ein. Nach der Kindheit folgt dann der Hauptteil des Buches, die Zeit der Verlobung mit Dietrich Bonhoeffer. Das Buch schliesst mit ihrem weiteren Werdegang bis zu ihrem Tod. Obwohl der Text manchmal etwas kompliziert und vielschichtig geschrieben ist, findet man nach einigen Seiten gut in den Stil und in den Lesefluss hinein. Das Lebensbild von Maria ist keine leichte Kost. Seehaber versteht es ungemein gut, viele intime Details sehr liebevoll und gekonnt zu verarbeiten. Die Nähe zwischen Freud und Leid in dieser wahnsinnigen Zeit kann man hautnah aus den Zeilen spüren. Hier liegt die Stärke dieses Buches. Über das Leben dieser Frau, bekommt der Leser nicht nur einen tiefen Einblick in ein schönes aber auch leidvoll herausforderndes Leben, sondern lernt zusätzlich vieles über die Umgebung und insbesondere über Bonhoeffer. Ich empfehle dieses Buch von Herzen. Auch wenn der Einstieg möglicherweise nicht jedem leicht fällt, lohnt es sich, weil hier Leben, Leid und Liebe in einem feinfühligen wunderbaren Bild präsentiert werden. Das Buch kann tief berühren.

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  • Rezension zu "Maria von Wedemeyer, Bonhoeffers Verlobte" von Wolfgang Seehaber

    Maria von Wedemeyer - Bonhoeffers Verlobte
    Sophia!

    Sophia!

    30. April 2012 um 01:11

    *„Ich möchte dir gerne ein Auge von mir leihen, damit Du alle Schönheit und Freude hier um mich sehen und miterleben kannst.“* _ Dietrich Bonhoeffer, einer der bekanntesten Widerstandstheologen zur NS-Zeit, übt noch bis heute große Faszination aus. Unzählige literarische Werke existieren über seine Theologie und die Zeit seiner Gefangenschaft. Nicht zu vergessen die zahlreichen Sammlungen meditativer Gebetstexte und Gedichte. Doch die Frau an seiner Seite, Maria von Wedemeyer, wird in den meisten literarischen Zeugnissen nur sporadisch in den Blick genommen oder gar völlig ausgeblendet. _ Wolfgang Seehaber, ehemaliger Spiegel-Journalist möchte dies nun ändern und präsentiert seinen Lesern mit diesem Band das Portrait einer intelligenten, einfühlsamen Frau, die trotz vielfältiger Leiderfahrungen ihren tiefen Glauben nie aufgegeben hat. Ebenso beeindruckend ist ihre unerschütterliche Hoffnung und die Fähigkeit, aufopfernd und bedingungslos zu lieben, zwei wesentliche Charakteristika ihrer Person. Durch die persönliche Annäherung des Journalisten an diese außergewöhnliche Frau ist eine mit viel Liebe und Hinwendung geschriebene Biographie entstanden, die nicht nur die Verlobte Bonhoeffers selbst zum Thema hat. Vielmehr beschäftigt sich der Text mit dem gesamten sozialen Umfeld der Frau. So wird von dem Leben auf einem Landgut mit sechs Geschwistern berichtet, von ihren Eltern Hans und Ruth von Wedemeyer und deren Einstellung zum Glauben: die Mutter, die das enge fast schon dogmatische Korsett des Glaubens befürwortet und der Vater, der im Gegenteil offen war für neue ihn inspirierende Gedanken. Interessant sind die Auswirkungen dieser elterlichen Einstellungen auf die religiöse Entwicklung der Kinder und vor allem auf Maria. Neben den Eltern ist es schließlich auch Marias Großmutter, die sie ganz wesentlich prägt und auch später für Dietrich zu einer wichtigen Bezugsperson werden wird. Hochinteressant ist zudem der Briefwechsel zwischen ihr und ihrem Verlobten. Dankenswerterweise lässt der Autor immer wieder einzelne Originalzitate in den Text einfließen. _ Das Buch ist auch Zeugnis einer innigen Liebe, die sogar Krisensituationen und den Tod selbst überwindet. Aus heutiger Sicht kann man eine derartige Bindung eigentlich nur noch beneiden. Neben dieser außergewöhnlichen Liebe ist es auch die Gefängnistheologie Bonhoeffers, die besonders dazu anleitet, das irdische Leben zu genießen und bis zuletzt auszukosten. Und das trotz seiner ernüchternden Lage und der häufigen Erfahrung von Trauer, Depression und Angst. Für beide wurde Gott auch immer im Alltäglichen offenbar, letztlich auch in der Liebe zueinander. Durch die einzelnen Fragmente des Lebens von Maria von Wedemeyer begegnen die Leser dieses Bandes einer einzigartigen Frau, erfahren zusammen mit ihr eine einzigartige, innige Beziehung zu ihrem Verlobten und erleben eine Theologie, die die Schattenseiten menschlichen Lebens nicht ausblendet aber es dennoch vermag, aufbauende Trostbotschaft zu sein. Sowohl Maria als auch Dietrich sind zwei Persönlichkeiten, bei denen es sich lohnt, näher hinzublicken und ihre Biographie rückblickend zu erfahren. _ Fazit: Beeindruckend, ergreifend, lesenswert!

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