Wolfgang Straub

 4,8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Kitzbühel, Kommentierte Werkausgabe (Band 4 und 5) und weiteren Büchern.

Lebenslauf

geboren in Salzburg, Leiter Handschriften, Musikalien und Nachlässe an der Wienbibliothek im Rathaus, Projektleiter am Robert-Musil-Institut für Literaturforschung, Klagenfurt. In der Edition Atelier hat er zuletzt Hans Flesch-Brunningens Roman »Maskerade« herausgegeben.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wolfgang Straub

Cover des Buches Thomas Bernhards Wien (ISBN: 9783950512908)

Thomas Bernhards Wien

 (2)
Erschienen am 12.04.2023
Cover des Buches Salzburg (ISBN: 9783850335577)

Salzburg

 (1)
Erschienen am 05.07.2013
Cover des Buches Carl Ritter von Ghega (ISBN: 9783902447951)

Carl Ritter von Ghega

 (0)
Erschienen am 01.05.2010
Cover des Buches Kommentierte Werkausgabe (Band 4 und 5) (ISBN: 9783854496267)

Kommentierte Werkausgabe (Band 4 und 5)

 (0)
Erschienen am 26.06.2023
Cover des Buches Literarischer Führer Österreich (ISBN: 9783458349778)

Literarischer Führer Österreich

 (0)
Erschienen am 30.07.2007
Cover des Buches Sprechen Sie Salzburgerisch (ISBN: 9783800078158)

Sprechen Sie Salzburgerisch

 (0)
Erschienen am 31.03.2022

Neue Rezensionen zu Wolfgang Straub

Cover des Buches Thomas Bernhards Wien (ISBN: 9783950512908)
admits avatar

Rezension zu "Thomas Bernhards Wien" von Martin Huber

Auf den Spuren eines Nestbeschmutzers
admitvor 2 Monaten

Die Idee, ein Buch über die Stätten der Inspiration und Qual eines berühmten Schriftstellers zu schreiben, ist genial! Thomas Bernhard hat in Wien gelebt und gelitten und über Österreich geschimpft - was für mich als Wiener durchaus nachvollziehbar ist. Man kann sich hier auf seine (literarischen) Spuren begeben und eine Stadt von innen kennenlernen, die im Tourismus immer nur mit Zuckerguss versehen ist. Absolute Kaufempfehlung!

Cover des Buches Maskerade (ISBN: 9783990650929)

Rezension zu "Maskerade" von Hans Flesch-Brunningen

Authentisch und facettenreich
Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Monaten

„Auf dem Heimweg war ich immer noch in nachdenklicher Stimmung. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich stand. Meine Zeit als aktiver Kämpfer war gewiss abgelaufen.“ (Zitat Seite 79)

 

Inhalt

Seit etwa zwei Jahren leben sie schon als Ausländer in Rom, der Wiener Schriftsteller und Journalist Martin Boldt und seine lebenslustige Frau Rosika aus Ungarn, die Archäologie studiert. Bei einem Vortrag am deutschen archäologischen Institut in Rom lernen sie den deutschen Archäologen Gerhard Hesmert kennen. Dieser plant eine Griechenlandreise, während das Ehepaar Boldt mit der Bahn durch Umbrien bis nach Siena zum Palio reisen möchte. Überraschend taucht auch Hesmert kurz vor Abfahrt des Zuges auf, er will Freunde in Siena besuchen. „Ich habe meine Meinung geändert. Ich fahre mit Ihnen. Ich habe eine Einladung von Gatti für uns alle.“ (Zitat Seite 102)

 

Charaktere

Martin ist Schriftsteller und schreibt an einem Buch, während Rosika vor allem das Leben genießen will, trotz der geringen finanziellen Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen. Martin Boldt und Gerhard Hesmert trennen politisch Welten, denn Hesmert ist ein überzeugter Nationalsozialist, während der Kommunist Martin Boldt in Italien seine politisch aktive Zeit als „Kilian“ geheim halten will.

 

Thema und Genre

Dieser Exilroman ist ursprünglich in englischer Sprache erschienen, 1937 unter dem Titel „The Blond Spider“ und 1939 in den USA unter dem Titel „Masquerade“. Themen sind Politik, Widerstand, Spionage, Liebe und alle damit verbundenen Gefühle, sowie Die Verngügungen des italienischen Sommers.

 

Erzählform und Sprache

Der Schriftsteller und Journalist Martin Boldt schildert die Ereignisse selbst. Wir erhalten Einblick in die Gedanken, Gefühle und Ängste des Ich-Erzählers, erfahren seine Geheimnisse, seine Eindrücke, die er während dieser Zeit in Italien sammelt und kennen seine Eifersucht, da er nicht weiß, wie weit der Flirt zwischen seiner Frau und Hesmert tatsächlich geht. Seine Sichtweise ist durch diese personale Erzählform subjektiv und eingeschränkt, doch durch die vielen Dialoge und Gespräche aller Figuren ergibt sich eine Fülle von zusätzlichen Informationen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, ergänzt durch Boldts Eindrücke der italienischen Landschaft und Städte, der Menschen und der vielen vergnügten Stunden. Man geht aus und es fließen reichlich Wein und Wermut. Er scheint jedoch teilweise ein unzuverlässiger Erzähler zu sein, denn manche Begegnungen und Ereignisse gleiten ins Surreale ab, was ist real, was Einbildung?

 

Fazit

Dieser erstmals 1937 erschienene Roman mit autobiografischen Elementen ist ein interessantes, vielseitiges und authentisches Bild dieser politisch brisanten Zeit und gleichzeitig eine eindrückliche Studie menschlicher Verhaltensweisen.

Cover des Buches Der grüne Stern (ISBN: 9783993000806)
Gundolfs avatar

Rezension zu "Der grüne Stern" von Hans Weigel

Gelungene Parabel über das Werden des Faschismus
Gundolfvor 4 Jahren

Dieses Buch, eine Satire, wie es im Untertitel heißt, ist eine Parabel für den Aufstieg Adolf Hitlers und den Faschismus ganz allgemein. Der Protagonist des Romans, der noch dazu Gottfried Hofer heißt, ruft, mehr oder weniger zufällig, eine Bewegung ins Leben, die sich der Ablehnung von Fleischgenuss verschrieben hat. Diese Vegetarianer gewinnen immer mehr Anhänger im ganzen Land.

Begleitet werden die Aktivitäten des Vereins von Maßnahmen und Ereignissen, die wir doch aus unserer Geschichte und der Geschichte des Dritten Reiches kennen.

Das Buch ist so geschrieben, dass man vom Schmunzeln ins Lachen kommt und gleichzeitig dieses im Hals stecken bleibt, weil die Analogie dermaßen offensichtlich ist. Fleischer werden letztendlich verfolgt und vernichtet, wobei die Granden der vegetarianischen Bewegung heimlich weiterhin Fleisch essen und ihre Bezugskanäle pflegen.

Dass diese Bewegung ausgerechnet vegetarisch ist, wirkt heute nicht mehr zeitgemäß. Das darf allerdings nicht als Kritik an Vegetariern missverstanden werden, denn diesen Roman schrieb Hans Weigel während des Zweiten Weltkrieges in seinem Schweizer Exil. Dort wurde er auch, 1943, zum ersten Mal veröffentlicht.

Hans Weigel war Jahrzehnte lang der wichtigste Kritiker und Literaturpapst Österreichs und hat die österreichische Nachkriegsliteratur auch als Förderer des Nachwuchses entscheidend mitgeprägt. Es gibt nur nur sehr wenige erzählerische Werke von ihm, doch diesen Roman halte ich für ein absolutes Highlight, und es ist gut, dass er heute wieder erhältlich ist.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 9 Bibliotheken

Worüber schreibt Wolfgang Straub?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks