Spätes Gewissen

von Wolfgang Westphal 
4,7 Sterne bei18 Bewertungen
Spätes Gewissen
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Ein dunkles Kapitel der Geschichte - sehr spannend verpackt - empfehlenswert!

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Sehr sehr spannend und man braucht gute Nerven!

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Inhaltsangabe zu "Spätes Gewissen"

1960 flüchtete der damals 15-jährige Paul aus der DDR. Nach dem Mauerfall kehrt er nach Kröpelin in Mecklenburg zurück und hofft, dort seinen Jugendfreund Karl wiederzutreffen. Doch Karl ist tot. In ihrem früheren Geheimversteck findet Paul einen Brief, aus dem hervorgeht, dass sein Freund Zeuge eines Mordes wurde. Wurde auch Karl ermordet? Paul setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Damit bringt er sich selbst in Lebensgefahr, denn der Täter ist ihm immer einen Schritt voraus und tötet alle, die ihm gefährlich werden könnten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839220771
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:474 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:05.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Waschbaerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Deutschland und doch waren es zwei unterschiedliche Staaten, die verschiedener nicht sein konnten. Die Nachwehen spüren wir noch heute.
    Nicht jeder braucht ein gutes Gewissen

    Der Autor Wolfgang Westphal siedelte seinen Roman „Spätes Gewissen“ auf zwei Zeitebenen an: Der eine Strang spielt zu der Zeit, die viele Menschen in unserem Land glauben hinter sich gelassen zu haben, als Deutschland noch in BRD und die ehemalige DDR zweigeteilt war. Die andere Handlung spielt im Heute.

    Bezeichnend für diesen Roman ist schon das Cover. Doppelte Schallschutztüren, wie man sie noch heute sehen kann, wenn man ehemalige Gebäude des MfS besucht. Beim Blick auf diese dick gepolsterte Türen fragte ich mich spontan: „Welche menschlichen Tragödien mögen sich hinter all diesen schallgeschützten Türen der Stasi abgespielt haben? Und können wir Wessis es überhaupt verstehen wie es für die Menschen war, in diesem Umfeld leben zu müssen?“  

    Als vor mehreren Jahren der Film „Das Leben der Anderen“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, fragte ein Journalist den inzwischen leider viel zu früh verstorbenen Schauspieler Ulrich Mühe, wie er sich auf seine Rolle in diesem Film vorbereitet hätte. Er antwortete in seiner ruhigen Art, „gar nicht. Ich musste mich nur erinnern“.

    Erinnert, das hat sich auch der Autor Wolfgang Westphal, als er dieses Buch schrieb. Selbst im Osten geboren und noch vor dem Bau der Mauer, als Jugendlicher mit seinen  Eltern aus seiner Heimat geflüchtet, war auch in seiner Erinnerung verankert, was Teil dieses Buches wurde. Eigenes Erleben und Phantasie gehen in diesem Roman Hand in Hand.  Aber so hätte es tatsächlich sein können.

    Handlung

    Paul, als 15-jähriger aus der DDR geflüchtet, kehrt nach der Wende  nach Kröplin in Mecklenburg zurück und hofft, seinen Jugendfreund Karl wiederzutreffen. Doch Karl ist schon lange tot. Ein Brief, den Paul in einem früheren Geheimversteck findet gibt Auskunft darüber, dass Karl Zeuge eines Mordes wurde. Musste er deshalb mundtot gemacht werden, weil er etwas sah, worüber er nicht sprechen durfte?

    Die Handlung geht zurück in die 70er Jahre der ehemaligen DDR, als in einem Wäldchen eine nackte Frauenleiche entdeckt wurde, deren Körper keinerlei Behaarung mehr aufwies. Obwohl einem der Polizisten die Tatumstände seltsam vorkamen, durfte er seine Vermutungen nicht äußern, denn ein Stasioffizier übernahm sofort die Ermittlungen, da die Tote, Julia Kundrow, erst vor einiger Zeit aus dem Gefängnis entlassen wurde. Doch das einzige Vergehen von Julia Kundrow war, dass sie etwas mehr Freiheit wollte, als das MfS ihr zubilligte. Selbstmord, stellte der Stasimann fest und schloss die Akte.

    Ich sehe Julia Kundrow stellvertretend für all die Menschen, die im Laufe der Jahre hinter den Mauern von Hohenschönhausen, Bautzen, oder eines anderen DDR Gefängnisses  verschwanden, weil sie als "staatsschädigend" eingestuft worden waren.

    Paul, der sich mit den seltsamen Umständen des Todes seines besten Freundes nicht abfinden will, trifft bei seinen Nachforschungen in Mecklenburg auf eine Mauer des Schweigens. Zwar ist die Mauer gefallen und Deutschland wiedervereinigt, doch der Beton in den Köpfen vieler Menschen ist noch immer nicht zu Fall gekommen. Jedes System hat seine Gewinner und Verlierer, weshalb es auch genügend Menschen gibt, die der DDR nachtrauern.

    Doch Paul lässt sich durch das Schweigen nicht entmutigen, gibt nicht auf, ermittelt auf eigene Faust und bringt sich und eine Journalistin, die ihm bei seinen Recherchen hilft, in größte Gefahr. 

    Während Paul in Mecklenburg ist, passiert in Bremen ein seltsamer Mord, bei dem eine Frau nach einem Treffen mit ihren Freundinnen in ein Taxi steigt, aber nie zu Hause ankommt. Später wird ihre Leiche gefunden. Außergewöhnlich ist, dass alle Körperhaare entfernt wurden.

    Es dauert noch viele spannende Seiten lang, bis die unterschiedlichen Handlungsstränge zusammengeführt und die Fälle gelöst werden. Der Leser lernt ein interessantes Ermittlerteam mit einer kompetenten Profilerin kennen. Doch am liebenswertesten ist der alte, kauzige Kommissar im Ruhestand, den Paul bei seinen Recherchen im Osten der Republik kennenlernt und der ihm wichtige Hinweise gibt. Vor allem dessen Hinweise auf Verbindungen alter Stasileute, die sich nach der Wende über das ganze Land verteilt haben und heute wohlangesehene Bürger sind, ohne für ihre Schuld während ihrer Zeit beim MfS die Verantwortung übernommen zu haben, bringen Steine ins Rollen.

    Ich muss gestehen, die Ausführungen des Autors zu den alten Verflechtungen und Verbindungen der früheren Stasimitarbeiter haben mich wachgerüttelt und schockiert. Wie konnten wir nur so naiv sein und denken, 80.000 Mitarbeiter des MfS würden, nur weil die Mauer fiel, ihre alte Gesinnung über Bord werfen? Ich glaube, darin liegt der eigentliche Sinn dieses Buches, dass wir wachsam bleiben. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Generation all das ans Tageslicht zerrt, was die derzeitige noch sorgsam im Verborgenen hütet und hegt. Darin haben wir Deutschen inzwischen ja Übung.

    Dieses Buch ist mehr als ein Kriminalroman. Es ist ein Stück deutsche Geschichte, die wir noch lange nicht zu den Akten legen können. Deshalb bekommt dieser Roman von mir eine absolute Leseempfehlung.

     

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    Wildponys avatar
    Wildponyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr sehr spannend und man braucht gute Nerven!
    Sehr spannend und man braucht gute Nerven!

    Spätes Gewissen   -   Wolfgang Westphal

    Kurzbeschreibung Amazon:

    1960 flüchtete der damals 15-jährige Paul aus der DDR. Nach dem Mauerfall kehrt er nach Kröpelin in Mecklenburg zurück und hofft, dort seinen Jugendfreund Karl wiederzutreffen. Doch Karl ist tot. In ihrem früheren Geheimversteck findet Paul einen Brief, aus dem hervorgeht, dass sein Freund Zeuge eines Mordes wurde. Wurde auch Karl ermordet? Paul setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Damit bringt er sich selbst in Lebensgefahr, denn der Täter ist ihm immer einen Schritt voraus und tötet alle, die ihm gefährlich werden könnten.

    Mein Leseeindruck:

    Dieses Buch hat es in sich und ist nicht nur super spannend, sondern auch nervenaufreibend.

    Ich denke das der Hauptprotagonist Paul, der früh mit seinen Eltern aus der DDR geflüchtet ist und nach dem Mauerfall zurück kehrt um einen alten Freund wieder zu sehen, niemals gedacht hätte in so eine schlimme Sache zu rutschen. Denn auch wenn Karl nicht mehr lebt so hat er ihm eine "Hinterlassenschaft" bereitet, die ihn selbst in große Gefahr bringt. Denn Karl wurde Zeuge eines Mordes und die Täter sind auch heute noch aktiv.

    Der Autor Wolfgang Westphal schreibt absolut klar und authentisch, ist er ja selbst mit seiner Familie damals aus der ehemaligen DDR geflohen. Zudem macht der unbeschönigte Schreibstil die Spannung des Buches mit aus und ich habe mit großer Intensität mich in die Story eingefühlt und schöne sowie auch nervenaufreibende Lesestunden genossen.

    Ein paar Längen die das Buch aufweist können dann durch die Handlung und die Protagonisten wieder aufgefangen werden. Ich habe zwar länger für das Buch gebraucht wie nötig, weil ich doch ab und zu etwas "sacken lassen" musste, aber es ist ja auch ein sehr dickes Buch und birgt einige Überraschungen.

    Fazit:

    Sehr spannend, nervenaufreibend, authentisch und gut geschrieben.

    Kann ich weiter empfehlen und ich muss gestehen das ich bei dem Thema ehemalige DDR froh bin, im Westen geboren zu sein und diese Zeit nicht selbst erlebt zu haben.

    4,5 Sterne für einen spannenden Krimi und eine Leseempfehlung!

     

     

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Toller Krimi über das Thema Stasi
    Toller Krimi über das Thema Stasi

    Klapptext:
    1960 flüchtete der damals 15-jährige Paul aus der DDR. Nach dem Mauerfall kehrt er nach Kröpelin in Mecklenburg zurück und hofft, dort seinen Jugendfreund Karl wiederzutreffen. Doch Karl ist tot. In ihrem früheren Geheimversteck findet Paul einen Brief, aus dem hervorgeht, dass sein Freund Zeuge eines Mordes wurde. Wurde auch Karl ermordet? Paul setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Damit bringt er sich selbst in Lebensgefahr, denn der Täter ist ihm immer einen Schritt voraus und tötet alle, die ihm gefährlich werden könnten.

    Dieses Buch hat mich von Beginn an in den Bann gezogen.Der Schreibstil ist leicht und flüssig.Man kommt mit dem Lesen sehr gut voran.Die Seiten fliegen nur so dahin.Einmal angefangen mit Lesen möchte man gar nicht mehr aufhören.
    Auch die kurzen Kapitel tragen dazu bei,das sich das Buch sehr gut lesen läßt.
    Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitebenen.Einmal in der Gegenwart und in der damaligen DDR.Dies hat mich in keinster Weise gestört.Auch die verschiedenen Perspektivwechsel fand ich sehr interessant.
    Wir begleiten Paul auf seiner Spurensuche und erleben mit Ihm spannende und bewegende Momente.
    Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir klar und deutlich vorstellen.Es gab viele unterschiedliche und interssante Charaktere.Besonders Paul fand ich sehr sympatisch und habe ihn gleich in mein Herz geschlossen.Einige fand ich aber auch sehr abstossend und widerwärtig.
    Der Autor greift hier in das sehr interessante Thema "Stasi " auf und verarbeitet in dieser Geschichte.Durch seine sehr guten Recherchen erfahren wir sehr viel über die Machenschaften und Intrigen der Stasi ,erhalten Informationen über Fluchtversuche und Verhöre .Auch über den Aufenthalt in den Gefängnissen und der Kinderheime berichtet der Autor.Durch seine eigenen Erfahrungen wird uns dies sehr authentisch und realistisch dargestellt.Dabei bringt er uns gekonnt die Gefühle,Ängste,Sorgen und Gedanken der Menschen in der ehemaligen DDR nahe.Man wurde konntrolliert und in seinem Freiraum stark eingeschränkt.Sehr realistisch und wahrheitsgetreu läßt er uns diese Geschehnisse noch einmal Revue passieren.Einige konnten dies bis heute nicht verarbeiten und schrecken sogar heute noch vor einigem zurück.Besonders schochiert hat mich ,das die damaligen Stasimänner auch weiterhin Ihre intrigen tätigen.
    Teilweise geprägt durch meine eigenen Erinnerungen an diese Zeit,die ich selbst als Kind und Jugendliche miterlebt habe,kamen sehr viele Emotionen und Gefühle in mir hoch.
    Durch die fesselnde und atemberaubende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teiweise direkt im Geschehen dabei.
    Sehr früh wissen wir wer der Täter ist.Trotzdem bleibt die Handlung bis zum Schluß wahnsinnig spannend und dramatisch.Man fiebert als Leser bis zum Ende mit.
    Man merkt wieviel Herzblut der Autor in diese Geschichte gelegt hat.
    Ich habe schon lange nicht mehr einen solch interessanten und spannenden Krimi gelesen der geschichtsbezogen ist.


    Das Cover finde ich genau passend zu dieser Geschichte .Es rundet das brilliante Werk ab.


    Mir hat das Lesen dieses Buches viele spannende aber auch bewegende Lesemomente beschert.Ich kann diese Lektüre sehr empfehlen.

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    TochterAlicevor einem Jahr
    So hätte es sein können

    Begebenheiten, wie sie sich hätten zutragen können in der ehemaligen DDR und die auch solchen, die in dieser Beziehung schon einiges gelesen und auch anderweitig mitbekommen haben, die Haare in die Höhe und die Tränen in die Augen schießen lassen und das Herz gehörig zum Rasen bringen: Solche schildert Wolfgang Westphal in "Spätes Gewissen". Und er ist einer, der es wissen muss, gelang ihm doch als Teenager gemeinsam mit den Eltern die Republikflucht.

    Ja, auch in der DDR gab es Sexualverbrechen, aber aufgrund des alles andere als freien Journalismus war es möglich, diese weitgehend unter Verschluss zu halten, die Staatsapparate konnten Angehörige der Opfer und andere Betroffene leicht einschüchtern.

    Wobei es Peter, dem Alter Ego des Autors, der nach langen Jahren im Westen in die heimatlichen Gefilde zurückkehrt, zunächst um etwas ganz anderes geht: er will seinen Jugendfreund wiedersehen, der dort zurückgeblieben ist und gerät dadurch in eine ganz andere, viel größere Geschichte, in der es um eine Mordserie an Frauen geht, die sich über Jahrzehnte erstreckte und möglicherweise noch andauert. Fast beiläufig erfährt er, dass der Freund schon vor Jahren ums Leben kam - etwa in Zusammenhang mit diesen Morden?

    Peter trifft auf diverse Menschen, die ihm etwas erzählen können und nach und nach offenbaren sich wahre Abgründe. Wirklich nach und nach erst, denn die Geschichte ist lang, nimmt viele Wendungen und gerät auch mal auf Abwege. Sie ist gut erzählt, alle Figuren sind eindringlich, wenn auch ausgesprochen ausgiebig beschrieben und man kann sich als Leser nach der Lektüre ein gutes Bild davon machen, wie das Leben in der DDR auch heute noch Einfluss auf gewisse Vorgänge hat. Nicht zu knapp, kann ich Ihnen sagen! Doch mir war es insgesamt viel zu umständlich und obwohl es viele sehr spannende Stellen im Buch hat, gab es auch mindestens ebenso viele Längen, die mich das Buch wiederholt aus der Hand legen ließen. Kurzum: ich empfand die Geschichte als umständlich und kam nach den Pausen schwer wieder rein. Die zahlreichen Charaktere, die sich hier tummeln, musste ich dann stets wieder neu sortieren. Ein dennoch ausgesprochen lesenswertes Buch, das aber um mindestens ein Drittel kürzer hätte ausfallen können!

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    Isadors avatar
    Isadorvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender Krimi zur deutsch-deutschen Vergangenheit und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Sehr wichtig und lesenswert!
    Die Stasi damals und heute

    Im Jahr 1960 flüchtet der damals 15-jährige Paul mit seiner Familie aus der DDR.

    Nach dem Fall der Mauer kehrt er zurück in seine Heimatstadt Kröpelin in Mecklenburg-Vorpommern. Unter anderem wünscht er sich, seinen Freund Karl, den er damals zurücklassen musste, besuchen zu können. Doch leider stellt sich heraus, dass Karl nicht mehr lebt. Beim Gang durch die Verstecke ihrer Kindheit findet Paul einen Brief von Karl, in dem geschrieben steht, dass Karl Zeuge eines Mordes wurde.

    Nun wird Paul neugierig und fängt an zu recherchieren, was genau passiert ist. Dabei bringt er sich in höchste Gefahr, da die Täter immer noch am wirken sind...

    Der Beginn des Krimis beinhaltet autobiografische Begebenheiten des Autors. Das merkt man der Geschichte an, da sie sehr bildhaft und reell geschrieben ist. Man sieht die Schauplätze genau vor sich und auch die Gefühle werden sehr realistisch transportiert.

    Die Handlung hat mich gleich gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Dass man den Täter schon relativ früh kannte, hat der Spannung keinen Abbruch getan.

    Ich habe sehr viel Wissen dazugewonnen darüber, wie die Stasi gehandelt hat. Das war für mich sehr interessant, da ich bisher, obwohl es zur Zeitgeschichte gehört, doch nur sehr wenig über die Hintergründe und Gebaren im anderen deutschen Staat erfahren habe. Ich war sehr schockiert, wie rigoros und absolut menschenfeindlich die Methoden, Menschen gefügig zu machen, teilweise waren, besonders wenn man an die falschen Personen geraten ist.

    Für mich war dieser Krimi ein absolutes Highlight, welches Spannung mit geschichtlichen Hintergründen verbindet. Ich vergebe hierfür volle 5 Sterne.

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    tweedledees avatar
    tweedledeevor einem Jahr
    Was geschah damals wirklich?

    Paul ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen, flüchtete als 15jähriger mit seinen Eltern in den Westen. Als Erwachsener kehrt er nach dem Mauerfall in seine alte Heimat Kröpelin zurück, all die Jahre hatte er sich gefragt, was aus seinem damals besten Freund Karl geworden ist. Doch Karl lebt nicht mehr. In ihrem damaligen Versteck hinterlässt Karl einen Brief an Paul, in dem er über ein beobachtetes Verbrechen schreibt. Paul fühlt sich seinem toten Freund verpflichtet und stellt Nachforschungen an, die ihn und die Menschen die ihn dabei unterstützen, in große Gefahr bringen.

    Der Autor packt hier ein äußerst brisantes Thema an. Die Stasi und die Frage, in wieweit die Stasi auch heute noch aktiv ist. Das Erschreckende an dem Buch ist, dass die Handlung sehr authentisch wirkt und man das Gefühl hat, dass die Realität durchaus ähnlich aussehen könnte, wie im Buch beschrieben. Ich habe mich damals, nach dem Mauerfall, auch des öfteren gefragt, was mit den Stasi Leuten passierte. Dass sie ihre Meinung/Gesinnung von jetzt auf sofort ändern ist wohl sehr unwahrscheinlich.

    Wir begleiten zum einen Paul bei seiner Recherche in einem lange zurückliegenden Todesfall, angeblich einem Selbstmord. Lernen Menschen kennen, die ihm bei seiner Suche helfen und das, obwohl sie damit ein großes Risiko eingehen. Parallel dazu beobachten wir die Ermittlungsarbeit der Polizei in Bremen, die in einem aktuellen Tötungsdelikt ermittelt. Als Leser ahnen wir, dass es Parallelen zwischen den Fällen gibt, verfügen hier über mehr Wissen als Paul und die Polizei. Eingeschobene Kapitel, die in der Vergangenheit spielen machen klar, was damals wirklich passiert ist, wie perfide die Stasimethoden waren.

    Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, die Handlung ist spannend, weist aber auch immer mal wieder Längen auf. Ich fand die Thematik sehr interessant, vor allem weil sie so authentisch erscheint und man sich unwillkürlich fragt, wie viel Wahrheit sich in dieser fiktiven Geschichte verbirgt. Ein Buch das sich zu lesen lohnt.

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein dunkles Kapitel der Geschichte - sehr spannend verpackt - empfehlenswert!
    Ist denn wirklich alles vorbei und vergessen?

    Spannung pur! Dieses Buch behandelt ein Thema, mit dem ich mich bis jetzt recht wenig beschäftigt habe. Vielleicht gibt es auch einfach nicht so viel Belletristik dazu? Dem Autor möchte ich jedenfalls ein großes Lob zu einer sehr gelungenen Story aussprechen!
    Wolfgang Westphal spricht aus Erfahrung. Ist doch auch ihm, zusammen mit seinen Eltern, die Flucht als Jugendlicher aus der DDR gelungen.
    Der fesselnde Kriminalroman behandelt ein dunkles Kapitel unserer deutsch/deutschen Geschichte, das viel zu oft und gerne unter den Tisch gekehrt wird. Sehr eindringlich macht der Autor dem Leser deutlich, dass noch längst nicht alles vorbei und vergessen ist und selbst heute noch Menschen in die Fänge der angeblich vom Erdboden verschwundenen Stasi gelangen. Man kann den Schalter nicht einfach umlegen. Das hat schon nach dem zweiten Weltkrieg nicht funktioniert. Der Major macht weiter und immer weiter, bis nicht nur Paul in sein Visier gerät …
    Flüssig geschrieben blätterten sich die Seiten wie von selbst um. Vielleicht hören wir ja bald mal wieder was von Wolfgang Westphal? Eile ist geboten, Konrad geht es nicht so gut ;)

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    esposa1969s avatar
    esposa1969vor einem Jahr
    Tödliche Vergangenheit


    Klappentext:

    1960 flüchtete der damals 15-jährige Paul aus der DDR. Nach dem Mauerfall kehrt er nach Kröpelin in Mecklenburg zurück und hofft, dort seinen Jugendfreund Karl wiederzutreffen. Doch Karl ist tot. In ihrem früheren Geheimversteck findet Paul einen Brief, aus dem hervorgeht, dass sein Freund Zeuge eines Mordes wurde. Wurde auch Karl ermordet? Paul setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Damit bringt er sich selbst in Lebensgefahr, denn der Täter ist ihm immer einen Schritt voraus und tötet alle, die ihm gefährlich werden könnten.


    Leseeindruck:

    Mi "Spätes Gewissen" von Autor Wolfgang Westphal liegt dem Leser ein packender Kriminalroman vor, der uns leseetechnisch zurück in die Vergangenheit führt, zu den damaligen Zeit der DDR. Wir erfahren über die perfiden Machenschaften der Stasi, die ich nur vom Hörensagen kannte und die für mich gut recherchiert wirken. Die Charaktere sind gut beschrieben, die unterschiedlichen Handlungsstränge bereichern die Geschehnisse. Ich bin gut in die Handlung reingekommen, der Schreibstil liest sich flüssig und spannend. Die 60 angenehm kurzen und kurzweiligen Kapitel erstrecken sich über 474 Seiten, die sich flüssig und zügig lesen ließen. Das Cover spricht mich nicht so sehr an, aber inhaltlich habe ich mich fesselnd unterhalten gefühlt. Insgesamt ein solider Krimi mit schlüssigem Ende, so dass ich gerne 5 Sterne vergeben möchte


    @ esposa1969 

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    Gartenfee007s avatar
    Gartenfee007vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfach ein spannendes Buch,was einen packt und nicht mehr losläßt !!
    Spätes Gewissen

    Darum geht es (Klappentext):

    1960 flüchtete der damals 15-jährige Paul aus der DDR. Nach dem Mauerfall kehrt er nach Kröpelin in Mecklenburg zurück und hofft, dort seinen Jugendfreund Karl wiederzutreffen. Doch Karl ist tot. In ihrem früheren Geheimversteck findet Paul einen Brief, aus dem hervorgeht, dass sein Freund Zeuge eines Mordes wurde. Wurde auch Karl ermordet? Paul setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Damit bringt er sich selbst in Lebensgefahr, denn der Täter ist ihm immer einen Schritt voraus und tötet alle, die ihm gefährlich werden könnten.

    Meine Meinung:

    Der Schreibstil hat mich von Anfang an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen !! Einfach ein ganz toller und gut nachvollziehbarer Krimi. Die Protagonisten und die Orte werden so toll beschrieben, das man meint man wäre wirklich dabei. Man leidet einfach mit und kann trotz der Grausamkeiten das Buch nicht mehr aus der Hand legen !!! Ein Krimi der zum Nachdenken anregt !

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    Langeweiles avatar
    Langeweilevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Beeindruckendes Stück Zeitgeschichte
    Deutsch-Deutsche Geschichte spannend erzählt

    Im Jahre 1960 flieht der 15-jährige Paul aus der DDR. Er musste vieles zurücklassen, allem voran seinen Freund Karl.
     Nach dem Mauerfall kehrt er zurück um die Beerdigung seines Vaters zu regeln.
     Er macht sich auf die Suche nach seinem Jugendfreund und erfährt, dass dieser tot ist. In einem alten Geheimversteck findet er einen Brief von Karl, darin steht, dass er Zeuge eines Mordes geworden ist. Wurde Karl auch ermordet?
    Diese Frage lässt Paul keine Ruhe und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, ein sehr gefährliches Unterfangen.
    Er gerät immer stärker ins Visier des Täters, der seine Mordserie noch nicht beendet hat.

     Meine Meinung:

     Die Figur des Paul weist starke autobiografische Züge auf. Um sie herum hat der Autor eine spannende Kriminalgeschichte erzählt. Hierbei gibt es ständige Wechsel zwischen der Geschichte der ehemaligen DDR und unserer heutigen Zeit.
     Das Wirken der Stasi und ihrer Hintermänner wurde eindrücklich geschildert. Obwohl ich schon einiges über die DDR gehört und gelesen habe, war mir nicht klar, dass es auch heute noch existierende Seilschaften gibt.
     Obwohl man den Täter schon sehr früh kannte, wirkte sich das nicht negativ auf die Spannung aus.
     Die einzelnen Protagonisten wurden sehr gut geschildert,das Kopfkino wurde bestens bedient.
     Ich spreche dem Autor meine Anerkennung für die sehr gute Recherchearbeit aus.
     Als Kritikpunkt möchte ich die fehlenden Zeitangaben erwähnen, welche man Lesefluss etwas negativ beeinflusst haben. Dafür wird die Sternevergabe auf vier reduziert.

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    WolfHPWests avatar
    Ein paar Bemerkungen zu Beginn: Erwartet keinen klassischen Kriminalroman bei dem zum Schluss auch noch der 'Gärtner' der Täter ist. Stattdessen: Eine spannende (fiktive) Geschichte, die vor und nach dem Mauerbau spielt, bei der aber die Fakten, die die Handlung begründen, gut recherchiert sind. Wer also an der deutsch/deutschen Geschichte etwas interessiert ist, sich auch noch mit den Abgründen eines pathologischen Täters auseiandersetzen will, ist hier richtig und sollte sich bewerben.
    Dann also los:
    Die Mauer ist offen. Nach 30 Jahren kehrt Paul in seine Heimatstadt nahe der Ostsee zurück. Der Schock: Sein bester Freund seit Kindesbeinen ist tot. Suizid, sagt man. Paul findet in dem früheren gemeinsamen Versteck einen Brief, der beweist, dass Karl Zeuge eines Mordes geworden ist, begangen von einem Offizier der Staatssicherheit. Ein schrecklicher Gedanke kommt ihm: Sollte dieses Verbrechen der wahre Grund für Karls Tod sein? Paul will nun unbedingt herausfinden, was damals geschah. Aber die Suche ist schwierig und anfänglich wenig ergiebig. Er versichert sich der Hilfe eines ehemaligen Kripobeamten aus Bad Doberan und einer Fotografin, die das Mordopfer persönlich kannte. Bei den Recherchen stoßen die beiden selbst ernannten Detektive auf einen zweiten, sehr ähnlichen Fall, der sich in der Nähe Berlins zugetragen hat, und plötzlich gibt es auch noch deutliche Hinweise, dass der Täter heute noch aktiv und sehr gefährlich ist, kann er sich zudem auf Netzwerke früherer Stasi-Mitarbeiter stützen.
    Dieser erkennt die Bedrohung für sich, findet heraus, dass er beobachtet wird und beginnt mit äußerster Brutalität, Personen, die ihm gefährlich werden können, zu eliminieren. Paul ignoriert die Gefahr, in der seine Helfer und er nun schweben, kann er sich doch überhaupt nicht vorstellen, dass die Stasi auch noch in der BRD ihr Unwesen treibt. Alles steuert nun auf eine fürchterliche Katastrophe zu... und ich bin dabei, zu viel zu erzählen.
    Also: Bewerbt euch und findet heraus, was alles passiert. Es wird euch überraschen und noch etwas: Ihr solltet gute Nerven besitzen. 
    WolfHPWests avatar
    Letzter Beitrag von  WolfHPWestvor einem Jahr
    Danke für die Blumen!
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