Wolfram Eilenberger

 3.1 Sterne bei 94 Bewertungen
Autor von Finnen von Sinnen, Finnen von Sinnen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Wolfram Eilenberger

Philosoph, Fußballspieler und Schriftsteller: Wolfram Eilenberger wird 1972 geboren und studiert in Heidelberg, Zürich und Turku Philosophie, Psychologie und Romanistik. Eilenberger ist Korrespondent des Magazins „Cicero”, langjähriger Kolumnist des „Berliner Tagesspiegels” und Autor mehrerer erfolgreicher Sachbücher. In seinen Texten beschäftigt er sich nicht nur mit Fragen der Philosophie im Bereich des Alltagslebens und des Sports, sondern berichtet bisweilen auch von Erfahrungen und Stationen seines eigenen Lebens. Beispielsweise erschien 2010 sein Buch „Finnen von Sinnen“, das von seiner Heirat mit einer finnischen Frau handelt und das mehrere Monate auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Großen Erfolg konnte auch sein 2018 erschienenes Buch „Zeit der Zauberer“ verzeichnen, in dem er sich mit Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein, Walter Benjamin und Ernst Cassirer und ihrem Aufeinandertreffen in der Schweiz 1929 beschäftigt. Wolfram Eilenberger lebt mit seiner Frau und seinen deutsch-finnischen Zwillingen in Toronto/Kanada, Berlin und Koivumäki/Finnland. Von den fünfzehn finnischen Fällen weiß er mittlerweile dreieinhalb fehlerfrei anzuwenden, dafür spricht er ganz ordentlich Schwedisch.

Alle Bücher von Wolfram Eilenberger

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Finnen von Sinnen

Finnen von Sinnen

 (52)
Erschienen am 20.02.2012
Zeit der Zauberer

Zeit der Zauberer

 (10)
Erschienen am 08.07.2018
Kanada kann mich mal

Kanada kann mich mal

 (7)
Erschienen am 20.08.2012
Kleine Menschen, große Fragen

Kleine Menschen, große Fragen

 (2)
Erschienen am 24.07.2010
This is not America

This is not America

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Erschienen am 13.10.2008
Ich glaub, ich werd zum Elch

Ich glaub, ich werd zum Elch

 (0)
Erschienen am 21.07.2014
Der Tatort und die Philosophie

Der Tatort und die Philosophie

 (0)
Erschienen am 24.03.2014

Neue Rezensionen zu Wolfram Eilenberger

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Aliknechts avatar

Rezension zu "Zeit der Zauberer" von Wolfram Eilenberger

"Die Welt ist alles, was der Fall ist."
Aliknechtvor 6 Monaten

Nicht wenige sollen bei der Lektüre von Ludwig Wittgensteins Tractatus schon am ersten Satz "Die Welt ist alles, was der Fall ist." gescheitert sein. Nicht viel besser erging es vermutlich vielen Lesern von Martin Heideggers "Sein und Zeit", die beim Konzept der "Sorge" zwanghaft nur noch an ihren Kontostand denken konnten. Wem solcherlei widerfuhr, erhält hier eine neue Gelegenheit, sich mit der Philosophie der Zwanziger-Jahre und einigen ihrer wesentlichen Protagonisten zu befassen.  

In seinem neuen Buch  veranstaltet  Wolfram Eilenberger mit Walter Benjamin, Ernst Cassirer, Martin Heidegger und eben Ludwig Wittgenstein nebst diversen Schwestern, Ehefrauen und Geliebten  ein unterhaltsames Philosophie-Tänzchen . Der Leser erfährt manches über die unterschiedlichen Charaktere und Lebensgeschichten dieser Denker und erhält Anregungen zur Vertiefung in die Primärliteratur. Auch manche philosophische Kategorien, wie zum Beispiel für mich besonders eindrücklich, das Heideggersche "Zeug", das dem "Dasein" (=der Mensch) wie Feuerzeug, Werkzeug, Textilien oder Militärausrüstung im Zeughaus "zuhanden" ist, werden erläutert. Ich beginne zu ahnen, wie die schwarze Gibson Gitarre in ihrer "Zuhändigkeit" auf Eric Claptons Spielweise Einfluss nahm. 

Die Story kulminiert im Frühjahr 1929 in Davos auf dem Symposium „Was ist der Mensch?“ I m Hotel Belvédère  findet d er Kampf der Titanen Martin Heidegger und Ernst Cassirer in offener kontroverser Diskussion vor großem Publikum statt. Ob der sportliche Skifahrer aus Meßkirch in Knickerbockern oder der elegante Hamburger Lehrstuhlinhaber, der die berühmte Bibliothek Aby Warburgs mitbetreute, den Sieg davon trug, wird hier natürlich nicht verraten. Diese Lektüre könnte sich in nächster Zeit beim Small-Talk auf der einen oder anderen Akademiker-Party als nützlich erweisen.   

Ausgabe: Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer - Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919 – 1929, Klett-Cotta Verlag 2018. Erstausgabe. 

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Rezension zu "Zeit der Zauberer" von Wolfram Eilenberger

Die Frage nach dem, was der Mensch ist in einer Zeit „zwischen den Katastrophen“
michael_lehmann-papevor 7 Monaten

Die Frage nach dem, was der Mensch ist in einer Zeit „zwischen den Katastrophen“

Zehn Jahre und vier Philosophen. Jeder für sich, jeder ganz eigene, jeder mit seiner Herangehensweise. Und im Gesamten, in der Zusammenschau ergibt sich ein „Gegeneinander“, dass nicht nur der konkreten Zeit Sprengstoff auch in der realen Welt zur Hand gab, sondern ganz grundsätzliches die Reibungen von (genialen) „Ideen“ vor Augen führt..

Eine Spurenverfolgung, die Ellenberger assoziativ und doch mit klarer Struktur angeht, die er dem Leser mit biographischen Hinführungen, mit zentralen Aspekten des Denkens, mit Kernthesen jener vier Männer nahebringt, die in bester Weise zumindest erläutern, was an diesen Gedankengebäuden so über die Zeit herausragend „weltbewegend“ ist.

Martin Heidegger. Walter Benjamin. Ludwig Wittgenstein, Ernst Cassirer. Denker über alle Grenzen hinaus und privat Persönlichkeiten, die mit eigenen Dämonen, überraschenden Aktivitäten, ver-rückten Lieben zu tun, zu kämpfen, zu leben hatten.

Und zum Glück stimmt am Ende der Lektüre nicht, womit Wittgenstein sein Rigorosum in Cambridge beendet:

„Macht Euch nichts draus, ich weiß, ihr werdet das nie verstehen“. (und das aus dem Mund eines Ex-Milliardärs, der zuvor jahrelang „nur“ Grundschüler unterrichtet hat)

Denn Ellenberger ist auch sprachlich in der Lage, die komplexe Gedankenwelt jedes der „Zauberer“ dem Leser verständlich zu erläutern (wofür es allerdings eines gewissen Abstraktionsvermögens bedarf, denn den „festen Boden“ verlassen alle vier Philosophen in ihren kühnen Gedanken das ein oder andere Mal durchaus. „Wie die Welt ist, ist für das Höhere vollkommen gleichgültig. Gott offenbart sich nicht in die Welt. Die Welt ist alles, was der Fall ist (Wittgenstein)).

Und auch gut ist, dass Ellenberger dem letzten Satz Wittgensteins in seinem Rigorosum wenig folgt: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“. Denn man kann in Worte fassen. Und sich dann allerdings daran abarbeiten für lange Zeit, um auch nur den Hauch eines Verstehens zu erhaschen.

Wobei Heidegger in Wesen und Person an anderem Orte zur fast gleichen Zeit anders auftritt. Eben auf „Auftritt“ ausgerichtet. Sein „Erobern des Gipfels“ strategisch geplant, nichts dem Zufall überlassen wollen. Ein Wille zur Macht und sozialen Dominanz, die im Werk abfärbt und Leben und Werk miteinander mischt. Was Ellenberger differenziert dazustellen vermag.

Wie auch Cassirer und Walter Benjamin dem Leser auch „privat“ eng vertraut im Lauf der Lektüre werden und Ellenberger es versteht, Person und Gedanken, Lebensstil und Wirken, Motivationen und Schwächen umfassend darzustellen.

Wobei sicherlich am Ende im Vordergrund steht, dass, bei aller „Höhe“ der Gedanken, die vier Philosophen eben doch konkret zeitgebunden für eine Ära der vertanen humanistischen Chancen steht, für ein Auseinanderdividieren, dass eine junge Demokratie scheitern lässt und die politischen Spaltungen nicht zu vereinen versteht.

Weil eben der eine fest darauf beharrt, das „Höhere“ gedanklich zu erfassen (was auch politische Strömung werden wird), der andere fest darin steht, dass eben nichts allgemeingültig ausgesagt werden kann. Oder eben „ganz neu gedacht“ werden muss und dafür das alte „aus dem Weg geräumt“ gehört. Oder vielleicht doch die menschliche Gesellschaft sich selbst als Gesamtheit mal ausführlich „besinnen“ solle.

Und vielleicht haben alle, je aus ihrer Sicht, recht? Zumindest wird klar, dass Ideengebäude, die in sich geschlossen wirken, nicht der Weisheit letzter Schluss sind, solange andere Ideengebäude in gleicher Festigkeit und ins ich geschlossen als Gegenentwurf im Raume stehen.

Jeder auf seine Weise mit messbarer, klarer Wirkung, die zum Zerreißen der Welt an sich am Ende führt oder, besser ausgedrückt, jenen Kräfte, die zum Zerreißen führten, je polig eine je geniale Stimme verlieh.

Sehr lesenswert als historische Schau, aber auch als Verweisung auf das Grundproblem von in sich geschlossenen Überzeugungen, die auch in der Gegenwart wieder teils unversöhnlich aufeinanderprallen.

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StephanieSchusters avatar

Rezension zu "Zeit der Zauberer" von Wolfram Eilenberger

Sehr inspirierend und motivierende Philosophiegeschichte vor hundert Jahren
StephanieSchustervor 8 Monaten

Ein besonderes Jahrzehnt der Denker, der großen Aufbrüche soll es gewesen sein, das Jahrzehnt vor genau hundert Jahren. Der Autor Wolfram Eilenberger vergleicht die Lebensgeschichten und Erkenntnisse von vier Philosophen miteinander. Ludwig Wittgenstein, Martin Heidegger, Walter Benjamin und Ernst Cassirer. Auch wenn sich diese Herren nur am Rande wirklich zu Lebzeiten begegneten, so teilen sie doch die Denkweise. Heidegger und Wittgenstein zogen sich in einsamen Hütten von der Welt zurück, Benjamin suchte dagegen wie Cassirer die pulsierende Großstadt, um Klarheit zu fassen. In kurzen Kapiteln skizziert Eilenberger vier Lebensentwürfe, die voller Inspiration und Motivation stecken.
Es gibt keinen Zweifel, schrieb Wittgenstein in seinem „Tractatus“: „Denn Zweifel kann nur bestehen, wo eine Frage besteht; eine Frage nur, wo eine Antwort besteht, und diese nur, wo etwas gesagt werden kann.“
Oder: „Alles, was dem Leben und der Welt, in der wir leben, im eigentlichen Sinne Sinn verleiht, befindet sich jenseits der Grenzen des direkt Sagbaren.“ Das ermöglicht Kunst und Philosophie, die das umkreisen, das nährt die Kraft der Fantasie.
Wir erfahren aber auch viel Menschliches, Schrullen und Eigenheiten. Sympathisch, dass Walter Benjamin, ein Vermögen für seine Sammlung alter Kinderbücher ausgab. Oder Ernst Cassirer sind von den anderen Denkern unterschied, indem er als einziger, im Vergleich mit den anderen drei, keine große Sache aus seiner Schöpferkraft machte, er tat es einfach.
Zeit der Sinnsucher, Zeit der Zauberer. Auch wenn Eilenberger weder zeigefingerhaft in die Gegenwart verweist noch ausdrücklich Bezug nimmt, so liegt es nahe, die Welt von damals mit heute zu vergleichen. Die Suche nach Glück, Sinnerfüllung, der Rückzug in die Askese, Minimalismus, der aufkeimende Antisemitismus.
Der Autor schafft es, schwierige philosophische Ansätze leicht verständlich und anregend aufzubrechen, ohne die gehaltvollen Aussagen der Philosophen zu verwässern. Das ist ein großes Lesevergnügen, kurzweilig und spannend.

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Wolfram Eilenberger wurde am 07. August 1972 in Freiburg im Breisgau (Deutschland) geboren.

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