Wolfram Fleischhauer Schule der Lügen

(37)

Lovelybooks Bewertung

  • 46 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 6 Rezensionen
(17)
(16)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Schule der Lügen“ von Wolfram Fleischhauer

Eine kühle Februarnacht des Jahres 1926: In der Berliner »Eldorado«-Bar hält Edgar von Rabov plötzlich einen Zettel in der Hand, den ihm eine exotische Schönheit zugesteckt hat.Sie will ihn treffen. Er geht darauf ein und verfällt ihr schon bald. Doch was will sie von ihm? Als die junge Halbinderin plötzlich spurlos verschwindet, zögert er nicht, ihr bis nach Madras zu folgen … Der Bestsellerautor Wolfram Fleischhauer schrieb eine hochaktuelle Geschichte über die erste Esoterikwelle in Europa und zeigt, wie der Versuch, die aufgeklärte Welt wieder zu verzaubern, seinen Beitrag zu ihrer politischen Verhexung leistete.

Kluger, atmosphärischer Roman mit erschreckender Aktualität.

— Absentha

Berührend und faszinierend, originell und anspruchsvoll. Wer Bücher mit geschichtlichem Hintergrund mag sollte diese Buch unbedingt lesen.

— JulesBarrois
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Berührend und faszinierend, originell und anspruchsvoll

    Schule der Lügen

    JulesBarrois

    26. January 2015 um 17:36

    Der junge Adelige Edgar von Rabov-Falkenbeck genießt im Berlin, Mitte der 20er Jahre ein unbeschwertes Studentenleben. Die Nächte sind abwechslungsreich, in Berlin gibt es keine Tabus. Er verliebt sich in eine geheimnisvolle Inderin, deren ungewöhnliche Art ihn so fasziniert, dass er sich dem Drängen seiner Verwandtschaft, sich endlich sinnvoll - d.h. auch politisch für Hitler - zu betätigen, immer wieder widersetzt. Nach kurzer Zeit verschwindet Alina - die Edgar auch spirituell viel zu geben hat - und ihr sehr viel älterer, englischer Begleiter wird zusammengeschlagen. Wer ist dieser Mann, der sich als Diplomat ausgibt und warum hat Edgars Familie plötzlich ein so großes Interesse an ihm? Was hat es mit den vielen esoterisch-religiösen Zeichen auf sich, die Edgar plötzlich erhält? Er beginnt, sich für seine Familiengeschichte zu interessieren, die so viele Ungereimtheiten aufweist, dass er schließlich zu einer Reise aufbricht, die ihn nicht nur um die halbe Welt sondern auch ganz tief in ihn selbst führen wird. "Die Schule der Lügen" ist ein Roman, der eine äußerst spannende Identitätssuche mit einem zeitlichen Hintergrund verbindet. Hier wird mystisch-religiöse Sinnsuche mit dem gärenden politischen Zündstoff der zwanziger Jahre spannend verknüpft. Es ist ein Roman um Sinnsuche und Aufbruch, um das Aufbäumen gegen verkrustete Strukturen und nicht zuletzt die Geschichte einer großen Liebe. Dem Autor gelingt ein dichtes Stimmungsbild des Jahres 1926 in Deutschland. Die Verbindung von Familien- und Zeitgeschichte setzt er stilistisch gekonnt um. Die Charaktere sind nachvollziehbar aufgebaut und sind authentisch. Geschickt verbindet Wolfram Fleischhauer Intrigen und Täuschungen, Lügen und Schicksale und verbindet sie ausgesprochen gekonnt mit der damaligen Vorstellung von Moral, von Richtig und Falsch. Und das ganze weder lehrmeisterhaft noch langweilig. "Die Schule der Lügen" ist ein erstklassiger Roman und ein Leseabenteuer, das berührt und fasziniert. Spannend, unterhaltsam und lehrreich zugleich. Ein originelles und zugleich anspruchsvolles Vergnügen mit Nachklang. Wer Bücher mit geschichtlichem Hintergrund mag sollte diese Buch unbedingt lesen. Es trägt den Leser in eine andere Zeit und lässt diese vor ihm neu aufleben.   Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin-Verlages: http://www.berlinverlag.de/buecher/schule-der-luegen-isbn-978-3-8333-0997-7

    Mehr
  • tief verstrickt

    Schule der Lügen

    dominona

    23. October 2014 um 19:51

    Naja, es war nicht leicht dieses Buch zu bewerten, weil schon das Genre schwer einzuschätzen ist. Ist es ein Thriller? Geht es um Religion? Vielleicht doch eher eine "Adel verpflichtet, aber Frau emanzipiert sich - Geschichte? Oder sucht ein junger Mann antworten auf die Frage wo er herkommt und was er mit seinem Leben anfangen soll? Irgendwie ist es alles zusammen und genau deshalb habe ich auch durchgehalten, weil es am Ende, wenn man langsam zu verstehen beginnt, wie alles zusammenhängt doch noch interessant wird. Allerdings verstehe ich jeden, der einfach nicht durchhält. Kann man machen, muss man aber nicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Schule der Lügen" von Wolfram Fleischhauer

    Schule der Lügen

    mlay

    03. January 2012 um 20:10

    Intelligent geschriebenes Buch, dessen Ausgang bis zum Ende hin offen bleibt.

  • Rezension zu "Schule der Lügen" von Wolfram Fleischhauer

    Schule der Lügen

    Irma_lagreque

    20. November 2011 um 13:39

    Geistesgeschichtlich sehe ich Fleischhauers Buch in der Entwicklung seines für mich trotz fünf Sterne noch besseren Werkes (6 Sterne, wenn das ginge) "Das Buch in dem die Welt entstand". Nachdem die etablierten Religionen durch Kant sinnlos wurden, aber die Spiritualität sich nicht in Luft auflöste, war die Gegenentwicklung die verzweifelte Suche nach neuen religiösen Inhalten. Im auslaufenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem alternativen Münchener Viertel der Kreis der Kosmiker um Schuler, Georges und Wolfskehl, die sich aus der Denkschule der Gnostiker ein eigenes, zunehmend anitsemitisches Weltbild basteln. Franziska Gräfin zu Reventlow, die Vorlage der weiblichen Protagonisten in Fleischhauers Buch, hat in ihrem erstaunlichen Buch "Herrn Dames Aufzeichnungen" diesen Kosmikerkreis mit autobiographischer Nähe beschrieben. Während sie selbst bald diesen Kreis verließ und sich in das erste Hippiedorf der Moderne auf dem Schweizer Monte Verità zurückzog, ließ sich der aufkeimende Nationalsozialismus von den gnostischen Lehren der letzten Katharer inspirieren. Fleischhauer verpackt diese geistesgeschichtliche Entwicklung in einen spannenden halb-fiktionalen Roman, der packt, verstört und erhellt. Ein wichtiger Beitrag zur deutschen Geschichte!

    Mehr
  • Rezension zu "Schule der Lügen" von Wolfram Fleischhauer

    Schule der Lügen

    MichaelSterzik

    29. May 2009 um 23:18

    Deine Geschichte wird Dich finden" - ein Satz, der sich wie eine Bestimmung vom Anfang bis zum Ende durch den Roman "Schule der Lügen" von Wolfram Fleischhauer zieht. Zugleich ist dieser Satz das elementare Sinnbild der hier geschilderten Familiengeschichte, die dem Leser in sinniger und ungemein interessanter Form ein ganz eigenes Spiegelbild präsentiert, in dem sich ein jeder wiederfinden kann. In der heutigen schnelllebigen Zivilisation, in der Moral, Ethik und Anstand oftmals nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, lässt Fleischhauers "Schule der Lügen" den Leser genau über diese Problematiken in philosophischer Weise ins Grübeln kommen. Wie oft verrennen wir uns in geheimen Wünschen und Hoffnungen und vergessen dabei unsere eigene Persönlichkeit in den Mühlen von Arbeit, Verpflichtungen gegenüber der Familie und dem Druck, der daraus resultiert? Wie oft meinen und empfinden wir, dass wir uns in einem Irrgarten verlaufen haben und unmöglich den erlösenden Ausgang finden können? Wenn wir dann eines Tages die Wahrheit über uns selbst herausfinden, ist es meist zu spät, um die verlorene Zeit einzufangen, und wir fügen uns dem scheinbar unausweichlichem Schicksal. Wolfram Fleischhauer erzählt in seinem 2006 erschienen Roman elegant und einfühlsam ein abgründiges Familiendrama voller Intrigen, Täuschungen und Lügen, Verführungen und Liebe, mit dem Hintergrund, uns aufzuzeigen, was wirklich wichtig im Leben ist, um sich selbst verwirklichen zu können. Die Geschichte Der junge adlige Student Edgar von Rabov verbringt seine Abende und Nächte in dunklen Bars und zweifelhaften Etablissements in den Tagen der Weimarer Republik, inmitten von Berlin. In den goldenen Zwanzigerjahren der Weimarer Republik ist er auf der Suche nach sich selbst, vernachlässigt dabei das Studium der Chemie, sich dessen bewusst, dass er der Alleinerbe des väterlichen Konzerns ist, obwohl er nicht davon innerlich nicht überzeugt ist, der Aufgabe und Nachfolge seines Vaters gerecht zu werden. In einer kalten Februarnacht des Jahres 1926 begegnet Edgar eine exotisch aussehende, schöne Inderin, mit der er heimliche Blicke tauscht, doch die Edgar offensichtlich nicht sonderlich interessant findet. Außerdem befindet sie sich in Begleitung eines mysteriösen älteren Herrn, der zudem noch aus England zu kommen scheint. Beim Verlassen der Bar steckt ihm die orientalische Schönheit im Vorbeigehen einen Zettel zu: "Übermorgen hier. Ich erwarte Sie." Edgar trifft sich mit der jungen Inderin Alina und kann sich ihrem exotischen Zauber nicht entziehen. Alina wirkt auf den jungen von Rabov anziehend, zugleich aber auch abschreckend und widersprüchlich. Er lässt sich auf ein abgründiges Liebesabenteuer mit ihr ein, das er selbst nicht gänzlich ergründen kann. Edgar empfindet nach und nach eine immer tiefere Zuneigung für Alina, doch seine intolerante und standesbewusste Familie sieht diese Verbindung nicht gerne, lässt ihn beschatten und setzt ihn persönlich stark unter Druck. Edgar soll sich seiner Position in der Familie und seiner Verpflichtung gegenüber Deutschland bewusst werden. Edgar und Alina bewegen sich in einer Art von Zwischenwelt, voller ungelöster Fragen. Bei aller Zuneigung, die sie füreinander empfinden, wird ihre Liebe auch von einer philosophischen Sicht der Dinge begleitet. Eines Tages verschwindet Alina plötzlich ohne Vorankündigung und reist zurück nach Indien, das unter englischer Kolonialherrschaft steht. Edgar folgt ihr entschlossen; er will Antworten auf all seine Fragen finden, doch was er stattdessen findet, ist zunächst die Vergangenheit seiner Familie - oder einer Familie, die er bis dahin zu kennen glaubte ... Leseprobe Und dann war dieser Brief gekommen. Ein Brief von ihr. Wie oft hatte er ihn schon gelesen? Diesen Abschiedsbrief, der keinerlei Erklärung enthielt. Edgar, bitte folge mir nicht. Es war alles falsch. Vergiss mich. Es tut mir unendlich leid, was geschehen ist. Bitte hasse mich nicht. Und Du würdest mich hassen, wenn wir uns noch einmal begegnen würden. Auch deshalb gehe ich. Was immer Du glauben magst: Auf meine Weise war ich immer ehrlich zu Dir. Auch mein Körper, vor allem mein Körper, der noch immer nach Dir ruft. Ohnehin sind nur unsere Körper ehrlich. Bitte vergiss, was geschehen ist. Wenn Du es kannst. Ich würde einiges dafür geben, wenn ich die Zeit zurückdrehen und alles ungeschehen machen könnte. Auch wegen Phil. Allein ich bin an allem schuld. Ich habe den Brief zahllose Male geschrieben und wieder zerrissen. Denn wie sollte ich Worte für uns finden? Oder gar letzte Worte? Leb wohl. Alina. Die Briefmarke auf dem Umschlag war italienisch, abgestempelt in Genua. Zwei Stunden später stand Edgar vor dem Schaufenster der Norddeutschen Lloyd am Tauentzien und studierte die Linienpläne nach Ostasien. Kritik Wolfram Fleischhauers "Schule der Lügen" ist ein sehr mitreißender Roman, der von Schuld und Lüge erzählt, von Täuschung und Intrigen, Verführung und Freiheit. Ein Familienroman, der kompliziert erscheint und trotzdem eine philosophische Liebesgeschichte beinhaltet, die zum Nachdenken anregt. In der bewegten Weimarer Republik, in welcher der Roman spielt, schickt Fleischhauer die Hauptperson Edgar von Rabov auf eine Suche nach der Liebe, nach der Wahrheit und schließlich auf die erlösende Suche nach sich selbst. Der Autor beweist sich als sehr guter Geschichtslehrer und entführt den Leser in die bewegten gesellschaftlichen Tage zwischen den beiden Weltkriegen. Er schreibt auch aus der Sichtweise der "adligen" Bevölkerung, die dem Untergang geweiht zu sein scheint und verbissen um die alten Werte und Normen kämpft - allerdings bereits auf verlorenem Boden. Zwischen Mystik und der ganz anderen Lebensweise in Indien, zwischen Religionen und damit verschiedenen Grundsätzen von Moral und Ethik bewegen sich die hervorragend ausgestalteten Charaktere in "Schule der Lügen". Ein Hauch von Orientalismus im andersartigen und fernen Indien sowie das schwelende Pulverfass des dekadenten Berlins werden dem aufmerksamen Leser vor das innere Auge gebracht. Ich kann die Lektüre dieses Roman jedem Leser nahelegen. Besonders zu gefallen wissen als wichtiger Bestandteil des Romans die philosophischen Gespräche, die Fragen nach dem Sinn eines Lebens, nach den elementarsten Grundsätzen des Lebens. Sicherlich Fragen, die sich der Leser individuell beantworten muss und auch sollte, schließlich befindet sich ein jeder auf die Suche nach dem "Wer bin ich? Wohin gehe ich? Worin besteht der Sinn?" "Schule der Lügen", der fünfte Roman von Wolfram Fleischhauer, ist überraschend gut und der Autor weiß mit seinem Wissen um Indien und die innerdeutsche Politik in der Weimarer Republik zu überzeugen. Wolfram Fleischhauer, geboren 1961 in Karlsruhe, studierte in Deutschland, Spanien, Frankreich und in den USA. Als Konferenzdolmetscher pendelt er zwischen Brüssel und Berlin, wo er zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn lebt. Unter anderem hat Wolfram Fleischhauer die Romane "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" und "Das Buch, in dem die Welt verschwand" veröffentlicht. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Schriftsteller, deren Romane auch international erfolgreich sind. - Details - Autor: Wolfram Fleischhauer Titel: Schule der Lügen Gebundene Ausgabe: 528 Seiten Verlag: Piper; Auflage: 4 (August 2006) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3492048463 ISBN-13: 978-3492048460 Produktmaße: 20,8 x 13,8 x 4,6 cm Danke fürs Lesen und Kommentieren. Michael Sterzik

    Mehr
  • Rezension zu "Schule der Lügen" von Wolfram Fleischhauer

    Schule der Lügen

    Franzi

    10. July 2007 um 03:47

    Junger deutscher Adliger verfällt einer wunderschönen aber undurchsichtigen Inderin. Schauplätze sind sowohl Berlin als auch Indien in der Zeit um 1926. Zur Story: Edgar verguckt sich in Alina. Beide haben Sexabenteuer ohne Ende in und um Berlin. Aber weshalb hält sich die exotische Schönheit gerade in Berlin auf und welche Rolle spielt ihr englischer Begleiter? Hinzu kommt, dass Edgars Familie ganz und gar nicht mit dieser Verbindung einverstanden ist und einen Neffen auf Edgar ansetzt, die Sache zu beenden. Mit dem Verschwinden Alinas kommen dann Antworten in das "dunkle" Geheimnis der Familie... Gut, aber es ging besser in "Drei Minuten mit der Wirklichkeit".

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks