Wolfram Fleischhauer Torso

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Inhaltsangabe zu „Torso“ von Wolfram Fleischhauer

Ein außergewöhnlicher Kriminalfall inmitten der Hauptstadt der Gier: In einem verlassenen Plattenbau in Berlin-Lichtenberg macht die Polizei eine grausige Entdeckung - ein Frauen-Torso mit Ziegenkopf, gehüllt in mittelalterlich anmutendes Tuch. Der bizarre Fund bleibt nicht der einzige seiner Art. Noch am selben Morgen stößt eine Putzfrau in einem Club auf ähnlich schockierend inszenierte Leichenteile. Hauptkommissar Martin Zollanger befürchtet eine Mordserie – oder ist es das makabre Statement eines Psychopathen? Zollanger tappt im Dunkeln und zweifelt angesichts solcher Monstrositäten am Sinn seines Berufes. Unterdessen sucht die junge Streetworkerin Elin vergeblich das Gespräch mit ihm. Sie ist überzeugt, dass ihr Bruder, der sich in Berlin das Leben genommen haben soll, ermordet wurde. Kurz vor seinem Tod hatte er schreckliche Angst – doch warum sollte der allseits beliebte, erfolgreiche IT-Spezialist einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein? "Man folgt den beiden Helden atemlos durch einen Berliner Politik- und Bankensumpf von Habgier, Verrat und Versuchung, um am Ende vor einem absolut stimmigen Bild zu stehen. " Bücher

Wirklich guter deutscher Berlin-Thriller. Typisch Fleischhauer: sehr Empfehlenswert!

— BuchstabeK
BuchstabeK

...meine Meinung ist etwas gespalten.

— Mordsbuecher
Mordsbuecher

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  • Wer sich für diese Themen interessiert, der hat mit diesem Buch einen Volltreffer gelandet.

    Torso
    Mordsbuecher

    Mordsbuecher

    19. February 2017 um 22:21

    Gleich zu Beginn begibt man sich mit Kommissar Zollanger auf dem Weg zu einem Hochhaus in die Hauptstadt Berlin, wo man eine weibliche Leiche fand. Eher gesagt einen Torso, der aufwendig dargestellt wurde, ohne Arme und Beine, aber was sehr außergewöhnlich war, mit einem Ziegenkopf. Martin Zollanger und sein Team stehen vor einem großen Rätsel, denn sowas haben sie noch nicht erlebt. Bald darauf finden die den nächsten Torso und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Parallelen zu den Geschehnissen kann die Hamburgerin Elin immer noch nicht glauben, das ihr Bruder Erik Selbstmord begangen haben sollte. Von der ersten Minute an war für sie klar, es war Mord!!! Aber um dies zu beweisen, macht sie sich auf den Weg nach Berlin, um nach Hinweisen zu suchen und nimmt Kontakt zu Martin Zollanger auf, der in diesem Fall ermittelt hat. Hat Erik was mit dem Morden an den Frauen zu tun??? Oder ist das das Ergebnis aus Habgier, Betrug oder Macht aus der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Ging man da zu weit oder hielt einer dem Druck nicht mehr stand!?? Ich gehöre zu den glücklichen Lesern, die das Buch vor dem Erscheinungsdatum lesen durften. Als ich das Buch in der Hand hielt, wollte ich es sofort lesen denn das Cover, was ich sehr gelungen finde und die Kurzbeschreibung haben mich sehr neugierig gemacht. Das war mein erstes Buch was ich von Wolfram Fleischhauer gelesen haben und meine Meinung ist etwas gespalten. Die Idee mit den Leichen und den Fundorten fand ich sehr gelungen. Doch waren sehr viele langatmige Szenen darin, die man hätte verkürzen können. Ging mir dann doch zu sehr ins Detail von Politik und Wirtschaft und man musste sich gedulden, bevor die Spannung wieder anstieg. Wer sich für diese Themen interessiert, der hat mit diesem Buch einen Volltreffer gelandet.

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  • guter krimi

    Torso
    Biankas_Buecherkiste

    Biankas_Buecherkiste

    13. November 2015 um 11:51

    Mit Torso kommt der erste Kriminalroman in mein Rezensionsregal und ich bereue es nicht.  Der Krimi war sehr gut aufgebaut, die Spannung blieb bis zum Schluss, und dieser hatte es noch mal hin sich. Die überraschende Wendung zum Schluss wahr sehr gut umgesetzt und war nicht zu vermuten. Man hatte zwar dazwischen schon mal ein paar Vermutungen, aber nie konnten sich dieser verdichten. Der Schreibstil war sehr flüssig und man konnte das Buch garnicht mehr aus der Hand legen. Handlungstränge waren es zwei bis drei Stück die dann zu einem wurden und miteinander verknüpft wurden. Sehr gut umgesetzt. Dieses Buch war das erste von Wolfram Fleischhauer. Ich bin deswegen mit keiner Vormeinung ran gegangen. Deshalb konnte ich mich ganz auf die Handlung konzentrieren. Und wurde nicht enttäuscht. Das Cover passt hervorragend zum Thema Mord und allgemein zum Buch. So düster und geheimnisvoll.  Die verschiedenen Handlungstränge bringen eine gute Abwechslung ins Buch. Der Schluss war überraschend, und sehr gut aufgebaut. Ich bedanke mich herzlichst beim Droemer Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Allegorie der Guten und Schlechten Regierung

    Torso
    Irma_lagreque

    Irma_lagreque

    13. May 2013 um 22:27

    Ich zäume ja gern das Pferd von hinten auf, will sagen, mich interessiert in erster Linie, wie die Idee zu einem Roman entsteht und ob man das aus dem Roman herauslesen kann. Wolfram Fleischhauer gibt in seinem spannenden Thriller Torso im Nachwort einen wichtigen Hinweis darauf: Die Idee zu diesem Roman kam mir im Saal der Neun im Museo Civico, Siena, dessen Besuch ich auch den Nicht-Thriller-Lesern unter uns Steuerzahlern sehr ans Herz lege. Der Roman wurde 2011 veröffentlicht, somit vermutlich 2 bis 3 Jahre zuvor vorbereitet und geschrieben. Also mitten in der Finanzkrise. Ich stelle mir das so vor: Fleischhauer steht also in diesem Museum, sieht dieses Wandgemälde, die eine korrupte Regierung einer volksnahen gegenüberstellt, indem sie die korrupte mit chimäre Fratzen zeigt und überlegt sich, was passieren würde, wenn jemand in heutiger Zeit die Nase gestrichen voll hat von den Machenschaften und Mauscheleien zwischen Politik und Finanzwelt, wie sich die 'Großen das Geld der Kleinen untereinander aufteilen, und beschließt, einem Amoklauf gleich, dieser korrupten Regierung und den Verantwortlichen für die Bankenkrise die Chimären aus den Gemälden in Form von zusammengesetzten Leichenteilen aus Mensch und Tier vor die Augen zu setzen. Nachdem die Frage dann noch geklärt ist, wer sowas tut und inwiefern es gerechtfertigt sein kann, zu solchen drastischen Mittel zu greifen - natürlich nicht, aber es ist ein probat-gruseliges Mittel, um drastisch auf solche Verstrickungen in der Finanzwelt aufmerksam zu machen, so, dass einem die Augen schlackern. Damit steht das Grundgerüst für einen Thriller und er beginnt auch mit dem Fund dieser Inszenierungen. Den Roman selbst verlegt er aber in das Jahr 2003 und spricht damit rückwirkend eine Warnung aus. Klappeninnentext:Ein Frauentorso mit Ziegenkopf, gehüllt in mittelalterlich anmutendes Tuch... Der bizarre Fund, der in einem Plattenbau in Berlin-Lichtenberg auf die Mordkommission wartet, bleibt nicht der einzig seiner Art. Noch am selben Morgen macht eine Putzfrau in einem Szene-Club eine nicht weniger grausige Entdeckung. Hauptkommissar Martin Zollanger befürchtet eine Mordserie - oder ist es gar das makabre künstlerische Statement eines Psychopathen? Zollanger, der ehemalige Volkspolizist, tappt im Dunkeln und zweifelt angesichts solcher Monstrositäten einmal mehr am Sinn seines Berufes. Unterdessen sucht die junge Streetworkerin Elin Hilger vergeblich das Gespräch mit ihm. Sie ist überzeugt, dass ihr Bruder, der sich in Berlin das Leben genommen haben soll, ermordet wurde. Kurz vor seinem Tod hatte er schreckliche Angst - doch warum sollte der allseits beliebte IT-Spezialist einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein?Als etwas später deine junge Frau entführt wird, deren Vater in höchsten politischen Kreisen verkehrt, muss Zollanger handeln. Muss die Rätsel verknüpfen die Botschaft der Torsi entschlüsseln - samt den Horrorszenarien, die sie symbolisieren. Denn in der Hauptstadt aller Gier hat jemand sich aufgemacht, Rache zu nehmen für einen gigantischen Skandal, der niemals öffentlich werden durfte... Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Stil und Sprachduktus. Von seinen bisherigen Romanen war ich es gewohnt, von seinen dichten Beschreibungen sofort in die Welt des Buches hineingezogen zu werden. Das war diesmal anders. Die Sätze sind kurz, sachlich und ohne jegliches Gefühl. Aber das ändert sich je näher einem die einzelnen Figuren der Geschichte kommen. So ist man bald wieder beim gewohnten Fleischhauer angekommen, der einen zunehmend fesselt. Im Nachhinein interpretiere ich das Stakkato linearer Informationsschnipsel als die notwendige Distanziertheit der Polizeiarbeit. Diese Funde, mit denen sich das Team um Hauptkommissar Martin Zollanger beschäftigen muss, verlangt das geradezu, um nicht den Verstand zu verlieren. Fleischhauer versteht es brillant, zahlreiche Puzzleteile nach und nach auf den Tisch zu legen, die einem Ahnungen mitgeben und dennoch, enttäuscht von der eigenen Detektivarbeit, wieder im Dunkeln tappen lassen, bis er schließlich eine Bombe platzen lässt, die niemand wahrhaben will. Wenn man seit der Entführung von Inga bis dahin nicht ohnehin schon gefesselt an den Seiten hing, spätestens jetzt muss man die Auflösung erfahren.Geschickt gibt er in drei Szenen, die augenscheinlich recht überflüssig daherkommen wichtige Hinweise auf den tatsächlichen Täter, so dass man vorab eine Ahnung haben kann, die einem am Ende ausführlich und schlüssig bestätigt wird. Bis auf 'Drei Minuten mit der Wirklichkeit' habe ich alle Romane von Fleischhauer gelesen, inklusive der Fantasía-Fanfiction 'Die Verschwörung der Engel'.Nach den für mich stärksten 'Das Buch in dem die Welt verschwand' und 'Die Schule der Lügen' schwächelte er ein wenig mit 'Der gestohlene Abend'.Bei Torso dreht er wieder zur altbekannten Form auf. Mein Fazit: Premium! Torso, erschienen bei Droemer-Knaur (2011, 427 Seiten), ist der erste Teil eines Drei-Buch-Projektes. Im September 2013 folgt "Schweigend steht der Wald"

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  • Torso

    Torso
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 11:08

    In einem Abrisshaus im Osten von Berlin findet die Polizei einen grausig mit Tierteilen dekorierten zur Schau gestellten Frauentorso. Hauptkommissar Zollanger hat so etwas in seiner langjährigen Laufbahn als Kripo-Beamter, sowohl in der ehemaligen DDR als auch im vereinten Deutschland, noch nicht gesehen. Während er mitten in den Ermittlungen steckt, kämpft Elin Hilger darum, die Ermittlungen um den als Selbstmord abgetanen Tod ihres Bruders Eric, er war IT-Spezialist, wieder aufrollen zu lassen. Dazu braucht sie Zellangers Unterstützung, er war mit diesem Fall betraut. Gleichzeitig verschwindet die Bankierstochter Inga Zieten, deren Vater unter allen Umständen die Polizei aus den Ermittlungen heraushalten will. Wolfram Fleischhauers Genre-Palette ist weit gefächert. Mit "Torso" gab er sein Debüt als Thriller-Autor. Mit viel Thrill begann er auch die Handlung, die um das Jahr 2002 in Berlin angesiedelt ist. Die Beschreibung des makaber in Szene gesetzten Torsos ist sicher nichts für Zartbesaitete und Leser mit schwachen Nerven, sie ist ungeschönt, grauenhaft und dabei sehr gut vorstellbar. Dann baut er um die drei Handlungsstränge eine intelligent konstruierte, vielschichtige und gleichzeitig komplexe Geschichte auf. So werden Machenschaften in der Finanzwelt, Korruption, organisiertes Verbrechen, Stasivergangenheit thematisiert, ohne den Thriller damit zu überladen. Im Mittelpunkt von "Torso" steht nicht wie üblich die Ermittlungsarbeit der Polizei, sie wird zwar nie aus dem Auge verloren, es geht aber um mehr, es geht um Moral, Ethik und Verantwortung. So ist auch die auf den ersten Blick recht skurril erscheinende Elin Hilger für diesen Roman in ihrer Andersartigkeit ein Glücksgriff. Weitgehende Konsumverweigerung steht konträr zu der Skrupellosigkeit und der maßlosen Gier der Banker. Auch an anderen Stellen kommt Fleischhauer in seinem Thriller - ungewohnt für dieses Genre, aber deshalb um so bemerkenswerter - ins Philosophieren. Die Charakterisierung der Personen fand ich sehr gelungen. Alle wirkten in ihrem Auftreten ehrlich, echt und glaubwürdig, wenn auch mitunter kauzig, sonderbar und bizarr. Ein wenig vermisst habe ich diesem Thriller den von mir so geschätzten ausgefeilten Sprachstil des Autors, das ist aber wohl eher dem Genre anzulasten als der Schreibkunst Wolfram Fleischhauers. Mich hat dieser Thriller, einschließlich des Nachwortes, sehr gut unterhalten. Lediglich das Ende fand ich etwas zu konstruiert und auch etwas zu schnell herbeigeführt. Nicht alle Fragen wurden direkt geklärt, aber da sei es der Fantasie des Lesers überlassen, die eigenen Schlüsse zu ziehen.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    walli007

    walli007

    01. February 2013 um 10:39

    Die schlechte Regierung Den Ermittlern stehen förmlich die Haare zu Berge als sie zum Fundort eines weiblichen Torso, auf dessen Hals ein Ziegenkopf montiert wurde, gerufen werden. Wie kann diese Leiche in das leerstehende Hochhaus gekommen sein und wieso sind die sterblichen Überreste so zugerichtet. Kaum werden die Beamten mit der Besichtigung des Fundorts fertig als schon die nächsten üblen Fundstücke auftauchen, diesmal in einem Hinterzimmer einer Szene-Discothek. Da hat Kommissar Zollanger wirklich keine Zeit für Elin Holger, deren Bruder sich vor einigen Wochen umgebracht hat. Eine Tat, von der sie überhaupt nicht überzeugt ist. Und deshalb versucht sie herauszufinden, was mit ihrem Bruder wirklich geschehen ist. Was wie ein ganz normaler Kriminalfall mit gewissem Ekelpotential anfängt, entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der seinesgleichen sucht. Da geht es um die Gier des Menschen, der manchmal nur das Wort Gewinn hören muss, um die wildesten Risiken auf sich zu nehmen. Und wenn die Risiken zu einem Totalausfall führen, sorgt die Gier natürlich dafür, dass dieser Ausfall der Allgemeinheit (sprich dem Staat, sprich dem Steuerzahler, also uns allen) aufgebürdet wird. Dieses Szenario ist also keineswegs aus der Luft gegriffen, wir kennen es und müssen nur die Zeitung aufschlagen, in der fast täglich davon berichtet wird. Auch beruflich mag uns die Gier begegnen. Jeder wird es wissen, der in bestimmten Branchen arbeitet. Vielleicht wirkt sie auch in uns selbst die Gier, seien wir ehrlich, sind wir frei davon. In diesem Roman jedenfalls zeigt der Autor, dass die Gier vor fast nichts und fast niemandem halt macht. Zu stoppen ist sie schon gar nicht, fühlt sie ihre Pfründe bedroht, wird sie rabiat und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Fesselnd wird hier das Wirken der Gier beschrieben. Wer weiß, was wir alles nicht wissen. Wer weiß, ob es nicht auch besser so ist. Jedenfalls verantworten hier locker Menschen ihre Taten nicht, nein, sie finden immer wieder Rechtfertigungen auch für die schlimmsten Handlungen und machen sich noch über die Dummheit derer, die sie bis aufs letzte Hemd ausziehen lustig. Grimmig könnte man werden, beim Lesens dieses Buches, in dem etliche Wahrheiten unverblümt ausgesprochen werden. Ich fand es klasse, grrrr.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Nini61

    Nini61

    16. May 2012 um 16:46

    Ein menschlicher Torso mit einem Ziegenkopf, ein Lamm mit einem menschlichen Arm als Innerei und ein Menschenkopf auf einer Puppe mit einer Kralle statt Hand. Normalerweise ergibt das einen Thriller, den man nicht aus der Hand legt. So hatte ich mir das vorgestellt bei diesem Buch. Leider war das Ganze dann mehr ein Wirtschaftsthriller und ein Ost/West Konfliktroman. Kommissar Zollanger, kurz vor der Rente, von allem enttäuscht ermittelt in diesem Fall von Leichenfunden. Gleichzeitig sucht die junge Elin Hilger jemanden, der ihr glaubt, dass ihr Bruder ermordet wurde und sich nicht selbst getötet hat. Alles läuft dann bei einem Wirtschaftsboss in Berlin zusammen. Für mich war die Story zu weit hergeholt. Alles blieb irgendwie undurchsichtig. Die Erklärungen über die Finanzsituation und das Geklüngel um Macht und Geld in Berlin waren zu langatmig und für einen Nicht-Banker nicht zu verstehen. Jedenfalls nicht für mich. Ich war insgesamt ziemlich enttäuscht, ich hatte mir vom Klappentext weit mehr versprochen.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    AennA

    AennA

    24. April 2012 um 22:55

    In einer einschlägigen Szenekneipe wird ein grotesk inszenierter Torso gefunden. So etwas haben selbst die Beamten der Berliner 7. Mordkommission um Hauptkommissar Martin Zollanger noch nicht gesehen. Und es soll nicht bei dem einen Fund bleiben. Auch an anderen Standorten werden menschliche Leichenteile, verziert mit Teilen von Tierkadavern, gefunden. Zollanger und seine hübsche Kollegin Sina arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung dieser Mysteriositäten und könen Störungen von aussen gar nicht brauchen. Dennoch wird der Hauptkommissar abgelenkt von einer jungen Frau, die unbedingt den Kontakt zu ihm sucht. Elin, deren Bruder Eric vor ein paar Wochen erhängt an einem Baum gefunden wurde, will nicht an einen Selbstmord glauben. Sie ist überzeugt davon, dass Eric ermordet wurde und legt sogar Beweise vor. Ihr Bruder verfügte über hochbrisante Informationen.... Während mich Mord und Totschlag in einem Thriller ganz sicher interessieren, begeistert mich Wirtschaftskriminalität dagegen gar nicht. In "Torso" treffen diese beiden Themen aufeinander und lassen den Leser über ihre Zusammenhänge in der Geschichte rätseln. Diese werden wohl im Verlauf erläutert, bedeuteten für mich aber schwer durchschaubare Kost, die zu einem eher unglaubwürdigen Ende führt. Wolfram Fleischhauer ist einer guten Idee nachgegangen und hat sich für sein Thrillerdebüt eine komplexe Story ausgedacht, die vielversprechend und auch spannend beginnt. Er lässt aber zu viele Komponenten einfließen, die mich als Leser dann fast überfordert und letztendlich mit zu vielen Fragen zurückgelassen haben. Dabei lässt sich "Torso" durchaus flüssig lesen, entspannend ist die Lektüre trotzdem an vielen Stellen nicht, will man das Gelesene auch verstehen und die Zusammenhänge begreifen. Was der Autor seiner Geschichte zu viel gegeben hat, hat er an seinen Mitwirkenden gespart. Fleischhauer hat mit seinem Protagonisten Martin Zollanger, als "Fast-Pensionär" mit einer kleinen Schwäche für seine junge Kollegin, einen interessanten Charakter erfunden, den ich gerne noch etwas besser kennen gelernt hätte. Auch die weiteren Personen hätten ein wenig mehr Farbe vertragen und waren für mich zum Teil kaum voneinander zu unterscheiden. Lediglich von Elin hatte ich ein recht genaues Bild. Nichtsdestotrotz hat mir der Schreibstil des Autors gut gefallen, so dass ich einem seiner Vorgängerbücher ( bsw. "Die Frau mit den Regenhänden" oder "Die Purpurlinie") durchaus eine Chance geben würde. "Torso" hat mich jedoch leider nicht zu 100% überzeugen können, auch wenn die Geschichte einigen Stoff zum Nachdenken bietet. Doch selbst im Nachhinein fällt mir dies schwer....

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Ulf_Borkowski

    Ulf_Borkowski

    04. March 2012 um 19:47

    Ein grausiger Fund in einem leer stehenden Plattenbau in Berlin-Lichtenberg ruft den 61-jährigen ehemaligen Volkspolizisten Kommissar Martin Zollanger und sein Team auf den Plan. Dem als groteske Skulptur inszenierten Frauentorso mit aufgesetztem Ziegenkopf folgt kurz darauf ein weiterer skurriler Fund. In einem bekannten Szene-Club findet eine Putzfrau einen mit menschlichen Körperteilen gefüllten Kadaver eines Lamms. Das Ermittler-Team steht vor einem Rätsel. Handelt es sich um grausame Ritualmorde? Und was will der Täter mit den Bildern aussagen? Parallel zu den Ermittlungen versucht die zwanzigjährige Elin Hilger Kontakt zu Kommissar Zollanger aufzunehmen. Sie will den Beamten davon überzeugen den Fall ihres Bruders wieder aufzunehmen, der seinerzeit als Selbstmord eingestuft wurde. Doch Elin Hilger ist davon überzeugt, dass ihr Bruder ermordet wurde und kann mit einigen Ungereimtheiten im Leben ihres Bruders aufwarten, die auf eine Verstrickung seiner ehemaligen Firma BIG hinweisen. Zieten ist Leiter einer Berliner Bank, die Gefahr läuft in Konkurs zu gehen. Mit einem perfiden Plan versucht er die Schulden auf das Land Berlin abzuwälzen, doch dann wird seine Tochter entführt. In drei Handlungssträngen, die zunächst keine offensichtliche Verbindung haben, greift Wolfram Fleischhauer in „Torso“ das Thema der Bankenkrise auf und bedient sich dem Vorbild des „Berliner Bankenskandals“. Die Vorgänge um die landeseigene Bankgesellschaft Berlin, deren wirtschaftlicher Zusammenbruch das Land Berlin finanziell in Milliardenhöhe belastete, hatte 2001 den Sturz des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen zur Folge. So weit eine gute Idee für einen Thriller, doch leider verspekuliert sich Fleischhauer diesmal. Sein Protagonist und die anderen Figuren bleiben oberflächlich und stereotyp. Doch es kommt noch schlimmer. Was als Wirtschaftskrimi noch sehr gut begann, wird zu einem schnell skurril werdenden Ost-West-Thriller mit einer gehörigen Portion Stasi, die zusehends unglaubwürdig und schwer nachvollziehbar wird. Die Wendungen in der Geschichte werden immer abstruser und die Auflösung wirkt an den Haaren herbei gezogen. Der Thriller hat durchaus gute Ansätze und beginnt sehr viel versprechend. Fleischhauer hätte sich hier sicher lieber zwischen Wirtschafts-Thriller mit aktuellem Bezug oder Stasi-Thriller entscheiden sollen, aber das titelgebende Verbrechen ist insgesamt so abstrus, dass auch dieses die Geschichte wohl kaum zu retten vermocht hätte. „Torso“ kommt leider bei weitem nicht an die durchaus anspruchsvollen Vorgänger heran.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Kolibri1966

    Kolibri1966

    02. February 2012 um 22:36

    "Torso", schon allein der Titel des Covers erscheint sehr vielversprechend. Die Ereignise überstürzen sich, als in einer Fabrikhalle plötzlich ein weiblicher Torso mit einem Ziegenkopf entdeckt wird. Es bleibt aber nicht bei dieser Entdeckung. Parallel dazu wird die Tochter eines hochstehenden Wirtschaftsbosses entführt. Und schlussendlich wird noch eine dritte Front eröffnet, indem sich eine junge Streetworkerin an Hauptkommissar Zollanger wendet, da sie nicht an einen Selbstmord ihres Bruders glaubt. Was haben diese drei Fälle miteinander zu tun oder sind doch alle seperat zu betrachten? Hauptkommissar Zollanger und sein Team haben alle Hände voll zu tun, in einer Stadt deren Kassen leer und marode sind. Statt Antworten zu finden werden immer mehr Fragen aufgeworfen. Was hat es mit den mysteriösen Zeichnungen und lateinischen Sätzen auf sich? Warum werden nur an bestimmten Orten diese schaurigen Torsi deponiert? Warum verhält sich der Staatsanwalt so verdächtig? Das ganze Geschehen spielt in Berlin. Einer Stadt die nach der Wiedervereinigung große Probleme hat sich zu finden und in der Gier, Verrat und Vertuschung herrscht!! Auch Zollanger, der aus der ehmaligen DDR stammt hat Probleme sich in diesem Umfeld zurechtzufinden. Dieser Thriller ist es wert gelesen zu werden, zumal man nicht nur spannend unterhalten wird, sondern auch einiges über die wirtschaftliche und politische Lage erfährt! Ich habe das Buch förmlich verschlungen und hatte eine kurzweilige Unterhaltung :-)

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. December 2011 um 14:45

    Der Titel und das Cover lassen auf einen klassischen Thriller schließen, und wenn nicht der Name Fleischhauer auf dem Buch gestanden hätte, hätte ich es mir vermutlich nicht gekauft. So aber war ich mir ziemlich sicher, dass ich Unterhaltung auf einem hohen Niveau bekommen würde und schon nach einigen Kapiteln war ich dank des fesselnden Schreibstils ganz in der Handlung gefangen. Auch wenn alles recht konventionell mit dem Auffinden einer Leiche bzw. Leichtenteilen anfängt, so wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt. Vor allem die hier beschriebene Verstrickung der Banken in verlustreiche Milliardengeschäfte hat etwas in mir bewegt. Ich stehe allem, was mit Finanzen zu tun hat, sonst sehr misstrauisch gegenüber, weil ich das Gefühl habe, das alles überhaupt nicht überblicken geschweige denn verstehen zu können. Da wäre es einfach zu sagen: „Das interessiert mich nicht!“ Aber eigentlich hat es mich als Steuerzahlerin sehr wohl zu interessieren, was mit meinem Geld passiert. Dass die hier geschilderten Ereignisse zum Teil auf wahren Begebenheiten basieren, macht die Sache nur noch ungeheuerlicher. Übrigens fand ich es sehr schön, dass die Erläuterungen zu diesem Thema so verständlich geschrieben worden sind, dass man auch als Laie einigermaßen durchblicken kann. Ich hatte zwar schon ziemlich früh eine Ahnung, wer der Täter sein könnte, die sich auch als richtig erwies. Das hätte mich bei einem normalen Krimi etwas gestört, aber bei Torso geht es um so viel mehr als um die reine Mördersuche, daher konnte ich gut damit leben. Das Ende bietet einen schönen Ausklang, auch wenn nicht alle Handlungsstränge komplett aufgelöst werden. Dies ist aber auch gar nicht nötig, ich mag es, wenn man als Leser seine eigene Phantasie spielen lassen kann. Insgesamt gesehen habe ich Torso sehr gerne gelesen, weil es nicht nur sehr spannend war und einige interessante Figuren enthält, sondern auch einiges in mir aufgerüttelt hat. Dennoch vergebe ich nicht die Höchstwertung, aber nur weil mir hier der Wow-Effekt, den ich bei den anderen Fleischhauer-Romanen hatte, gefehlt hat.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    baronessa

    baronessa

    10. December 2011 um 14:56

    Zollanger wird in den frühen Morgenstunden geweckt. Eine seltsam verstümmelte Frauenleiche wurde gefunden und Zollanger begibt sich an den Tatort. Was er dort sieht, geht über alles, was er bisher gesehen hatte. Zur gleichen Zeit wartet Elin auf Zollanger, denn sie hat einen Termin bei ihm. Unverrichteter Dinge muss Elin die Polizeibehörde wieder verlassen, denn Zollanger ist bei einem Einsatz. Elin will den Mord an ihren Bruder aufklären, nur die Polizei geht von einem Selbstmord aus. Als eine zweite verstümmelte Leiche auftaucht, nimmt die Geschichte eine andere Wendung. Und alles ist miteinander verstrickt. Ich war wirklich erstaunt beim Lesen, welche Wendung die Geschichte genommen hat. Angefangen bei Mord, Rachefeldzug, Korruption, Finanzwelt, ehemalige Vergangenheit in der DDR und die Stasi, es ist alles vertreten. Bei der Finanzwelt kommt man ins Grübeln, denn ist es heute anders? Das Buch lässt sich gut und spannend lesen. Immer wenn man denkt-das ist der Täter, nimmt wieder die Geschichte einen anderen Verlauf. Und auf das Ende wäre ich niemals gekommen. Die ewige Geschichte zwischen Gut und Böse, Macht und Gier nach Reichtum und der Kampf um Gerechtigkeit. Ich möchte nicht die ganze Geschichte erzählen, denn sonst liest man ja das Buch nicht mehr, wenn man alles kennt. Die Spannung wäre raus. Als ich das Cover gesehen habe, habe ich etwas ganz anderes erwartet, sicherlich keinen Wirtschaftsthriller. Aber mir hat das Buch gut gefallen. Es ist spannend und außerdem mit dem Thema sehr aktuell.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. November 2011 um 13:46

    „Torso“ war mein erstes Buch von Wolfram Fleischhauer. Dem Klappentext entnimmt man, dass er vorher „Romane über die Künste“, einen „Familienroman“ und einen „Universitätsroman“ geschrieben hat. „Torso“ ist sein erster literarischer Thriller. Und in diesem Fall muss ich leider sagen: Ich hoffe auch, sein Letzter. Das Cover sieht äußerst vielversprechend aus und auch der Klappentext verspricht eine spannende Lektüre. Doch weit gefehlt. Ich habe mich wirklich sehr selten so durch ein Buch quälen müssen. Das mag an der Story liegen: Müder Ost Ex-Vopo ermittelt mit einem farblosen Team, über dessen Vita man so gut wie gar nichts erfährt. Ein Torso, bestehend aus Leichenteilen von Menschen und Tieren, wird gefunden und bald darauf ein zweiter und ein dritter. Wer jetzt aber auf eine spannende Mördersuche oder gar gute Ermittlungsarbeit der Protagonisten hofft, wird schwer enttäuscht. Nein, die Torsi haben erst auf den zweiten Blick überhaupt etwas mit der ganzen Story zu tun. Es geht vielmehr um Korruption, Wirtschaftskriminalität, Bankwesen, Blender, Politik und Klüngel. Wohlgemerkt in der Ex-DDR. Falls jemanden dieses Thema wirklich brennend interessiert, ist er mit diesem Buch, welches meilenweit von einem Thriller entfernt ist, wohl gut bedient. Die Auflösung war für mich schlichtweg unglaubwürdig, um nicht zu sagen haarsträubend. Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Sky

    Sky

    14. November 2011 um 21:12

    Meine Meinung Ein Frauentorso wird in einem Plattenbau gefunden. Die menschlichen Teile wurden mit einem Ziegenkopf zu einer grotesken Skulptur und Hauptkommissar Zollanger wird gerufen um den Fall aufzuklären. Zuerst scheint das Täterprofil auf einen makaberen Künstler zu deuten und auch der zweite Torso scheint geradezu gewollt seinen Platz in einem Szene-Club in Berlin zu finden. Doch was hat es damit auf sich? Wieso diese Bilder? Was ist die Intention dieser Grausamkeiten? Hat der Mörder noch „Vorrat“? Derweil sucht Elin Hilger mit dem Hauptkommissar in ein Gespräch zu gekommen. Er hat die Ermittlungen in dem Todesfall ihres Bruders geführt, der klar als Selbstmord deklariert wurde. Elin ist anderer Meinung und glaubt ihr Bruder ist ermordet worden. Wieso hat er seine Festplatte sonst verschlüsselt? Wieso hatte er Schulden, dabei hat er doch gut verdient und was hat seine ehemalige Firma „BIG“ damit zu tun? Zieten ist Leiter einer Bank, die immer mehr in den Weg des Konkurses geht. Ausgeschlachtet hat er sie und das mit vollem Bewusstsein um die Schulden schlussendlich vom Stadtstaat Berlin begleichen zu lassen ohne dass sie es ahnen. Doch seine Tochter wird entführt. Ahnt jemand etwas darüber? Ist ihm jemand auf der Spur und seine Machenschaften sind entdeckt? Torso behandelt eine Thematik, die in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Medien wie der Politik gelangt ist. Es gibt keinen Tag an dem das Wort „Bankenkrise“ nicht in den Mund genommen wird. Spielend im Jahre 2003 geht dieser Thriller auf einen Wirtschaftfall ein, der ähnlich fast so geschehen ist: Der „Berliner Bankenskandal“, dessen Hintergründe heute noch im Schatten der Politik wie der Banker liegen. An dieses Ereignis angelehnt baut Wolfram Fleischhauer seinen Thriller auf und schickt seine Charaktere durch den Urwald des durchgestylten Thrillers. Doch da fangen schon die Probleme an: Der Protagonist, wie alle anderen Figuren in diesem Buch fehlt das Leben um sie greifbar zu machen. Sie haben alle einen Stempel aufgesetzt und dieser bleibt ihnen ewiglich auf der Stirn haften, was die Persönlichkeiten schlicht und ergreifend einfach blass macht. Widererkennungswert: Fehlanzeige. Besonderheiten der jeweiligen Personen: Nicht vorhanden. Bei der Geschichte verhält es sich ähnlich. Typisch beginnend mit der Leiche und der forensische Analyse verwandelt sich der Thriller immer mehr in einen Wirtschaftskrimi, der schlussendlich auch noch mit Stasi und DDR aufwartet. Zwar ist die Hauptfigur Zollanger ein Volkspolizist gewesen im damaligen Osten und durch und durch Sozialist, arbeitet aber für den heutigen Staatsapparat problemlos weiter, was aber zur Haupthandlung sehr wenig beiträgt und nur gegen Ende dann an Bedeutung gewinnt. Leider im negativen Sinne. Denn am Ende sind wir an der Geschichte vorbei, bleiben mit noch mehr Fragezeichen zurück als wir zu Beginn über uns kreisen hatten und werden etwas ausgesetzt, was als passionierter Leser nur enttäuschen kann. Zudem ist der ganze Verlauf der Handlung zeitweise nicht nachvollziehbar. Die Schritte der jeweiligen Personen sind oft wirr und basieren auf Rückschlüsse, die wie aus der Luft gegriffen scheinen. So wird aus einer simplen, schon abstrusen wirkenden, Hypothese plötzlich der Wendepunkt in der Geschichte, der alles zum Einsturz bringt. Außerdem wirkt der ganze Aufbau viel zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Zusammenhänge werden gezogen, wo eigentlich keine sein sollten. Denn von drohender Bankenpleite, die Berlin auszugleichen hat, zu Stasi und Menschentorsi wird ein weiter Bogen gespannt, der am Ende leider unter seiner Last zerbricht. Fazit Gut angesetzt, schlecht weitergeführt, katastrophal geendet. So kann man Torso zusammenfassen. Von allem zu viel und zu pathetisch aufgebaut. Hier hätte man sich an: „Weniger ist mehr“ halten sollen. Dann wäre es ein spannender Wirtschaftsthriller mit aktuellem Bezug geworden.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Bokmask

    Bokmask

    12. November 2011 um 14:26

    Zu diesem Buch habe ich eher aus Neugierde gegriffen. Habe ich doch schon drei andere Werke von Wolfram Fleischhauer gelesen. Ich war sehr gespannt darauf, zu lesen, was sich der Autor hier für uns Leser ausgedacht hat. Es ist der erste Thriller aus seiner Feder. In einem Abrisshaus wird der bizarre Fund eines Frauentorsos gemacht, der auch noch mit Teilen eine Tierkadavers ausgeschmückt wurde. Die Bediensteten der 7. Mordkommission in Berlin sind durch die Bank weg geschockt von diesem Anblick. Kurze Zeit später werden andere Leichenteile, wieder in Verbindung mit Tierteilen, gefunden. In einem zweiten Erzählstrang ermittelt eine junge Frau auf eigene Faust, da sie nicht an den Selbstmord ihres Bruders glauben kann. Doch inwiefern sich beide Stränge annähern, möchte ich nicht weiter ausführen. Das solltet ihr wirklich selber lesen. Der flüssige, gut zu lesende Schreibstil hatte mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Ich war sehr froh, dass in diesem Werk nicht so sehr auf den Ekelfaktor gesetzt wurde. Auch wenn die anfänglichen Beschreibungen nicht gerade appetitanregend waren. Das Hauptaugenmerk wurden immer mehr die Machenschaften hochrangiger Politiker. Es wird dem Leser nahe gebracht, wie es möglich wäre, eine Stadt über Jahre hinaus zu ruinieren. Nur wenn es bemerkt werden würde, wäre es längst schon zu spät. Die hohen Herren hätten die Taschen voll und wären längst nicht mehr im Amt. Denn der Autor betont, dass seine Geschichte noch reine Fiktion sei. Immer mit dabei war diese unterschwellige Spannung, die ich kaum beschreiben kann. Als ich mir dachte, ich wisse, wer der Täter sei, legte diese Geschichte eine Kehrtwendung hin, die wirklich nicht zu glauben war. Für mich absolut empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Torso" von Wolfram Fleischhauer

    Torso
    Kaisu

    Kaisu

    09. November 2011 um 16:21

    Ein „Torso“ wird in der Anatomie auch „Rumpf“ genannt, ist ein genauso kurzer Wortlaut, der die Tatsache was damit gemeint ist, nicht schöner klingen lässt. Kombiniert man nun noch das Wort mit „Frau“ und liest „Frauentorso“ wird die visuelle Vorstellung von einem menschlichen Körperteil ohne Beine, Arme und Schädel, im Kopf noch detailreicher. Aber um nichts anderes geht es in dem Buch „Torso“ von Wolfram Fleischhauer. * In Berlin wird in leerstehendem Hochhaus, was überwiegend von zerlumpten Bettlern als nächtliche Ruhestätte genutzt wird, ein drapierter Frauentorso gefunden. Aufgespießt mit einer Metallstange, auf die ein Ziegenkopf gesteckt wurde. Da ist es kein Wunder, dass die zuständigen Beamten der örtlichen Polizei sichtbar geschockt sind, nicht zuletzt Hauptkommissar Zollanger, dem schon recht vieles vor die Nase gekommen ist. Kaum hat man sich ansatzweise von dem Schock erholt, geht ein Anruf in der zentrale ein, dass ein weiteres totes Objekt gefunden wurde. Ebenfalls mit teilweise menschlichem Ursprung. Schnellstmöglich geht man allen Hinweisen nach um dem makaberen Schauspiel ein Ende zu setzen. Doch die Ermittlungen laufen ins bodenlose. Keine genetischen Abdrücke sind auffindbar und auch Zeugen lassen sich nicht ermitteln. Kurz darauf wird die Tochter eines Unternehmers entführt und man rechnet mit dem Schlimmsten. * Parallel dazu verläuft die Geschichte um das Mädchen Elin Hilger, die auf eigene Faust auf Spurensuche geht um den Mörder ihres Bruders Eric zu finden, der sich vor ein paar Monaten angeblich selbst das Leben nahm. Dabei muss sie aber schnell feststellen, dass Eric tiefer in Geschäfte verwickelt war, als sie ihm zugetraut hätte und auch die Polizei hat für sie sichtbar geschlampt in ihren Ermittlungen. Um mehr Informationen zu bekommen und die Akte wieder öffnen zu können, hat sie einen Termin mit dem zuständigen Kommissar ausgemacht, der aber gerade zu einem Einsatz gerufen wurde und ihn nicht wahrnehmen kann. Doch anstatt zu warten ermittelt sie selbst und wirbelt schnell ein Hornissennest auf, was sie alleine niemals hätte anrühren sollen. * Wolfram Fleischhauer hat einen flüssigen Schreibstil, der einen nicht sonderlich stocken lässt. Geschickt lässt er anfangs die zwei Handlungstränge getrennt von einander laufen, bis sie sich Stück für Stück sich immer näher kommen und irgendwann zu Einem werden. Anfangs macht das Buch einen guten Eindruck. Charaktere werden einem vorgestellt, die Handlung wird dem Leser näher gebracht und zugleich fehlt es nicht an Spannung. Doch man merkt rasch, dass es hier nicht wirklich um verstümmelte Frauenkörper geht, sondern viel tiefer graben muss und letztendlich mehr historische Sachen erfährt als Ermittlungstechnische, die hinten angestellt werden. Zwar lockert sich dies gegen Mitte des Buches wieder, aber der Spannungsbogen ist somit kaputt, da man schlichtweg anfängt oberflächlich zu lesen, da es uninteressant ist und teilweise zu verworren ist und erfunden wirkt. Gegen Ende kommt wieder etwas Feeling auf, aber das kann dann nichts mehr retten. * Schade, denn so wird aus einem Thriller ein historischer Krimi, da schlichtweg das Gefühl des Nervenkitzels fehlt, was durch lange Texte und Erklärungen erheblich abgestumpft wird. Gerade bei so einem Titel geht man mit völlig anderen Erwartungen heran. Fleischhauer sollte diese Genre lieber meiden und bei der anspruchsvollen Belletristik bleiben, wo er schon eine rege Leserschaft gewonnen hat. Der Grad zwischen andauernder Spannung, Ermittlung, finalem Höhepunkt und gelungenem Ende kombiniert mit deutschem historischem Hintergrund ist ihm hier nicht gelungen. * 7 von 10 Punkten

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