Wolfram Huncke Gestern ist heute

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Inhaltsangabe zu „Gestern ist heute“ von Wolfram Huncke

Heinz Haber und Robert Jungk verband eine lange intensive Freundschaft, begonnen nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Dabei hatten die beiden oft recht unterschiedliche Ansichten: Haber, der populäre Physiker und „Fernsehprofessor", sah die Entwicklung von Wissenschaft und Technik als Fortschritt für die Menschheit; Jungk kritisierte ungezügeltes Wirtschaftswachstum, war Vordenker für eine „nachhaltige Gesellschaft" und brachte die Technikfolgenabschätzung nach Europa. Diese unterschiedlichen Sichtweisen machen die Dispute so spannend, die Wolfram Huncke in den achtziger Jahren aufzeichnete. Sie sind noch heute erstaunlich aktuell.

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  • Rezension zu "Gestern ist heute" von Wolfram Huncke

    Gestern ist heute

    WinfriedStanzick

    25. May 2011 um 10:12

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als junger Pfarrer Anfang der 80 er Jahre von meiner Kirchenleitung nach Biblis geschickt wurde um dort mitten in einem sich zuspitzenden Konflikt als Gemeindepfarrer zu arbeiten und wenn möglich zwischen den Positionen zu vermitteln. Ich kann mich im Rahmen meines damals stark mit den ökologischen Themen zusammenhängenden Literaturstudiums auch erinnern an zwei mittlerweile schon lange verstorbenen Wissenschaftler, die damals neben anderen mit ihren gegensätzlichen Positionen die gesellschaftliche Debatte mitbestimmten. Heinz Haber als populärer, in den Medien schon damals stark präsenter „Fernsehprofessor“ , der die Entwicklung von Wissenschaft und Technik als Fortschritt für die Menschheit wahrnahm und sich dafür auch einsetzte. Und auf der anderen Seite der linke Robert Jungk, der schon in den fünfziger Jahren begonnen hatte, die Gefahren der Atomwirtschaft und eines ungezügelten Wirtschaftswachstums zu kritisieren und sich einzusetzen für das, was man später dann allenthalben auf den Lippen führte, die „nachhaltige Gesellschaft“. Er war es, der den Gedanken nach Europa brachte, den man Dann die Technikfolgenabschätzung nannte. Haber und Jungk verband trotz oft sehr gegensätzlicher Ansichten eine lange intensive Freundschaft, die schon nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA begann. Zwischen Anfang und Mitte der achtziger Jahre führte der Journalist Wolfram Huncke mit den beiden Wissenschaftlern mehrere längere Gespräche, die er nun unter dem Titel „Gestern ist heute - Heinz Haber und Robert Jungk im Disput über die Zukunft“ im Hirzel Verlag herausgegeben hat. Die Veröffentlichung ist zu begrüßen, denn die Themen der Gespräche der beiden sind aktueller als je zuvor. Vor allem der Weitblick Jungks in der Frage der Gefahren der Atomtechnik hat sich durch Tschernobyl und jetzt durch Fukushima auf das Schlimmste bewahrheitet. Beeindruckend auch die Gesprächskultur und der gegenseitige Respekt voreinander, mit dem sie ihren Disput führen, etwas, was man in den aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen etwa um Stuttgart 21 schmerzlich vermisst. Bei allen Kontroversen sind sie sich immer wieder einig darüber, ihre Hoffnung auf ein besseres Bildungssystem und die Einsicht der nachwachsenden Generationen zu setzen. Und wenn man ehrlich resümiert: es ist doch so einiges geschehen seit Anfang der achtziger Jahre, wo man als ökologisch argumentierender Mensch und Theologe in Biblis jedenfalls noch in die Nähe von Terroristen gerückt wurde. Es hat lange gedauert, aber nun ist Biblis abgeschaltet und wird es wohl auch für immer bleiben. Die Gefahren die von den dort gelagerten Brennelementen allerdings ausgehen, werden die Bevölkerung noch über viele Jahrzehnte bedrohen.

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  • Rezension zu "Gestern ist heute" von Wolfram Huncke

    Gestern ist heute

    michael_lehmann-pape

    28. April 2011 um 15:03

    Für eine nachhaltige Zukunft Trotz ihrer intensiven Freundschaft stellten Heinz Haber und Robert Jungk zu ihrer Zeit zwei Pole vor allem im Blick auf die Bewertung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft dar. Robert Jungk, Kritiker vor allem des ungezügelten Wirtschaftswachstums und Vordenker für eine „nachhaltige“ Gesellschaft, strikter Gegner der Kernenergie, einer, der sich selbst „Maschinenzähmer“ nannte. Und Heinz Haber, Physiker, der in der Entwicklung, teils auch in der sprunghaften Entwicklung in Wissenschaft und Technik immer einen Voranschreiten der Menschheit sah und daran in Teilen maßgeblich mitwirkte. „Gegensatz lebt mit Respekt“, diese freundschaftliche Grundhaltung bildet die Atmosphäre des Buches, dem Gespräche der Beiden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, aufgezeichnet damals von Wolfram Huncke, zu Grunde liegen. Jetzt, fast 30 Jahre später, erscheint der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser „Gespräche über die Zukunft“ zwischen Haber und Jungk treffend gewählt. Sowohl im Blick auf die Wirtschaft, den Glauben an das ungebremste Wachstum der Systeme, aber auch in Fragen des Umweltschutzes und der Kernenergie, erreichen die Aussagen und Abwägungen beider eine ungeahnte Aktualität. Eine Aktualität, die am Ende des Tages wohl eher Jungk mit seinem skeptischen Herangehen und seiner kritischen Haltung recht zu geben scheint. Nach einem komprimierten, aber alles Wesentliche des Lebenswegs beider aufnehmende, ersten Kapitels dokumentiert das Buch thematisch geordnet intensive Diskussionen zwischen Jungk und Habermas. Diskussionen, die argumentativ beidseits fundiert und bedenkenswert ausgearbeitet werden. Da, wo Haber betont, dass „das Machbare gemacht werden muss“, betont Jungk, dass gerade diese Haltung „die Bosheit und die Geschäftigkeit der Anwender einfach nicht sehen will“. Wie eine Prophezeiung wirken hier die Worte Jungks, dass Profite ins Grenzenlose zu wachsen drohen auf Kosten anderer Betroffener. Ein Gedanke, der sich durchzieht. Dem in Teilen übrigens auch Haber später zustimmt, wenn er über das „Schlachtfeld Weltraum“ sinniert, seine Gründe für den Rückzug aus der Weltraumforschung mit der schwierigen Haltung begründet, dass es nur noch um einen „Kampf“ gegeneinander, einen „Wettlauf“, ein „Übertreffen der anderen Seite“ ging. Aus dem Munde zweier anerkannter Wissenschaftler und auf den Punkt argumentierender Denker werden in den Gesprächen nicht nur konkrete Themen deutlich, sondern im Hintergrund schwingt die existentielle, philosophische Frage mit, was dem Menschen zuzutrauen ist, in welche Richtung seine Kräfte wirken werden. Jungk sieht die Notwendigkeit eines regulierenden Rahmens unter der Qualität der „Nachhaltigkeit“, der in Teilen eng gezurrt werden muss, um beständig drohende Auswüchse mit vernichtendem Potential abzuwenden, Haber vertraut erkennbar mehr möglichen selbstregulierenden Kräften des Fortschritts und der zivilisatorischen Entwicklung durch diesen Fortschritt. Wer allerdings genau liest, stellt fest, dass sich zunehmend doch auch Zweifel und Skepsis in Habers Haltung ausmachen lassen. Die Gespräche aus der Vergangenheit sind für die heutige Zeit durchaus von Wichtigkeit. Lässt sich doch nicht nur nachvollziehen, dass Jungk mit seiner skeptischen Haltung recht behalten hat, sondern auch, warum die Dinge sich in bekannter, krisenhafter Form dato entwickelt haben und entwickeln. Aus diesem „Warum“ heraus lassen sich im Buch, übrigens in den Aussagen beider Beteiligter, auch Maßnahmen ableiten, zumindest für die mittlere Zukunft, andere Weichen zu stellen. Falls die maßgeblichen Stellwerke in Politik und Wirtschaft bereit wären, zu hören, was gerade Robert Jungk zu sagen hatte. Damals zumindest wurde das zwar wahrgenommen, aber schnell ad acta gelegt. Skepsis stör eben immer die Kreise jener, die gerade den Profit vor Augen sehen. „Gier frisst Hirn“, wie es die bildende Kunst der damaligen Zeit auch ausdrückte. Ein wichtiges Buch, um zu verstehen, sich durchaus auch zu empören und dann dagegen zu halten.

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