Wolfram Wette

 4,1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor*in von Stalingrad, Schule der Gewalt und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Wolfram Wette, geboren 1940, Dr. phil., Historiker und freier Autor, 1971-1995 am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i.Br.; Mitbegründer der Historischen Friedensforschung; seit 1998 apl. Professor an der Universität Freiburg; Ehrenprofessur an der russischen Universität Lipezk.In der "Schwarzen Reihe": Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941 (als Mithrsg. zus. mit G. R. Ueberschär, Bd. 4437); Stalingrad (als Mithrsg. zus. mit G.- R. Ueberschär, Bd. 11097); Retter in Uniform. Handlungsspielräume im Vernichtungskrieg der Wehrmacht (als Hrsg., Bd. 15221); Zivilcourage. Empörte, Helfer und Retter aus Wehrmacht, Polizei und SS (als Hrsg., Bd. 15852); Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden (als Autor, Bd. 15645); Militarismus in Deutschland. Geschichte einer kriegerischen Kultur (als Autor, Bd. 18149).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Manfred Messerschmidt (ISBN: 9783949116353)

Manfred Messerschmidt

Neu erschienen am 28.08.2026 als Gebundenes Buch bei Donat.

Alle Bücher von Wolfram Wette

Cover des Buches Militarismus in Deutschland (ISBN: 9783534216437)

Militarismus in Deutschland

(2)
Erschienen am 01.10.2015
Cover des Buches Schule der Gewalt (ISBN: 9783746681245)

Schule der Gewalt

(3)
Erschienen am 01.05.2005
Cover des Buches Retter in Uniform (ISBN: 9783596152216)

Retter in Uniform

(2)
Erschienen am 01.01.2003
Cover des Buches Karl Jäger (ISBN: 9783596190645)

Karl Jäger

(1)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches "Mit reinem Gewissen" (ISBN: 9783351027407)

"Mit reinem Gewissen"

(1)
Erschienen am 10.10.2011
Cover des Buches Zivilcourage (ISBN: 9783596158522)

Zivilcourage

(1)
Erschienen am 01.02.2004
Cover des Buches Manfred Messerschmidt (ISBN: 9783949116353)

Manfred Messerschmidt

(0)
Erschienen am 28.08.2026
Cover des Buches Stalingrad (ISBN: 9783596195114)

Stalingrad

(4)
Erschienen am 26.09.2012

Neue Rezensionen zu Wolfram Wette

Cover des Buches Retter in Uniform (ISBN: 9783596152216)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Retter in Uniform" von Wolfram Wette

Bellis-Perennis
Retter in Uniform - es gab sie, zwar nur sehr wenige, aber doch

Es war Ende der 1990er-Jahre als die Wanderausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht mit dem Mythos der „sauberen Wehrmacht“ aufgeräumt und einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen hat. Inzwischen sind zahlreiche Bücher über die Beteiligung an Massenexekutionen, Deportationen und Ermordung Abertausender Menschen veröffentlicht worden. Immer wieder stellt sich die Frage, ob das eine oder andere Massaker nicht zu verhindern gewesen wäre, ob nicht Offiziere dem Töten Einhalt gebieten hätten können oder sogar gemusst hätten und ob es hier nicht doch ein wenig Spielraum gegeben hätte. 

Nun, 80 Jahre nach Kriegsende sind keine Zeitzeugen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, um andere zu retten, am Leben, um darüber Auskunft geben. Und Aufzeichnungen über solche Rettungsaktionen sind kaum zu finden, wenn es sie gegeben hat, sind sie von den Angehörigen unter Verschluss gehalten oder vernichtet worden. 

Trotz der schwierigen Quellenlage ist es im Rahmen einer Forschungsarbeit gelungen, rund hundert solcher Retter in Uniform ausfindig zu machen, die unter Einsatz ihres Lebens Menschen zu retten versuchten, in dem sie ihre Kooperation mit dem Regime verweigerten, sich demonstrativ nicht an Exekutionen teilnahmen oder Juden und anderen vom Regime Verfolgten, halfen, immer im Bewusstsein, dafür selbst gerichtet zu werden. Dieser verschwindend geringen Zahl, jener die sich dem staatlichen Terror entgegengestellt haben, stehen Millionen von „Gehorchern“ gegenüber. 

Zehn dieser als Retter in Uniform genannten Wehrmachtsangehörige werden mit diesem Buch als leuchtende Beispiele, spät, aber doch, vor den Vorhang geholt worden.  

  • Feldwebel Anton Schmid
  • Hauptmann d. R. Wilm Hosenfeld
  • Oberst Karl von Bothmer
  • Leutnant Reinhard Lofy
  • Feldwebel Erich Heym
  • Hauptmann Willi Schulz
  • Hauptmann Dr. Fiedler, Ortskommandant
  • Luftwaffen-Feldwebel und Baurat Karl Laabs
  • Oberleutnant Dr. Albert Battel und Major Max Liedtke
  • Oberleutnant Heinz Drossel 

Obwohl diese Soldaten unterschiedlicher nicht sein konnten, verbindet sie die Empörung über das Unrecht, das Juden und anderen Verfolgten, zuteil worden ist. Sie haben ihren geringen persönlichen Spielraum oft situativ und manchmal auch ohne viel Nachzudenken, ausgenutzt, um Menschen zu retten. Manchmal haben sie den Geretteten nur ein klein wenig Aufschub verschaffen können. 

Inzwischen sind seit dem Erscheinen dieses Buches fast 25 Jahre vergangen. Interessant wäre, ob es gelungen ist, weitere Biografien solcher Retter in Uniform ausfindig zu machen. 

Fazit:

Gerne gebe ich dieser diffizilen Spurensuche 5 Sterne. 

 

 

Cover des Buches Militarismus in Deutschland (ISBN: 9783596181490)
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Rezension zu "Militarismus in Deutschland" von Wolfram Wette

Sokrates
Rezension zu "Militarismus in Deutschland" von Wolfram Wette

Ob die deutsche Gesellschaft militaristisch geprägt war, ist eine der am meisten diskutierten Fragen der historischen Forschung der letzten 60 Jahre. In den letzten Jahren haben insbesondere ausländische Historiker (z.B. Christopher Clark) den Versuch unternommen, den Militarismus als nicht so dominant erscheinen zu lassen, wie man bislang dachte. Diese Entlastung von "Schuld" wurde mit dem Erscheinen von Clark's Preußen-Biographie mit Freude im deutschsprachigen Feuilleton aufgenommen. Doch ganz so einfach wäre es nicht, meint Wolfram Wette, langjähriger Historiker am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg. Er bleibt bei der These, wonach Militarismus seit 1800 (hier durch die Groß- und Militärmacht Preußen vermittelt) immer allgegenwärtig und staatsprägend war. Sicher im Zusammenwirkung mit anderen Strömungen, u.a. auch der Aufklärung, aber es wäre verfehlt zu behaupten, der Militarismus hätte nicht diese tragende Rolle, die spätestens im 1. Weltkrieg Massen mobilisierte und auch dem NS-Regime Nährboden bereitete. Wette holt weit aus; zunächst schildert er die historische Forschung und ihre Perspektiven der letzten Jahrzehnte, erörtert die unmittelbare Nachkriegsdebatte, die schließlich im Totalitarismusstreit mündete, der mittlerweile auch schon wieder als überholt gilt. Danach widmet er sich im Schwerpunkt seines Buches dem Militarismus des Deutschen Kaiserreiches in all seinen Ausprägungen und Schwerpunkten seit der Staatsgründung 1871. Ein eigenes Kapitel erhalten aber auch Ausführungen zum 1. Weltkrieg, zur Weimarer Republik und natürlich – in umfangreicher Form – zum Nationalsozialismus, unter dem Militarismus noch eine andere Dimension erhielt. Das Buch behandelt das Thema sehr umfassend. Wette schreibt anspruchsvoll, aber verständlich. Grundkenntnisse zum historischen Epochengeschehen sind zum insgesamten Verständnis sicher sehr hilfreich.

Cover des Buches Die Wehrmacht (ISBN: 9783100912084)
Sokratess avatar

Rezension zu "Die Wehrmacht" von Wolfram Wette

Sokrates
Rezension zu "Die Wehrmacht" von Wolfram Wette

Neben „Soldaten“ und „Täter“ (beide unter Mitarbeit von Harald Welzer geschrieben) sollte man dieses Buch lesen. Es erklärt nicht die Motivation der einzelnen Soldaten oder der soziologisch-psychologischen Verknüpfungen und Ursachen in der Wehrmacht / SS während des 2. Weltkrieges, sondern beschäftigt sich im Allgemeinen mit der Wehrmacht, deren Organisation und mentaler Struktur sowie deren prägenden Ideen und Weltanschauungen. Wolfram Wette, in den Jahren 1971-1995 an Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg i.Br. forschend, ist Kenner der Wehrmacht schlechthin. Seine Arbeit umfasst daher alle möglichen Aspekte, die wichtig für das Verständnis der Wehrmacht als Institution und ihrer Mitglieder ist. So widmet sich Wette in einem eigenen Kapitel den Feindbildern Russland, Sowjetunion und Bolschewismus, gefolgt von einem separaten Kapitel zum Antisemitismus in der Wehrmacht. Zeitlicher Rahmen sind hierbei nicht nur die unmittelbaren Kriegsjahre oder die NS-Zeit ab 1933, sondern bereits das späte Kaiserreich, der 1. Weltkrieg und die ambi-valente Zeit der Weimarer Republik, die einen Nährboden für viele Ideen, die die NS-Herrschaft später wieder aufgriff, bereitet hat.
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Darüber hinaus beschäftigt sich Wette mit der inneren Organisationsgewalt, der Dienstpflicht, der Generalität und den einzelnen Soldaten. Ein extra Kapitel behandelt die bis weit nach dem Krieg vertuschten Kriegsverbrechen. Sein letztes Kapitel widmet Wette schließlich den Kontinuitäten zwischen Wehrmacht und Bundeswehr.
Das Buch versucht umfassend zu sein. Dies führt ein wenig dazu, dass ausführliche Darstellungen unterbleiben und Wette vielmehr knapp, prägnant und rigoros Thesen aufstellt, Fakten nennt. Dieser Stil wird konsequent durchgehalten und bedeutet letztlich – so meine ich – eine sehr interessante, faktenreiche und auf das Wesentliche reduzierten Darstellung der Wehrmacht und ihrer Ideologien seit der Jahrhundertwende.
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Empfehlenswert vom gleichen Autor: „Militarismus in Deutschland“, erschienen beim Fischer Taschenbuch Verlag.

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