Wolfram Wette

 4.1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Stalingrad, Schule der Gewalt und weiteren Büchern.

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Wolfram WetteStalingrad
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Stalingrad
Stalingrad
 (4)
Erschienen am 01.03.2003
Wolfram WetteMilitarismus in Deutschland
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Militarismus in Deutschland
Militarismus in Deutschland
 (2)
Erschienen am 01.10.2015
Wolfram WetteSchule der Gewalt
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Schule der Gewalt
Schule der Gewalt
 (3)
Erschienen am 01.05.2005
Wolfram Wette"Mit reinem Gewissen"
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"Mit reinem Gewissen"
"Mit reinem Gewissen"
 (1)
Erschienen am 10.10.2011
Wolfram WetteKarl Jäger
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Karl Jäger
Karl Jäger
 (1)
Erschienen am 12.04.2011
Wolfram WetteMilitarismus und Pazifismus
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Militarismus und Pazifismus
Militarismus und Pazifismus
 (1)
Erschienen am 01.01.1994
Wolfram WetteRetter in Uniform
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Retter in Uniform
Retter in Uniform
 (1)
Erschienen am 01.01.2003
Wolfram WetteZivilcourage
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Zivilcourage
Zivilcourage
 (1)
Erschienen am 01.06.2006

Neue Rezensionen zu Wolfram Wette

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Rezension zu "Militarismus in Deutschland" von Wolfram Wette

Rezension zu "Militarismus in Deutschland" von Wolfram Wette
Sokratesvor 7 Jahren

Ob die deutsche Gesellschaft militaristisch geprägt war, ist eine der am meisten diskutierten Fragen der historischen Forschung der letzten 60 Jahre. In den letzten Jahren haben insbesondere ausländische Historiker (z.B. Christopher Clark) den Versuch unternommen, den Militarismus als nicht so dominant erscheinen zu lassen, wie man bislang dachte. Diese Entlastung von "Schuld" wurde mit dem Erscheinen von Clark's Preußen-Biographie mit Freude im deutschsprachigen Feuilleton aufgenommen. Doch ganz so einfach wäre es nicht, meint Wolfram Wette, langjähriger Historiker am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg. Er bleibt bei der These, wonach Militarismus seit 1800 (hier durch die Groß- und Militärmacht Preußen vermittelt) immer allgegenwärtig und staatsprägend war. Sicher im Zusammenwirkung mit anderen Strömungen, u.a. auch der Aufklärung, aber es wäre verfehlt zu behaupten, der Militarismus hätte nicht diese tragende Rolle, die spätestens im 1. Weltkrieg Massen mobilisierte und auch dem NS-Regime Nährboden bereitete. Wette holt weit aus; zunächst schildert er die historische Forschung und ihre Perspektiven der letzten Jahrzehnte, erörtert die unmittelbare Nachkriegsdebatte, die schließlich im Totalitarismusstreit mündete, der mittlerweile auch schon wieder als überholt gilt. Danach widmet er sich im Schwerpunkt seines Buches dem Militarismus des Deutschen Kaiserreiches in all seinen Ausprägungen und Schwerpunkten seit der Staatsgründung 1871. Ein eigenes Kapitel erhalten aber auch Ausführungen zum 1. Weltkrieg, zur Weimarer Republik und natürlich – in umfangreicher Form – zum Nationalsozialismus, unter dem Militarismus noch eine andere Dimension erhielt. Das Buch behandelt das Thema sehr umfassend. Wette schreibt anspruchsvoll, aber verständlich. Grundkenntnisse zum historischen Epochengeschehen sind zum insgesamten Verständnis sicher sehr hilfreich.

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Rezension zu "Die Wehrmacht" von Wolfram Wette

Rezension zu "Die Wehrmacht" von Wolfram Wette
Sokratesvor 7 Jahren

Neben „Soldaten“ und „Täter“ (beide unter Mitarbeit von Harald Welzer geschrieben) sollte man dieses Buch lesen. Es erklärt nicht die Motivation der einzelnen Soldaten oder der soziologisch-psychologischen Verknüpfungen und Ursachen in der Wehrmacht / SS während des 2. Weltkrieges, sondern beschäftigt sich im Allgemeinen mit der Wehrmacht, deren Organisation und mentaler Struktur sowie deren prägenden Ideen und Weltanschauungen. Wolfram Wette, in den Jahren 1971-1995 an Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg i.Br. forschend, ist Kenner der Wehrmacht schlechthin. Seine Arbeit umfasst daher alle möglichen Aspekte, die wichtig für das Verständnis der Wehrmacht als Institution und ihrer Mitglieder ist. So widmet sich Wette in einem eigenen Kapitel den Feindbildern Russland, Sowjetunion und Bolschewismus, gefolgt von einem separaten Kapitel zum Antisemitismus in der Wehrmacht. Zeitlicher Rahmen sind hierbei nicht nur die unmittelbaren Kriegsjahre oder die NS-Zeit ab 1933, sondern bereits das späte Kaiserreich, der 1. Weltkrieg und die ambi-valente Zeit der Weimarer Republik, die einen Nährboden für viele Ideen, die die NS-Herrschaft später wieder aufgriff, bereitet hat.
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Darüber hinaus beschäftigt sich Wette mit der inneren Organisationsgewalt, der Dienstpflicht, der Generalität und den einzelnen Soldaten. Ein extra Kapitel behandelt die bis weit nach dem Krieg vertuschten Kriegsverbrechen. Sein letztes Kapitel widmet Wette schließlich den Kontinuitäten zwischen Wehrmacht und Bundeswehr.
Das Buch versucht umfassend zu sein. Dies führt ein wenig dazu, dass ausführliche Darstellungen unterbleiben und Wette vielmehr knapp, prägnant und rigoros Thesen aufstellt, Fakten nennt. Dieser Stil wird konsequent durchgehalten und bedeutet letztlich – so meine ich – eine sehr interessante, faktenreiche und auf das Wesentliche reduzierten Darstellung der Wehrmacht und ihrer Ideologien seit der Jahrhundertwende.
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Empfehlenswert vom gleichen Autor: „Militarismus in Deutschland“, erschienen beim Fischer Taschenbuch Verlag.

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Rezension zu "Stalingrad" von Wolfram Wette

Rezension zu "Stalingrad" von Wolfram Wette
Sokratesvor 7 Jahren

Die beiden Herausgeber Wolfram Wette und Gerd R. Ueberschär haben in ihrem vorliegenden Buch zur Geschichte und Rezeption Stalingrads eine Fülle von Fachkollegen zu Wort kommen lassen. Das Buch beinhaltet zu diversen Themen jeweils einen kurzen Aufsatz, versehen mit Anmerkungen und Abbildungen bzw. Primärquellen.
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Dem Buch gelingt damit eine souveräne und abschließende Darstellung eines sehr komplexen Themas. Man hat versucht, möglichst alle Facetten in einem kleinen Aufsatz abzuhandeln. Ergebnis dieses Vorhabens ist eine überzeugende Darstellung davon, dass die Nationalsozialisten mittels gezielter Propaganda den Stalingradeinsatz der Wehrmacht bewusst manipuliert haben. Dies gelang auch durch eine bewusste – besonders positive – Gewichtung der freigegebenen Informationen bei gleichzeitigem umfangreichen Verschweigen der eigentlichen Realität. Entgegen der Vorstellung der Solda-ten, die in ihren Frontbriefen oftmals davon ausgehen, dass die Militärführung in Deutschland von ihrer Situation nichts wusste, beweisen interne Dokumente – jetzt freigegeben – genau das Gegenteil. Parallel zur bewussten Falschinformationen erfolgte eine Mythologisierung der Gefallenen und des Feldzuges im Allgemeinen. Das Resultat war eine lange vom Volk mitgetragene Begeisterung für den „totalen Krieg“, den Goebbels schließlich ausrief; Voraussetzung war hierzu, dass die tatsächliche Situation an der Ostfront und insbesondere im Prestige-Vorhaben Stalingrad nicht bekannt wurde. Denn militärisch war das Unterfangen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Da die Eroberung Stalingrads jedoch für Stalin wie für Hitler eine Prestigefrage war, war es notwendigerweise auch absolut undenkbar, dass einer von beiden vorzeitig die Truppen abzog oder kapitulierte. Ein Ausharren bis zum Untergang war die einzige Möglichkeit; ein Rückzug hätte den Gesichtsverlust bedeutet. Als die Situation – ob personell oder militärisch – nicht mehr zu retten war, unterlies Hitler indes jedwede Form der Stabilisierung; stattdessen verwandt er Zeit und Energie darauf, Personalfragen im Heer zu beantworten. Nachdem Hitler bis zuletzt – trotz der aussichtslosen Lage – einen Truppenrückzug ablehnte, schwand zumindest bei einem Teil der militärischen Führung die Loyalität. Wirkliche Auswirkungen hatte dies jedoch – wie uns die Geschichte gezeigt hat – keine.
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Das Buch beschreibt nicht nur den Truppenverlauf und die politischen, militärischen und strategischen Entscheidungen an der Front und in Berlin, sondern beschäftigt sich auch sehr ausführlich mit der Feldpost im Kessel eingeschlossener Soldaten. Dabei findet jedoch auch Erwähnung, dass sämtliche Kriegspost einer strengen Zensur unterworfen war; darüber hinaus gab es auch unter den Soldaten ein kollektives Schweigen, resultierend aus umfangreicher Kontrolle und nachgeschalter Zensur. Allein dieses Wissen lies manchen Soldaten die Hälfte weglassen von dem, was er vielleicht ursprünglich einmal schreiben wollte. Das Buch behandelt auch solche Briefe, die mittlerweile in Russland in den Archiven freigegeben wurden. So können hier genauso erbeutete Frontbriefe deutscher Soldaten ein-gesehen werden wie Post von Rotarmisten, die auf der anderen Seite ebenfalls Post in die Heimat schrieben. Hierbei wird, insbesondere in der deutschen Truppe, unmissverständlich klar, wie Hunger, Kälte und totale Unterversorgung einen militärischen Sieg gar nicht mehr möglich machte. Dieses dramatische Sterben wird in entsetzten und den Tod ahnenden Briefen nach Hause mitgeteilt.
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Weitere Kapitel finden sich zur Kriegsgefangenschaft, zu Todesmärschen, zu Arbeitslagern und schließlich zur gesamtdeutschen Reflektion des Stalingrad-Ereignisses in der Bevölkerung sowie in der Geschichtswissenschaft. Das Buch ist daher äußerst umfangreich, behandelt alle wesentlichen Bereiche in sehr guter Form ab, bleibt dabei aber knapp und bündig.

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