Wonkyung Byun

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Autor von Bae, Bien-U.

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Wonkyung ByunBae, Bien-U
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Bae, Bien-U
Bae, Bien-U
 (1)
Erschienen am 27.11.2012

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Rezension zu "Bae, Bien-U" von Wonkyung Byun

Rezension zu "Bae Bin-u Windscape" von Wonkyung Byun
HeikeGvor 6 Jahren

"Die Welle beugt sich jedem Winde gern." (Goethe, Faust II)
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"Der Wirtschaft bläst ein scharfer Wind ins Gesicht."
"Ab jetzt weht hier ein anderer Wind."
"Wer Wind sät, wird Sturm ernten."
"Irgendwie bin ich heute ein wenig durch den Wind."
Allesamt Sprichwörter und Aussagen, die eine gängige Erscheinung unserer Natur beinhalten: Wind. Zumeist mit einer negativen Stimmung aufgeladen, hat diese dem Auge verborgene "bewegte Luft" jedoch auch etwas Faszinierendes an sich. Genau dann, wenn man hinter das Unsichtbare zu schauen versteht. Dies gelingt dem renommierten koreanischen Künstler Bae, Bien-U mit seinen analogen Großformat-Aufnahmen, die ohne Bildbearbeitung auskommen, auf unnachahmliche Art und Weise. Seine faszinierenden Schwarzweiß-Fotografien, von denen eine beinahe meditative Wirkung ausgeht, zeugen von der Kraft und Schönheit, der Dramaturgie und Magie unserer Natur.
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Bereits der Einband aus verschleiertem, halbtransparentem Papier, der sich harmonisch ins Gesamtkunstwerk einfügt, lässt den Betrachter etwas von der mystisch anmutenden, dunkel-diffusen Schönheit der zerzausten Landschaften im Inneren erahnen. Keine farbenfrohen "Hochglanzreiseveranstaltermotive" werden präsentiert, sondern Baes Aufnahmen stehen geradezu konträr zu derartigen Fotos. Hier gibt nicht der blaue Himmel und ein perfekt ins Sonnenlicht gesetzter Hintergrund Zeugnis von der Schönheit und Fragilität einer Landschaft, sondern gerade die düster anmutende Szenerie enthüllt die Einzigartigkeit unseres Planeten. Im Wind gepeitschte oder sich sanft wiegende Gräser, an den Berg geschmiegte knorrig-zerrupfte Bäume, gischtumnebelte Küstenstreifen, vom Nebel verhüllte Felsen oder vom Brandungsschaum umspülte Steine, mal rund, dann wieder spitzkantig gefeilt, offenbaren sich als bewegt-temporäre Stillleben. Bilder von beeindruckender Intensität und Ausstrahlung, die aufwühlen und zuweilen frösteln lassen, so als ob der Wind direkt aus den Seiten herausbläst, sich in den eigenen Sachen verfängt, durch die wohlig-kuschlige Wohnung fegt und etwas von seiner Naturgewalt erahnen lässt. In Beas Fotos hört man förmlich das Tosen des Wassers, kann den Duft der Gräser riechen und spürt die Kälte oder Wärme des Windes, vielleicht gerade ob der fehlenden Farbe.
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Die auf den ersten Blick sich offensichtlich wiederholenden und scheinbar identischen Motive eröffnen allerdings recht bald verschiedenste fein austarierte Nuancierungen. Dabei fokussiert Bae seine zeitlosen und universalen Landschaftsfotografien auf typisch koreanische Natursymbole, wie Meer, Himmel oder die kleinen koreanischen Kiefern, die als Symbol für Gerechtigkeit, Schönheit und Transzendenz stehen und in der Literatur wie auch anderen Bereichen der koreanischen Kultur stark vertreten sind. Ein Band, dessen fast geheimnisvoll anmutenden Fotografien zugleich Lärm und Stille, Ruhe und Bewegung, Licht und Schatten, Konturen und Strukturen sowie Flächen und Raum widerspiegeln.
Eine kurze Einleitung in Englisch, von Jeong-hee Lee-Kalisch, Professorin am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin, rundet einen beeindruckenden Bildband ab.
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Fazit: Der Kunstkritiker Chiba Shigeo schrieb einst: Bae "sieht die Natur nicht mit seinen Augen, er sieht sie mit seinem Körper. Es verstehet die Natur nicht als ein Bild, vielmehr ist sie eine Erweiterung seiner selbst". Ich will es anders ausdrücken: Das Auge vermittelt ein Bild. Bea's Kamera ist das Auge seines Herzens, das seinen Fingern den Impuls gibt, im entscheidenden Moment auf den Auslöser zu drücken oder: Ying und Yang gebannt auf traditionellen Silbergelatineabzügen.

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