Wonkyung Byun Bae, Bien-U

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Inhaltsangabe zu „Bae, Bien-U“ von Wonkyung Byun

Bae, Bien-U (*1950 in Yosu, Südkorea) wurde durch meditative Landschaftsaufnahmen von einer geradezu kalligrafischen Qualität bekannt. Seine neue Serie entstand während der letzten 20 Jahre und zeigt Landschaften in Bewegung. Bäume und Gräser biegen sich im Wind, steile Klippen und vom Wasser geformte Felsen und Steine liegen umhüllt von Gischt und Nebel in der Meeresbrandung, die Horizontlinien verschwimmen im Weißgrau des Himmels. Der koreanische wie auch der in China und Japan gebräuchliche Begriff für Landschaft setzt sich aus den Wörtern 'Wind' und 'Szenerie' zusammen. Er ist eng verbunden mit den traditionellen, kosmologischen Vorstellungen von einer alle lebenden Dinge durchziehenden Quintessenz, dem Äther. Die poetische Wortschöpfung 'Windscape' ist eine wörtliche Übersetzung jenes Begriffs, der in ganz Ostasien mit denselben Bedeutungsebenen assoziiert wird. Ausstellung: Aando Fine Art, Berlin 9.11.2012–11.1.2013 Paris Photo 15.–18.11.2012 Galerie RX, Paris 24.11.2012–26.1.2013 Christophe Guye Galerie, Zürich 29.11.2012–2.3.2013

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  • Rezension zu "Bae Bin-u Windscape" von Wonkyung Byun

    Bae, Bien-U
    HeikeG

    HeikeG

    05. February 2013 um 22:07

    "Die Welle beugt sich jedem Winde gern." (Goethe, Faust II) . "Der Wirtschaft bläst ein scharfer Wind ins Gesicht." "Ab jetzt weht hier ein anderer Wind." "Wer Wind sät, wird Sturm ernten." "Irgendwie bin ich heute ein wenig durch den Wind." Allesamt Sprichwörter und Aussagen, die eine gängige Erscheinung unserer Natur beinhalten: Wind. Zumeist mit einer negativen Stimmung aufgeladen, hat diese dem Auge verborgene "bewegte Luft" jedoch auch etwas Faszinierendes an sich. Genau dann, wenn man hinter das Unsichtbare zu schauen versteht. Dies gelingt dem renommierten koreanischen Künstler Bae, Bien-U mit seinen analogen Großformat-Aufnahmen, die ohne Bildbearbeitung auskommen, auf unnachahmliche Art und Weise. Seine faszinierenden Schwarzweiß-Fotografien, von denen eine beinahe meditative Wirkung ausgeht, zeugen von der Kraft und Schönheit, der Dramaturgie und Magie unserer Natur. . Bereits der Einband aus verschleiertem, halbtransparentem Papier, der sich harmonisch ins Gesamtkunstwerk einfügt, lässt den Betrachter etwas von der mystisch anmutenden, dunkel-diffusen Schönheit der zerzausten Landschaften im Inneren erahnen. Keine farbenfrohen "Hochglanzreiseveranstaltermotive" werden präsentiert, sondern Baes Aufnahmen stehen geradezu konträr zu derartigen Fotos. Hier gibt nicht der blaue Himmel und ein perfekt ins Sonnenlicht gesetzter Hintergrund Zeugnis von der Schönheit und Fragilität einer Landschaft, sondern gerade die düster anmutende Szenerie enthüllt die Einzigartigkeit unseres Planeten. Im Wind gepeitschte oder sich sanft wiegende Gräser, an den Berg geschmiegte knorrig-zerrupfte Bäume, gischtumnebelte Küstenstreifen, vom Nebel verhüllte Felsen oder vom Brandungsschaum umspülte Steine, mal rund, dann wieder spitzkantig gefeilt, offenbaren sich als bewegt-temporäre Stillleben. Bilder von beeindruckender Intensität und Ausstrahlung, die aufwühlen und zuweilen frösteln lassen, so als ob der Wind direkt aus den Seiten herausbläst, sich in den eigenen Sachen verfängt, durch die wohlig-kuschlige Wohnung fegt und etwas von seiner Naturgewalt erahnen lässt. In Beas Fotos hört man förmlich das Tosen des Wassers, kann den Duft der Gräser riechen und spürt die Kälte oder Wärme des Windes, vielleicht gerade ob der fehlenden Farbe. . Die auf den ersten Blick sich offensichtlich wiederholenden und scheinbar identischen Motive eröffnen allerdings recht bald verschiedenste fein austarierte Nuancierungen. Dabei fokussiert Bae seine zeitlosen und universalen Landschaftsfotografien auf typisch koreanische Natursymbole, wie Meer, Himmel oder die kleinen koreanischen Kiefern, die als Symbol für Gerechtigkeit, Schönheit und Transzendenz stehen und in der Literatur wie auch anderen Bereichen der koreanischen Kultur stark vertreten sind. Ein Band, dessen fast geheimnisvoll anmutenden Fotografien zugleich Lärm und Stille, Ruhe und Bewegung, Licht und Schatten, Konturen und Strukturen sowie Flächen und Raum widerspiegeln. Eine kurze Einleitung in Englisch, von Jeong-hee Lee-Kalisch, Professorin am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin, rundet einen beeindruckenden Bildband ab. . Fazit: Der Kunstkritiker Chiba Shigeo schrieb einst: Bae "sieht die Natur nicht mit seinen Augen, er sieht sie mit seinem Körper. Es verstehet die Natur nicht als ein Bild, vielmehr ist sie eine Erweiterung seiner selbst". Ich will es anders ausdrücken: Das Auge vermittelt ein Bild. Bea's Kamera ist das Auge seines Herzens, das seinen Fingern den Impuls gibt, im entscheidenden Moment auf den Auslöser zu drücken oder: Ying und Yang gebannt auf traditionellen Silbergelatineabzügen.

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